Landesliga: Die Stunde der Etablierten - RW Maaslingen strebt nach besseren Zeiten Sebastian Külbel Petershagen. Wie viel sich bei RW Maaslingen in den vergangenen Jahren geändert hat, zeigt ein Blick auf die Saison 2017/2018: Nur noch sieben Akteure des Aufstiegsteams gehören auch drei Jahre später noch zum Kader des Fußball-Landesligisten, der Trainer ist längst ein anderer. Und genau jener Jan-Werner Schmitz schaut momentan interessiert zu, wie sich sein Personal neu sortiert. „Es ist auffällig, wie die etablierten Leute sich einbringen und zur Sache gehen. Jetzt kommen die Leute hervor, die Verantwortung übernehmen“, schildert der Coach. Das bezieht er nicht nur auf die Trainingseinheiten, sondern auch auf das Geschehen drumherum: So halfen seine Spieler beim Bau des neuen Platzes, der schon bald zum Trainieren genutzt werden kann. Zudem richtete sich die Mannschaft einen Kraftraum im Vereinsheim ein und gestaltet ihre Kabine neu, die allerdings wegen der Corona-Beschränkungen noch nicht benutzt werden darf. Auch Trainer Schmitz ließ sich von diesem Tatendrang potenzieller Führungsspieler wie Etrit Cakici, Lukas Franzmeier, Bastian Rode oder Felix Waltke anstecken und schuf in der Pandemie-Pause eine zusätzliche Trainerbank in RWM-Optik. „Die hatte ich noch zu Hause“, erklärt er lapidar den selbst gestalteten Anbau für die oft zu enge Ersatzbank. Dass der Verein diese zur neuen Saison erweitert, konnte er da noch nicht ahnen. Der Einsatz rund um ihre Fußball-Heimat veranschaulicht die Aufbruchstimmung der Maaslinger Akteure, die endlich wieder weiter oben mitspielen wollen. „Seit zwei Jahren ist es eher durchwachsen. Wir wollen zeigen, dass wir mehr drauf haben“, betont Schmitz. Der übernahm den Trainerjob im vorigen Sommer nach dem Westfalenliga-Abstieg und erwischte einen holprigen Start. Zwar bekam das Team irgendwann die Kurve, der Kontakt zu den Abstiegsplätzen blieb aber lange bedrohlich eng. Als RWM dann am 8. März den späteren Meister Preußen Espelkamp hochverdient 3:1 besiegte, blitzte wieder der alte Charakter der Mannschaft auf – dann kam Corona. Wenn es Schmitz auch vermessen erscheint, nach so langer Zeit an diesem Punkt anzuknüpfen, so kann dieses Spiel doch ein Leitbild für die Zukunft sein. Ein konkretes Saisonziel mag der Coach zwar nicht festlegen, „denn Erfolg ist einfach von zu vielen Faktoren abhängig“. Klare Vorstellungen hat der 42-Jährige aber doch: „Wir wollen in jedem Spiel die Chance haben, zu gewinnen. Jeder Spieler soll an sich arbeiten, dafür gibt es klare Handlungsziele. Und ganz wichtig ist es, dass wir nach außen als Team auftreten.“ Die Motivation im Kader hat der vierköpfige Trainerstab jedenfalls entfacht. „Wenn ich an freien Tagen mal am Sportplatz bin, treffe ich immer ein paar Spieler, die etwas extra machen“, erzählt Schmitz: „Freistöße und Abschlüsse üben, Techniktraining, Laufeinheiten, solche Sachen.“ Auch die Qualität des Kaders überzeugt ihn bislang. „Wir sind zwar mit 18 Feldspielern sehr knapp aufgestellt, aber qualitativ sind alle eng beieinander.“ Dennoch könnte der kleine Kader aufgrund der vier Spieltage mehr in der 18er-Liga zum Problem werden. Deshalb hat Schmitz Simon Waterbär als Stand-by-Spieler reaktiviert, der allerdings beruflich stark eingebunden ist. Insgesamt überwiegt beim Trainer der Optimismus und er geht mit einem guten Gefühl in die nächsten Wochen: „Ich glaube, dass wir viele gute Spiele machen werden. Und ich glaube, dass es eine gute Saison werden kann.“ RW Maaslingen 2020/2021 Abgänge: André Fuchs, Qendrim Krasniqi (beide VfR Evesen), Janek Barg (Pause), Sinan Boga (SC Rinteln), Matthis Kollhorst (TuS Petershagen-Ovenstädt), Julian Meyer (TuS Tengern), Jannik Späth (Union Minden). Zugänge: Bjarne Adick (TuS Tengern), Christian Backenköhler (TuS Petershagen-Ovenstädt), Tobias Haßfeld (SG Schamerloh), Marcel Redeker (Spvg Union Varl), Tim-Lennart Siekmann (A-Jugend VfL Bückeburg), Kilian Tschöpe (SV Rödinghausen II), Connor Wlotzka (SC Herford). Kader: Christian Backenköhler, Jakob Kröcker, Marcel Redeker - Bjarne Adick, Azad Agirman, Etrit Cakici, Kürsat Celik, Lukas Franzmeier, Jesper Fuchs, Tobias Haßfeld, Niklas Müller, Rayk-Sören Riechmann, Bastian Rode, Philipp Rusteberg, Bastian Schreiber, Tim-Lennart Siekmann, Jan-Christoph Thom, Kilian Tschöpe, Felix Waltke, Finn Wiese, Connor Wlotzka; Simon Waterbär (Stand-by). Trainer: Jan-Werner Schmitz (seit 1. Juli 2019) mit den Co-Tainern Karsten Römbke, Tobias Rohlfing und Matthias Stiller; Physiotherapeutin Sarah Mailand, Betreuer Michael Wiese.

