Vom „Chancen-Tod“ zum Knipser-König - Moreno Siedler und sein unglaublicher Fünferpack Thomas Kühlmann Minden. Auch am Morgen nach dem Spiel seines Lebens musste Moreno Siedler seinen Husarenstreich immer wieder neu realisieren. „Als ich aufgewacht bin, habe ich mich schon zweimal gekniffen, um zu spüren, dass ich nicht geträumt habe, was tags zuvor passiert war“, erzählt der Spieler des Fußball-Bezirksligisten FT Dützen. Mit fünf Toren hatte er maßgeblichen Anteil am 9:1-Triumph im Derby gegen den Tabellenletzten TuS Petershagen-Ovenstädt gehabt und sich vor Glückwünschen kaum retten können. „Fünf Tore in einem Spiel, das ist mir glaube ich, wenn überhaupt, höchstens in der Jugend gelungen. Doch dafür würde ich meine Hand aber nicht ins Feuer legen. So gut ist mein Gedächtnis nicht. Deshalb ist dieses Spiel gegen Petershagen sicherlich das Highlight meiner bisherigen Karriere“, freute sich sich der 24-Jährige wie ein kleines Kind über seinen Coup. „Ich habe Bilder und den Zeitungsbericht vom Spiel aufs Handy geschickt bekommen, dazu die aktuelle Torjägerliste der Bezirksliga, wo ich mich mit diesem einen Spiel um 25 Plätze verbessert habe“, sagt Moreno, der mit nun neun Toren in der Rangliste Platz vier einnimmt, nur zwei Treffer hinter Spitzenreiter Yannik Niermann von der SV Kutenhausen-Todtenhausen. Siedler hat sich mit seinem Meisterstück endlich für jahrelange harte Trainingsarbeit belohnt. „Früher war ich im Spiel oft ein Chancen-Tod, viel zu hibbelig vor dem Tor, obwohl ich im Training eine gar nicht so schlechte Quote bei Torschüssen hatte. Gegen diesen Ruf musste ich natürlich erst einmal anarbeiten. Doch das ist mir jetzt, glaub ich, einigermaßen gelungen“, gibt sich der mit einem Mal zum Knipser-König innerhalb des Dützer Teams aufgestiegene Stürmer bescheiden. „Gegen Petershagen hat einfach alles geklappt. Doch meine Mitspieler haben mich auch hervorragend in Szene gesetzt. Fast jeder Schuss war ein Treffer. Da konnte ich echt nicht meckern“, blickt Siedler, Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters, zurück. „Ich bin froh, dass ich endlich einmal zu 100 Prozent umgesetzt habe, was ich im Training immer wieder probiert habe“, sagt der Physiotherapeut gelöst. Der Coup hat für Siedler Folgen. „Ich mus auf jeden Fall eine Kiste Bier ausgeben, haben Trainer und Mannschaft gesagt“, berichtet Siedler, der wie seine Mitspieler nicht gleich nach dem Spiel in der Kabine die Sau rausgelassen hat. „Nach den Spielen sind wir meist nicht sofort zusammen in der Kabine, sondern holen uns im Sportheim etwas zu trinken und und unterhalten uns mit den Fans. Das war auch nach dem Match gegen Petershagen so. Da wollten natürlich alle wissen, wie ich das gemacht habe. Ich musste viele Hände schütteln“, erinnert sich Siedler. Auch für Dützens Trainer Patrick Zweck ist der Fünferpack die logische Folge harter und intensiver Trainingsarbeit. „Moreno ist nicht der typische Stürmer. Lange Zeit war er vor dem Tor oft viel zu überhastet und unkonzentriert, obwohl er im Training meist sehr gute Ansätze gezeigt hat. Doch er hat hart an sich gearbeitet und eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Das freut mich für ihn persönlich ganz besonders“, sagt Zweck, der Siedler eine sehr gute Technik und einen enorm harten Schuss bescheinigt.„Jetzt hat er endlich auch im Spiel mal öfter ins Tor getroffen. Das hat er sich redlich verdient. Auch die Mitspieler wissen, was er kann und haben sich daher ebenso mit ihm und für ihn gefreut wie ich“, erhofft sich Zweck nach der Derby-Sternstunde weitere Nadelstiche von Siedler gegen andere Teams. Die können die Dützer in ihren momentanen Situation gut gebrauchen, haben sie doch in den beiden Partien bis zur Winterpause bei Preußen Espelkamp II und gegen den TuS Lahde/Quetzen noch zwei Siege eingeplant, um in sicherem Fahrwasser zu schiffen. Nach ein paar Getränken im Sportheim ist Siedler abends nur noch todmüde und völlig kaputt ins Bett gefallen. „Ich habe geschlafen wie ein Stein.“ Um am nächsten Morgen ebenso erholt wie ungläubig aufzuwachen.

