MT-Interview: Patrick Wehmeyer blickt auf zehn Jahre bei der FT Dützen zurück Astrid Plaßhenrich Minden. Eine Dekade lang war Patrick Wehmeyer die Nummer eins im Tor der FT Dützen. Jetzt verlässt der angehende Lehrer den Fußball-Bezirksligisten, um sich beim designierten Landesliga-Aufsteiger VfR Evesen sportlich in Niedersachsen neu zu orientieren. „Es waren zehn fantastische Jahre. Im Fußball geht man auch niemals so ganz, das bringt der Sport einfach mit sich. Ich habe dem Verein sehr viel zu verdanken und viele Freunde gefunden“, sagt der 31-Jährige. Nach zehn Jahren bei der FT Dützen wechseln Sie zu kommenden Saison zum VfR Evesen. Warum? Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil ich mich in Dützen sehr wohl fühle. Aber im Winter reifte der Entschluss, noch einmal eine neue sportliche Herausforderung zu suchen. Ich möchte noch einmal eine neue Liga kennenlernen. Dazu ist Evesen eine ambitionierte Mannschaft, was mir gefällt, und auch die Gespräche mit Trainer Heiko Thürnau liefen sehr gut. Der Verein hat sich um mich sehr bemüht. Werden Sie als Nummer eins geholt? Es wird einen offenen Konkurrenzkampf geben. Aber ganz klar: Ich möchte mich beweisen und mich durchsetzen. Das traue ich mir auch zu, sonst hätte ich den Schritt nicht gemacht. Worauf freuen Sie sich in Evesen? Ich habe im vergangenen Jahrzehnt gefühlt immer gegen die gleichen Gegner gespielt. Deswegen freue ich mich, gegen andere Mannschaften anzutreten und bin gespannt, ob in Niedersachsen anderer Fußball gespielt wird. Dazu ist es interessant, ein neue Mitspieler, ein neues Umfeld und einen neuen Trainer mit einer neuen Ansprache kennenzulernen. Verschiedene Ansprachen haben Sie dieses Jahr bereits mehrere gehört. In Patrick Zweck ist immerhin in dieser Saison der dritte Trainer in Dützen tätig. Hat das Unruhe in die Mannschaft gebracht? Nein, Unruhe nicht. Aber die Mannschaft war verunsichert als André Möller aus privaten Gründen sein Traineramt niederlegte. Dann sind wir auch nicht gut in die Saison gestartet, es fehlte an Selbstvertrauen und Automatismen. Erst nachdem Patrick Zweck das Amt von Thomas Bartels übernommen hatte, hat sich der Erfolg wieder eingestellt. Patrick hat uns einen neuen fußballerischen Stil eingeimpft, den wir dann in jedem Spiel bis zur Corona-Pause durchgezogen haben. Er hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht. Wie sind Sie in der Saison 2010/11 zur FT Dützen gekommen? Mathias Kummer als damaliger Trainer hat mich zusammen mit seinem „Co“ Nils Rottmann vom FC Bad Oeynhausen geholt. Die beiden waren echt ein cooles Team. Ich hatte direkt ein gutes Gefühl, und als ich im Frühjahr das Angebot erhalten habe, war Dützen in der Bezirksliga noch Tabellenführer. Mich hat es gereizt, in einem ambitionierten Verein zu spielen. Waren Sie enttäuscht, dass Dützen dann als Tabellenzweiter knapp den Aufstieg in die Landesliga verpasste und Sie in der Bezirksliga spielten? Nein, überhaupt nicht. Rückblickend war es sogar gut. Ich hatte zwar direkt einen Stammplatz, aber als junger Torwart musste ich mich erst einmal einfinden. Wir hatten damals eine klasse Truppe, und in meiner ersten Saison sind wir auf Anhieb hinter dem heutigen Regionalligisten SV Rödinghausen Zweiter geworden. Darauf das Jahr sind wir dann Meister geworden. Manchmal muss man erst scheitern, um dann einer super Saison zu spielen. Hatten Sie in der Aufstiegssaison auch Ihr emotionalstes Spiel? Definitiv. Das war am letzten Spieltag beim SC Vlotho. Wir hatten ein Fernduell mit Rödinghausen II, das vier Wochen zuvor noch mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle angeführt hatte, dann aber patzte. Vor dem Spiel in Vlotho hatten wir plötzlich einen Punkt Vorsprung. Es war ein sehr enges Spiel, das wir schließlich mit 2:1 gewannen. Danach haben wir die Nacht durchgemacht. Wohin ging dann die Mannschaftsfahrt? Zum Ballermann. Wir sind mit der zweiten Mannschaft zusammen geflogen und waren dann knapp 40 Dützer auf Mallorca. Unser Sponsor Wilfried Kampa hat uns dort noch zum Essen eingeladen. Das bleibt alles unvergesslich. Was war Ihre bitterste Niederlage? Das war die gesamte Abstiegssaison 2014/15. Wir hatten ein Seuchenjahr. Der Moment, als der Abstieg dann unumstößlich feststand, war schon extrem bitter. Wer waren Ihre besten Mitspieler in Dützen? Justus Köhler habe ich fußballerisch immer bewundert. Er war für mich der Inbegriff eines klassischen Zehners, der eine überragende Technik hatte und auch Spiele selbst entscheiden konnte. Aber es gab viele gute Jungs wie Stephan Raetz, Jan-Henrik Giessmann, Marten Neppert, Holger Kruse, Tim Ruschmeier oder Peter Pütz, der ein Mentalitätsmonster war. Sicherlich habe ich jetzt noch einige vergessen, da wird mir hoffentlich niemand böse sein. Welcher Trainer hat Sie am meisten geprägt? Von der fußballerischen Idee her auf jeden Fall Mathias Kummer. Er hat sich immer akribisch auf die Gegner vorbereitet und wusste genau, wie wir auftreten mussten. Dazu hatte er eine tolle Teamführung. Daneben hat aber auch Hermann Gotthelf mein Torwartspiel sehr geprägt. Er hat mich bereits in der Jugend in der Kreisauswahl trainiert und mich immer gefördert. Inzwischen ist er ja auch eine Legende im Mindener Fußball. Was zeichnet die FT Dützen aus? Im gesamten Verein gibt es einen sehr guten Zusammenhalt mit sehr engagierten Verantwortlichen, egal ob als Trainer oder im Vorstand. Dieser Zusammenhalt kann Berge versetzen, das habe ich oft erlebt. Und nicht zu vergessen: Dützen hat eines der schönsten Vereinsheime in der Umgebung.

