Heimisch in zwei Vereinen: Gina Meier spielt Fußball in einer Jungen- und einer Mädchenmannschaft Thomas Kühlmann Porta Westfalica. Gina Meier und Alina Dörjes spielen für ihr Leben gern Fußball. Die beiden 14-jährigen Schülerinnen der Realschule Hausberge sind fester Bestandteil der C-Jugend des FSC Eisbergen. Zwei Mädchen in einer Jungenmannschaft: Sowohl für das männliche Geschlecht als auch für die beiden weiblichen Sportlerinnen absolut kein Problem. Im Gegenteil. „Vereinzelte dumme Sprüche werden von den beiden Mädchen umgehend gekontert. Entweder mit sprachlichen Retourkutschen oder mit der sportlichen Antwort gleich auf dem Feld“, ist Karsten Meier, der zusammen mit Sascha Data die C-Jugend trainiert, stolz auf das gesunde Selbstbewusstsein seiner schlagfertigen Tochter und ihrer Kumpanin. So geschehen erst jüngst beim Training vor der Corona-Unterbrechung. „Du kannst mich heute sowieso nicht tunneln“, hatte Keeper Bendix Manhenke zu Gina Meier gefrotzelt. Diese bewies ihm das Gegenteil und spielte ihm bei der Übung den Ball gleich acht Mal durch die Hosenträger. „Dann war Ruhe“, sagte Coach Meier. Zwei Mal pro Woche trainiert die Eisberger C-Jugend. Doch damit ist Gina Meiers Fußball-Hunger noch lange nicht gestillt. Zusätzlich zu ihrer Aufgabe als Defensivspezialistin in dem Portaner Jungen-Team jagt sie nämlich auch bei den B-Juniorinnen der SV Kutenhausen-Todtenhausen dem Ball hinterher. „Hier wird zwei bis drei Mal pro Woche trainiert“, sagt die quirlige Sportlerin. „Auch bei den Spielen gibt es keine Terminüberschneidungen. Mit den Eisberger Jungen spielen wir samstags, mit den B-Juniorinnen laufen wir sonntags auf. Das ist wirklich cool“, sprudelt es aus der fußballbegeisterten Teenagerin heraus. Bereits seit ihrem dritten Lebensjahr ist die Portanerin von der schönsten Nebensache der Welt fasziniert – und die Liebe zum Ball ist bis heute ungebrochen. „Sascha Data suchte seinerzeit Spielerinnen für die Minikicker-Mannschaft. Gina ist mit drei bis vier Freundinnen aufgelaufen und dann dabeigeblieben“, erklärt Vater Karsten Meier. Überhaupt hat es der Ballsport Meier angetan. Zusätzlich zu ihrem Fußball-Engagement ist sie für das Korbball-.Jugendteam des TuS Eisbergen aktiv. Die Fußball-Doppelbelastung wird für sie allerdings in naher Zukunft vorbei sein. „Nur bis einschließlich B-Jugend dürfen Mädchen noch bei den Jungs mitspielen, dann ist Geschlechtertrennung vom Verband vorgeschrieben“ sagt sie. Doch bei der SV Kutenhausen-Todtenhausen hat sie bereits mehr als einen Fuß in der Tür für eine hoffnungsvolle Karriere in der Frauen-Sparte. „Mein Ziel ist es, auf jeden Fall irgendwann in der ersten Frauenmannschaft der SVKT zu spielen“, hat sich Meier auf die Fahne geschrieben. Auch im Fernsehen schaut sie als glühender Fan das FC Bayern München Fußball gern. Ein explizites Vorbild hat sie aber nicht. „Ich konzentriere mich lieber darauf, mein Ding zu machen“, sagt sie. Bislang hat sie es damit weit gebracht. Auch die aus Holtrup stammende Alina Dörjes hat sich früh für den Fußball entschieden. Vater Torsten Dörjes ist Jugendtrainer bei den Blau-Weißen, ihr zwei Jahre älterer Bruder Mika hat auch schon mehrere Jugendteams der Holtruper durchlaufen. „Als ich Mika Fußball spielen sah, wollte ich das unbedingt auch“, erinnert sich Dörjes. Gesagt, getan. So fing sie bereits bei den Minikickern des FC an und ist mittlerweile nach Eisbergen gewechselt. Dort wird sie meist auf Rechtsaußen eingesetzt, kann aber auch über die linke Offensivseite agieren. Die Anhängerin von Borussia Dortmund hat ebenfalls kein Vorbild und reitet neben dem Fußball noch gern. „Momentan kann ich mich daher bei meiner Tante und dem Pferd bei der regelmäßigen Pflege an der frischen Luft fit halten, da aufgrund der Corona-Pandemie ja kein Mannschafts-Training und keine Spiele erlaubt sind“, sagt Dörjes. Auch Gina Meier nutzt die freie Zeit zum Individual-Training. „Alle zwei Tage absolviere ich einen Zehn-Kilometer-Lauf, um bei guter Kondition zu bleiben. Leider kann man nicht mit dem Ball arbeiten“, sagt sie. Im Training sind die beiden Fußballerinnen für Konditionstraining immer zu haben. „Einmal pro Woche laufen wir dann zur Bockmühle hoch. Da sind die beiden immer ganz begeistert“, schildert Karsten Meier den Ehrgeiz beider Mädchen. Geht es nach Alina Dörjes, so spielt sie auch in der Zukunft mit Freundin Gina Meier zusammen. „Ich möchte nach Abschluss der B-Jugend in Eisbergen dann auch nach Kutenhausen wechseln“, sagt sie. „Als Alternative würde sich RW Rehme anbieten“, ergänzt Vater Torsten, will die endgültige Entscheidung aber wohl seiner Tochter überlassen. In einem sind sich Gina Meier, Alina Dörjes und ihre beiden Trainer-Väter allerdings einig: Hoffentlich ist das Corona-Drama so schnell wie möglich vorbei. „Wann? Das weiß keiner von uns“, sagt Karsten Meier, der befürchtet, dass sich die fußballlose Zeit noch bis weit ins neue Jahr hinziehen könnte. Doch auch das Virus und dessen Begleitumstände können den Mädchen den Spaß am Fußball langfristig nicht nehmen.

