MT-Interview: Viele halten ihn für zu fair - Hausberges Florian Backenköhler trumpft stattdessen mit Torjäger-Qualitäten auf Thomas Kühlmann Porta Westfalica. Florian Backenköhler erlebt beim SV Hausberge noch einmal einen Höhenflug in seiner bislang abwechslungsreichen Karriere. Bereits zum dritten Mal zum SVH gewechselt, führt der Stürmer mit dem Team von Trainer Marcel Wallbaum momentan die Fußball-Kreisliga A2 an und hat den Bezirksliga-Aufstieg als Saisonziel im Visier. Im MT-Interview spricht er über den Charakter des Teams, den Stellenwert des Trainers und wie man sich aufgrund der Corona-Pandemie fit hält, während der Spiel- und Trainingsbetrieb ruht. Florian, bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden? Ich bin sehr zufrieden. Nachdem es in der vergangenen Spielzeit bei weitem nicht so gut gelaufen ist – wir hatten uns wesentlich mehr erwartet – sind wir jetzt gut auf Kurs. Ich bin jetzt das dritte Mal beim SV Hausberge, und das wird auch sicherlich die letzte Station meiner Karriere sein. Was zeichnet eure Mannschaft aus? Auf jeden Fall der Zusammenhalt. Das Wir-Gefühl war im Klub immer schon ziemlich gut. Daher bin ich auch immer wieder nach Hausberge zurückgekommen. In dieser Saison ziehen aber wirklich alle effektiv an einem Strang. Die Mannschaft ist eine hervorragende Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, von 19 bis Mitte 30 sind alle Altersstufen dabei. Die Chemie stimmt. Welchen Anteil hat der Trainer an eurem Erfolg? Einen sehr großen. Doch nicht nur Coach Marcel Wallbaum, sondern das gesamte Trainerteam macht einen hervorragenden Job. Mit Marcel, seinem Assistenten Tim Jüngling und auch Torwarttrainer Johannes Kuse habe ich noch zusammengespielt. Alle haben Stallgeruch in Hausberge und noch richtig Lust, zusammen etwas zu erreichen. Das merkt man auch bei jedem Training, bei der sie auch das Abschlussspiel immer mitmachen. Wo siehst du trotzdem noch Verbesserungspotenzial? Teilweise nutzen wir unsere Torchancen nicht konsequent aus. Oft haben wir es trotz klarer Führungen am Ende noch einmal spannend gemacht. Bestes Beispiel war das Spiel gegen FC Bad Oeynhausen II, als wir 3:0 geführt haben, dann zwei Treffer kassierten und erst in der Nachspielzeit das erlösende 4:2 erzielt haben. Wie bist du mit deiner persönlichen Leistung bislang zufrieden? Zuletzt hatte ich einen richtigen Lauf. Wir sind sechs offensive Spieler bei uns im Kader, die universell einsetzbar sind. Es ist also jede Position doppelt besetzt. Daher war es für mich am Anfang schwierig, doch in den vergangenen Spielen lief es immer besser und ich habe einige entscheidende Tore erzielt. Dein Trainer bezeichnet dich als pflichtbewusst, geduldig, trainingsfleißig und stets einsatzbereit. Zudem lobt er deine immer besser gewordenen Torjägerqualitäten. Würdest du dich auch so charakterisieren? Ja, in der Tat bin ich sehr ehrgeizig. Manchmal denke ich mir zwar, wie lange ich mir alles noch antun will. Doch dann habe ich immer wieder zusagt. Man braucht ein Ziel, dann läuft die Sache schon. Du hast in dieser Saison noch keine Karte gesehen. Bist du ein besonders fairer Spieler? Auf jeden Fall. Mir wird oft gesagt, ich sei zu fair. Das war bereits in der Jugend so. Bislang habe ich nur fünf Gelbe Karten in meiner gesamten Karriere gesehen und bin noch kein einziges Mal des Feldes verwiesen worden. Jetzt ist wieder einmal Corona-Pause im Amateurfußball. Hat der Trainer euch Hausaufgaben gegeben, wie man sich fit zu halten hat? Wir mussten uns am Anfang der Pause eine App auf das Handy herunterladen und verschiedene Läufen mit diversen Vorgaben absolvieren. Doch mit der Zeit ist das dann doch eintönig geworden. Wir können nicht ins Fitnessstudio gehen, und zum Fußball gehört auch ein Ball. Anstatt fünf Mal in der Woche abwechslungsreichen Sport zu machen, war nur Laufen allein dann doch ein wenig blöd. Was meinst du: Wird in dieser Saison überhaupt noch einmal gespielt? Und, wenn ja, wann? Ich hoffe auf jeden Fall, dass der Ball wieder rollt. Momentan hätten wir eh Winterpause. Ich gehe aber davon aus, dass wir vor März nicht wieder spielen werden. Im Moment sieht es ja bekanntlich nicht so gut aus. Sollte wieder gespielt werden dürfen, müssten drei bis vier Wochen Vorbereitung aber eigentlich reichen. Doch wir haben das nicht zu entscheiden. Was ist mit dem SV Hausberge in dieser Saison noch zu erreichen? Möglich ist alles. Wir sind Tabellenerster und wollen so lange wie möglich da oben stehen bleiben. Der Trainer hat gesagt: Wir haben den Platz an der Sonne und wollen ihn nicht mehr abgeben. Dann muss man sehen, wie sich die Endrunde zusammensetzt, falls wir uns für diese qualifizieren sollten, wovon ich schwer ausgehe. Natürlich wollen wir am Ende dann auch den Aufstieg schaffen. Das wäre die Krönung. Was machst du eigentlich persönlich gegen den Corona-Blues so ganz ohne Fußball? Ich gehe normal arbeiten und versuche, mehr Zeit mit meiner Ehefrau und meiner Tochter zu verbringen. Natürlich möglichst viel an der frischen Luft, sofern es das Wetter zulässt. Ein Typ, der jetzt jede Gelegenheit nutzt, um vor dem Fernseher zu hängen und sich die Zeit mit Videospielen zu vertreiben, bin ich jedenfalls nicht. Wie lautet dein Lebensmotto für dieses Jahr. Was wünscht du dir? Ganz klar, Gesundheit für meine Familie ist die oberste Prämisse. Danach möchte ich so schnell wie möglich wieder ins Training und den Spielbetrieb einsteigen.