MT-Interview: Patrick Wehmeyer blickt auf zehn Jahre bei der FT Dützen zurück

Der gewohnte Gang: Patrick Wehmeyer macht sich kurz vor dem Anpfiff auf den Weg zu seinem Tor. Demnächst steht der 31-Jährige für Evesen zwischen den Pfosten. MT-Foto : Fabian Terwey

Minden. Eine Dekade lang war Patrick Wehmeyer die Nummer eins im Tor der FT Dützen. Jetzt verlässt der angehende Lehrer den Fußball-Bezirksligisten, um sich beim designierten Landesliga-Aufsteiger VfR Evesen sportlich in Niedersachsen neu zu orientieren. „Es waren zehn fantastische Jahre. Im Fußball geht man auch niemals so ganz, das bringt der Sport einfach mit sich. Ich habe dem Verein sehr viel zu verdanken und viele Freunde gefunden“, sagt der 31-Jährige.

Nach zehn Jahren bei der FT Dützen wechseln Sie zu kommenden Saison zum VfR Evesen. Warum?

Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil ich mich in Dützen sehr wohl fühle. Aber im Winter reifte der Entschluss, noch einmal eine neue sportliche Herausforderung zu suchen. Ich möchte noch einmal eine neue Liga kennenlernen. Dazu ist Evesen eine ambitionierte Mannschaft, was mir gefällt, und auch die Gespräche mit Trainer Heiko Thürnau liefen sehr gut. Der Verein hat sich um mich sehr bemüht.

Werden Sie als Nummer eins geholt?

Es wird einen offenen Konkurrenzkampf geben. Aber ganz klar: Ich möchte mich beweisen und mich durchsetzen. Das traue ich mir auch zu, sonst hätte ich den Schritt nicht gemacht.

Worauf freuen Sie sich in Evesen?

Ich habe im vergangenen Jahrzehnt gefühlt immer gegen die gleichen Gegner gespielt. Deswegen freue ich mich, gegen andere Mannschaften anzutreten und bin gespannt, ob in Niedersachsen anderer Fußball gespielt wird. Dazu ist es interessant, ein neue Mitspieler, ein neues Umfeld und einen neuen Trainer mit einer neuen Ansprache kennenzulernen.

Verschiedene Ansprachen haben Sie dieses Jahr bereits mehrere gehört. In Patrick Zweck ist immerhin in dieser Saison der dritte Trainer in Dützen tätig. Hat das Unruhe in die Mannschaft gebracht?

