SVBH-Spartenleiter als "Corona-Held" geehrt: Ob Maulwurfshügel oder Vereinshymne - Mario Friedebold packt an Fabian Terwey Minden. „SVBH – so wunderbar, Teamgeist ist bei uns Routine, SVBH – jeder ist ein Star, auf dem Platz und in der Kabine." Mario Friedebold lebt diese Zeilen aus der neuen Vereinshymne der SV Bölhorst-Häverstädt. Der Fußball-Spartenleiter ist einer der Initiatoren des Liedes. Neben der Abteilungsorganisation und Personalplanung betreut der 26-Jährige die Kreisliga-A-Mannschaft, formte die A-Jugend der JSG Bölhorst-Häverstädt/Barkhausen als Trainer zum Bezirksliga-Aufstiegsaspiranten und befreite den Rasenplatz zuletzt mit Mitstreitern von Maulwurfshügeln. Für sein Engagement zeichnete der FLVW-Kreis Minden Friedebold deshalb jetzt als „Corona-Helden" aus. Die Ehrung ersetzt den traditionellen DFB-Ehrenamtspreis. Auf dessen Vergabe hatte der Deutsche Fußball-Bund für das Jahr 2020 in der Corona-Krise verzichtet. Stattdessen suchte der DFB laut Sonderpreis-Ausschreibung gemeinsam mit den Landesverbänden „versteckte Talente, engagierte Menschen und großartige Ideen, die Hoffnung geben". Friedebolds Bewerbung reichte der stellvertretende SVBH-Vorsitzende Michel van der Meijden beim FLVW-Kreis Minden ein: „Marios Arbeit sollte gebührend honoriert werden. In der heutigen Jugend ist es nicht normal, welche Eigeninitiative die Jungs bei uns an den Tag legen. Da hätte ich auch noch zwei, drei andere nominieren können, aber es war eben nur einer möglich." Der FLVW-Kreis-Geschäftsführer und -Ehrenamtsbeauftragte Andreas Heilmann bedauert, dass sich vor der Abstimmung im Kreis-Vorstand „leider nur ein weiterer Verein um den Preis beworben hatte". Mario Friedebold wusste von seiner Nominierung nichts: „Ich habe erst in der FLVW-Mail zu den Ehrungen davon erfahren. Es ist eine tolle Auszeichnung für den ganzen Verein. Ich habe den Preis nicht alleine gewonnen. Insbesondere Jugendwart Julian Müller und Stellvertreter Ioannis Iakovidis stärken mir den Rücken. Die Arbeit im Team macht einfach Spaß. Auch deshalb sind wir in der Fußballsparte wieder zu einer Einheit geworden." Als Lohn wird für die 23 Corona-Helden aus Westfalen eine Feier und Präsentübergabe im SportCentrum Kaiserau ausgerichtet. Einen Termin gibt es coronabedingt noch nicht. Worum genau es sich bei dem Geschenk handelt, ist auch nicht bekannt. Für Mario Friedebold steht aber schon jetzt fest: „Wenn es wieder möglich ist, werde ich meine Abteilungskollegen zu Bratwurst, Pizza und einem Kaltgetränk einladen." „Friede" wie sie ihn auf dem Platz nur nennen, begann seine Laufbahn als Ehrenamtler bereits im Alter von 15 Jahren. Als B-Jugendlicher übernahm der heutige Industriekaufmann aus Hahlen die E-Junioren als Trainer und begleitete sie fortan bis zur U19: „Auf einmal musste man eine Meute Kinder in den Griff bekommen. Das hat mir bei meiner persönlichen Entwicklung sehr geholfen. Denn ich war früher sehr schüchtern. Mit der Zeit wollte ich dann mehr sein als ein Trainer. Welcher Fußballer hat nicht früher Managerspiele auf dem Computer gespielt? Das hat mich immer begeistert." Bereits 2016 wählten ihn die Mitglieder zum Jugend-Vorstand, 2020 zum Spartenleiter. Beide Ämter waren zuvor aus privatbedingten Rücktritten vakant. „Mein Vorgänger Thomas Heisig hat mich immer unterstützt. Ich habe ihn gelöchert, was er alles für Aufgaben hat", berichtet Friedebold: „Der Start als Spartenleiter war aber holprig. Es gab eine Absage nach der Nächsten. Bis Ostern hatten wir nur zwölf Spieler beisammen. Bernd Rust hörte obendrein als Trainer auf." Ausschlaggebend für die Trendwende sei gewesen, dass Friedebold verdiente Spieler wie Fabian Höltkemeyer, Kai Peperkorn und Viktor Wagner vom Bleiben überzeugte: „Mit Holger Sarres als neuen Trainer ist uns zudem ein echter Glücksgriff gelungen." Mittlerweile basteln Friedebold und Co. sogar schon an der wiederbelebten Zweiten Mannschaft, die in der kommenden Saison in der Kreisliga C an den Start geht: „Wir brauchten eine Reserve, um die hochkommenden A-Jugendspieler zu halten. Zusätzlich können die Alteingesessenen wieder ihre Schuhe schnüren." Ein Trainer stehe noch nicht fest: „Ich selbst möchte das ungern machen. Denn ich habe auch noch eine Freundin. Da möchte ich maximal mitzocken. Auch wenn ich derzeit nicht in der körperlichen Verfassung bin: Für die Kreisliga C reicht es immer noch. Irgendwann in der Zukunft möchte ich dann mal die Erste trainieren." Größter Traum für den kaufmännisch erfahrenen Friedebold ist aber, bei einem Bundesliga-Klub im Management zu arbeiten: „Wenn das dann noch bei meinem Lieblingsverein Werder Bremen möglich ist, umso besser. Jetzt wollen wir aber erstmal mit der SVBH besser werden." Außerdem hat der Maulwurf auf dem Platz schon wieder neue Hügel aufgeworfen.

