Weser Leteln: "Präsi-Sohn" verrät, wie der Spitzenreiter bis zur Corona-Pause feierte Fabian Terwey Minden. Der SV Weser Leteln thront zur aktuellen Corona-Pause an der Tabellenspitze der Fußball-Kreisliga A1. Einer, der schon seit den Minikickern beim Verein spielt, ist Dario Stierl. Der Sohn des Vereinspräsidenten Reinhold Stierl verrät im MT-Interview, wie Trainer Mathias Sitko den Spaß zurückbrachte, zu welchem Hit die Mannschaft zuletzt in der Kabine sang und was passiert, wenn ihm der Coach die Nummer 10 wegnimmt. Dario, ihr seid zurzeit Spitzenreiter mit drei Punkten Vorsprung auf die SG Gorspen-Vahlsen/Windheim. Habt ihr euch die Tabelle ausgeschnitten und aufgehängt? Nein, bei dem neuen Modus mit anschließender Aufstiegsrunde heißt der erste Platz nicht so viel. Es ist nur ein guter Einstieg in die Meisterrunde. Trotzdem: Was macht euch in dieser Saison so stark? Es läuft mannschaftlich. Der Großteil des Teams ist seit Kreisliga-B-Zeiten zusammen. Wir haben gute Spieler dazubekommen. So wie Paul Stichling, Jerome Jutzewitz oder Pascal Proksch. Ich finde es cool, dass es auch Spieler sind, die eine Letelner Vergangenheit haben. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch die hochgekommenen A-Jugendspieler sind für uns wichtig geworden. Zum Beispiel Malte Pockrandt oder Nico Regente. Ein paar sind dabei, die ich als Jugendtrainer auch schon selbst gecoacht habe. Die Atmosphäre ist bei uns einfach gut. Wenn wir zum Beispiel eine Serie hinlegen, hören wir nach den Spielen in der Kabine immer dasselbe Lied. Zuletzt „Paradise" von Joker Bra. Einfach witzig, wenn alle zusammen singen. Das letzte Mal Bezirksligist war Leteln in der Saison 1990/91. Glaubst du, dass der Aufstieg möglich ist? Es würde mich freuen. Wir sind gut drauf. Aber wir haben bei den knappen Spielen auch Glück gehabt. So wie gegen Eisbergen II oder Union Minden. Da haben wir erst kurz vor Schluss die Siegtore zum 2:1 gemacht. Als Ziel haben wir uns den Aufstieg nicht gesetzt. Es ist ja schließlich erst unsere erste Saison, in der wir nicht nur gegen den Abstieg spielen wollen. Euer Trainer Mathias Sitko hat nach dem Rücktritt von Rene Badde und Frank Schubert zu Jahresbeginn 2020 nach der Zweiten die Erste übernommen. Trainer und Team seien zuvor unzufrieden gewesen, hat er damals gesagt. Erstmal ginge es darum, den Spaß zurückzubringen. Wie hat er das geschafft? Die Stimmung in der Mannschaft war nicht so gut, und das hat sich auf das Training und Spiel übertragen. Mathias hat noch mit uns zusammengespielt, als wir 2016 in die Kreisliga A aufgestiegen sind. Er ist einfach ein lustiger Typ. Ein Kumpeltrainer, der Spaß versteht. Er macht dich nicht runter und schenkt uns stattdessen Vertrauen. Das passt einfach. Du hast sämtliche Liga-Spiele gemacht und trägst die Nummer 10. Siehst du dich als Führungsspieler? Wir haben ältere Spieler dazubekommen, die das eher ausfüllen. Ich versuche, Verantwortung zu übernehmen, aber das hängt auch immer von meiner Tagesform ab. Grundsätzlich bin ich kein Lautsprecher. Die Nummer 10 habe ich mir genommen, als sie nach dem Abgang von Maurice Badde kein anderer wollte. Meine Schwester trägt sie auch. In der Kabine wird deshalb oft aus Spaß gesagt, dass der Trainer fliegt, wenn er mir als Präsi-Sohn die 10 wegnimmt. Dein Vater Reinhold ist Vorsitzender. Kannst du dir vorstellen, irgendwann in seine Fußstapfen zu treten? Überlegt habe ich mir das schonmal. Wenn ich mit dem aktiven Fußball aufgehört habe, dann vielleicht. Aber in der jetzigen Situation ist es noch kein Thema. Ich bin ja erst 25. Nicht nur dein Vater trägt im Verein Verantwortung. Deine Schwester Ramona ist Spielführerin der Bezirksliga-Mannschaft und zudem Jugendleiterin, deine Mutter Karin Kassiererin im Förderverein. Ist Fußball das vorherrschende Thema bei dir zu Hause? Nein, zu Hause nicht immer. Auch wenn noch heute überall Sportsachen im Haus herumliegen, gab es auch andere Themen. Auch wenn ich mit meiner älteren Schwester früher im Garten Fußball aufs Tor gespielt habe, hat sich das Thema Sport vorwiegend auf dem Platz abgespielt. Dort war ich schon als kleines Kind oft mit meinem Vater mit. Er war ja unter anderem lange Jahre Damen-Trainer. Während des Trainings oder während der Spiele habe ich selbst am Rand gekickt. Du bist nicht nur auf dem Fußballplatz zu Hause, sondern auch in der Halle. Mit Turbo Minden hast du vergangene Saison den Aufstieg in die Futsal-Westfalenliga gefeiert. Ja, und eine Liga höher ist es schon etwas ganz anderes. An das Niveau musste man sich erstmal gewöhnen. Aber wir sind gut gestartet und sogar oben mit dabei. Und das obwohl wir im Gegensatz zu den anderen Mannschaften nur einmal in der Woche trainieren. Denn viele von uns spielen ja anders als bei anderen Teams in der Liga hauptsächlich Fußball. Futsal ist für mich deutlich anstrengender. Gerade was die Technik betrifft, profitiere ich davon draußen auf dem Feld. Du spielst Fußball und Futsal, dazu trainierst du die B- und die F-Jugend des Vereins. Wie sehr fehlt dir im Lockdown der Platz? Ich bin nur montags nicht auf dem Platz. Am Anfang war ich deshalb auch erleichtert, dass es eine Pause gibt. So konnte ich die Zeit für mein Studium aufwenden. Je länger die Pause dauert, desto mehr fehlt mir aber der Fußball. Physiker mit Ballgefühl Dario Stierl studiert an der Uni Bielefeld Physik im Master. Der 25-Jährige wohnt zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester in Minden. Seit den Minikickern spielt Dario Stierl durchgängig bei Weser Leteln. Er habe aber auch schon Angebote anderer Vereine gehabt, berichtet er: Verlassen möchte Dario Stierl den Verein nicht. „Mit Clemens Schlüter, Dominik Voß und Marvin Döpking spiele ich seit den Minikickern zusammen. Wir sind ein Jahrgang", erklärt Dario Stierl: „Alle zwei Jahre war ich auch mit den 94ern Tobias Mohrhoff und Max Lücke in einer Mannschaft. Mein Ziel ist es, in drei Jahren mit den 
B-Jugendlichen zusammenzuspielen, die ich aktuell 
trainiere." Dario Stierls fußballerisches Vorbild ist Mesut Özil: „Ihn fand ich früher einfach gut, und er hat auf der gleichen Position wie ich hinter den Spitzen gespielt."

