Fußball-Box: Feldspieler glänzt im Tor, Torhüter erfolgreich auf dem Feld Minden. Während Landesligist RW Maaslingen seinen Fünf-Spiele-Plan abarbeitet, hat Union Minden sein Torwartproblem in der Kreisliga A kreativ gelöst. Der SV Hausberge feierte derweil erst am Freitag Hochzeit und dann am Sonntag einen klaren Sieg. Agirman darf aufkleben Landesligist RW Maaslingen hat zurzeit ein strammes Programm. Angesichts von fünf Spielen in 14 Tagen haben Trainer Jan-Werner Schmitz und sein Team einen Fahrplan erarbeitet und auf die Taktiktafel gezeichnet. „Nach jedem Spiel bestimmen wir einen Spieler, der einen Sticker aufkleben darf“, erklärte Schmitz. Nach dem 2:0 am Sonntag gegen Heide Paderborn fiel diese Ehre Azad Agirman zu – nicht nur, weil er als Linksverteidiger ein starkes Spiel gemacht hatte, wie sein Coach betonte: „Er ist der beste Teamplayer, den ich je erlebt habe. Er lebt einfach für die Mannschaft und den Teamspirit.“ (kül) Alle Bälle festgehalten Eigentlich spielt Stanislav Quiring offensiv auf dem rechten Flügel, am Sonntag musste er allerdings bei Union Minden ins Tor. Nach der Roten Karte gegen Stammkeeper Amin Dbouk war der 23-Jährige die erste Option, weil Ersatztorwart Dennis Schmidt erkrankt fehlte. Und Quiring löste die ungewohnte Aufgabe nach seiner Einwechslung souverän. „Er hat nicht eine Unsicherheit gezeigt und alle Bälle festgehalten, das ist nicht selbstverständlich als Feldspieler“, lobte Trainer Tim Meyer. Ganz neu war die Position für seinen Schützling zwar nicht, schon in der Vorbereitung hatte Quiring wegen Personalmangels im Tor gestanden. Dennoch wirkte er nach dem 3:0-Sieg bei SV Kutenhausen-Todtenhausen II erleichtert: „Ich habe zu Null gespielt, mehr kann man sich nicht wünschen.“ (kül) Doppelte Freude Bei A-Kreisligist SV Hausberge gab es am Wochenende doppelten Grund zur Freude. Zum einen fuhr Spieler Andre Werner am Freitag in Timmendorfer Strand an der Ostsee in den Hafen der Ehe ein, zum anderen feierten die Kicker zwei Tage später mit dem 6:1-Sieg bei FSC Eisbergen II die Rückkehr an die Tabellenspitze der Staffel 2. Die Partie war auf Wunsch der Hausberger um zwei Stunden auf 17 Uhr verschoben worden, da viele Spieler bei der Hochzeit ihres Teamkollegen waren und nach einem gemeinsamen Tag erst am Sonntag zurückfuhren. „Bis 15 Uhr wäre es sicherlich eine knappe Sache geworden, deshalb haben wir wegen einer Verlegung angefragt. Eisbergen hat sofort zugestimmt. Dafür möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken“, sagte Hausberges Trainer Marcel Wallbaum. (tok) Tag der Torhüter Beim TuS Holzhausen/Porta wurde der Sonntag zum Tag der Torhüter. A-Jugend-Torwart Fynn Achtelik spielte zum ersten Mal bei den Männern im Feld – und trug sich beim 7:1 in der Kreisliga B Süd gegen den SC Oberbecksen-Babbenhausen gleich zweimal in die Torschützenliste ein. In der zweiten Mannschaft versucht sich auch Torwart Daniel Branahl zurzeit als Feldspieler und traf im Spiel gegen SV Hausberge II in der Kreisliga C1 ebenfalls. Statt seiner stand der frühere Feldspieler Viktor Herber im Tor der Reserve – und versenkte in der gleichen Partie auch noch einen Elfmeter. Die 2:3-Niederlage konnten die beiden aber nicht verhindern. (mt) Mohe lobt Wir-Gefühl Bei der SV Kutenhausen-Todtenhausen läuft es momentan wie am Schnürchen. Die erste Männermannschaft führt nach dem dritten klaren Sieg die Bezirksliga-Tabelle an, die Frauen rangieren nach dem souveränen Auswärtserfolg in Berghofen in der Westfalenliga-Spitzengruppe, und auch die Jugendmannschaften sind in ihren Klassen oben dabei. Die erfolgreiche Arbeit an allen Fronten ist auch Sascha Mohe, Torwart-Trainer der ersten Männer-Mannschaft, nicht verborgen geblieben. „Hier wächst etwas Großes heran. Das merke ich bei der ersten Mannschaft. Die Jungs haben Lust auf Fußball, verstehen sich auf und neben dem Spielfeld blendend und gehen zusammen durch dick und dünn. Und Trainer Jens Meier passt wie gemalt zu dem Verein, er verschafft den talentierten Fußballern mit seinem Fachwissen die nötige Fitness. So sind die bisherigen Kantersiege zu erklären“, schwärmt Mohe. „Ich kannte ein hervorragendes Teamgefühl zwar schon aus meiner Zeit bei RW Maaslingen, doch hier in Kutenhausen ist das noch einmal eine Stufe höher. Die Perspektive ist meines Erachtens optimal.“ (tok) Letzte Station für Versick Rückschläge erlebte Lennart Versick in seiner Karriere genug, fertig mit dem Fußball ist er aber noch lange nicht. Einmal wurde er bislang am linken, viermal am rechten Knie operiert: „Da war alles kaputt, Kreuzband, Meniskus, Bänder, Knorpel.“ Doch seine Schuhe wollte er nie an den Nagel hängen: „Wenn ich mit meiner Knieschiene und Krücken am Platz zum Gucken war, dann hat es immer direkt wieder gejuckt.“ Nach Stationen bei Union Minden, FC Bad Oeynhausen, TuS Petershagen-Ovenstädt und VfL Bückeburg ist der mittlerweile 30-Jährige seit 2019 beim TuS Dornberg – seiner ersten Station in Bielefeld. „Und sicherlich auch meine letzte“, sagt er. „Ich finde es grandios, dass hier nicht jeder Hinz und Kunz geholt wird. Die Verantwortlichen achten in erster Linie auf den Charakter, das gefällt mir“, sagt Versick. Nach Bielefeld gezogen ist er aus beruflichen Gründen. „Und dann habe ich auch noch meine Freundin kennengelernt. Das Pendeln fand ich auf Dauer doof, da sind wir zusammengezogen.“ Privat und sportlich läuft es also für Versick, und auch ein neues Hobby hat er gefunden: Mit seiner roten Simson S50 knattert er durch Bielefeld und grinst, als hätte er gerade ein Tor erzielt. (nw)

