Fußballer Hajriz Hiseni will sich und seiner Familie einen Traum erfüllen Daniel Branahl Petershagen.Hajriz Hiseni ist eines der Urgesteine bei der SG Gorspen-Vahlsen/Windheim. Seit Kindertagen spielt er für den TuS Windheim, die Spielgemeinschaft sah er anfangs kritisch. Im MT-Interview spricht der 26-Jährige über die Leistung seines Teams in der abgebrochenen Saison, seine Zukunft als Trainer – und über einen Traum seiner Familie, der in der nächsten Spielzeit wahr werden könnte. Haben Sie sich während der Fußballpause kontinuierlich fit gehalten? Um ehrlich zu sein, hatte ich dafür keine Motivation, da alles auf eine sehr lange Pause hingedeutet hat. Ein paar Mal war ich mit meine jüngsten Bruder Granit auf dem Allwetterplatz in Lahde ein bisschen zocken, das war’s dann aber auch. Ansonsten habe ich versucht, meine Kontakte so gering wie möglich zu halten. Jetzt hoffe ich, dass wir schnellstmöglich wieder auf dem Platz stehen werden. Die Saison ist offiziell abgebrochen. Ihr Team lag hinter Weser Leteln auf Platz zwei. Wäre der Aufstieg möglich gewesen? Wir haben eine richtig gute Serie gespielt und hätten aus meiner Sicht große Chancen gehabt, bis zum Ende um den Aufstieg mitzuspielen. Aber man muss sagen, dass einige andere Teams ebenfalls stark in die Saison gekommen sind. Deshalb glaube ich, dass es bis zum Schluss wahnsinnig spannend geblieben wäre. Die SG gibt es nun seit zwei Saisons. Hatten Sie Zweifel an dem Projekt? Ich war zuerst überhaupt nicht begeistert von der Idee. Nicht, weil ich die Jungs aus Gorspen-Vahlsen nicht leiden kann oder den Verein blöd finde, sondern aus dem Grund, dass ich gerne mit Windheim solange wie möglich eigenständig bleiben wollte. Aber direkt nach dem ersten gemeinsamen Training hat sich meine Meinung dazu komplett geändert. Als Außenstehender hätte man nicht unterscheiden können, wer vorher für welchen Verein gespielt hat. Es hat alles von Anfang an richtig gut funktioniert und war sehr harmonisch. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass es die absolut richtige Entscheidung war. Wir sind jetzt noch stärker und unser Nachwuchs muss sich nach der Jugend nicht für einen Verein entscheiden. In Dirk Mayer holte die SG einen auswärtigen Trainer. Was zeichnet ihn aus? Dirk hat einen großen Anteil an der gelungenen Zusammenführung der beiden Vereine. Ich kannte ihn vorher bereits als gegnerischen Trainer, und da ist er mir schon als sehr akribisch an der Seitenlinie aufgefallen. Er bereitet jede Trainingseinheit genauso vor wie ein Spiel und bringt auch viel Fachwissen mit. Außerdem ist er menschlich einfach top, also alles in allem eine sehr gute Mischung. Sie selbst haben Ihr gesamte Laufbahn beim TuS Windheim verbracht. Gab es schon einmal Wechselgedanken? Das eine oder andere Angebot gab es über die Jahre, aber ich habe mich immer dazu entschieden, bei meinem Heimatverein zu bleiben. Als wir damals aus dem Kosovo nach Deutschland geflohen sind, wurden wir hier in Windheim super aufgenommen und integriert. Ich fühle mich hier sehr wohl und möchte durch meine Treue dem Dorf und dem Verein gerne etwas zurückgeben. Trotzdem möchte ich einen Wechsel für die Zukunft auch nicht komplett ausschließen. In Behar und Bujar spielen bereits zwei Ihrer Brüder mit Ihnen zusammen. Ihr dritter Bruder Granit ist zurzeit in der A-Jugend und könnte ab Sommer in der ersten Mannschaft spielen. Freuen Sie sich darauf? Das wäre schon etwas ganz Besonderes. Wir vier haben uns schon öfter darüber unterhalten und fiebern alle auf diesen Tag hin. Das verrückte daran ist, dass wir uns fußballerisch alle nicht viel nehmen und alle das Potenzial haben, in der Startelf zu stehen. Wenn man uns alle vier dann noch gemeinsam in Aktion auf ein Foto bekommen würde, wäre das wirklich ein absolutes Highlight (lacht). Sie trainieren auch die A-Jugend der SG. Können Sie sich vorstellen, später auch bei den Senioren an der Seitenlinie zu stehen? Der Vorstand ist auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die A-Jugend zu übernehmen. Die Arbeit mit den Jungs hat mir von Anfang an richtig Bock gemacht. Es ist schön, seine Erfahrungen weiterzugeben. Im Pokal-Halbfinale haben wir vor dem vollen Sportplatz ein super Spiel abgeliefert, das war schon ein geiles Erlebnis. Wenn ich irgendwann mal meine Schuhe an den Nagel hänge, möchte ich dem Fußball aber auf jeden Fall weiterhin verbunden bleiben. Ich könnte mir da sowohl ein Engagement als Trainer als auch einen Posten im Vorstand vorstellen. Sie haben außerdem Futsal bei FSP Turbo Minden gespielt. Zuletzt waren Sie aber kaum noch dabei. Was war der Grund? Ich hatte mir im Herbst 2019 bei einem Meisterschaftsspiel einen Muskelbündelriss zugezogen, mit dem ich sehr lange zu kämpfen hatte. Da die Verletzungsgefahr in der Halle immer sehr groß ist, habe ich bei Turbo zunächst pausiert. Aber durch die lange Coronapause merke ich, wie der Fußball mir fehlt, deshalb hätte ich definitiv wieder Bock für Turbo zu kicken.

