Verfahren zwischen Tuspo Meißen und Schiedsrichter Beining unter Auflagen eingestellt Rassismus-Vorwürfe nicht verhandelt / Geringe Geldstrafen Von Sebastian Külbel Kamen (mt). Üble Beleidigungen, Rassismus-Vorwürfe, ein Schiedsrichter in Bedrängnis: Es war starker Tobak, der am Montagabend vor der Verbandsspruchkammer (VSK) thematisiert werden sollte. Die Verhandlung jedoch war nur kurz und endete mit einer Einstellung unter Auflagen. Im Fokus des Geschehens standen Schiedsrichter Reinhard Beining und der Verein Tuspo Meißen. Nach dessen Spiel der Fußball-Kreisliga B Nord beim VfB Gorspen-Vahlsen am 25. Oktober war die Lage zwischen dem Gäste-Team und dem Unparteiischen eskaliert.Schon im Verlauf der Partie hatten sich die Meißener über Schiedsrichter-Pfiffe aufgeregt, am meisten über den Elfmeter in der 86. Minute, den Gorspen-Vahlsen zum 3:2-Siegtreffer nutzte. Richtig rund ging es nach dem Schlusspfiff. Die Meißener Spieler attackierten Beining mit üblen, kaum zitierfähigen Worten. Der Schiedsrichter musste in die Kabine begleitet werden, wurde dort bedrängt und weiter beleidigt.Die Meißener begründeten ihre Aufregung mit dem Auftreten Beinings. Tuspo-Trainer Andreas Böhne warf ihm eine "rassistische Beleidigung" seiner Spieler vor, wie Beining im Sonderbericht schildert. Der Tuspo bestätigte diesen Vorwurf in einer Stellungnahme und schrieb weiter: "Da der Ausländeranteil in unserer Mannschaft sehr hoch ist, sind die Emotionen sehr gestiegen und es kam zu deftigen Wortgefechten." Diese teilweise massiv ehrverletzenden Beleidigungen setzten sich im sozialen Netzwerk Facebook fort.So weit die Ausgangslage, die das in Kamen-Kaiserau tagende Sportgericht zu einem klaren Appell veranlasste: "Ich sehe den Verein Tuspo Meißen in der großen Verantwortung, dass solche Dinge nicht passieren. Dennoch ist der Verein nicht Täter im engeren Sinne, sondern verantwortlich im weiteren Sinne", sagte Vorsitzender Andree Kruphölter und stellte eine Einstellung des Verfahrens unter Auflagen in Aussicht. Das Gleiche galt für Beining, zu dem Kruphölter sagte: "Ich sehe, dass es zu Provokationen gekommen ist. Man könnte Ihre Schuld als gering ansehen."Der VSK-Vorsitzende verwies zudem auf die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB, die in Paragraf 9 für Beleidigungsfälle der Kategorie "politisch, extremistisch, obszön anstößig oder provokativ beleidigend" Geldstrafen von 18 000 bis zu 150 000 Euro vorsieht.Beide Parteien erklärten somit den Verzicht auf die Vernehmung der angereisten Zeugen und akzeptierten auch das Urteil. Tuspo Meißen muss 150 Euro und drei Viertel der Verfahrenskosten zahlen, für Beining bleiben das letzte Viertel und 50 Euro Geldbuße."Das vorwerfbare Verhalten ist recht gering", sagte Kruphölter in seine Richtung: "Es gab Äußerungen, die abwertend aufgenommen worden sind. Aber wir sehen den Kontext." Bei Tuspo Meißen habe sich generell die Frage des vorwerfbaren Verhaltens gestellt. Kruphölter: "Die Äußerungen sind so gefallen. Dennoch gibt es eine Grenze, inwieweit wir den Verein zur Verantwortung ziehen können."So bleibt ein Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können, der aber etwas schal schmeckte. Sowohl Beining als auch Tuspo-Zeuge Andreas Böhne wollten keine Stellung nehmen. Und der Kreisvorsitzende Thomas Schickentanz sagte nur: "Emotionen gehören dazu. Aber Äußerungen wie in diesem Fall überschreiten das Maß des Erträglichen."

Verfahren zwischen Tuspo Meißen und Schiedsrichter Beining unter Auflagen eingestellt

Kamen (mt). Üble Beleidigungen, Rassismus-Vorwürfe, ein Schiedsrichter in Bedrängnis: Es war starker Tobak, der am Montagabend vor der Verbandsspruchkammer (VSK) thematisiert werden sollte. Die Verhandlung jedoch war nur kurz und endete mit einer Einstellung unter Auflagen.

