Fußball-Box: Denkwürdige Nachspielzeit in Windheim, Schmitz gesteht Fehler ein, TuSPO gehen die Angreifer aus Minden. Während RW Maaslingens Trainer Jan-Werner Schmitz einen Taktik-Fehler eingestand, gehen seinem Kollegen Jan Frederik Finger vom TuS Petershagen-Ovenstädt die Angreifer aus. In Windheim erlebte derweil Andreas Vetter eine denkwürdige Nachspielzeit. Aggressivität genommen Nach dem 1:1 im Topspiel gegen den SCV Neuenbeken hat Landesligist RW Maaslingen den Anschluss an die beiden oberen Plätze vorerst verloren. Trainer Jan-Werner Schmitz nahm das auf seine Kappe: „Ich habe taktisch die falsche Entscheidung getroffen. Wir wollten tief stehen, mit langen Bällen nach vorne kommen und den Gegner mit seinen Waffen schlagen. Aber so habe ich uns unsere Aggressivität und das typische RWM-Spiel genommen.“ Der Versuch, mit diesem Stil hinter die starke Neuenbekener Abwehrkette zu kommen, scheiterte in der ersten Hälfte weitgehend, so dass es kaum Torchancen gab. „Es war zum Einschlafen“, meinte Schmitz zerknirscht. Dessen Korrekturen in der Pause führten zwar zu einer klaren Steigerung, Jan-Christoph Thom gelang aber nur noch der Ausgleich. (kül) Monstermäßige Moral Auch wenn das Ergebnis wieder einmal nicht stimmte, zeigte Bezirksligist FT Dützen beim 2:6 gegen den SC Vlotho große Moral. Selbst beim Stand von 2:5 feuerten sich die Gastgeber noch lautstark an. „Los Jungs, weitermachen, da geht noch was“, trieb Abwehrrecke Pascal Hergott seine Mannen immer wieder nach vorn. Auch Trainer Patrick Zweck marschierte die Seitenlinie mit angespannter Miene auf und ab, als könne seine Mannschaft noch um den Sieg mitspielen. Am Ende haben tadelloser Einsatz und monstermäßige Moral zwar nicht gereicht, doch ist zumindest das ungebrochene Selbstbewusstsein ein wichtiger Trumpf für das Derby am Samstag gegen den TuS Petershagen-Ovenstädt. (tok) Finger auf Stürmersuche Am Anfang der Saison machte dem TuS Petershagen-Ovenstädt der Personalmangel in der Abwehr Sorgen, zurzeit ist Trainer Jan Frederik Finger auf Stürmersuche. Nico Rohleder, mit vier Saisontreffern bester Torjäger im Kader, fällt mit einer Bänderverletzung im Fuß vorerst aus. Er war im Stadtderby gegen den TuS Lahde/Quetzen (1:1) nach einem Zweikampf gegen eine Holzbank gerauscht. Im Auswärtsspiel bei Preußen Espelkamp II (1:3) mussten zwei weitere Stürmer vorzeitig raus: Julian Danowsky humpelte nach einem Tritt gegen seinen erst kürzlich geprellten Fuß noch vor der Pause vom Platz. Bei Meik Möhlenbrock knackte es in der zweiten Hälfte im Knie. In Lucas Reinhold fehlt auch ein vierter Offensivmann wegen einer Knieverletzung. „Wir laufen auf der letzten Rille, jetzt müssen wir basteln“, meint Finger. (kül) Ungläubiger Matchwinner So etwas hat sogar ein erfahrener Spieler wie Andreas Vetter noch nicht erlebt. Mit zwei Toren in der Nachspielzeit hatte er A-Kreisligist SG Gorspen-Vahlsen/Windheim noch zum 4:3-Triumph gegen den TuS Volmerdingsen geschossen. Der Matchwinner nahm sein Husarenstück ungläubig zur Kenntnis: „Sicher hat man beim 2:3 noch die Hoffnung, dass man den Ausgleich macht. Doch nach dem 3:3 hatten bei uns plötzlich alle das Gefühl, dass sogar noch mehr geht. Volmerdingsen war auf einmal völlig von der Rolle.“ Die Gäste verloren beim Anstoß gleich wieder den Ball, Vetter stand frei, war nicht im Abseits und erhielt einen perfekten Pass: „Ich stand auf einmal völlig blank mit Ball vor dem Torhüter und habe mich nicht zweimal bitten lassen. Da war die Kugel plötzlich schon wieder drin und alle um mich rasteten aus“, schilderte Vetter. (tok) Stichelei mit Retourkutsche Eine kleine Stichelei in den sozialen Netzwerken gab Bezirksligist FSC Eisbergen offenbar den richtigen Ansporn für das Spiel bei TuRa Löhne. In einem kurzen Video hatte eine maskierte Person aus dem TuRa-Umfeld den Gegner „hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen“ verortet und zum Abschluss angekündigt: „Kommt nach Löhne, wir rasieren euch.“ Die Eisberger gewannen die Partie mit einer perfekt umgesetzten Kontertaktik 3:0 und holten im Spielbericht auf ihrer Facebookseite zur Retourkutsche aus: „So spielten die ,sieben Zwerge’ die Partie souverän runter und fuhren einen verdienten Auswärtssieg ein.“ (kül) Mannschaft geht vom Platz Einen kurioses Ende hatte das Spiel in der Lübbecker Kreisliga B zwischen FC Oppenwehe und SC BW Vehlage II. Beim Stand von 4:1 gingen die Gäste geschlossen vom Platz, weil sie sich vom Schiedsrichter benachteiligt fühlten. „Der Schiri hatte Bock, Karten zu verteilen. Das sind Entscheidungen, unter denen wir als Verein leiden und Punkte verlieren. Die Schiedsrichter erlauben sich zu viel“, schimpfte SC-Kapitän Metin Akar. Bei den Toren monierte er dreimal Abseits und sah sein Team zudem um einen Elfmeter gebracht. Auch die Gelb-Rote-Karte gegen Torwart Torsten Korejtek empfand er als nicht gerechtfertigt. Oppenwehes Trainer Sandro Nagel kritisierte Vehlages Verhalten: „Wenn man den Platz verlässt, sollte man sich schon fragen, ob man als Mannschaft intakt ist und Fußball spielen will.“ (nw)