SVBH-Spartenleiter als "Corona-Held" geehrt: Ob Maulwurfshügel oder Vereinshymne - Mario Friedebold packt an

Mario Friedebold (rechts) packt bei der Pflege des Rasenplatzes an. Für sein Engagement zeichnete der FLVW-Kreis Minden den Fußball-Spartenleiter als „Corona-Helden“ aus. Im Hintergrund: Rolf Müller (links) und Ioannis Iakovidis von der SV Bölhorst-Häverstädt helfen ebenfalls. MT-Foto: Jörg Wehling © Jörg Wehling

Minden. „SVBH – so wunderbar, Teamgeist ist bei uns Routine, SVBH – jeder ist ein Star, auf dem Platz und in der Kabine." Mario Friedebold lebt diese Zeilen aus der neuen Vereinshymne der SV Bölhorst-Häverstädt. Der Fußball-Spartenleiter ist einer der Initiatoren des Liedes. Neben der Abteilungsorganisation und Personalplanung betreut der 26-Jährige die Kreisliga-A-Mannschaft, formte die A-Jugend der JSG Bölhorst-Häverstädt/Barkhausen als Trainer zum Bezirksliga-Aufstiegsaspiranten und befreite den Rasenplatz zuletzt mit Mitstreitern von Maulwurfshügeln. Für sein Engagement zeichnete der FLVW-Kreis Minden Friedebold deshalb jetzt als „Corona-Helden" aus.

Die Ehrung ersetzt den traditionellen DFB-Ehrenamtspreis. Auf dessen Vergabe hatte der Deutsche Fußball-Bund für das Jahr 2020 in der Corona-Krise verzichtet. Stattdessen suchte der DFB laut Sonderpreis-Ausschreibung gemeinsam mit den Landesverbänden „versteckte Talente, engagierte Menschen und großartige Ideen, die Hoffnung geben".

SV Bölhorst-Häverstädts Fußball-Spartenleiter Mario Friedebold an der Seitenlinie. Der "Corona-Held" trainiert die A-Jugend der SVBH. Foto: Kyra Bose / privat - © Kyra Bose / privat
SV Bölhorst-Häverstädts Fußball-Spartenleiter Mario Friedebold an der Seitenlinie. Der "Corona-Held" trainiert die A-Jugend der SVBH. Foto: Kyra Bose / privat - © Kyra Bose / privat

Friedebolds Bewerbung reichte der stellvertretende SVBH-Vorsitzende Michel van der Meijden beim FLVW-Kreis Minden ein: „Marios Arbeit sollte gebührend honoriert werden. In der heutigen Jugend ist es nicht normal, welche Eigeninitiative die Jungs bei uns an den Tag legen. Da hätte ich auch noch zwei, drei andere nominieren können, aber es war eben nur einer möglich." Der FLVW-Kreis-Geschäftsführer und -Ehrenamtsbeauftragte Andreas Heilmann bedauert, dass sich vor der Abstimmung im Kreis-Vorstand „leider nur ein weiterer Verein um den Preis beworben hatte".

