Berlin/Bielefeld Schwarzer Samstag: Arminia kassiert 0:5-Klatsche bei Union Berlin Berlin. Sie fuhren in die Hauptstadt in der Hoffnung, zu punkten. Zurück fährt Arminia Bielefeld mit einem ganz schweren Rucksack: Der vermeintlich leichteste Gegner inmitten anspruchsvoller Wochen hat die Ostwestfalen wie im Training mit 5:0 (3:0) zurück auf die A2 gen Westen geschickt. Es war ein Spiel, nach dem nicht über die Bundesligatauglichkeit einzelner Spieler, sondern über die der gesamten Mannschaft diskutiert werden dürfte. Nicht ganz unerwartet kehrte DSC-Trainer Uwe Neuhaus zurück zum 4:3:3-System, in dem Cebio Soukou als Linksaußen und Arne Maier im zentralen Mittelfeld zurück in die Startformation rotierten. Sven Schipplock, Joakim Nilsson und auch Anderson Lucoqui mussten auf die Bank, für Letzteren spielte Jacob Laursen von Beginn an. Erneut gar nicht erst im Kader stand Sommertransfer Christian Gebauer, auch Brian Behrendt und Joan Simun Edmundsson saßen nicht mit im Bus Richtung Hauptstadt. Sie sollten nicht viel verpassen. Es dauerte keine drei Minuten, da war die Arminia-Defensive, die gegen Borussia Dortmund immerhin noch mehr als eine Halbzeit die Schotten dichtgehalten hatte, schon bezwungen. Das Muster war Karo Einfach: Strippenzieher Max Kruse fand den flinken Rechtsaußen Sheraldo Becker im Rücken von Mike van der Hoorn, Jacob Laursen war weit entfernt. Damit war die gesamte Hintermannschaft des DSC bereits überspielt. Japaner Keita Endo, der bereits früh mit einer Muskelverletzung ausgewechselt werden musste, durfte frei einschieben (3.). Zunächst erkannte Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck das Tor wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht an, doch der Videoassistent korrigierte die Entscheidung – Becker hatte sich klar nicht in der verbotenen Zone befunden. Nicht nur van der Hoorn und Laursen hatten einen völlig gebrauchten Tag erwischt. Bielefeld, das doch eigentlich mutig spielen wollte, war gedanklich gerade in der Startphase nicht auf der Höhe. Und das wurde rasch ein zweites Mal bestraft, als wieder Kruse nach einer diagonalen Spieleröffnung der Hausherren eine Idee hatte, auf die der DSC nicht vorbereitet war: Sein scharfer Querpass in die verlassene Zone vor der Strafraumlinie fand den linken Fuß von Robert Andrich. Der 26-Jährige, der sich unter Neuhaus in Dresden einst nicht durchzusetzen wusste, tat seinem Ex-Coach mit dem satten Abschluss ins linke Eck umso mehr weh (13.). Nun versuchte Arminia zwar, mitzuspielen. Doch in der Umschaltbewegung agierte Arminia zuweilen desaströs – Maier bewegte sich oft in verlorenem Raum, Linksverteidiger Laursen ließ sich immer wieder von Becker überlaufen. Doch auch der Rest der Mannschaft hob sich nicht deutlich davon ab. Es fehlte an Körpersprache – und an Gegenwehr. Die Krönung einer Halbzeit zum Vergessen: das 3:0 des starken Niederländers Becker (45.+2), der einmal mehr Laursen überlaufen hatte, nachdem Kruse beim Schnittstellenpass von Maier nicht attackiert worden war. Und auch der in dieser Saison so solide Stefan Ortega Moreno sah beim Schuss ins Torwarteck nicht gut aus. Dann war Pause. Sie war bitter nötig für den überforderten Aufsteiger. Neuhaus tauschte dreifach, erlöste Maier, Cebio Soukou, aber auch Hartel, der zumindest für ein wenig Entlastung gesorgt hatte. Die Neuen – Nils Seufert, Reinhold Yabo und Fabian Kunze – sahen, wie ein Fehlpass im Spielaufbau von Laursen bestraft wurde: Akaki Gogia zog in den Sechzehner, Amos Pieper brachte ihn zu Fall, Kruse verwandelte den Strafstoß zum 4:0. Es waren 52 Minuten gespielt, und vielleicht hätte Union Arminia noch deutlich höher besiegen können. Doch sie sparten lieber Kräfte, verwalteten lange das Ergebnis und legten durch Cedric Teuchert trotzdem noch das 5:0 nach (89.), als die DSC-Profis sich längst nach der Heimfahrt sehnten. Arminia bleiben nun zwei Wochen, in den Krisenmodus zu schalten. Dann gastiert Bayer Leverkusen in der Schüco-Arena. Das Spiel im Liveticker: (function(d, s, id) {var js,ijs=d.getElementsByTagName(s)[0];if(d.getElementById(id))return;js=d.createElement(s);js.id=id;js.src="//embed.scribblelive.com/widgets/embed.js";ijs.parentNode.insertBefore(js, ijs);}(document, 'script', 'scrbbl-js'));
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Schwarzer Samstag: Arminia kassiert 0:5-Klatsche bei Union Berlin

