Kreispokal-Krimi: SVKT zittert sich gegen Lohe ins Viertelfinale Astrid Plaßhenrich,Daniel Branahl Minden. Es war das große Finale. Das letzte Spiel im Fußballkreis Minden vor der erneuten coronabedingten Zwangspause. Ein Derby unter Flutlicht, zeitweise bei heftigem Regen. Als das Kreispokal-Achtelfinale zwischen der SV Kutenhausen-Todtenhausen und dem TuS Lohe begann, stand noch nicht fest, dass der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) seinen Spielbetrieb bereits am heutigen Donnerstag komplett einstellt. Das sickerte erst während der ersten Halbzeit durch. Da zeigten die beiden Bezirksligisten bereits genau das, was Fußballfreunde in den kommende Wochen vermissen werden: Ein enges Spiel, in dem beide Mannschaften um jeden Zentimeter Boden kämpften. Schließlich musste das Elfmeterschießen entscheiden – und die SVKT ging mit einem 6:5 (1:1, 0:0) als glücklicher Sieger vom Platz. Es kam wie erwartet: Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. In einer zunächst chancenarmen Partie neutralisierten sich die SVKT als Tabellenzweiter und Ligakonkurrent Lohe als Tabellendritter über weite Strecken der ersten Halbzeit. „Lohe hatte mehr Ballbesitz. Aber so sah auch unser Plan aus. Wir wollten die Räume eng machen, um dann schnell umzuschalten“, erklärt SVKT-Trainer Jens Meier. Mehr als zwei Halbchancen von Yannik Niermann (31.) und Julian Idelberger (36.), die es beide mit Schüssen aus der zweiten Reihe versuchten, sprangen in den ersten 45 Minuten aber nicht heraus. Auf Loher Seite vergab Ricardo Squarra per Kopf nach einer Ecke (17.) die beste Möglichkeit der Gäste. Nach dem Wechsel kamen die Loher besser ins Spiel. Robin Eksen hatte die bis dahin größte Chance des Spiels, als er allein vor Kutenhausens Torwart Noel Gramatte auftauchte, in ihm aber seinen Meister fand (47.). Nur fünf Minuten später gelang dem TuS doch die Führung – allerdings mit freundlicher Unterstützung der Kutenhauser. Die SVKT-Defensive schaltete für einen Moment ihre Konzentration aus und leistete sich einen krassen Fehlpass. Nutznießer war Eksen, der mit einem Querpass Nico Bruns bediente, der wiederum den Ball nur noch über die Linie drücken musste. SVKT-Trainer Jens Meier setzte schließlich alles auf eine Karte, tauschte in der 67. Minute gleich vier Spieler. „Wir wollten wieder mehr Druck erzeugen“, sagt der Kutenhauser Coach. Die Gastgeber mussten nun auch das Spiel machen, rannten aber zunächst verzweifelt gegen die drohende Niederlage an. Erst in der letzten Minute der offiziellen Spielzeit erzielte die SVKT den erlösenden Ausgleich. Nach einem starken Pass von Lennart Springer auf Christian Dewald lenkte dessen scharfe Hereingabe Tino Müller in die eigenen Maschen. „Hendrik Klein stand auch völlig frei am zweiten Pfosten, der hätte ansonsten das Tor erzielt“, war sich Meier sicher. Danach sah der eingewechselte Eric Beims nach wiederholtem Foulspiel und einem Wortwechsel mit dem Schiedsrichter noch die Gelb-rote Karte. „Völlig überzogen“, meinte Meier. Wenig später pfiff der Unparteiische ab – das Elfmeterschießen musste entscheiden. Bis zum 5:5 behielten die Schützen beider Mannschaften die Nerven. Dann legte sich Squarra den Ball auf den Punkt, lief an und schoss ihn in den Kutenhauser Nachthimmel. Anschließend machte Anis Zouabi mit seinem Treffer das Weiterkommen für die SVKT perfekt. Damit kommt es zur Neuauflage des Viertelfinales der vergangenen Saison. Mitte April empfängt die SVKT Klassenpartner TuS Petershagen-Ovenstädt. Im Vorjahr behielten die Kutenhauser die Oberhand, gewannen knapp nach Elfmeterschießen mit 7:6. Bleibt zu hoffen, dass der Termin gehalten werden kann. Sicher scheint das in diesen Tagen nicht. Kreispokal-Achtelfinale SVKT - TuS Lohe n.E. 6:5 (1:1, 0:0) SV Gramatte - Bruse, HageKut, Braenhausen-Todtenhausen:kemann (67. Rodewald), Waltke (67. Beims), Idelberger, L. Springer, Niermann, Rolfes (67. Dewald), Cerqueira Fernandes (67. Zouabi), Klein. TuS Lohe: Fründ - Tischer (75. Reineke), Jan Eckert, Müller, Blöbaum, Natele (84. Haeder), Gebecke (87. Dorn), Squarra, Bruns, Boyagian, Eksen (67. Schmitz). Tore: 0:1 Bruns (52.), 1:1 Müller (90., Eigentor). Elfmeterschießen: 1:2 Bruns, 2:2 Niermann, 2:3 Eckert, 3:3 Bruse, 3:4 Müller, 4:4 Rodewald, 4:5 Reineke 5:5 L. Springer, Squarra verschießt; 6:5 Zouabi. Bes. Vorkommnisse: Gelb-rot für Beims (90.+2).