Fußballer Hajriz Hiseni will sich und seiner Familie einen Traum erfüllen

„Schnellstmöglich zurück auf den Platz“: Hajriz Hiseni hat die gleiche Sehnsucht wie alle Amateurfußballer. MT-Foto: Fabian Terwey © Fabian Terwey

Petershagen.Hajriz Hiseni ist eines der Urgesteine bei der SG Gorspen-Vahlsen/Windheim. Seit Kindertagen spielt er für den TuS Windheim, die Spielgemeinschaft sah er anfangs kritisch. Im MT-Interview spricht der 26-Jährige über die Leistung seines Teams in der abgebrochenen Saison, seine Zukunft als Trainer – und über einen Traum seiner Familie, der in der nächsten Spielzeit wahr werden könnte.

Haben Sie sich während der Fußballpause kontinuierlich fit gehalten?

Um ehrlich zu sein, hatte ich dafür keine Motivation, da alles auf eine sehr lange Pause hingedeutet hat. Ein paar Mal war ich mit meine jüngsten Bruder Granit auf dem Allwetterplatz in Lahde ein bisschen zocken, das war’s dann aber auch. Ansonsten habe ich versucht, meine Kontakte so gering wie möglich zu halten. Jetzt hoffe ich, dass wir schnellstmöglich wieder auf dem Platz stehen werden.

Die Saison ist offiziell abgebrochen. Ihr Team lag hinter Weser Leteln auf Platz zwei. Wäre der Aufstieg möglich gewesen?

Wir haben eine richtig gute Serie gespielt und hätten aus meiner Sicht große Chancen gehabt, bis zum Ende um den Aufstieg mitzuspielen. Aber man muss sagen, dass einige andere Teams ebenfalls stark in die Saison gekommen sind. Deshalb glaube ich, dass es bis zum Schluss wahnsinnig spannend geblieben wäre.

Die SG gibt es nun seit zwei Saisons. Hatten Sie Zweifel an dem Projekt?