D-Jugendtrainer Luis Bosse singt die neue Vereinshymne der SV Bölhorst-Häverstädt. Foto: privat - © privat
D-Jugendtrainer Luis Bosse singt die neue Vereinshymne der SV Bölhorst-Häverstädt. Foto: privat - © privat

Mario Friedebold wusste von seiner Nominierung nichts: „Ich habe erst in der FLVW-Mail zu den Ehrungen davon erfahren. Es ist eine tolle Auszeichnung für den ganzen Verein. Ich habe den Preis nicht alleine gewonnen. Insbesondere Jugendwart Julian Müller und Stellvertreter Ioannis Iakovidis stärken mir den Rücken. Die Arbeit im Team macht einfach Spaß. Auch deshalb sind wir in der Fußballsparte wieder zu einer Einheit geworden." Als Lohn wird für die 23 Corona-Helden aus Westfalen eine Feier und Präsentübergabe im SportCentrum Kaiserau ausgerichtet. Einen Termin gibt es coronabedingt noch nicht. Worum genau es sich bei dem Geschenk handelt, ist auch nicht bekannt. Für Mario Friedebold steht aber schon jetzt fest: „Wenn es wieder möglich ist, werde ich meine Abteilungskollegen zu Bratwurst, Pizza und einem Kaltgetränk einladen."

„Friede" wie sie ihn auf dem Platz nur nennen, begann seine Laufbahn als Ehrenamtler bereits im Alter von 15 Jahren. Als B-Jugendlicher übernahm der heutige Industriekaufmann aus Hahlen die E-Junioren als Trainer und begleitete sie fortan bis zur U19: „Auf einmal musste man eine Meute Kinder in den Griff bekommen. Das hat mir bei meiner persönlichen Entwicklung sehr geholfen. Denn ich war früher sehr schüchtern. Mit der Zeit wollte ich dann mehr sein als ein Trainer. Welcher Fußballer hat nicht früher Managerspiele auf dem Computer gespielt? Das hat mich immer begeistert."

Bereits 2016 wählten ihn die Mitglieder zum Jugend-Vorstand, 2020 zum Spartenleiter. Beide Ämter waren zuvor aus privatbedingten Rücktritten vakant. „Mein Vorgänger Thomas Heisig hat mich immer unterstützt. Ich habe ihn gelöchert, was er alles für Aufgaben hat", berichtet Friedebold: „Der Start als Spartenleiter war aber holprig. Es gab eine Absage nach der Nächsten. Bis Ostern hatten wir nur zwölf Spieler beisammen. Bernd Rust hörte obendrein als Trainer auf." Ausschlaggebend für die Trendwende sei gewesen, dass Friedebold verdiente Spieler wie Fabian Höltkemeyer, Kai Peperkorn und Viktor Wagner vom Bleiben überzeugte: „Mit Holger Sarres als neuen Trainer ist uns zudem ein echter Glücksgriff gelungen."

Mittlerweile basteln Friedebold und Co. sogar schon an der wiederbelebten Zweiten Mannschaft, die in der kommenden Saison in der Kreisliga C an den Start geht: „Wir brauchten eine Reserve, um die hochkommenden A-Jugendspieler zu halten. Zusätzlich können die Alteingesessenen wieder ihre Schuhe schnüren." Ein Trainer stehe noch nicht fest: „Ich selbst möchte das ungern machen. Denn ich habe auch noch eine Freundin. Da möchte ich maximal mitzocken. Auch wenn ich derzeit nicht in der körperlichen Verfassung bin: Für die Kreisliga C reicht es immer noch. Irgendwann in der Zukunft möchte ich dann mal die Erste trainieren."

Größter Traum für den kaufmännisch erfahrenen Friedebold ist aber, bei einem Bundesliga-Klub im Management zu arbeiten: „Wenn das dann noch bei meinem Lieblingsverein Werder Bremen möglich ist, umso besser. Jetzt wollen wir aber erstmal mit der SVBH besser werden." Außerdem hat der Maulwurf auf dem Platz schon wieder neue Hügel aufgeworfen.

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