Fußball-Box: Feldspieler glänzt im Tor, Torhüter erfolgreich auf dem Feld

Auch den hat er: Feldspieler Stanislav Quiring zeigte als Aushilfstorwart von Union Minden eine fehlerfreie Leistung. MT-Foto: Sebastian Külbel © dfs

Minden. Während Landesligist RW Maaslingen seinen Fünf-Spiele-Plan abarbeitet, hat Union Minden sein Torwartproblem in der Kreisliga A kreativ gelöst. Der SV Hausberge feierte derweil erst am Freitag Hochzeit und dann am Sonntag einen klaren Sieg.

Agirman darf aufkleben

Landesligist RW Maaslingen hat zurzeit ein strammes Programm. Angesichts von fünf Spielen in 14 Tagen haben Trainer Jan-Werner Schmitz und sein Team einen Fahrplan erarbeitet und auf die Taktiktafel gezeichnet. „Nach jedem Spiel bestimmen wir einen Spieler, der einen Sticker aufkleben darf“, erklärte Schmitz. Nach dem 2:0 am Sonntag gegen Heide Paderborn fiel diese Ehre Azad Agirman zu – nicht nur, weil er als Linksverteidiger ein starkes Spiel gemacht hatte, wie sein Coach betonte: „Er ist der beste Teamplayer, den ich je erlebt habe. Er lebt einfach für die Mannschaft und den Teamspirit.“ (kül)

Alle Bälle festgehalten
Ehre für den Teamplayer: Azad Agirman darf den ersten Sticker in RW Maaslingens Fünf-Spiele-Fahrplan an die Taktiktafel kleben. MT-Foto: Külbel - © Sebastian Külbel
Ehre für den Teamplayer: Azad Agirman darf den ersten Sticker in RW Maaslingens Fünf-Spiele-Fahrplan an die Taktiktafel kleben. MT-Foto: Külbel - © Sebastian Külbel

Eigentlich spielt Stanislav Quiring offensiv auf dem rechten Flügel, am Sonntag musste er allerdings bei Union Minden ins Tor. Nach der Roten Karte gegen Stammkeeper Amin Dbouk war der 23-Jährige die erste Option, weil Ersatztorwart Dennis Schmidt erkrankt fehlte. Und Quiring löste die ungewohnte Aufgabe nach seiner Einwechslung souverän. „Er hat nicht eine Unsicherheit gezeigt und alle Bälle festgehalten, das ist nicht selbstverständlich als Feldspieler“, lobte Trainer Tim Meyer. Ganz neu war die Position für seinen Schützling zwar nicht, schon in der Vorbereitung hatte Quiring wegen Personalmangels im Tor gestanden. Dennoch wirkte er nach dem 3:0-Sieg bei SV Kutenhausen-Todtenhausen II erleichtert: „Ich habe zu Null gespielt, mehr kann man sich nicht wünschen.“ (kül)

