Spielbetrieb aktuell nicht umsetzbar – viele Fragen sind unbeantwortet Minden (apl). Die Pause ist viel zu lang. Da sind sich wohl alle Fußballer einig. Aktuell macht sich in den Vereinen aber die Hoffnung breit, dass es am ersten Septemberwochenende wieder losgeht. Anlass dazu gibt der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW). Der hatte diese Woche bekanntgegeben, dass die Jugend an dem Datum in die Saison startet. Warum also sollten die Senioren länger warten müssen? Thomas Schickentanz steht dem Termin allerdings kritisch gegenüber. „Unter den jetzigen Voraussetzungen ist ein Spielbetrieb nahezu unmöglich“, sagt der Vorsitzende des Fußball- und Leichtathletikkreises Minden. Schickentanz verweist auf das aufwendige Hygienekonzept, das die Vereine aktuell einhalten müssen. Hinzu kommt die komplizierte Corona-Schutzverordnung. „Die Herausforderungen sind riesig und die Bestimmungen nicht eindeutig. Die Vereine stehen in der Verantwortung, doch die Verantwortlichen lassen sie im Regen stehen“, sagt Schickentanz und gibt einige Beispiele. Die Datenerfassung der Zuschauer, um die Rückverfolgung sicherzustellen, sei kaum zu gewährleisten. „Wir haben in Minden Sportplätze, die nicht umzäunt sind. Das Publikum kann von mehreren Seiten auf das Gelände. Wie soll da die Datenerfassung erfolgen?“, fragt sich der Funktionär. Dazu sind bislang nur 100 Zuschauer zugelassen und der Mindestabstand muss eingehalten werden. „Die Vereine müssen Ordner stellen, die die Adressen aufnehmen und auf die Abstände achten. Dafür müssen Vereine zusätzliches Personal einsetzen“, sagt Schickentanz. Personal, das viele Vereine nicht haben. Damit ist die Arbeit auch noch längst nicht getan. Die Daten müssen acht Wochen aufgehoben werden. Mit einer Mannschaft ist das noch machbar, mit mehreren wird es immer schwieriger. Zurzeit sind auch noch die Kabinen und Duschräume geschlossen. Wann die wieder genutzt werden dürfen, steht noch nicht fest. „Und welche Hygieneregeln müssen dann beachtet werden?“, fragt sich Schickentanz, „ich kann mir nicht vorstellen, dass wir sofort in die Normalität der Vor-Coronazeit zurückkehren.“ Wenn auch in den Kabinen die Abstandsregeln eingehalten werden müssen, dann ist eine Kabine für eine Mannschaft zu klein. Wenn dazu nach jedem Spiel die Räume gereinigt und desinfiziert werden müssen, entstehe ein noch viel größeres Problem. „Die SV Kutenhausen-Todtenhausen beispielsweise hat mehr als 20 Mannschaften. Da herrscht immer Hochbetrieb“, erklärt Schickentanz, „wenn zwischen den Spielen und Trainingseinheiten noch die Kabinen desinfiziert werden müssen, müssen dafür Zeitfenster eingeplant werden.“ Dazu stehe auch noch nicht fest, ob im Kabinentrakt oder den Sanitäranlagen Maskenpflicht besteht.

Spielbetrieb aktuell nicht umsetzbar – viele Fragen sind unbeantwortet

Symbolfoto: Pixabay

Minden (apl). Die Pause ist viel zu lang. Da sind sich wohl alle Fußballer einig. Aktuell macht sich in den Vereinen aber die Hoffnung breit, dass es am ersten Septemberwochenende wieder losgeht. Anlass dazu gibt der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW). Der hatte diese Woche bekanntgegeben, dass die Jugend an dem Datum in die Saison startet. Warum also sollten die Senioren länger warten müssen? Thomas Schickentanz steht dem Termin allerdings kritisch gegenüber. „Unter den jetzigen Voraussetzungen ist ein Spielbetrieb nahezu unmöglich“, sagt der Vorsitzende des Fußball- und Leichtathletikkreises Minden.

Schickentanz verweist auf das aufwendige Hygienekonzept, das die Vereine aktuell einhalten müssen. Hinzu kommt die komplizierte Corona-Schutzverordnung. „Die Herausforderungen sind riesig und die Bestimmungen nicht eindeutig. Die Vereine stehen in der Verantwortung, doch die Verantwortlichen lassen sie im Regen stehen“, sagt Schickentanz und gibt einige Beispiele. Die Datenerfassung der Zuschauer, um die Rückverfolgung sicherzustellen, sei kaum zu gewährleisten. „Wir haben in Minden Sportplätze, die nicht umzäunt sind. Das Publikum kann von mehreren Seiten auf das Gelände. Wie soll da die Datenerfassung erfolgen?“, fragt sich der Funktionär. Dazu sind bislang nur 100 Zuschauer zugelassen und der Mindestabstand muss eingehalten werden. „Die Vereine müssen Ordner stellen, die die Adressen aufnehmen und auf die Abstände achten. Dafür müssen Vereine zusätzliches Personal einsetzen“, sagt Schickentanz. Personal, das viele Vereine nicht haben. Damit ist die Arbeit auch noch längst nicht getan. Die Daten müssen acht Wochen aufgehoben werden. Mit einer Mannschaft ist das noch machbar, mit mehreren wird es immer schwieriger.

Zurzeit sind auch noch die Kabinen und Duschräume geschlossen. Wann die wieder genutzt werden dürfen, steht noch nicht fest. „Und welche Hygieneregeln müssen dann beachtet werden?“, fragt sich Schickentanz, „ich kann mir nicht vorstellen, dass wir sofort in die Normalität der Vor-Coronazeit zurückkehren.“ Wenn auch in den Kabinen die Abstandsregeln eingehalten werden müssen, dann ist eine Kabine für eine Mannschaft zu klein. Wenn dazu nach jedem Spiel die Räume gereinigt und desinfiziert werden müssen, entstehe ein noch viel größeres Problem. „Die SV Kutenhausen-Todtenhausen beispielsweise hat mehr als 20 Mannschaften. Da herrscht immer Hochbetrieb“, erklärt Schickentanz, „wenn zwischen den Spielen und Trainingseinheiten noch die Kabinen desinfiziert werden müssen, müssen dafür Zeitfenster eingeplant werden.“ Dazu stehe auch noch nicht fest, ob im Kabinentrakt oder den Sanitäranlagen Maskenpflicht besteht.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Fußball