2G gilt für alle – fast alle: Die neuen Regeln im Handball und Fußball - und ihre Ausnahmen Marcus Riechmann Minden. Die Ansage ist deutlich: 2G oder raus. Mit Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW gelten im Amateursport strenge Regeln. Nur geimpfte oder genesene Sportler dürfen seit gestern noch am Trainings- oder Wettkampfbetrieb teilnehmen. Weil nicht alle Spieler die 2G-Voraussetzungen erfüllen und in manchen Mannschaften größere Zahlen ungeimpfter Sportler kicken, gab es im heimischen Fußball in einigen Vereinen den Wunsch, die neue Lage zu überbrücken. Die Idee: die Winterpause vorziehen und die noch ausstehenden Spiele zunächst aussetzen. In der Kreisliga A beispielsweise wäre davon lediglich ein einziger Spieltag betroffen gewesen, da vor der Winterpause nur noch am kommenden Wochenende Spiele angesetzt sind. In anderen Klassen sind noch zwei oder drei Spieltage zu absolvieren. Doch diesen Überlegungen erteilte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) eine Absage. Der Verband hat am Dienstagabend in einer Onlinesitzung des erweiterten Präsidiums das weitere Vorgehen beraten und informierte am gestrigen Mittwochmorgen die Vereine per E-Mail über die Beschlüsse. Einstimmig entschied der Verband, die Saison im Amateurfußball wie geplant fortzusetzen. Es wird keine vorzeitige Pause geben. Das bedeutet für die Klubs im Mindener Land: Sie werden in den kommenden Wochen bei Spielen und im Training auf nicht immunisierte Spieler verzichten müssen.„Nach Abwägung der Möglichkeiten haben wir uns dazu entschieden, den geimpften Spielerinnen und Spielern weiter die Möglichkeit zu geben, ihrem Sport nachzugehen“, erläuterte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski. In einer Mitteilung des Verbandes sagt Manfred Schnieders, im FLVW für den Amateurfußball verantwortlich: „Es ist uns bewusst, wie groß die Herausforderung für die Vereine erneut bei der Umsetzung ist, gleichzeitig bietet es uns allen aber die Möglichkeit, die Saison fortzusetzen.“Eine klare Haltung hat der Verband zu den Folgen für Mannschaften mit einem hohen Anteil nicht immunisierter Spieler. „Wir werden den Wünschen nach Spielverlegungen nicht stattgeben“, sagt Thomas Schickentanz deutlich. Der Vorsitzende des Fußballkreises Minden begründet: „Ganz klar: Jeder hatte Zeit, sich auf die Situation vorzubereiten.“ Die Spieler, die sich gegen eine Impfung entschieden haben, müssten nun mit den Konsequenzen der Entwicklung leben. Wenn eine Mannschaft nicht genügend Fußballer beisammen hat, um ein Spiel zu bestreiten, geht das zum Nachteil des jeweiligen Teams. „Wir werden die Spiele sehr wahrscheinlich werten“, kündigt Schickentanz an.Auch im Jugendfußball geht es in den Altersklassen G- bis einschließlich C-Jugend normal weiter. Hier gibt es bislang keine Impfangebote für die Kinder. Über die regelmäßigen Testungen in den Schulen soll ausreichend Sicherheit gewährleistet sein. Hier stellt Schickentanz in Aussicht: „Hier können andere Entscheidungen möglich sein, wenn es Wünsche nach Spielverlegungen geben sollte.“Schluss ist in den Altersklassen der A- und B-Junioren und der B-Juniorinnen. Hie wird – mit Ausnahme des Westfalenpokals – der Pflichtspielbetrieb ab sofort bis zum 31. Dezember ausgesetzt. In dieser Altersklasse berücksichtigt der Verband den Umstand, dass erst zu einem späten Zeitpunkt eine Impfung angeboten wurde. Allerdings dürfen Vereine unter Wahrung der 2G-Regel das Training fortsetzen. Auch Freundschaftsspiele und selbst geplante Pflichtspiele dürfen unter 2G stattfinden. Identisch stellt sich die Situation im Handball dar, wie Andreas Tiemann, Vize-Präsident im Verband Westfalen bestätigt. Auch hier gilt: Es wird gespielt. Es gelten die 2G-Regeln ohne Ausnahme für alle Spieler – und im übrigen wie im Fußball auch für Schiedsrichter. Verlegungen aus Gründen mangelnder Impfquote sind nicht möglich. Und abgesagte Spiele werden gewertet. „Aber das sollte bei uns eigentlich kein Problem sein“, vermutet Tiemann mit Blick auf Spielabsagen, „denn die Impfquote im Handball ist insgesamt hoch.“Allerdings gibt es auch bei den Handballern ungeimpfte Sportler und Trainer. Diese Spieler werden in den kommenden Wochen pausieren. Für die Trainer und die Betreuer sowie andere unmittelbar im sportlichen Umfeld tätige Personen gilt im Handball wie im Fußball eine Sonderregel. Neben 2G besteht für sie die Möglichkeit, auch mit einem frischen Test plus Gesichtsmaske an Training und Wettkampf teilzunehmen. So jedenfalls sieht es die gerade erst in Kraft getretene Verordnung vor. „Wir werden der Verordnung folgen“, sagt Andreas Tiemann, „aber wir empfehlen den Vereinen, auch hier ausschließlich 2G-Personal einzusetzen.“ Beispielhaft schätzt Christian Niemann die Lage in seinem Verein ein. Der Geschäftsführer der Spielgemeinschaft Lit 1912, einem der größten Handballanbieter der Region, beurteilt die Spielfähigkeit der Teams nach der 2G-Regel: „Stand jetzt erwarte ich keine gravierenden Probleme.“ Für die 3. Liga, in der Lit 1912 mit Männer und Frauen vertreten ist, gelten etwas weiter gefasste Regelungen: In diesem – wie die Jugend-Bundesliga – dem Profisport zugewiesenen Bereich darf man noch ungeimpft mitwirken, neben dem Immunisierungs-Nachweis ist auch ein PCR-Test für Spieler und Trainer ausreichend. Die Kontrollen der Regeln obliegen den Vereinen. Dort sollte man gut achtgeben: Verstöße können teuer werden. Der mit den Kontrollen verbundene Aufwand ist nicht unerheblich. Das betrifft vor allem die Zulassung von Zuschauern. ZUM THEMA: Die Ausnahmen von der Regel Im Handball wie im Fußball gilt für alle Sportler 2G. Anders verhält es sich bei Trainern, Betreuern und anderen Beschäftigten und Ehrenamtlichen. Bei ihnen ist für die Zulassung zu Spiel oder Training laut Paragraf 4 Abs. 4 der Corona-Schutzverordnung NRW auch eine Negativ-Test (24 Stunden frischer Schnelltest oder 48 Stunden alter PCR-Test) möglich. Zudem müssen sie während der gesamten Tätigkeit eine medizinische Maske tragen.