Landesliga: Die Stunde der Etablierten - RW Maaslingen strebt nach besseren Zeiten

RW Maaslingen 2020/2021: Tobias Haßfeld (obere Reihe von links), Niklas Müller, Lukas Franzmeier, Jan-Christoph Thom, Azad Agirman, Etrit Cakici, Finn Wiese, Sportlicher Leiter Burkhard Wiese (mittlere Reihe von links), Trainer Jan-Werner Schmitz, Co-Trainer Karsten Römbke, Tim-Lennart Siekmann, Jesper Fuchs, Kilian Tschöpe, Felix Waltke, Bjarne Adick, Co-Trainer Matthias Stiller, Betreuer Michael Wiese, Physiotherapeutin Sarah Mailand, Co-Trainer Tobias Rohlfing, Connor Wlotzka (untere Reihe von links), Kürsat Celik, Jakob Kröcker, Marcel Redeker, Christian Backenköhler, Rayk-Sören Riechmann und Bastian Rode. Es fehlen Philipp Rusteberg und Bastian Schreiber. MT- © Foto: Sebastian Külbel

Petershagen. Wie viel sich bei RW Maaslingen in den vergangenen Jahren geändert hat, zeigt ein Blick auf die Saison 2017/2018: Nur noch sieben Akteure des Aufstiegsteams gehören auch drei Jahre später noch zum Kader des Fußball-Landesligisten, der Trainer ist längst ein anderer. Und genau jener Jan-Werner Schmitz schaut momentan interessiert zu, wie sich sein Personal neu sortiert.

„Es ist auffällig, wie die etablierten Leute sich einbringen und zur Sache gehen. Jetzt kommen die Leute hervor, die Verantwortung übernehmen“, schildert der Coach. Das bezieht er nicht nur auf die Trainingseinheiten, sondern auch auf das Geschehen drumherum: So halfen seine Spieler beim Bau des neuen Platzes, der schon bald zum Trainieren genutzt werden kann. Zudem richtete sich die Mannschaft einen Kraftraum im Vereinsheim ein und gestaltet ihre Kabine neu, die allerdings wegen der Corona-Beschränkungen noch nicht benutzt werden darf.

Auch Trainer Schmitz ließ sich von diesem Tatendrang potenzieller Führungsspieler wie Etrit Cakici, Lukas Franzmeier, Bastian Rode oder Felix Waltke anstecken und schuf in der Pandemie-Pause eine zusätzliche Trainerbank in RWM-Optik. „Die hatte ich noch zu Hause“, erklärt er lapidar den selbst gestalteten Anbau für die oft zu enge Ersatzbank. Dass der Verein diese zur neuen Saison erweitert, konnte er da noch nicht ahnen.