Nein, Unruhe nicht. Aber die Mannschaft war verunsichert als André Möller aus privaten Gründen sein Traineramt niederlegte. Dann sind wir auch nicht gut in die Saison gestartet, es fehlte an Selbstvertrauen und Automatismen. Erst nachdem Patrick Zweck das Amt von Thomas Bartels übernommen hatte, hat sich der Erfolg wieder eingestellt. Patrick hat uns einen neuen fußballerischen Stil eingeimpft, den wir dann in jedem Spiel bis zur Corona-Pause durchgezogen haben. Er hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht.

Wie sind Sie in der Saison 2010/11 zur FT Dützen gekommen?

Mathias Kummer als damaliger Trainer hat mich zusammen mit seinem „Co“ Nils Rottmann vom FC Bad Oeynhausen geholt. Die beiden waren echt ein cooles Team. Ich hatte direkt ein gutes Gefühl, und als ich im Frühjahr das Angebot erhalten habe, war Dützen in der Bezirksliga noch Tabellenführer. Mich hat es gereizt, in einem ambitionierten Verein zu spielen.

Waren Sie enttäuscht, dass Dützen dann als Tabellenzweiter knapp den Aufstieg in die Landesliga verpasste und Sie in der Bezirksliga spielten?

Nein, überhaupt nicht. Rückblickend war es sogar gut. Ich hatte zwar direkt einen Stammplatz, aber als junger Torwart musste ich mich erst einmal einfinden. Wir hatten damals eine klasse Truppe, und in meiner ersten Saison sind wir auf Anhieb hinter dem heutigen Regionalligisten SV Rödinghausen Zweiter geworden. Darauf das Jahr sind wir dann Meister geworden. Manchmal muss man erst scheitern, um dann einer super Saison zu spielen.

Hatten Sie in der Aufstiegssaison auch Ihr emotionalstes Spiel?

Definitiv. Das war am letzten Spieltag beim SC Vlotho. Wir hatten ein Fernduell mit Rödinghausen II, das vier Wochen zuvor noch mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle angeführt hatte, dann aber patzte. Vor dem Spiel in Vlotho hatten wir plötzlich einen Punkt Vorsprung. Es war ein sehr enges Spiel, das wir schließlich mit 2:1 gewannen. Danach haben wir die Nacht durchgemacht.

Wohin ging dann die Mannschaftsfahrt?

Zum Ballermann. Wir sind mit der zweiten Mannschaft zusammen geflogen und waren dann knapp 40 Dützer auf Mallorca. Unser Sponsor Wilfried Kampa hat uns dort noch zum Essen eingeladen. Das bleibt alles unvergesslich.

Was war Ihre bitterste Niederlage?

Das war die gesamte Abstiegssaison 2014/15. Wir hatten ein Seuchenjahr. Der Moment, als der Abstieg dann unumstößlich feststand, war schon extrem bitter.

Wer waren Ihre besten Mitspieler in Dützen?

Justus Köhler habe ich fußballerisch immer bewundert. Er war für mich der Inbegriff eines klassischen Zehners, der eine überragende Technik hatte und auch Spiele selbst entscheiden konnte. Aber es gab viele gute Jungs wie Stephan Raetz, Jan-Henrik Giessmann, Marten Neppert, Holger Kruse, Tim Ruschmeier oder Peter Pütz, der ein Mentalitätsmonster war. Sicherlich habe ich jetzt noch einige vergessen, da wird mir hoffentlich niemand böse sein.

Welcher Trainer hat Sie am meisten geprägt?

Von der fußballerischen Idee her auf jeden Fall Mathias Kummer. Er hat sich immer akribisch auf die Gegner vorbereitet und wusste genau, wie wir auftreten mussten. Dazu hatte er eine tolle Teamführung. Daneben hat aber auch Hermann Gotthelf mein Torwartspiel sehr geprägt. Er hat mich bereits in der Jugend in der Kreisauswahl trainiert und mich immer gefördert. Inzwischen ist er ja auch eine Legende im Mindener Fußball.

Was zeichnet die FT Dützen aus?

Im gesamten Verein gibt es einen sehr guten Zusammenhalt mit sehr engagierten Verantwortlichen, egal ob als Trainer oder im Vorstand. Dieser Zusammenhalt kann Berge versetzen, das habe ich oft erlebt. Und nicht zu vergessen: Dützen hat eines der schönsten Vereinsheime in der Umgebung.

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