Mindens Futsaler versieben den Regionalliga-Auftakt - 3:5 gegen Schwerte Christian Bendig Minden. Es kam, wie erwartet: Lange Zeit war es für die Futsaler von Turbo Minden gegen Holzpfosten Schwerte ein zähes Ringen. Bis zur 34. Spielminute mussten Anhänger und die Akteure des Regionalliga-Neulings auf den ersten Mindener Treffer in Deutschlands höchster Spielklasse warten, ehe sie Danny Odoy erlöste. Sein 1:3 war aber zu wenig. Das Liga-Schwergewicht Schwerte setzte sich am Samstagabend im Otto-Michelssohn-Zentrum mit 5:3 (2:0) durch. „Die trainieren dreimal in der Woche, wir einmal“, ordnete Turbo-Coach Faton Jefkaj ein. Im ersten Durchgang machten die Gäste tatsächlich den reiferen Eindruck, dazu die Räume eng und den Gastgebern somit das Leben schwer. „In unserem Aufbauspiel hat Schwerte die Passwege sehr gut zugestellt“, stellte Jefkaj fest. Auf der Gegenseite nutzte Schwerte seine Chancen auch konsequenter aus. Christopher Rous (4. und 7. Spielminute) überwand Schlussmann Christian Bartels mit seinem Doppelschlag. Und der Start in Durchgang zwei hätte aus Sicht des Heimteams nicht schlechter laufen können. Denn bevor Marc Philipp Nebgen für den Favoriten auf 3:0 erhöhte (27.), war Erit Cakici mit einem satten Linksschuss in die kurze Ecke am langen Bein von Schwertes Torwart Fabian Wegner gescheitert. Wenig später traf Galatas Panagiotis aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Die beiden Chancen waren aber der Beleg für Jefkajs Einschätzung: „Als wir unser Ding endlich durchzogen, haben wir auch Chancen bekommen.“ Eine nutzte dann Odoy, dessen Schuss von der linken Seite Wagner durch die Beine rutschte. In der Folge setzte der Aufsteiger alles auf eine Karte. Torschütze Odoy streifte sich ein rotes Leibchen über und rückte für Bartels als spielender Keeper auf das Feld. Der Ertrag in der turbulentesten Phase des Spiels war hingegen zunächst negativ: Die cleveren Gäste erhöhten gleich doppelt. Henrique Augusta Motas traf zweimal ins verwaiste Gehäuse (35., 37.) – 5:1. Das Spiel schien gelaufen, nahm aber noch einmal Tempo auf. Sebastian Hull wuchtete die Kugel aus der zweiten Reihe in die Maschen zum 2:5 (38.) und noch in derselben Minute schob Egor Pyntja das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. In den beiden noch zu spielenden Minuten drückte Turbo – letztlich vergeblich – vehement auf weitere Treffer. „Wir waren ein wenig wie die Löwen, die ans Fleisch wollten. Schwerte war aber leider der Dompteur. Der hat sich verdient durchgesetzt“, erkannte Jefkaj die Auftaktniederlage an. Ohnehin lieferte die Auftaktpartie einen Vorgeschmack darauf, was die Turbo-Kicker in dieser Spielzeit erwartet. „Eigentlich ist es bei fast allen Mannschaften so, dass sich die Spieler komplett auf Futsal konzentrieren können und nicht noch zusätzlich draußen spielen“, weiß Jefkaj. Nicht nur die Tatsache, dass viele seiner Spieler noch bei anderen Vereinen Fußball spielen, verhindert ein häufigeres Training. „Minden ist eine Handballhochburg. Für uns ist es schwer, dazwischen zukommen. Und Hallenzeiten kosten nun mal auch Geld“, betont der Turbo-Trainer und zieht einen Vergleich zum jüngsten Gegner Schwerte. „Die betreiben das ziemlich professionell. Ihr Trainer war Futsal-Profi in Brasilien, die haben einen Videoanalysten und sogar einen Zeugwart“, sagt er. Gegebenheiten, von denen die Mindener nur träumen können. Neidisch ist der Trainer aber keinesfalls: „Die Klubs haben alle klein angefangen und sich hochgearbeitet.“ Für den Aufsteiger lautet das Ziel Klassenerhalt. Mit einem Auge schielt Turbo auch auf Platz sieben in der 13er-Liga. Für den Weg dahin, sieht der Coach seine Mannschaft sein Team gerüstet. „Wir haben super Kicker in unseren Reihen“, bemerkt Jefkaj. Einer von ihnen ist Sebastian Hull. Der befindet sich im erweiterten Blickfeld der Futsal-Nationalmannschaft, weiß der Mindener Trainer. Futsal-Bundesliga startet Wie Staffelleiter Friedhelm Spey (Hüllhorst) am Rand der Turbo-Partie mitteilte, plant der Deutsche Fußball-Bund zur kommenden Spielzeit die Einführung einer Futsal-Bundesliga. Für die qualifizieren sich die jeweils beiden besten Mannschaften der fünf Regionalliga-Staffeln und spielen auch den Deutschen Meister aus. Die Drittplatzierten können über eine Hoffnungsrunde in die Bundesliga aufsteigen. An die Anzahl der aufsteigenden West-Teams sowie der Anzahl der Aufsteiger aus Westfalen ist auch die Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga West gekoppelt. (cb)

Mindens Futsaler versieben den Regionalliga-Auftakt - 3:5 gegen Schwerte

Gute Technik: Sebastian Hull (links) überzeugte im Trikot der Westfalenauswahl auch schon die Scouts der Futsal-Nationalmannschaft. © Foto: Christian Bendig

Minden. Es kam, wie erwartet: Lange Zeit war es für die Futsaler von Turbo Minden gegen Holzpfosten Schwerte ein zähes Ringen. Bis zur 34. Spielminute mussten Anhänger und die Akteure des Regionalliga-Neulings auf den ersten Mindener Treffer in Deutschlands höchster Spielklasse warten, ehe sie Danny Odoy erlöste. Sein 1:3 war aber zu wenig. Das Liga-Schwergewicht Schwerte setzte sich am Samstagabend im Otto-Michelssohn-Zentrum mit 5:3 (2:0) durch.