Ich war zuerst überhaupt nicht begeistert von der Idee. Nicht, weil ich die Jungs aus Gorspen-Vahlsen nicht leiden kann oder den Verein blöd finde, sondern aus dem Grund, dass ich gerne mit Windheim solange wie möglich eigenständig bleiben wollte. Aber direkt nach dem ersten gemeinsamen Training hat sich meine Meinung dazu komplett geändert. Als Außenstehender hätte man nicht unterscheiden können, wer vorher für welchen Verein gespielt hat. Es hat alles von Anfang an richtig gut funktioniert und war sehr harmonisch. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass es die absolut richtige Entscheidung war. Wir sind jetzt noch stärker und unser Nachwuchs muss sich nach der Jugend nicht für einen Verein entscheiden.

In Dirk Mayer holte die SG einen auswärtigen Trainer. Was zeichnet ihn aus?

Dirk hat einen großen Anteil an der gelungenen Zusammenführung der beiden Vereine. Ich kannte ihn vorher bereits als gegnerischen Trainer, und da ist er mir schon als sehr akribisch an der Seitenlinie aufgefallen. Er bereitet jede Trainingseinheit genauso vor wie ein Spiel und bringt auch viel Fachwissen mit. Außerdem ist er menschlich einfach top, also alles in allem eine sehr gute Mischung.

Sie selbst haben Ihr gesamte Laufbahn beim TuS Windheim verbracht. Gab es schon einmal Wechselgedanken?

Das eine oder andere Angebot gab es über die Jahre, aber ich habe mich immer dazu entschieden, bei meinem Heimatverein zu bleiben. Als wir damals aus dem Kosovo nach Deutschland geflohen sind, wurden wir hier in Windheim super aufgenommen und integriert. Ich fühle mich hier sehr wohl und möchte durch meine Treue dem Dorf und dem Verein gerne etwas zurückgeben. Trotzdem möchte ich einen Wechsel für die Zukunft auch nicht komplett ausschließen.

In Behar und Bujar spielen bereits zwei Ihrer Brüder mit Ihnen zusammen. Ihr dritter Bruder Granit ist zurzeit in der A-Jugend und könnte ab Sommer in der ersten Mannschaft spielen. Freuen Sie sich darauf?

Das wäre schon etwas ganz Besonderes. Wir vier haben uns schon öfter darüber unterhalten und fiebern alle auf diesen Tag hin. Das verrückte daran ist, dass wir uns fußballerisch alle nicht viel nehmen und alle das Potenzial haben, in der Startelf zu stehen. Wenn man uns alle vier dann noch gemeinsam in Aktion auf ein Foto bekommen würde, wäre das wirklich ein absolutes Highlight (lacht).

Sie trainieren auch die A-Jugend der SG. Können Sie sich vorstellen, später auch bei den Senioren an der Seitenlinie zu stehen?

Der Vorstand ist auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die A-Jugend zu übernehmen. Die Arbeit mit den Jungs hat mir von Anfang an richtig Bock gemacht. Es ist schön, seine Erfahrungen weiterzugeben. Im Pokal-Halbfinale haben wir vor dem vollen Sportplatz ein super Spiel abgeliefert, das war schon ein geiles Erlebnis. Wenn ich irgendwann mal meine Schuhe an den Nagel hänge, möchte ich dem Fußball aber auf jeden Fall weiterhin verbunden bleiben. Ich könnte mir da sowohl ein Engagement als Trainer als auch einen Posten im Vorstand vorstellen.

Sie haben außerdem Futsal bei FSP Turbo Minden gespielt. Zuletzt waren Sie aber kaum noch dabei. Was war der Grund?

Ich hatte mir im Herbst 2019 bei einem Meisterschaftsspiel einen Muskelbündelriss zugezogen, mit dem ich sehr lange zu kämpfen hatte. Da die Verletzungsgefahr in der Halle immer sehr groß ist, habe ich bei Turbo zunächst pausiert. Aber durch die lange Coronapause merke ich, wie der Fußball mir fehlt, deshalb hätte ich definitiv wieder Bock für Turbo zu kicken.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Fußball