Heimisch in zwei Vereinen: Gina Meier spielt Fußball in einer Jungen- und einer Mädchenmannschaft

Ob mit rechts wie Gina Meier (rechts) oder mit links wie Alina Dörjes: Bei der Ballbehandlung geben beide Fußballerinnen eine exzellente Figur ab. MT-Foto: Thomas Kühlmann © mm

Porta Westfalica. Gina Meier und Alina Dörjes spielen für ihr Leben gern Fußball. Die beiden 14-jährigen Schülerinnen der Realschule Hausberge sind fester Bestandteil der C-Jugend des FSC Eisbergen. Zwei Mädchen in einer Jungenmannschaft: Sowohl für das männliche Geschlecht als auch für die beiden weiblichen Sportlerinnen absolut kein Problem. Im Gegenteil.

„Vereinzelte dumme Sprüche werden von den beiden Mädchen umgehend gekontert. Entweder mit sprachlichen Retourkutschen oder mit der sportlichen Antwort gleich auf dem Feld“, ist Karsten Meier, der zusammen mit Sascha Data die C-Jugend trainiert, stolz auf das gesunde Selbstbewusstsein seiner schlagfertigen Tochter und ihrer Kumpanin. So geschehen erst jüngst beim Training vor der Corona-Unterbrechung. „Du kannst mich heute sowieso nicht tunneln“, hatte Keeper Bendix Manhenke zu Gina Meier gefrotzelt. Diese bewies ihm das Gegenteil und spielte ihm bei der Übung den Ball gleich acht Mal durch die Hosenträger. „Dann war Ruhe“, sagte Coach Meier.

Zwei Mal pro Woche trainiert die Eisberger C-Jugend. Doch damit ist Gina Meiers Fußball-Hunger noch lange nicht gestillt. Zusätzlich zu ihrer Aufgabe als Defensivspezialistin in dem Portaner Jungen-Team jagt sie nämlich auch bei den B-Juniorinnen der SV Kutenhausen-Todtenhausen dem Ball hinterher. „Hier wird zwei bis drei Mal pro Woche trainiert“, sagt die quirlige Sportlerin. „Auch bei den Spielen gibt es keine Terminüberschneidungen. Mit den Eisberger Jungen spielen wir samstags, mit den B-Juniorinnen laufen wir sonntags auf. Das ist wirklich cool“, sprudelt es aus der fußballbegeisterten Teenagerin heraus.