2G gilt für alle – fast alle: Die neuen Regeln im Handball und Fußball - und ihre Ausnahmen

Die Luft wird dünner für Ungeimpfte. Im Amateurfußball wird in den nächsten Wochen ohne sie weitergespielt. Foto: Noah Wedel

Minden. Die Ansage ist deutlich: 2G oder raus. Mit Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW gelten im Amateursport strenge Regeln. Nur geimpfte oder genesene Sportler dürfen seit gestern noch am Trainings- oder Wettkampfbetrieb teilnehmen.

Weil nicht alle Spieler die 2G-Voraussetzungen erfüllen und in manchen Mannschaften größere Zahlen ungeimpfter Sportler kicken, gab es im heimischen Fußball in einigen Vereinen den Wunsch, die neue Lage zu überbrücken. Die Idee: die Winterpause vorziehen und die noch ausstehenden Spiele zunächst aussetzen. In der Kreisliga A beispielsweise wäre davon lediglich ein einziger Spieltag betroffen gewesen, da vor der Winterpause nur noch am kommenden Wochenende Spiele angesetzt sind. In anderen Klassen sind noch zwei oder drei Spieltage zu absolvieren.

Doch diesen Überlegungen erteilte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) eine Absage. Der Verband hat am Dienstagabend in einer Onlinesitzung des erweiterten Präsidiums das weitere Vorgehen beraten und informierte am gestrigen Mittwochmorgen die Vereine per E-Mail über die Beschlüsse. Einstimmig entschied der Verband, die Saison im Amateurfußball wie geplant fortzusetzen. Es wird keine vorzeitige Pause geben. Das bedeutet für die Klubs im Mindener Land: Sie werden in den kommenden Wochen bei Spielen und im Training auf nicht immunisierte Spieler verzichten müssen.

