Fußball: TuS Lahde/Quetzen ist der Corona-Meister - Schunke bleibt doch Astrid Plaßhenrich Petershagen. Titel und Meisterschaften vergessen Sportler nie. Es ist eben ein besonderes Gefühl, wenn man der oder die Beste der Konkurrenz ist oder Teil einer Mannschaft, die in der Liga bis zum Schluss an der Spitze steht. Und wenn dieser Moment des Sieges endgültig feststeht, gibt es kein Halten mehr. Sekt- und Bierduschen, Partys bis zum Morgengrauen und Mannschaftsfahrten mit sehr wenig Schlaf schließen sich an. Doch in diesem Sommer ist alles anders. Die Erfolge kamen schleichend. So dauerte es auch beim TuS Lahde/Quetzen mehrere Wochen, bis der Titel in der Fußball-Kreisliga A mit dem verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga amtlich waren. Deshalb gab es keine spontane Feier, sondern ein bei der Stadt Petershagen offiziell angemeldetes Treffen der Spieler und Offiziellen am vergangenen Sonntag, um wenigsten einmal miteinander anzustoßen – selbstverständlich mit verordnetem Mindestabstand. Für TuS-Trainer Christian Riedel ist es die insgesamt dritte Meisterschaft, die er als Spieler und Coach erlebt. Und auch für ihn ist es ein sehr spezieller Titel. Erst führte der Lockdown mit dem Sportverbot zur Ungewissheit, dann folgte das lange Warten bis zum endgültigen Saisonabbruch und der Wertung. Riedel war skeptisch und ist es auch im Rückblick, ob es sportlich ebenfalls gereicht hätte: „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir ein dominanter Spitzenreiter sind. Ich glaube, dass es in den letzten Spielen noch einmal eng geworden wäre. Aber das ist Spekulation. Wir nehmen den Aufstieg gerne mit.“ Dem Trainer fehlte die Souveränität in vielen Spielen. „Wir hatten oft Matchglück. Aber wenn man an der Spitze steht, will man diese auch nicht mehr räumen. Ein Riesenvorteil war sicherlich, dass wir überhaupt keinen Druck hatten und immer befreit aufspielen konnten.“ Eine Qualität, die den Meister unbestritten auszeichnet, war die Chancenverwertung. Auch wenn der TuS in Spielen zurückgelegen hat, konnte er das Ergebnis meistens zu seinen Gunsten drehen. „Wir haben häufig viele Chancen für den Gegner zugelassen, der daraus allerdings keinen Profit schlagen konnte. Und dann haben wir die Dinger gemacht“, erzählt Riedel. Einer der dafür auch verantwortlich war, heißt Niklas Schunke. Der Lahder Stürmer war mit 15 Treffern in 18 Spielen bester Torjäger in der Kreisliga A und damit auch maßgeblich an der Meisterschaft beteiligt. Und: Riedel kann auch in der Bezirksliga mit dem Offensivmann planen. Das ist überraschend. Denn bereits Anfang Februar gab Union Minden, die Verpflichtung des 23-Jährigen bekannt. Unions Sportlicher Leiter Mario Schnittker hatte Schunke bereits in der Jugend trainiert und konnte ihn von einem Wechsel überzeugen. Der Stürmer erklärte damals: „Es war mein Traum, wieder mit Mario Schnittker zusammenzuarbeiten.“ Doch jetzt kam die Rolle rückwärts. Union-Trainer Tim Meyer weiß seit zwei Wochen, dass er ohne Schunke planen muss. „Das ist sehr schade, aber auf einen Spieler, der charakterlich so geprägt ist, kann ich auch verzichten“, sagt Meyer. Es sei bereits im Vorfeld ein Hin und Her gewesen, ob Schunke nun wechselt oder nicht. „Er hat uns dann seine feste Zusage gegeben. Was jetzt passiert ist, weiß ich nicht“, erklärt Meyer. Riedel habe nicht mehr mit seinem Stürmer über ein Bleiben gesprochen: „Ich halte nichts davon, einen Spieler noch einmal umzustimmen, wenn er einem anderen Verein zugesagt hat.“ Schunke habe beim ersten Training nach der Corona-Pause ihm und der Mannschaft mitgeteilt, dass er auch kommende Saison für den TuS spielt. „Dann schicke ich ihn sicherlich nicht weg“, sagt der Lahder Coach. Für ihn ist das Thema durch und er richtet seinen Blick auf die kommende Saison, die eventuell Anfang September startet. Bereits jetzt trainiert der TuS zweimal in der Woche, um sich fit zu halten. Ab dem 12. Juli fährt Riedel das Pensum hoch. Dann ist Dominik Ötting nicht mehr mit dabei. Er wechselt zum VfB Gorspen-Vahlsen. Leon Paulsen wird sich ebenfalls vom Verein abmelden, weil er noch nicht weiß, wo er studieren wird. Das sind die einzigen Abgänge, womit die Kaderplanung auch abgeschlossen ist. „Wir sind für die kommende Saison sehr gut aufgestellt. Aber es wird eine ganz neue Herausforderung für viele werde“, sagt Christian Riedel. Damit die Vorbereitung nicht zu lang wird, gewährt der TuS-Trainer seinen Jungs vom 18. bis 27. Juli noch einmal eine Pause. Vielleicht kann in dem Zeitraum auch die Mannschaftsfahrt nachgeholt werden. Eigentlich sollte es direkt nach der Saison nach Prag gehen. Aufgrund der Krise bleiben die Bahntickets bis Oktober noch gültig. Riedel wird allerdings nicht mitfahren. „Die Jungs sollen über den Trainer auch mal ordentlich lästern können“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Meisterteam des TuS Lahde/Quetzen Spieler: Jonas Stremming, Tim Heine, Dennis Schmidt – René Aumann, Nikolai Brestel, Paul Epp, Paul, Thomas Epp, Chris Fangmann, Mark Hinkelmann, Jonas Höltke, Marvin Höltkemeier, Sören Janke, Janeck Koell, Timo Mannigel, Sebastian Meyer, Bastian Mohring, Dominik Ötting, Patrick Ötting, Leon Christian Paulsen, Christian Pilatzki, Jan Eric Rasche, Thomas Schering, Maik Schröder, Niklas Schunke, Marcel Skibbe, Leon Vidahl. Trainer: Christian Riedel. Betreuer: Maik Lühmann.

