Sport-Rückblicke: Vor 15 Jahren erlebte Stürmer Sascha Schumann einen außergewöhnlichen Tag Michael Lorenz Minden. Selbst einem so außergewöhnlichen Spieler wie Sascha Schumann passierte es nicht allzu oft, dass er vier Tore in einem Spiel erzielte. Am 20. April 2006 gelang ihm das Kunststück in einer Landesliga-Partie seiner FT Dützen beim Bünder SV. Der Haken dabei: Zum Sieg reichte es trotzdem nicht. Bünde gewann 6:4. Die Landesliga-Saison bog vor 15 Jahren in ihre entscheidende Phase ein, die Dützer kämpften um den Klassenerhalt. In Bünde lag der Tabellen-13. 1:4 im Hintertreffen, glich durch Goalgetter Schumann aber aus. Die „Turner“ hätte gewinnen können, doch mitten in deren Drangphase setzten die Bünder zwei Nadelstiche. Trainer Mathias Kummer sagte damals: „So ist das wohl, wenn man unten steht.“ Sechs Wochen später war die Dützer Fußballwelt wieder in Ordnung: In einem spektakulären Saisonfinish schaffte die FTD einen 2:1-Sieg in Tengern, bei dem Kader Bilgetekin und Nusret Camic trafen, eine Punktlandung und blieb drin. Sascha Schumann ist den meisten Betrachtern als unvergleichlicher Torjäger in Erinnerung geblieben. Dabei hat der Linksfuß bei seinen Treffern eigentlich immer das Gleich gemacht: Er stand mit dem Rücken zum Tor, ließ sich anspielen. Er schirmte den Ball ab, drehte sich und traf. Alle, auch die Gegenspieler, wussten es. Indes: Sie schafften es oft nicht, ihn zu bremsen. Der damalige Trainer Mathias Kummer, heute zweiter Vorsitzender der FTD, beschreibt das Phänomen: „Es stimmt, dass Sascha seine Tore in der Regel auf diese Weise gemacht hat, und es stimmt auch, dass er selten zu stoppen war. Aber, ohne diese Spieler jetzt vergleichen zu wollen: Es wusste ja auch jeder Gegenspieler, was Arjen Robben gemacht hat. Dennoch war er kaum zu stoppen, wenn er von rechts nach innen gezogen ist und mit links abgezogen hat.“ Aus Kummers Sicht haben die Gegenspieler oft Fehler in der Art und Weise gemacht, in der sie Sascha Schumann verteidigen wollten: „Die meisten Trainer haben ihren Verteidigern gesagt, dass sie Sascha ganz eng decken sollen. Das war meiner Meinung nach genau das Falsche, denn so konnte er sich noch besser am Mann drehen.“ Sascha Schumann hätte wohl auch deutlich höherklassiger spielen können, aber es blieb bei einer halben Saison in der Verbandsliga beim SC Enger-Westerenger, dann zog es ihn wieder in die Heimat zurück. Mathias Kummer umschreibt ihn wie folgt: „Sascha war damals ein absolut außergewöhnlicher Stürmer, ausgestattet mit einem unglaublichen Instinkt, ein echter Straßenfußballer. Er hatte nicht nicht nur eine sehr große Schussqualität, sondern auch eine hohe Passgenauigkeit, konnte auch auf der zehn spielen. Ohne den vielen guten Stürmern, die bei uns spielten, zu nahe treten zu wollen: Sascha Schumann war wahrscheinlich der beste Stürmer, den die FT Dützen je hatte.“

Sport-Rückblicke: Vor 15 Jahren erlebte Stürmer Sascha Schumann einen außergewöhnlichen Tag

Der Dützer Stürmer Sascha Schumann in seiner typischen Torschuss-Haltung. Foto: MT-Archiv © n

Minden. Selbst einem so außergewöhnlichen Spieler wie Sascha Schumann passierte es nicht allzu oft, dass er vier Tore in einem Spiel erzielte. Am 20. April 2006 gelang ihm das Kunststück in einer Landesliga-Partie seiner FT Dützen beim Bünder SV. Der Haken dabei: Zum Sieg reichte es trotzdem nicht. Bünde gewann 6:4.

Die Landesliga-Saison bog vor 15 Jahren in ihre entscheidende Phase ein, die Dützer kämpften um den Klassenerhalt. In Bünde lag der Tabellen-13. 1:4 im Hintertreffen, glich durch Goalgetter Schumann aber aus. Die „Turner“ hätte gewinnen können, doch mitten in deren Drangphase setzten die Bünder zwei Nadelstiche.

Trainer Mathias Kummer sagte damals: „So ist das wohl, wenn man unten steht.“ Sechs Wochen später war die Dützer Fußballwelt wieder in Ordnung: In einem spektakulären Saisonfinish schaffte die FTD einen 2:1-Sieg in Tengern, bei dem Kader Bilgetekin und Nusret Camic trafen, eine Punktlandung und blieb drin.

Sascha Schumann ist den meisten Betrachtern als unvergleichlicher Torjäger in Erinnerung geblieben. Dabei hat der Linksfuß bei seinen Treffern eigentlich immer das Gleich gemacht: Er stand mit dem Rücken zum Tor, ließ sich anspielen. Er schirmte den Ball ab, drehte sich und traf. Alle, auch die Gegenspieler, wussten es. Indes: Sie schafften es oft nicht, ihn zu bremsen.

Der damalige Trainer Mathias Kummer, heute zweiter Vorsitzender der FTD, beschreibt das Phänomen: „Es stimmt, dass Sascha seine Tore in der Regel auf diese Weise gemacht hat, und es stimmt auch, dass er selten zu stoppen war. Aber, ohne diese Spieler jetzt vergleichen zu wollen: Es wusste ja auch jeder Gegenspieler, was Arjen Robben gemacht hat. Dennoch war er kaum zu stoppen, wenn er von rechts nach innen gezogen ist und mit links abgezogen hat.“

Aus Kummers Sicht haben die Gegenspieler oft Fehler in der Art und Weise gemacht, in der sie Sascha Schumann verteidigen wollten: „Die meisten Trainer haben ihren Verteidigern gesagt, dass sie Sascha ganz eng decken sollen. Das war meiner Meinung nach genau das Falsche, denn so konnte er sich noch besser am Mann drehen.“

Sascha Schumann hätte wohl auch deutlich höherklassiger spielen können, aber es blieb bei einer halben Saison in der Verbandsliga beim SC Enger-Westerenger, dann zog es ihn wieder in die Heimat zurück.

Mathias Kummer umschreibt ihn wie folgt: „Sascha war damals ein absolut außergewöhnlicher Stürmer, ausgestattet mit einem unglaublichen Instinkt, ein echter Straßenfußballer. Er hatte nicht nicht nur eine sehr große Schussqualität, sondern auch eine hohe Passgenauigkeit, konnte auch auf der zehn spielen. Ohne den vielen guten Stürmern, die bei uns spielten, zu nahe treten zu wollen: Sascha Schumann war wahrscheinlich der beste Stürmer, den die FT Dützen je hatte.“

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