„Nach Abwägung der Möglichkeiten haben wir uns dazu entschieden, den geimpften Spielerinnen und Spielern weiter die Möglichkeit zu geben, ihrem Sport nachzugehen“, erläuterte FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski. In einer Mitteilung des Verbandes sagt Manfred Schnieders, im FLVW für den Amateurfußball verantwortlich: „Es ist uns bewusst, wie groß die Herausforderung für die Vereine erneut bei der Umsetzung ist, gleichzeitig bietet es uns allen aber die Möglichkeit, die Saison fortzusetzen.“

Eine klare Haltung hat der Verband zu den Folgen für Mannschaften mit einem hohen Anteil nicht immunisierter Spieler. „Wir werden den Wünschen nach Spielverlegungen nicht stattgeben“, sagt Thomas Schickentanz deutlich. Der Vorsitzende des Fußballkreises Minden begründet: „Ganz klar: Jeder hatte Zeit, sich auf die Situation vorzubereiten.“ Die Spieler, die sich gegen eine Impfung entschieden haben, müssten nun mit den Konsequenzen der Entwicklung leben. Wenn eine Mannschaft nicht genügend Fußballer beisammen hat, um ein Spiel zu bestreiten, geht das zum Nachteil des jeweiligen Teams. „Wir werden die Spiele sehr wahrscheinlich werten“, kündigt Schickentanz an.

Auch im Jugendfußball geht es in den Altersklassen G- bis einschließlich C-Jugend normal weiter. Hier gibt es bislang keine Impfangebote für die Kinder. Über die regelmäßigen Testungen in den Schulen soll ausreichend Sicherheit gewährleistet sein. Hier stellt Schickentanz in Aussicht: „Hier können andere Entscheidungen möglich sein, wenn es Wünsche nach Spielverlegungen geben sollte.“

Schluss ist in den Altersklassen der A- und B-Junioren und der B-Juniorinnen. Hie wird – mit Ausnahme des Westfalenpokals – der Pflichtspielbetrieb ab sofort bis zum 31. Dezember ausgesetzt. In dieser Altersklasse berücksichtigt der Verband den Umstand, dass erst zu einem späten Zeitpunkt eine Impfung angeboten wurde. Allerdings dürfen Vereine unter Wahrung der 2G-Regel das Training fortsetzen. Auch Freundschaftsspiele und selbst geplante Pflichtspiele dürfen unter 2G stattfinden.

Identisch stellt sich die Situation im Handball dar, wie Andreas Tiemann, Vize-Präsident im Verband Westfalen bestätigt. Auch hier gilt: Es wird gespielt. Es gelten die 2G-Regeln ohne Ausnahme für alle Spieler – und im übrigen wie im Fußball auch für Schiedsrichter. Verlegungen aus Gründen mangelnder Impfquote sind nicht möglich. Und abgesagte Spiele werden gewertet. „Aber das sollte bei uns eigentlich kein Problem sein“, vermutet Tiemann mit Blick auf Spielabsagen, „denn die Impfquote im Handball ist insgesamt hoch.“

Allerdings gibt es auch bei den Handballern ungeimpfte Sportler und Trainer. Diese Spieler werden in den kommenden Wochen pausieren. Für die Trainer und die Betreuer sowie andere unmittelbar im sportlichen Umfeld tätige Personen gilt im Handball wie im Fußball eine Sonderregel. Neben 2G besteht für sie die Möglichkeit, auch mit einem frischen Test plus Gesichtsmaske an Training und Wettkampf teilzunehmen. So jedenfalls sieht es die gerade erst in Kraft getretene Verordnung vor. „Wir werden der Verordnung folgen“, sagt Andreas Tiemann, „aber wir empfehlen den Vereinen, auch hier ausschließlich 2G-Personal einzusetzen.“

Beispielhaft schätzt Christian Niemann die Lage in seinem Verein ein. Der Geschäftsführer der Spielgemeinschaft Lit 1912, einem der größten Handballanbieter der Region, beurteilt die Spielfähigkeit der Teams nach der 2G-Regel: „Stand jetzt erwarte ich keine gravierenden Probleme.“ Für die 3. Liga, in der Lit 1912 mit Männer und Frauen vertreten ist, gelten etwas weiter gefasste Regelungen: In diesem – wie die Jugend-Bundesliga – dem Profisport zugewiesenen Bereich darf man noch ungeimpft mitwirken, neben dem Immunisierungs-Nachweis ist auch ein PCR-Test für Spieler und Trainer ausreichend.

Die Kontrollen der Regeln obliegen den Vereinen. Dort sollte man gut achtgeben: Verstöße können teuer werden. Der mit den Kontrollen verbundene Aufwand ist nicht unerheblich. Das betrifft vor allem die Zulassung von Zuschauern.

ZUM THEMA: Die Ausnahmen von der Regel

Im Handball wie im Fußball gilt für alle Sportler 2G. Anders verhält es sich bei Trainern, Betreuern und anderen Beschäftigten und Ehrenamtlichen. Bei ihnen ist für die Zulassung zu Spiel oder Training laut Paragraf 4 Abs. 4 der Corona-Schutzverordnung NRW auch eine Negativ-Test (24 Stunden frischer Schnelltest oder 48 Stunden alter PCR-Test) möglich. Zudem müssen sie während der gesamten Tätigkeit eine medizinische Maske tragen.

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