Fußball: TuS Lahde/Quetzen ist der Corona-Meister - Schunke bleibt doch

So sehen Meister im Jahr 2020 aus: Anstatt eine Menschentraube nach dem entscheidenden Spiel zu bilden, steht der TuS Lahde/Quetzen mit Mindestabstand an den extra aufgestellten Hütchen. Das Foto wurde vom Sportheimdach aus geschossen. © Foto: Privat

Petershagen. Titel und Meisterschaften vergessen Sportler nie. Es ist eben ein besonderes Gefühl, wenn man der oder die Beste der Konkurrenz ist oder Teil einer Mannschaft, die in der Liga bis zum Schluss an der Spitze steht. Und wenn dieser Moment des Sieges endgültig feststeht, gibt es kein Halten mehr. Sekt- und Bierduschen, Partys bis zum Morgengrauen und Mannschaftsfahrten mit sehr wenig Schlaf schließen sich an. Doch in diesem Sommer ist alles anders. Die Erfolge kamen schleichend. So dauerte es auch beim TuS Lahde/Quetzen mehrere Wochen, bis der Titel in der Fußball-Kreisliga A mit dem verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga amtlich waren. Deshalb gab es keine spontane Feier, sondern ein bei der Stadt Petershagen offiziell angemeldetes Treffen der Spieler und Offiziellen am vergangenen Sonntag, um wenigsten einmal miteinander anzustoßen – selbstverständlich mit verordnetem Mindestabstand.

Für TuS-Trainer Christian Riedel ist es die insgesamt dritte Meisterschaft, die er als Spieler und Coach erlebt. Und auch für ihn ist es ein sehr spezieller Titel. Erst führte der Lockdown mit dem Sportverbot zur Ungewissheit, dann folgte das lange Warten bis zum endgültigen Saisonabbruch und der Wertung. Riedel war skeptisch und ist es auch im Rückblick, ob es sportlich ebenfalls gereicht hätte: „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir ein dominanter Spitzenreiter sind. Ich glaube, dass es in den letzten Spielen noch einmal eng geworden wäre. Aber das ist Spekulation. Wir nehmen den Aufstieg gerne mit.“ Dem Trainer fehlte die Souveränität in vielen Spielen. „Wir hatten oft Matchglück. Aber wenn man an der Spitze steht, will man diese auch nicht mehr räumen. Ein Riesenvorteil war sicherlich, dass wir überhaupt keinen Druck hatten und immer befreit aufspielen konnten.“

Eine Qualität, die den Meister unbestritten auszeichnet, war die Chancenverwertung. Auch wenn der TuS in Spielen zurückgelegen hat, konnte er das Ergebnis meistens zu seinen Gunsten drehen. „Wir haben häufig viele Chancen für den Gegner zugelassen, der daraus allerdings keinen Profit schlagen konnte. Und dann haben wir die Dinger gemacht“, erzählt Riedel.