Weser Leteln: "Präsi-Sohn" verrät, wie der Spitzenreiter bis zur Corona-Pause feierte

Dario Stierl vom SV Weser Leteln überlupft den gegnerischen Torwart im Spiel der Fußball-Kreisliga A1 gegen FT Dützen II. MT-Foto: Fabian Terwey © Fabian Terwey

Minden. Der SV Weser Leteln thront zur aktuellen Corona-Pause an der Tabellenspitze der Fußball-Kreisliga A1. Einer, der schon seit den Minikickern beim Verein spielt, ist Dario Stierl. Der Sohn des Vereinspräsidenten Reinhold Stierl verrät im MT-Interview, wie Trainer Mathias Sitko den Spaß zurückbrachte, zu welchem Hit die Mannschaft zuletzt in der Kabine sang und was passiert, wenn ihm der Coach die Nummer 10 wegnimmt.

Dario, ihr seid zurzeit Spitzenreiter mit drei Punkten Vorsprung auf die SG Gorspen-Vahlsen/Windheim. Habt ihr euch die Tabelle ausgeschnitten und aufgehängt?

Nein, bei dem neuen Modus mit anschließender Aufstiegsrunde heißt der erste Platz nicht so viel. Es ist nur ein guter Einstieg in die Meisterrunde.

Trotzdem: Was macht euch in dieser Saison so stark?

Es läuft mannschaftlich. Der Großteil des Teams ist seit Kreisliga-B-Zeiten zusammen. Wir haben gute Spieler dazubekommen. So wie Paul Stichling, Jerome Jutzewitz oder Pascal Proksch. Ich finde es cool, dass es auch Spieler sind, die eine Letelner Vergangenheit haben. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch die hochgekommenen A-Jugendspieler sind für uns wichtig geworden. Zum Beispiel Malte Pockrandt oder Nico Regente. Ein paar sind dabei, die ich als Jugendtrainer auch schon selbst gecoacht habe. Die Atmosphäre ist bei uns einfach gut. Wenn wir zum Beispiel eine Serie hinlegen, hören wir nach den Spielen in der Kabine immer dasselbe Lied. Zuletzt „Paradise" von Joker Bra. Einfach witzig, wenn alle zusammen singen.

Das letzte Mal Bezirksligist war Leteln in der Saison 1990/91. Glaubst du, dass der Aufstieg möglich ist?

Es würde mich freuen. Wir sind gut drauf. Aber wir haben bei den knappen Spielen auch Glück gehabt. So wie gegen Eisbergen II oder Union Minden. Da haben wir erst kurz vor Schluss die Siegtore zum 2:1 gemacht. Als Ziel haben wir uns den Aufstieg nicht gesetzt. Es ist ja schließlich erst unsere erste Saison, in der wir nicht nur gegen den Abstieg spielen wollen.

