Wie soll Arminia Bielefeld den Aufstieg feiern? Der Präsident sucht Ideen! Kurt Ehmke Bielefeld. Arminia hat's geschafft - der achte Aufstieg ist gelungen. Und das soll gefeiert werden. Die Stadt soll offenbar schwarz-weiß-blau geschmückt werden, Stadt und Kaufmannschaften ziehen vielleicht bald an einem Strang, ist hinter den Kulissen zu hören. Wobei Henner Zimmat aus der Altstadt sagt: "Davon weiß ich noch nichts, aber natürlich freuen wir uns sehr für Arminia und streuben uns nicht, dem Verein besonders zu gratulieren." Fakt ist: Gerdet wird über ein Fest in drei Farben - für die ganze Familie, auf Abstand. All das am 28. Juni nach dem Schlusspfiff, der gegen 17.20 Uhr auf der Alm zu erwarten ist. Dezernent und Corona-Krisenstabs-Chef Ingo Nürnberger mag sich dazu aber noch nicht präziser äußern, "wir sind mit dem Verein in Gesprächen, es gibt aber auch noch unterschiedliche Überlegungen". Fest steht, dass die Sparrenburg in den Farben des Clubs der Ostwestfalen leuchten wird. Mit wehender DSC-Fahne. Ebenso fest steht, dass der Rathausbalkon zu bleibt und es keine ausufernden organisierten Feiern gibt - weder von der Stadt, was Oberbürgermeister Pit Clausen immer wieder klarstellt, noch von Arminia, was Präsident Hans-Jürgen Laufer (71) auf Anfrage am Mittwochmorgen ebenfalls noch einmal klarstellte. Zu hören ist, dass ein großer Sponsor des Vereins eine Aufstiegs-Arminia-Stadtbahn auf die Gleise der Bundesliga-Stadt setzen will - offenbar mit anderen Partnern in einer Art "Bündnis-für-Arminia". Noch ist das aber nicht in trockenen Tüchern. Gerüchtehalber ist auch zu hören, dass die kleinen Feuerwerke des Dienstagabends nicht die einzigen zum Aufstieg bleiben sollen. Auch die Idee einer offenen Bus-Tour mit Spielern kursiert. Die Fans könnten dann Corona-mäßig aus Fenstern winken und die Spieler abfeiern, die für diese Tour wohl viele viele Stunden einplanen müssten. Dass seine Profis natürlich bereits auf dem Jahnplatz feierten, kann Laufer gut nachvollziehen, auch im Autokorso wurden Spieler gesehen. Doch selbst einen solchen Korso schließen Stadt und Verein aus - es könnte zu viele Menschen anlocken. Laufer ist ganz ehrlich: "Wir überlegen die ganze Zeit, was wir noch tun könnten, um mit den Fans zu feiern, aber es fällt uns unter diesen Rahmenbedingungen einfach nichts ein, was angemessen wäre." Er ist dabei offen für Vorschläge. "Wer eine tolle Idee hat, melde sich." Das Zeitfenster aber sei eng, lange seien die Spieler nach dem Heidenheim-Spiel nicht mehr alle in Bielefeld. Hygienearzt Dr. Johannes Kleideiter vom Klinikum Mitte hält große Feiern für ausgeschlossen, aiuch mit Blick auf die dramatische Corona-Situation in Gütersloh. "Wir stehen auf trockenem Laub, es reicht ein Funke für einen Großbrand." Vorstellbar sei für ihn ein Auto-Korso, aber nicht an einer Menschenwand entlang. Dasselbe gelte für einen Bus mit den Spielern, der durch die Stadt fährt. "Fußballfans sind emotional, da lassen sich Abstandsregeln nicht einhalten", sagt er. Sein Fazit: "Da wird es einiger Kreativität brauchen, um diesen Aufstieg zu feiern." Motto: Lautstärke und Optik ja, Nähe nein. Über allem stehe immer der Gesundheitsschutz, sagt Laufer mit Blick auf Gütersloh, wo die Pandemie gerade wieder sichtbar wird. "Zu so einer Entwicklung wollen wir als Verein natürlich niemals etwas beitragen." Gesundheit stehe über allem. Entsprechend wichtig sei es, das "Sch...-Virus" weiter zu kontrollieren und am Ende zu besiegen. "Das muss unser oberstes Ziel sein, auch als Verein." Denn für diesen gebe es natürlich auch (sportliche) Träume- und Alpträume. "Mal ganz ehrlich: Ich nehme mir einen Klappspaten, wenn wir zum Auftakt ein Heimspiel gegen Dortmund bekommen - und das ohne Publikum", sagt Laufer. Natürlich träumt er, der scheidende Präsident, von Heimspielen gegen Bayern und Dortmund vor den selbsternannnten "besten Fans der Welt". Doch das ist noch weit weg, zu vieles ist offen: Von der Feier über das Transferfenster bis zum Termin des Saisonauftakts. Vorher aber will Laufer noch sportlich etwas in der 2. Liga erreichen: "Ich will alles, also: Meister werden."

Wie soll Arminia Bielefeld den Aufstieg feiern? Der Präsident sucht Ideen!