Bereits seit ihrem dritten Lebensjahr ist die Portanerin von der schönsten Nebensache der Welt fasziniert – und die Liebe zum Ball ist bis heute ungebrochen. „Sascha Data suchte seinerzeit Spielerinnen für die Minikicker-Mannschaft. Gina ist mit drei bis vier Freundinnen aufgelaufen und dann dabeigeblieben“, erklärt Vater Karsten Meier. Überhaupt hat es der Ballsport Meier angetan. Zusätzlich zu ihrem Fußball-Engagement ist sie für das Korbball-.Jugendteam des TuS Eisbergen aktiv. Die Fußball-Doppelbelastung wird für sie allerdings in naher Zukunft vorbei sein. „Nur bis einschließlich B-Jugend dürfen Mädchen noch bei den Jungs mitspielen, dann ist Geschlechtertrennung vom Verband vorgeschrieben“ sagt sie.

Doch bei der SV Kutenhausen-Todtenhausen hat sie bereits mehr als einen Fuß in der Tür für eine hoffnungsvolle Karriere in der Frauen-Sparte. „Mein Ziel ist es, auf jeden Fall irgendwann in der ersten Frauenmannschaft der SVKT zu spielen“, hat sich Meier auf die Fahne geschrieben. Auch im Fernsehen schaut sie als glühender Fan das FC Bayern München Fußball gern. Ein explizites Vorbild hat sie aber nicht. „Ich konzentriere mich lieber darauf, mein Ding zu machen“, sagt sie. Bislang hat sie es damit weit gebracht.

Auch die aus Holtrup stammende Alina Dörjes hat sich früh für den Fußball entschieden. Vater Torsten Dörjes ist Jugendtrainer bei den Blau-Weißen, ihr zwei Jahre älterer Bruder Mika hat auch schon mehrere Jugendteams der Holtruper durchlaufen. „Als ich Mika Fußball spielen sah, wollte ich das unbedingt auch“, erinnert sich Dörjes. Gesagt, getan. So fing sie bereits bei den Minikickern des FC an und ist mittlerweile nach Eisbergen gewechselt. Dort wird sie meist auf Rechtsaußen eingesetzt, kann aber auch über die linke Offensivseite agieren. Die Anhängerin von Borussia Dortmund hat ebenfalls kein Vorbild und reitet neben dem Fußball noch gern. „Momentan kann ich mich daher bei meiner Tante und dem Pferd bei der regelmäßigen Pflege an der frischen Luft fit halten, da aufgrund der Corona-Pandemie ja kein Mannschafts-Training und keine Spiele erlaubt sind“, sagt Dörjes. Auch Gina Meier nutzt die freie Zeit zum Individual-Training. „Alle zwei Tage absolviere ich einen Zehn-Kilometer-Lauf, um bei guter Kondition zu bleiben. Leider kann man nicht mit dem Ball arbeiten“, sagt sie. Im Training sind die beiden Fußballerinnen für Konditionstraining immer zu haben. „Einmal pro Woche laufen wir dann zur Bockmühle hoch. Da sind die beiden immer ganz begeistert“, schildert Karsten Meier den Ehrgeiz beider Mädchen.

Geht es nach Alina Dörjes, so spielt sie auch in der Zukunft mit Freundin Gina Meier zusammen. „Ich möchte nach Abschluss der B-Jugend in Eisbergen dann auch nach Kutenhausen wechseln“, sagt sie. „Als Alternative würde sich RW Rehme anbieten“, ergänzt Vater Torsten, will die endgültige Entscheidung aber wohl seiner Tochter überlassen.

In einem sind sich Gina Meier, Alina Dörjes und ihre beiden Trainer-Väter allerdings einig: Hoffentlich ist das Corona-Drama so schnell wie möglich vorbei. „Wann? Das weiß keiner von uns“, sagt Karsten Meier, der befürchtet, dass sich die fußballlose Zeit noch bis weit ins neue Jahr hinziehen könnte. Doch auch das Virus und dessen Begleitumstände können den Mädchen den Spaß am Fußball langfristig nicht nehmen.

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