Doppelte Freude

Bei A-Kreisligist SV Hausberge gab es am Wochenende doppelten Grund zur Freude. Zum einen fuhr Spieler Andre Werner am Freitag in Timmendorfer Strand an der Ostsee in den Hafen der Ehe ein, zum anderen feierten die Kicker zwei Tage später mit dem 6:1-Sieg bei FSC Eisbergen II die Rückkehr an die Tabellenspitze der Staffel 2. Die Partie war auf Wunsch der Hausberger um zwei Stunden auf 17 Uhr verschoben worden, da viele Spieler bei der Hochzeit ihres Teamkollegen waren und nach einem gemeinsamen Tag erst am Sonntag zurückfuhren. „Bis 15 Uhr wäre es sicherlich eine knappe Sache geworden, deshalb haben wir wegen einer Verlegung angefragt. Eisbergen hat sofort zugestimmt. Dafür möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken“, sagte Hausberges Trainer Marcel Wallbaum. (tok)

Tag der Torhüter

Beim TuS Holzhausen/Porta wurde der Sonntag zum Tag der Torhüter. A-Jugend-Torwart Fynn Achtelik spielte zum ersten Mal bei den Männern im Feld – und trug sich beim 7:1 in der Kreisliga B Süd gegen den SC Oberbecksen-Babbenhausen gleich zweimal in die Torschützenliste ein. In der zweiten Mannschaft versucht sich auch Torwart Daniel Branahl zurzeit als Feldspieler und traf im Spiel gegen SV Hausberge II in der Kreisliga C1 ebenfalls. Statt seiner stand der frühere Feldspieler Viktor Herber im Tor der Reserve – und versenkte in der gleichen Partie auch noch einen Elfmeter. Die 2:3-Niederlage konnten die beiden aber nicht verhindern. (mt)

Mohe lobt Wir-Gefühl

Bei der SV Kutenhausen-Todtenhausen läuft es momentan wie am Schnürchen. Die erste Männermannschaft führt nach dem dritten klaren Sieg die Bezirksliga-Tabelle an, die Frauen rangieren nach dem souveränen Auswärtserfolg in Berghofen in der Westfalenliga-Spitzengruppe, und auch die Jugendmannschaften sind in ihren Klassen oben dabei. Die erfolgreiche Arbeit an allen Fronten ist auch Sascha Mohe, Torwart-Trainer der ersten Männer-Mannschaft, nicht verborgen geblieben. „Hier wächst etwas Großes heran. Das merke ich bei der ersten Mannschaft. Die Jungs haben Lust auf Fußball, verstehen sich auf und neben dem Spielfeld blendend und gehen zusammen durch dick und dünn. Und Trainer Jens Meier passt wie gemalt zu dem Verein, er verschafft den talentierten Fußballern mit seinem Fachwissen die nötige Fitness. So sind die bisherigen Kantersiege zu erklären“, schwärmt Mohe. „Ich kannte ein hervorragendes Teamgefühl zwar schon aus meiner Zeit bei RW Maaslingen, doch hier in Kutenhausen ist das noch einmal eine Stufe höher. Die Perspektive ist meines Erachtens optimal.“ (tok)

Letzte Station für Versick

Rückschläge erlebte Lennart Versick in seiner Karriere genug, fertig mit dem Fußball ist er aber noch lange nicht. Einmal wurde er bislang am linken, viermal am rechten Knie operiert: „Da war alles kaputt, Kreuzband, Meniskus, Bänder, Knorpel.“ Doch seine Schuhe wollte er nie an den Nagel hängen: „Wenn ich mit meiner Knieschiene und Krücken am Platz zum Gucken war, dann hat es immer direkt wieder gejuckt.“ Nach Stationen bei Union Minden, FC Bad Oeynhausen, TuS Petershagen-Ovenstädt und VfL Bückeburg ist der mittlerweile 30-Jährige seit 2019 beim TuS Dornberg – seiner ersten Station in Bielefeld. „Und sicherlich auch meine letzte“, sagt er. „Ich finde es grandios, dass hier nicht jeder Hinz und Kunz geholt wird. Die Verantwortlichen achten in erster Linie auf den Charakter, das gefällt mir“, sagt Versick. Nach Bielefeld gezogen ist er aus beruflichen Gründen. „Und dann habe ich auch noch meine Freundin kennengelernt. Das Pendeln fand ich auf Dauer doof, da sind wir zusammengezogen.“ Privat und sportlich läuft es also für Versick, und auch ein neues Hobby hat er gefunden: Mit seiner roten Simson S50 knattert er durch Bielefeld und grinst, als hätte er gerade ein Tor erzielt. (nw)

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