MT-Interview: Viele halten ihn für zu fair - Hausberges Florian Backenköhler trumpft stattdessen mit Torjäger-Qualitäten auf

Florian Backenköhler (links), hier im Spiel gegen den TuS Porta, legt mit dem SV Hausberge eine tadellose Saison hin. MT-Foto: Thomas Kühlmann © thomas kühlmann

Porta Westfalica. Florian Backenköhler erlebt beim SV Hausberge noch einmal einen Höhenflug in seiner bislang abwechslungsreichen Karriere. Bereits zum dritten Mal zum SVH gewechselt, führt der Stürmer mit dem Team von Trainer Marcel Wallbaum momentan die Fußball-Kreisliga A2 an und hat den Bezirksliga-Aufstieg als Saisonziel im Visier. Im MT-Interview spricht er über den Charakter des Teams, den Stellenwert des Trainers und wie man sich aufgrund der Corona-Pandemie fit hält, während der Spiel- und Trainingsbetrieb ruht.

Florian, bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Ich bin sehr zufrieden. Nachdem es in der vergangenen Spielzeit bei weitem nicht so gut gelaufen ist – wir hatten uns wesentlich mehr erwartet – sind wir jetzt gut auf Kurs. Ich bin jetzt das dritte Mal beim SV Hausberge, und das wird auch sicherlich die letzte Station meiner Karriere sein.

Was zeichnet eure Mannschaft aus?

Auf jeden Fall der Zusammenhalt. Das Wir-Gefühl war im Klub immer schon ziemlich gut. Daher bin ich auch immer wieder nach Hausberge zurückgekommen. In dieser Saison ziehen aber wirklich alle effektiv an einem Strang. Die Mannschaft ist eine hervorragende Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, von 19 bis Mitte 30 sind alle Altersstufen dabei. Die Chemie stimmt.

Welchen Anteil hat der Trainer an eurem Erfolg?

Einen sehr großen. Doch nicht nur Coach Marcel Wallbaum, sondern das gesamte Trainerteam macht einen hervorragenden Job. Mit Marcel, seinem Assistenten Tim Jüngling und auch Torwarttrainer Johannes Kuse habe ich noch zusammengespielt. Alle haben Stallgeruch in Hausberge und noch richtig Lust, zusammen etwas zu erreichen. Das merkt man auch bei jedem Training, bei der sie auch das Abschlussspiel immer mitmachen.