„Die trainieren dreimal in der Woche, wir einmal“, ordnete Turbo-Coach Faton Jefkaj ein. Im ersten Durchgang machten die Gäste tatsächlich den reiferen Eindruck, dazu die Räume eng und den Gastgebern somit das Leben schwer. „In unserem Aufbauspiel hat Schwerte die Passwege sehr gut zugestellt“, stellte Jefkaj fest. Auf der Gegenseite nutzte Schwerte seine Chancen auch konsequenter aus. Christopher Rous (4. und 7. Spielminute) überwand Schlussmann Christian Bartels mit seinem Doppelschlag.

Und der Start in Durchgang zwei hätte aus Sicht des Heimteams nicht schlechter laufen können. Denn bevor Marc Philipp Nebgen für den Favoriten auf 3:0 erhöhte (27.), war Erit Cakici mit einem satten Linksschuss in die kurze Ecke am langen Bein von Schwertes Torwart Fabian Wegner gescheitert. Wenig später traf Galatas Panagiotis aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Die beiden Chancen waren aber der Beleg für Jefkajs Einschätzung: „Als wir unser Ding endlich durchzogen, haben wir auch Chancen bekommen.“

Eine nutzte dann Odoy, dessen Schuss von der linken Seite Wagner durch die Beine rutschte. In der Folge setzte der Aufsteiger alles auf eine Karte. Torschütze Odoy streifte sich ein rotes Leibchen über und rückte für Bartels als spielender Keeper auf das Feld. Der Ertrag in der turbulentesten Phase des Spiels war hingegen zunächst negativ: Die cleveren Gäste erhöhten gleich doppelt. Henrique Augusta Motas traf zweimal ins verwaiste Gehäuse (35., 37.) – 5:1. Das Spiel schien gelaufen, nahm aber noch einmal Tempo auf. Sebastian Hull wuchtete die Kugel aus der zweiten Reihe in die Maschen zum 2:5 (38.) und noch in derselben Minute schob Egor Pyntja das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. In den beiden noch zu spielenden Minuten drückte Turbo – letztlich vergeblich – vehement auf weitere Treffer. „Wir waren ein wenig wie die Löwen, die ans Fleisch wollten. Schwerte war aber leider der Dompteur. Der hat sich verdient durchgesetzt“, erkannte Jefkaj die Auftaktniederlage an.

Ohnehin lieferte die Auftaktpartie einen Vorgeschmack darauf, was die Turbo-Kicker in dieser Spielzeit erwartet. „Eigentlich ist es bei fast allen Mannschaften so, dass sich die Spieler komplett auf Futsal konzentrieren können und nicht noch zusätzlich draußen spielen“, weiß Jefkaj. Nicht nur die Tatsache, dass viele seiner Spieler noch bei anderen Vereinen Fußball spielen, verhindert ein häufigeres Training. „Minden ist eine Handballhochburg. Für uns ist es schwer, dazwischen zukommen. Und Hallenzeiten kosten nun mal auch Geld“, betont der Turbo-Trainer und zieht einen Vergleich zum jüngsten Gegner Schwerte. „Die betreiben das ziemlich professionell. Ihr Trainer war Futsal-Profi in Brasilien, die haben einen Videoanalysten und sogar einen Zeugwart“, sagt er. Gegebenheiten, von denen die Mindener nur träumen können. Neidisch ist der Trainer aber keinesfalls: „Die Klubs haben alle klein angefangen und sich hochgearbeitet.“

Für den Aufsteiger lautet das Ziel Klassenerhalt. Mit einem Auge schielt Turbo auch auf Platz sieben in der 13er-Liga. Für den Weg dahin, sieht der Coach seine Mannschaft sein Team gerüstet. „Wir haben super Kicker in unseren Reihen“, bemerkt Jefkaj. Einer von ihnen ist Sebastian Hull. Der befindet sich im erweiterten Blickfeld der Futsal-Nationalmannschaft, weiß der Mindener Trainer.

Futsal-Bundesliga startet

Wie Staffelleiter Friedhelm Spey (Hüllhorst) am Rand der Turbo-Partie mitteilte, plant der Deutsche Fußball-Bund zur kommenden Spielzeit die Einführung einer Futsal-Bundesliga.

Für die qualifizieren sich die jeweils beiden besten Mannschaften der fünf Regionalliga-Staffeln und spielen auch den Deutschen Meister aus. Die Drittplatzierten können über eine Hoffnungsrunde in die Bundesliga aufsteigen.

An die Anzahl der aufsteigenden West-Teams sowie der Anzahl der Aufsteiger aus Westfalen ist auch die Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga West gekoppelt. (cb)

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