Bielefelds Cedric Brunner (r.) und Berlins Christopher Lenz kämpfen um den Ball. © picture alliance/dpa

Berlin. Sie fuhren in die Hauptstadt in der Hoffnung, zu punkten. Zurück fährt Arminia Bielefeld mit einem ganz schweren Rucksack: Der vermeintlich leichteste Gegner inmitten anspruchsvoller Wochen hat die Ostwestfalen wie im Training mit 5:0 (3:0) zurück auf die A2 gen Westen geschickt. Es war ein Spiel, nach dem nicht über die Bundesligatauglichkeit einzelner Spieler, sondern über die der gesamten Mannschaft diskutiert werden dürfte.

Nicht ganz unerwartet kehrte DSC-Trainer Uwe Neuhaus zurück zum 4:3:3-System, in dem Cebio Soukou als Linksaußen und Arne Maier im zentralen Mittelfeld zurück in die Startformation rotierten. Sven Schipplock, Joakim Nilsson und auch Anderson Lucoqui mussten auf die Bank, für Letzteren spielte Jacob Laursen von Beginn an. Erneut gar nicht erst im Kader stand Sommertransfer Christian Gebauer, auch Brian Behrendt und Joan Simun Edmundsson saßen nicht mit im Bus Richtung Hauptstadt. Sie sollten nicht viel verpassen.

Es dauerte keine drei Minuten, da war die Arminia-Defensive, die gegen Borussia Dortmund immerhin noch mehr als eine Halbzeit die Schotten dichtgehalten hatte, schon bezwungen. Das Muster war Karo Einfach: Strippenzieher Max Kruse fand den flinken Rechtsaußen Sheraldo Becker im Rücken von Mike van der Hoorn, Jacob Laursen war weit entfernt. Damit war die gesamte Hintermannschaft des DSC bereits überspielt. Japaner Keita Endo, der bereits früh mit einer Muskelverletzung ausgewechselt werden musste, durfte frei einschieben (3.). Zunächst erkannte Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck das Tor wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht an, doch der Videoassistent korrigierte die Entscheidung – Becker hatte sich klar nicht in der verbotenen Zone befunden.

Nicht nur van der Hoorn und Laursen hatten einen völlig gebrauchten Tag erwischt. Bielefeld, das doch eigentlich mutig spielen wollte, war gedanklich gerade in der Startphase nicht auf der Höhe. Und das wurde rasch ein zweites Mal bestraft, als wieder Kruse nach einer diagonalen Spieleröffnung der Hausherren eine Idee hatte, auf die der DSC nicht vorbereitet war: Sein scharfer Querpass in die verlassene Zone vor der Strafraumlinie fand den linken Fuß von Robert Andrich. Der 26-Jährige, der sich unter Neuhaus in Dresden einst nicht durchzusetzen wusste, tat seinem Ex-Coach mit dem satten Abschluss ins linke Eck umso mehr weh (13.).

Nun versuchte Arminia zwar, mitzuspielen. Doch in der Umschaltbewegung agierte Arminia zuweilen desaströs – Maier bewegte sich oft in verlorenem Raum, Linksverteidiger Laursen ließ sich immer wieder von Becker überlaufen. Doch auch der Rest der Mannschaft hob sich nicht deutlich davon ab. Es fehlte an Körpersprache – und an Gegenwehr. Die Krönung einer Halbzeit zum Vergessen: das 3:0 des starken Niederländers Becker (45.+2), der einmal mehr Laursen überlaufen hatte, nachdem Kruse beim Schnittstellenpass von Maier nicht attackiert worden war. Und auch der in dieser Saison so solide Stefan Ortega Moreno sah beim Schuss ins Torwarteck nicht gut aus. Dann war Pause. Sie war bitter nötig für den überforderten Aufsteiger.

Neuhaus tauschte dreifach, erlöste Maier, Cebio Soukou, aber auch Hartel, der zumindest für ein wenig Entlastung gesorgt hatte. Die Neuen – Nils Seufert, Reinhold Yabo und Fabian Kunze – sahen, wie ein Fehlpass im Spielaufbau von Laursen bestraft wurde: Akaki Gogia zog in den Sechzehner, Amos Pieper brachte ihn zu Fall, Kruse verwandelte den Strafstoß zum 4:0.

Es waren 52 Minuten gespielt, und vielleicht hätte Union Arminia noch deutlich höher besiegen können. Doch sie sparten lieber Kräfte, verwalteten lange das Ergebnis und legten durch Cedric Teuchert trotzdem noch das 5:0 nach (89.), als die DSC-Profis sich längst nach der Heimfahrt sehnten. Arminia bleiben nun zwei Wochen, in den Krisenmodus zu schalten. Dann gastiert Bayer Leverkusen in der Schüco-Arena.

Das Spiel im Liveticker:

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