Kommentar: Arminia Bielefeld wirkt nur noch auf höchster Ebene geeint Jan Ahlers Sich unter Bedrängnis gut zu verkaufen, ist keine leichte Aufgabe. Ist dies Präsident Rainer Schütte, der diese rhetorische Fähigkeit besitzen muss, auf Arminias Jahreshauptversammlung gelungen? Teils, teils: Beachtlich war, wie er mehrfach seinem angegriffenen Sportchef Samir Arabi zur Seite sprang und den Rücken deckte. Allerdings waren alle seiner Versuche, eine Einheit zwischen Klubspitze und Mitgliedern zu beschwören, nicht überzeugend. Und mindestens einmal hätte wohl auch Arabi selbst zum heftigsten verbalen Frontalaufgriff auf seine Person seit langer Zeit Stellung nehmen sollen. Das DSC-Umfeld ist gespalten, dies wurde am Montagabend offensichtlich. Dabei geht es vielen nicht um sofort rollende Köpfe. Sondern um das Gefühl, Prozesse und Entscheidungen im Klub verstehen zu können. Arminia hat gute Gründe, Interna zu bewahren, darf sich aber darin nicht verschanzen. Blindes Vertrauen kann die Führung nach diesem schlimmen Jahr 2022 sowieso kaum erwarten. So einheitlich sich die Führungsebene am Montag und zum teilweisen Missfallen gegenseitig verteidigte, so gefährlich kann eine Weiterentwicklung der am Montag spürbaren Tendenzen werden. Aus einem "Wir da oben gegen euch da unten"-Szenario würde Arminia jedenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit längerfristig Schaden ziehen. Noch ist Zeit, gegenzusteuern, ein Warnsignal waren die Debatten der JHV allemal. Auch die Kritik an Arabi muss eingeordnet werden. Wohlfahrt nahm allen Mut zusammen und fasste seinen Unmut überwiegend konstruktiv in Worte. Darauf gab es zwar einigen Applaus, doch kaum weitere Wortmeldungen. Andere klatschen ebenso vorsichtig Beifall, als sich ein Mitglied für Arabi und das Präsidium aussprach. Und überhaupt waren ja nur 220 von fast 15.000 Mitgliedern erschienen. Alle, die nicht kamen, stimmten den handelnden Personen damit schweigend zu. Ein klares Zeichen der Basis, einen Umbruch einzufordern, sieht anders aus.
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Kommentar: Arminia Bielefeld wirkt nur noch auf höchster Ebene geeint

Nur etwas mehr als 200 Mitglieder waren zur JHV bei Arminia Bielefeld erschienen. Ein möglicher Schluss daraus: Der überwiegende Teil der Mitglieder ist trotz vehementer Kritik Einzelner mit der Arbeit von Geschäftsführung und Klubgremien zufrieden. © Oliver Krato

Sich unter Bedrängnis gut zu verkaufen, ist keine leichte Aufgabe. Ist dies Präsident Rainer Schütte, der diese rhetorische Fähigkeit besitzen muss, auf Arminias Jahreshauptversammlung gelungen? Teils, teils: Beachtlich war, wie er mehrfach seinem angegriffenen Sportchef Samir Arabi zur Seite sprang und den Rücken deckte. Allerdings waren alle seiner Versuche, eine Einheit zwischen Klubspitze und Mitgliedern zu beschwören, nicht überzeugend. Und mindestens einmal hätte wohl auch Arabi selbst zum heftigsten verbalen Frontalaufgriff auf seine Person seit langer Zeit Stellung nehmen sollen.

Das DSC-Umfeld ist gespalten, dies wurde am Montagabend offensichtlich. Dabei geht es vielen nicht um sofort rollende Köpfe. Sondern um das Gefühl, Prozesse und Entscheidungen im Klub verstehen zu können. Arminia hat gute Gründe, Interna zu bewahren, darf sich aber darin nicht verschanzen. Blindes Vertrauen kann die Führung nach diesem schlimmen Jahr 2022 sowieso kaum erwarten. So einheitlich sich die Führungsebene am Montag und zum teilweisen Missfallen gegenseitig verteidigte, so gefährlich kann eine Weiterentwicklung der am Montag spürbaren Tendenzen werden. Aus einem "Wir da oben gegen euch da unten"-Szenario würde Arminia jedenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit längerfristig Schaden ziehen. Noch ist Zeit, gegenzusteuern, ein Warnsignal waren die Debatten der JHV allemal.

Auch die Kritik an Arabi muss eingeordnet werden. Wohlfahrt nahm allen Mut zusammen und fasste seinen Unmut überwiegend konstruktiv in Worte. Darauf gab es zwar einigen Applaus, doch kaum weitere Wortmeldungen. Andere klatschen ebenso vorsichtig Beifall, als sich ein Mitglied für Arabi und das Präsidium aussprach. Und überhaupt waren ja nur 220 von fast 15.000 Mitgliedern erschienen. Alle, die nicht kamen, stimmten den handelnden Personen damit schweigend zu. Ein klares Zeichen der Basis, einen Umbruch einzufordern, sieht anders aus.

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