Einer der dafür auch verantwortlich war, heißt Niklas Schunke. Der Lahder Stürmer war mit 15 Treffern in 18 Spielen bester Torjäger in der Kreisliga A und damit auch maßgeblich an der Meisterschaft beteiligt. Und: Riedel kann auch in der Bezirksliga mit dem Offensivmann planen. Das ist überraschend. Denn bereits Anfang Februar gab Union Minden, die Verpflichtung des 23-Jährigen bekannt. Unions Sportlicher Leiter Mario Schnittker hatte Schunke bereits in der Jugend trainiert und konnte ihn von einem Wechsel überzeugen. Der Stürmer erklärte damals: „Es war mein Traum, wieder mit Mario Schnittker zusammenzuarbeiten.“ Doch jetzt kam die Rolle rückwärts. Union-Trainer Tim Meyer weiß seit zwei Wochen, dass er ohne Schunke planen muss. „Das ist sehr schade, aber auf einen Spieler, der charakterlich so geprägt ist, kann ich auch verzichten“, sagt Meyer. Es sei bereits im Vorfeld ein Hin und Her gewesen, ob Schunke nun wechselt oder nicht. „Er hat uns dann seine feste Zusage gegeben. Was jetzt passiert ist, weiß ich nicht“, erklärt Meyer.

Riedel habe nicht mehr mit seinem Stürmer über ein Bleiben gesprochen: „Ich halte nichts davon, einen Spieler noch einmal umzustimmen, wenn er einem anderen Verein zugesagt hat.“ Schunke habe beim ersten Training nach der Corona-Pause ihm und der Mannschaft mitgeteilt, dass er auch kommende Saison für den TuS spielt. „Dann schicke ich ihn sicherlich nicht weg“, sagt der Lahder Coach.

Für ihn ist das Thema durch und er richtet seinen Blick auf die kommende Saison, die eventuell Anfang September startet. Bereits jetzt trainiert der TuS zweimal in der Woche, um sich fit zu halten. Ab dem 12. Juli fährt Riedel das Pensum hoch. Dann ist Dominik Ötting nicht mehr mit dabei. Er wechselt zum VfB Gorspen-Vahlsen. Leon Paulsen wird sich ebenfalls vom Verein abmelden, weil er noch nicht weiß, wo er studieren wird. Das sind die einzigen Abgänge, womit die Kaderplanung auch abgeschlossen ist. „Wir sind für die kommende Saison sehr gut aufgestellt. Aber es wird eine ganz neue Herausforderung für viele werde“, sagt Christian Riedel.

Damit die Vorbereitung nicht zu lang wird, gewährt der TuS-Trainer seinen Jungs vom 18. bis 27. Juli noch einmal eine Pause. Vielleicht kann in dem Zeitraum auch die Mannschaftsfahrt nachgeholt werden. Eigentlich sollte es direkt nach der Saison nach Prag gehen. Aufgrund der Krise bleiben die Bahntickets bis Oktober noch gültig. Riedel wird allerdings nicht mitfahren. „Die Jungs sollen über den Trainer auch mal ordentlich lästern können“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Meisterteam des TuS Lahde/Quetzen

Spieler: Jonas Stremming, Tim Heine, Dennis Schmidt – René Aumann, Nikolai Brestel, Paul Epp, Paul, Thomas Epp, Chris Fangmann, Mark Hinkelmann, Jonas Höltke, Marvin Höltkemeier, Sören Janke, Janeck Koell, Timo Mannigel, Sebastian Meyer, Bastian Mohring, Dominik Ötting, Patrick Ötting, Leon Christian Paulsen, Christian Pilatzki, Jan Eric Rasche, Thomas Schering, Maik Schröder, Niklas Schunke, Marcel Skibbe, Leon Vidahl.

Trainer: Christian Riedel.

Betreuer: Maik Lühmann.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Weiterlesen in Fußball