Der Einsatz rund um ihre Fußball-Heimat veranschaulicht die Aufbruchstimmung der Maaslinger Akteure, die endlich wieder weiter oben mitspielen wollen. „Seit zwei Jahren ist es eher durchwachsen. Wir wollen zeigen, dass wir mehr drauf haben“, betont Schmitz. Der übernahm den Trainerjob im vorigen Sommer nach dem Westfalenliga-Abstieg und erwischte einen holprigen Start. Zwar bekam das Team irgendwann die Kurve, der Kontakt zu den Abstiegsplätzen blieb aber lange bedrohlich eng. Als RWM dann am 8. März den späteren Meister Preußen Espelkamp hochverdient 3:1 besiegte, blitzte wieder der alte Charakter der Mannschaft auf – dann kam Corona.

Wenn es Schmitz auch vermessen erscheint, nach so langer Zeit an diesem Punkt anzuknüpfen, so kann dieses Spiel doch ein Leitbild für die Zukunft sein. Ein konkretes Saisonziel mag der Coach zwar nicht festlegen, „denn Erfolg ist einfach von zu vielen Faktoren abhängig“. Klare Vorstellungen hat der 42-Jährige aber doch: „Wir wollen in jedem Spiel die Chance haben, zu gewinnen. Jeder Spieler soll an sich arbeiten, dafür gibt es klare Handlungsziele. Und ganz wichtig ist es, dass wir nach außen als Team auftreten.“

Die Motivation im Kader hat der vierköpfige Trainerstab jedenfalls entfacht. „Wenn ich an freien Tagen mal am Sportplatz bin, treffe ich immer ein paar Spieler, die etwas extra machen“, erzählt Schmitz: „Freistöße und Abschlüsse üben, Techniktraining, Laufeinheiten, solche Sachen.“

Auch die Qualität des Kaders überzeugt ihn bislang. „Wir sind zwar mit 18 Feldspielern sehr knapp aufgestellt, aber qualitativ sind alle eng beieinander.“ Dennoch könnte der kleine Kader aufgrund der vier Spieltage mehr in der 18er-Liga zum Problem werden. Deshalb hat Schmitz Simon Waterbär als Stand-by-Spieler reaktiviert, der allerdings beruflich stark eingebunden ist.

Insgesamt überwiegt beim Trainer der Optimismus und er geht mit einem guten Gefühl in die nächsten Wochen: „Ich glaube, dass wir viele gute Spiele machen werden. Und ich glaube, dass es eine gute Saison werden kann.“

RW Maaslingen 2020/2021

Abgänge: André Fuchs, Qendrim Krasniqi (beide VfR Evesen), Janek Barg (Pause), Sinan Boga (SC Rinteln), Matthis Kollhorst (TuS Petershagen-Ovenstädt), Julian Meyer (TuS Tengern), Jannik Späth (Union Minden).

Zugänge: Bjarne Adick (TuS Tengern), Christian Backenköhler (TuS Petershagen-Ovenstädt), Tobias Haßfeld (SG Schamerloh), Marcel Redeker (Spvg Union Varl), Tim-Lennart Siekmann (A-Jugend VfL Bückeburg), Kilian Tschöpe (SV Rödinghausen II), Connor Wlotzka (SC Herford).

Kader: Christian Backenköhler, Jakob Kröcker, Marcel Redeker - Bjarne Adick, Azad Agirman, Etrit Cakici, Kürsat Celik, Lukas Franzmeier, Jesper Fuchs, Tobias Haßfeld, Niklas Müller, Rayk-Sören Riechmann, Bastian Rode, Philipp Rusteberg, Bastian Schreiber, Tim-Lennart Siekmann, Jan-Christoph Thom, Kilian Tschöpe, Felix Waltke, Finn Wiese, Connor Wlotzka; Simon Waterbär (Stand-by).

Trainer: Jan-Werner Schmitz (seit 1. Juli 2019) mit den Co-Tainern Karsten Römbke, Tobias Rohlfing und Matthias Stiller; Physiotherapeutin Sarah Mailand, Betreuer Michael Wiese.

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