So könnte es aussehen, wenn die Sparrenburg bald wieder "Arminia" trägt. © mike-dennis mueller

Bielefeld. Arminia hat's geschafft - der achte Aufstieg ist gelungen. Und das soll gefeiert werden. Die Stadt soll offenbar schwarz-weiß-blau geschmückt werden, Stadt und Kaufmannschaften ziehen vielleicht bald an einem Strang, ist hinter den Kulissen zu hören. Wobei Henner Zimmat aus der Altstadt sagt: "Davon weiß ich noch nichts, aber natürlich freuen wir uns sehr für Arminia und streuben uns nicht, dem Verein besonders zu gratulieren."

Fakt ist: Gerdet wird über ein Fest in drei Farben - für die ganze Familie, auf Abstand. All das am 28. Juni nach dem Schlusspfiff, der gegen 17.20 Uhr auf der Alm zu erwarten ist. Dezernent und Corona-Krisenstabs-Chef Ingo Nürnberger mag sich dazu aber noch nicht präziser äußern, "wir sind mit dem Verein in Gesprächen, es gibt aber auch noch unterschiedliche Überlegungen".

Ein kleines bisschen Jubel-Stimmung: Die Burg dürfte wieder die Farben des DSC tragen - die Stadt vielleicht auch. Große Feiern aber müssen ausbleiben, dank Corona. - © Andreas Zobe
Ein kleines bisschen Jubel-Stimmung: Die Burg dürfte wieder die Farben des DSC tragen - die Stadt vielleicht auch. Große Feiern aber müssen ausbleiben, dank Corona. - © Andreas Zobe

Fest steht, dass die Sparrenburg in den Farben des Clubs der Ostwestfalen leuchten wird. Mit wehender DSC-Fahne. Ebenso fest steht, dass der Rathausbalkon zu bleibt und es keine ausufernden organisierten Feiern gibt - weder von der Stadt, was Oberbürgermeister Pit Clausen immer wieder klarstellt, noch von Arminia, was Präsident Hans-Jürgen Laufer (71) auf Anfrage am Mittwochmorgen ebenfalls noch einmal klarstellte.

Zu hören ist, dass ein großer Sponsor des Vereins eine Aufstiegs-Arminia-Stadtbahn auf die Gleise der Bundesliga-Stadt setzen will - offenbar mit anderen Partnern in einer Art "Bündnis-für-Arminia". Noch ist das aber nicht in trockenen Tüchern. Gerüchtehalber ist auch zu hören, dass die kleinen Feuerwerke des Dienstagabends nicht die einzigen zum Aufstieg bleiben sollen. Auch die Idee einer offenen Bus-Tour mit Spielern kursiert. Die Fans könnten dann Corona-mäßig aus Fenstern winken und die Spieler abfeiern, die für diese Tour wohl viele viele Stunden einplanen müssten.

Dass seine Profis natürlich bereits auf dem Jahnplatz feierten, kann Laufer gut nachvollziehen, auch im Autokorso wurden Spieler gesehen. Doch selbst einen solchen Korso schließen Stadt und Verein aus - es könnte zu viele Menschen anlocken. Laufer ist ganz ehrlich: "Wir überlegen die ganze Zeit, was wir noch tun könnten, um mit den Fans zu feiern, aber es fällt uns unter diesen Rahmenbedingungen einfach nichts ein, was angemessen wäre." Er ist dabei offen für Vorschläge. "Wer eine tolle Idee hat, melde sich." Das Zeitfenster aber sei eng, lange seien die Spieler nach dem Heidenheim-Spiel nicht mehr alle in Bielefeld.

Hygienearzt Dr. Johannes Kleideiter vom Klinikum Mitte hält große Feiern für ausgeschlossen, aiuch mit Blick auf die dramatische Corona-Situation in Gütersloh. "Wir stehen auf trockenem Laub, es reicht ein Funke für einen Großbrand." Vorstellbar sei für ihn ein Auto-Korso, aber nicht an einer Menschenwand entlang. Dasselbe gelte für einen Bus mit den Spielern, der durch die Stadt fährt. "Fußballfans sind emotional, da lassen sich Abstandsregeln nicht einhalten", sagt er. Sein Fazit: "Da wird es einiger Kreativität brauchen, um diesen Aufstieg zu feiern." Motto: Lautstärke und Optik ja, Nähe nein.

Über allem stehe immer der Gesundheitsschutz, sagt Laufer mit Blick auf Gütersloh, wo die Pandemie gerade wieder sichtbar wird. "Zu so einer Entwicklung wollen wir als Verein natürlich niemals etwas beitragen." Gesundheit stehe über allem. Entsprechend wichtig sei es, das "Sch...-Virus" weiter zu kontrollieren und am Ende zu besiegen. "Das muss unser oberstes Ziel sein, auch als Verein."

Denn für diesen gebe es natürlich auch (sportliche) Träume- und Alpträume. "Mal ganz ehrlich: Ich nehme mir einen Klappspaten, wenn wir zum Auftakt ein Heimspiel gegen Dortmund bekommen - und das ohne Publikum", sagt Laufer. Natürlich träumt er, der scheidende Präsident, von Heimspielen gegen Bayern und Dortmund vor den selbsternannnten "besten Fans der Welt". Doch das ist noch weit weg, zu vieles ist offen: Von der Feier über das Transferfenster bis zum Termin des Saisonauftakts. Vorher aber will Laufer noch sportlich etwas in der 2. Liga erreichen: "Ich will alles, also: Meister werden."

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