Kreispokal-Krimi: SVKT zittert sich gegen Lohe ins Viertelfinale

Vorbereiter zum Ausgleich in letzter Minute: Kutenhausens Lennart Springer (links) leitete das späte 1:1 mit einem herrlichen Pass ein. © MT-Foto: Marcus Riechmann

Minden.

Es war das große Finale. Das letzte Spiel im Fußballkreis Minden vor der erneuten coronabedingten Zwangspause. Ein Derby unter Flutlicht, zeitweise bei heftigem Regen. Als das Kreispokal-Achtelfinale zwischen der SV Kutenhausen-Todtenhausen und dem TuS Lohe begann, stand noch nicht fest, dass der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) seinen Spielbetrieb bereits am heutigen Donnerstag komplett einstellt. Das sickerte erst während der ersten Halbzeit durch. Da zeigten die beiden Bezirksligisten bereits genau das, was Fußballfreunde in den kommende Wochen vermissen werden: Ein enges Spiel, in dem beide Mannschaften um jeden Zentimeter Boden kämpften. Schließlich musste das Elfmeterschießen entscheiden – und die SVKT ging mit einem 6:5 (1:1, 0:0) als glücklicher Sieger vom Platz.

Es kam wie erwartet: Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. In einer zunächst chancenarmen Partie neutralisierten sich die SVKT als Tabellenzweiter und Ligakonkurrent Lohe als Tabellendritter über weite Strecken der ersten Halbzeit. „Lohe hatte mehr Ballbesitz. Aber so sah auch unser Plan aus. Wir wollten die Räume eng machen, um dann schnell umzuschalten“, erklärt SVKT-Trainer Jens Meier.

Mehr als zwei Halbchancen von Yannik Niermann (31.) und Julian Idelberger (36.), die es beide mit Schüssen aus der zweiten Reihe versuchten, sprangen in den ersten 45 Minuten aber nicht heraus. Auf Loher Seite vergab Ricardo Squarra per Kopf nach einer Ecke (17.) die beste Möglichkeit der Gäste.

Nach dem Wechsel kamen die Loher besser ins Spiel. Robin Eksen hatte die bis dahin größte Chance des Spiels, als er allein vor Kutenhausens Torwart Noel Gramatte auftauchte, in ihm aber seinen Meister fand (47.). Nur fünf Minuten später gelang dem TuS doch die Führung – allerdings mit freundlicher Unterstützung der Kutenhauser. Die SVKT-Defensive schaltete für einen Moment ihre Konzentration aus und leistete sich einen krassen Fehlpass. Nutznießer war Eksen, der mit einem Querpass Nico Bruns bediente, der wiederum den Ball nur noch über die Linie drücken musste.

SVKT-Trainer Jens Meier setzte schließlich alles auf eine Karte, tauschte in der 67. Minute gleich vier Spieler. „Wir wollten wieder mehr Druck erzeugen“, sagt der Kutenhauser Coach. Die Gastgeber mussten nun auch das Spiel machen, rannten aber zunächst verzweifelt gegen die drohende Niederlage an. Erst in der letzten Minute der offiziellen Spielzeit erzielte die SVKT den erlösenden Ausgleich. Nach einem starken Pass von Lennart Springer auf Christian Dewald lenkte dessen scharfe Hereingabe Tino Müller in die eigenen Maschen. „Hendrik Klein stand auch völlig frei am zweiten Pfosten, der hätte ansonsten das Tor erzielt“, war sich Meier sicher. Danach sah der eingewechselte Eric Beims nach wiederholtem Foulspiel und einem Wortwechsel mit dem Schiedsrichter noch die Gelb-rote Karte. „Völlig überzogen“, meinte Meier. Wenig später pfiff der Unparteiische ab – das Elfmeterschießen musste entscheiden. Bis zum 5:5 behielten die Schützen beider Mannschaften die Nerven. Dann legte sich Squarra den Ball auf den Punkt, lief an und schoss ihn in den Kutenhauser Nachthimmel. Anschließend machte Anis Zouabi mit seinem Treffer das Weiterkommen für die SVKT perfekt.

Damit kommt es zur Neuauflage des Viertelfinales der vergangenen Saison. Mitte April empfängt die SVKT Klassenpartner TuS Petershagen-Ovenstädt. Im Vorjahr behielten die Kutenhauser die Oberhand, gewannen knapp nach Elfmeterschießen mit 7:6. Bleibt zu hoffen, dass der Termin gehalten werden kann. Sicher scheint das in diesen Tagen nicht.

Kreispokal-Achtelfinale

SVKT - TuS Lohe n.E. 6:5 (1:1, 0:0)

SV Gramatte - Bruse, HageKut, Braenhausen-Todtenhausen:kemann (67. Rodewald), Waltke (67. Beims), Idelberger, L. Springer, Niermann, Rolfes (67. Dewald), Cerqueira Fernandes (67. Zouabi), Klein.

TuS Lohe: Fründ - Tischer (75. Reineke), Jan Eckert, Müller, Blöbaum, Natele (84. Haeder), Gebecke (87. Dorn), Squarra, Bruns, Boyagian, Eksen (67. Schmitz).

Tore: 0:1 Bruns (52.), 1:1 Müller (90., Eigentor).

Elfmeterschießen: 1:2 Bruns, 2:2 Niermann, 2:3 Eckert, 3:3 Bruse, 3:4 Müller, 4:4 Rodewald, 4:5 Reineke 5:5 L. Springer, Squarra verschießt; 6:5 Zouabi. Bes. Vorkommnisse: Gelb-rot für Beims (90.+2).

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