Vom „Chancen-Tod“ zum Knipser-König - Moreno Siedler und sein unglaublicher Fünferpack

FT Dützens Moreno Siedler (links) ist TuSPO-Kapitän Marvin Kaltofen (Mitte) enteilt und steuert zeilstrebig auf das Petershäger Tor zu. Dützens Jakob Bohn schaut zu. © Thomas Kühlmann

Minden. Auch am Morgen nach dem Spiel seines Lebens musste Moreno Siedler seinen Husarenstreich immer wieder neu realisieren. „Als ich aufgewacht bin, habe ich mich schon zweimal gekniffen, um zu spüren, dass ich nicht geträumt habe, was tags zuvor passiert war“, erzählt der Spieler des Fußball-Bezirksligisten FT Dützen. Mit fünf Toren hatte er maßgeblichen Anteil am 9:1-Triumph im Derby gegen den Tabellenletzten TuS Petershagen-Ovenstädt gehabt und sich vor Glückwünschen kaum retten können.

„Fünf Tore in einem Spiel, das ist mir glaube ich, wenn überhaupt, höchstens in der Jugend gelungen. Doch dafür würde ich meine Hand aber nicht ins Feuer legen. So gut ist mein Gedächtnis nicht. Deshalb ist dieses Spiel gegen Petershagen sicherlich das Highlight meiner bisherigen Karriere“, freute sich sich der 24-Jährige wie ein kleines Kind über seinen Coup. „Ich habe Bilder und den Zeitungsbericht vom Spiel aufs Handy geschickt bekommen, dazu die aktuelle Torjägerliste der Bezirksliga, wo ich mich mit diesem einen Spiel um 25 Plätze verbessert habe“, sagt Moreno, der mit nun neun Toren in der Rangliste Platz vier einnimmt, nur zwei Treffer hinter Spitzenreiter Yannik Niermann von der SV Kutenhausen-Todtenhausen.

Siedler hat sich mit seinem Meisterstück endlich für jahrelange harte Trainingsarbeit belohnt. „Früher war ich im Spiel oft ein Chancen-Tod, viel zu hibbelig vor dem Tor, obwohl ich im Training eine gar nicht so schlechte Quote bei Torschüssen hatte. Gegen diesen Ruf musste ich natürlich erst einmal anarbeiten. Doch das ist mir jetzt, glaub ich, einigermaßen gelungen“, gibt sich der mit einem Mal zum Knipser-König innerhalb des Dützer Teams aufgestiegene Stürmer bescheiden.

„Gegen Petershagen hat einfach alles geklappt. Doch meine Mitspieler haben mich auch hervorragend in Szene gesetzt. Fast jeder Schuss war ein Treffer. Da konnte ich echt nicht meckern“, blickt Siedler, Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters, zurück. „Ich bin froh, dass ich endlich einmal zu 100 Prozent umgesetzt habe, was ich im Training immer wieder probiert habe“, sagt der Physiotherapeut gelöst.

Der Coup hat für Siedler Folgen. „Ich mus auf jeden Fall eine Kiste Bier ausgeben, haben Trainer und Mannschaft gesagt“, berichtet Siedler, der wie seine Mitspieler nicht gleich nach dem Spiel in der Kabine die Sau rausgelassen hat. „Nach den Spielen sind wir meist nicht sofort zusammen in der Kabine, sondern holen uns im Sportheim etwas zu trinken und und unterhalten uns mit den Fans. Das war auch nach dem Match gegen Petershagen so. Da wollten natürlich alle wissen, wie ich das gemacht habe. Ich musste viele Hände schütteln“, erinnert sich Siedler.

Auch für Dützens Trainer Patrick Zweck ist der Fünferpack die logische Folge harter und intensiver Trainingsarbeit. „Moreno ist nicht der typische Stürmer. Lange Zeit war er vor dem Tor oft viel zu überhastet und unkonzentriert, obwohl er im Training meist sehr gute Ansätze gezeigt hat. Doch er hat hart an sich gearbeitet und eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Das freut mich für ihn persönlich ganz besonders“, sagt Zweck, der Siedler eine sehr gute Technik und einen enorm harten Schuss bescheinigt.

„Jetzt hat er endlich auch im Spiel mal öfter ins Tor getroffen. Das hat er sich redlich verdient. Auch die Mitspieler wissen, was er kann und haben sich daher ebenso mit ihm und für ihn gefreut wie ich“, erhofft sich Zweck nach der Derby-Sternstunde weitere Nadelstiche von Siedler gegen andere Teams. Die können die Dützer in ihren momentanen Situation gut gebrauchen, haben sie doch in den beiden Partien bis zur Winterpause bei Preußen Espelkamp II und gegen den TuS Lahde/Quetzen noch zwei Siege eingeplant, um in sicherem Fahrwasser zu schiffen.

Nach ein paar Getränken im Sportheim ist Siedler abends nur noch todmüde und völlig kaputt ins Bett gefallen. „Ich habe geschlafen wie ein Stein.“ Um am nächsten Morgen ebenso erholt wie ungläubig aufzuwachen.

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