Euer Trainer Mathias Sitko hat nach dem Rücktritt von Rene Badde und Frank Schubert zu Jahresbeginn 2020 nach der Zweiten die Erste übernommen. Trainer und Team seien zuvor unzufrieden gewesen, hat er damals gesagt. Erstmal ginge es darum, den Spaß zurückzubringen. Wie hat er das geschafft?

Die Stimmung in der Mannschaft war nicht so gut, und das hat sich auf das Training und Spiel übertragen. Mathias hat noch mit uns zusammengespielt, als wir 2016 in die Kreisliga A aufgestiegen sind. Er ist einfach ein lustiger Typ. Ein Kumpeltrainer, der Spaß versteht. Er macht dich nicht runter und schenkt uns stattdessen Vertrauen. Das passt einfach.

Du hast sämtliche Liga-Spiele gemacht und trägst die Nummer 10. Siehst du dich als Führungsspieler?

Wir haben ältere Spieler dazubekommen, die das eher ausfüllen. Ich versuche, Verantwortung zu übernehmen, aber das hängt auch immer von meiner Tagesform ab. Grundsätzlich bin ich kein Lautsprecher. Die Nummer 10 habe ich mir genommen, als sie nach dem Abgang von Maurice Badde kein anderer wollte. Meine Schwester trägt sie auch. In der Kabine wird deshalb oft aus Spaß gesagt, dass der Trainer fliegt, wenn er mir als Präsi-Sohn die 10 wegnimmt.

Dein Vater Reinhold ist Vorsitzender. Kannst du dir vorstellen, irgendwann in seine Fußstapfen zu treten?

Überlegt habe ich mir das schonmal. Wenn ich mit dem aktiven Fußball aufgehört habe, dann vielleicht. Aber in der jetzigen Situation ist es noch kein Thema. Ich bin ja erst 25.

Nicht nur dein Vater trägt im Verein Verantwortung. Deine Schwester Ramona ist Spielführerin der Bezirksliga-Mannschaft und zudem Jugendleiterin, deine Mutter Karin Kassiererin im Förderverein. Ist Fußball das vorherrschende Thema bei dir zu Hause?

Nein, zu Hause nicht immer. Auch wenn noch heute überall Sportsachen im Haus herumliegen, gab es auch andere Themen. Auch wenn ich mit meiner älteren Schwester früher im Garten Fußball aufs Tor gespielt habe, hat sich das Thema Sport vorwiegend auf dem Platz abgespielt. Dort war ich schon als kleines Kind oft mit meinem Vater mit. Er war ja unter anderem lange Jahre Damen-Trainer. Während des Trainings oder während der Spiele habe ich selbst am Rand gekickt.

Du bist nicht nur auf dem Fußballplatz zu Hause, sondern auch in der Halle. Mit Turbo Minden hast du vergangene Saison den Aufstieg in die Futsal-Westfalenliga gefeiert.

Ja, und eine Liga höher ist es schon etwas ganz anderes. An das Niveau musste man sich erstmal gewöhnen. Aber wir sind gut gestartet und sogar oben mit dabei. Und das obwohl wir im Gegensatz zu den anderen Mannschaften nur einmal in der Woche trainieren. Denn viele von uns spielen ja anders als bei anderen Teams in der Liga hauptsächlich Fußball. Futsal ist für mich deutlich anstrengender. Gerade was die Technik betrifft, profitiere ich davon draußen auf dem Feld.

Du spielst Fußball und Futsal, dazu trainierst du die B- und die F-Jugend des Vereins. Wie sehr fehlt dir im Lockdown der Platz?

Ich bin nur montags nicht auf dem Platz. Am Anfang war ich deshalb auch erleichtert, dass es eine Pause gibt. So konnte ich die Zeit für mein Studium aufwenden. Je länger die Pause dauert, desto mehr fehlt mir aber der Fußball.

Physiker mit Ballgefühl

Dario Stierl studiert an der Uni Bielefeld Physik im Master. Der 25-Jährige wohnt zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester in Minden.

Seit den Minikickern spielt Dario Stierl durchgängig bei Weser Leteln. Er habe aber auch schon Angebote anderer Vereine gehabt, berichtet er: Verlassen möchte Dario Stierl den Verein nicht. „Mit Clemens Schlüter, Dominik Voß und Marvin Döpking spiele ich seit den Minikickern zusammen. Wir sind ein Jahrgang", erklärt Dario Stierl: „Alle zwei Jahre war ich auch mit den 94ern Tobias Mohrhoff und Max Lücke in einer Mannschaft. Mein Ziel ist es, in drei Jahren mit den 
B-Jugendlichen zusammenzuspielen, die ich aktuell 
trainiere."

Dario Stierls fußballerisches Vorbild ist Mesut Özil: „Ihn fand ich früher einfach gut, und er hat auf der gleichen Position wie ich hinter den Spitzen gespielt."

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