Wo siehst du trotzdem noch Verbesserungspotenzial?

Teilweise nutzen wir unsere Torchancen nicht konsequent aus. Oft haben wir es trotz klarer Führungen am Ende noch einmal spannend gemacht. Bestes Beispiel war das Spiel gegen FC Bad Oeynhausen II, als wir 3:0 geführt haben, dann zwei Treffer kassierten und erst in der Nachspielzeit das erlösende 4:2 erzielt haben.

Wie bist du mit deiner persönlichen Leistung bislang zufrieden?

Zuletzt hatte ich einen richtigen Lauf. Wir sind sechs offensive Spieler bei uns im Kader, die universell einsetzbar sind. Es ist also jede Position doppelt besetzt. Daher war es für mich am Anfang schwierig, doch in den vergangenen Spielen lief es immer besser und ich habe einige entscheidende Tore erzielt.

Dein Trainer bezeichnet dich als pflichtbewusst, geduldig, trainingsfleißig und stets einsatzbereit. Zudem lobt er deine immer besser gewordenen Torjägerqualitäten. Würdest du dich auch so charakterisieren?

Ja, in der Tat bin ich sehr ehrgeizig. Manchmal denke ich mir zwar, wie lange ich mir alles noch antun will. Doch dann habe ich immer wieder zusagt. Man braucht ein Ziel, dann läuft die Sache schon.

Du hast in dieser Saison noch keine Karte gesehen. Bist du ein besonders fairer Spieler?

Auf jeden Fall. Mir wird oft gesagt, ich sei zu fair. Das war bereits in der Jugend so. Bislang habe ich nur fünf Gelbe Karten in meiner gesamten Karriere gesehen und bin noch kein einziges Mal des Feldes verwiesen worden.

Jetzt ist wieder einmal Corona-Pause im Amateurfußball. Hat der Trainer euch Hausaufgaben gegeben, wie man sich fit zu halten hat?

Wir mussten uns am Anfang der Pause eine App auf das Handy herunterladen und verschiedene Läufen mit diversen Vorgaben absolvieren. Doch mit der Zeit ist das dann doch eintönig geworden. Wir können nicht ins Fitnessstudio gehen, und zum Fußball gehört auch ein Ball. Anstatt fünf Mal in der Woche abwechslungsreichen Sport zu machen, war nur Laufen allein dann doch ein wenig blöd.

Was meinst du: Wird in dieser Saison überhaupt noch einmal gespielt? Und, wenn ja, wann?

Ich hoffe auf jeden Fall, dass der Ball wieder rollt. Momentan hätten wir eh Winterpause. Ich gehe aber davon aus, dass wir vor März nicht wieder spielen werden. Im Moment sieht es ja bekanntlich nicht so gut aus. Sollte wieder gespielt werden dürfen, müssten drei bis vier Wochen Vorbereitung aber eigentlich reichen. Doch wir haben das nicht zu entscheiden.

Was ist mit dem SV Hausberge in dieser Saison noch zu erreichen?

Möglich ist alles. Wir sind Tabellenerster und wollen so lange wie möglich da oben stehen bleiben. Der Trainer hat gesagt: Wir haben den Platz an der Sonne und wollen ihn nicht mehr abgeben. Dann muss man sehen, wie sich die Endrunde zusammensetzt, falls wir uns für diese qualifizieren sollten, wovon ich schwer ausgehe. Natürlich wollen wir am Ende dann auch den Aufstieg schaffen. Das wäre die Krönung.

Was machst du eigentlich persönlich gegen den Corona-Blues so ganz ohne Fußball?

Ich gehe normal arbeiten und versuche, mehr Zeit mit meiner Ehefrau und meiner Tochter zu verbringen. Natürlich möglichst viel an der frischen Luft, sofern es das Wetter zulässt. Ein Typ, der jetzt jede Gelegenheit nutzt, um vor dem Fernseher zu hängen und sich die Zeit mit Videospielen zu vertreiben, bin ich jedenfalls nicht.

Wie lautet dein Lebensmotto für dieses Jahr. Was wünscht du dir?

Ganz klar, Gesundheit für meine Familie ist die oberste Prämisse. Danach möchte ich so schnell wie möglich wieder ins Training und den Spielbetrieb einsteigen.

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