Aussprache: Schiedsrichter Reinhard Beining (links) und Tuspo Meißens Fußball-Spartenleiter Andreas Böhne nach dem Urteil in Kamen-Kaiserau. - © MT-Foto: Sebastian Külbel
Aussprache: Schiedsrichter Reinhard Beining (links) und Tuspo Meißens Fußball-Spartenleiter Andreas Böhne nach dem Urteil in Kamen-Kaiserau. - © MT-Foto: Sebastian Külbel

Im Fokus des Geschehens standen Schiedsrichter Reinhard Beining und der Verein Tuspo Meißen. Nach dessen Spiel der Fußball-Kreisliga B Nord beim VfB Gorspen-Vahlsen am 25. Oktober war die Lage zwischen dem Gäste-Team und dem Unparteiischen eskaliert.

Rassismus-Vorwürfe nicht verhandelt - © SPORT
Rassismus-Vorwürfe nicht verhandelt - © SPORT

Schon im Verlauf der Partie hatten sich die Meißener über Schiedsrichter-Pfiffe aufgeregt, am meisten über den Elfmeter in der 86. Minute, den Gorspen-Vahlsen zum 3:2-Siegtreffer nutzte. Richtig rund ging es nach dem Schlusspfiff. Die Meißener Spieler attackierten Beining mit üblen, kaum zitierfähigen Worten. Der Schiedsrichter musste in die Kabine begleitet werden, wurde dort bedrängt und weiter beleidigt.

Die Meißener begründeten ihre Aufregung mit dem Auftreten Beinings. Tuspo-Trainer Andreas Böhne warf ihm eine "rassistische Beleidigung" seiner Spieler vor, wie Beining im Sonderbericht schildert. Der Tuspo bestätigte diesen Vorwurf in einer Stellungnahme und schrieb weiter: "Da der Ausländeranteil in unserer Mannschaft sehr hoch ist, sind die Emotionen sehr gestiegen und es kam zu deftigen Wortgefechten." Diese teilweise massiv ehrverletzenden Beleidigungen setzten sich im sozialen Netzwerk Facebook fort.

So weit die Ausgangslage, die das in Kamen-Kaiserau tagende Sportgericht zu einem klaren Appell veranlasste: "Ich sehe den Verein Tuspo Meißen in der großen Verantwortung, dass solche Dinge nicht passieren. Dennoch ist der Verein nicht Täter im engeren Sinne, sondern verantwortlich im weiteren Sinne", sagte Vorsitzender Andree Kruphölter und stellte eine Einstellung des Verfahrens unter Auflagen in Aussicht. Das Gleiche galt für Beining, zu dem Kruphölter sagte: "Ich sehe, dass es zu Provokationen gekommen ist. Man könnte Ihre Schuld als gering ansehen."

Der VSK-Vorsitzende verwies zudem auf die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB, die in Paragraf 9 für Beleidigungsfälle der Kategorie "politisch, extremistisch, obszön anstößig oder provokativ beleidigend" Geldstrafen von 18 000 bis zu 150 000 Euro vorsieht.

Beide Parteien erklärten somit den Verzicht auf die Vernehmung der angereisten Zeugen und akzeptierten auch das Urteil. Tuspo Meißen muss 150 Euro und drei Viertel der Verfahrenskosten zahlen, für Beining bleiben das letzte Viertel und 50 Euro Geldbuße.

"Das vorwerfbare Verhalten ist recht gering", sagte Kruphölter in seine Richtung: "Es gab Äußerungen, die abwertend aufgenommen worden sind. Aber wir sehen den Kontext." Bei Tuspo Meißen habe sich generell die Frage des vorwerfbaren Verhaltens gestellt. Kruphölter: "Die Äußerungen sind so gefallen. Dennoch gibt es eine Grenze, inwieweit wir den Verein zur Verantwortung ziehen können."

So bleibt ein Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können, der aber etwas schal schmeckte. Sowohl Beining als auch Tuspo-Zeuge Andreas Böhne wollten keine Stellung nehmen. Und der Kreisvorsitzende Thomas Schickentanz sagte nur: "Emotionen gehören dazu. Aber Äußerungen wie in diesem Fall überschreiten das Maß des Erträglichen."

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