Fußball-Box: Denkwürdige Nachspielzeit in Windheim, Schmitz gesteht Fehler ein, TuSPO gehen die Angreifer aus

Joshua Höhne (links) hatte eine der wenigen Maaslinger Chancen in der ersten Halbzeit gegen Neuenbeken. Foto: Sebastian Külbel

Minden. Während RW Maaslingens Trainer Jan-Werner Schmitz einen Taktik-Fehler eingestand, gehen seinem Kollegen Jan Frederik Finger vom TuS Petershagen-Ovenstädt die Angreifer aus. In Windheim erlebte derweil Andreas Vetter eine denkwürdige Nachspielzeit.

Aggressivität genommen

Nach dem 1:1 im Topspiel gegen den SCV Neuenbeken hat Landesligist RW Maaslingen den Anschluss an die beiden oberen Plätze vorerst verloren. Trainer Jan-Werner Schmitz nahm das auf seine Kappe: „Ich habe taktisch die falsche Entscheidung getroffen. Wir wollten tief stehen, mit langen Bällen nach vorne kommen und den Gegner mit seinen Waffen schlagen. Aber so habe ich uns unsere Aggressivität und das typische RWM-Spiel genommen.“ Der Versuch, mit diesem Stil hinter die starke Neuenbekener Abwehrkette zu kommen, scheiterte in der ersten Hälfte weitgehend, so dass es kaum Torchancen gab. „Es war zum Einschlafen“, meinte Schmitz zerknirscht. Dessen Korrekturen in der Pause führten zwar zu einer klaren Steigerung, Jan-Christoph Thom gelang aber nur noch der Ausgleich. (kül)

Andreas Vetter wurde ganz spät zum Matchwinner. - © Thomas Kühlmann
Andreas Vetter wurde ganz spät zum Matchwinner. - © Thomas Kühlmann

Monstermäßige Moral

Auch wenn das Ergebnis wieder einmal nicht stimmte, zeigte Bezirksligist FT Dützen beim 2:6 gegen den SC Vlotho große Moral. Selbst beim Stand von 2:5 feuerten sich die Gastgeber noch lautstark an. „Los Jungs, weitermachen, da geht noch was“, trieb Abwehrrecke Pascal Hergott seine Mannen immer wieder nach vorn. Auch Trainer Patrick Zweck marschierte die Seitenlinie mit angespannter Miene auf und ab, als könne seine Mannschaft noch um den Sieg mitspielen. Am Ende haben tadelloser Einsatz und monstermäßige Moral zwar nicht gereicht, doch ist zumindest das ungebrochene Selbstbewusstsein ein wichtiger Trumpf für das Derby am Samstag gegen den TuS Petershagen-Ovenstädt. (tok)

Meik Möhlenbrock und Nico Rohleder fallen aus. - © Sebastian Külbel
Meik Möhlenbrock und Nico Rohleder fallen aus. - © Sebastian Külbel

Finger auf Stürmersuche

Am Anfang der Saison machte dem TuS Petershagen-Ovenstädt der Personalmangel in der Abwehr Sorgen, zurzeit ist Trainer Jan Frederik Finger auf Stürmersuche. Nico Rohleder, mit vier Saisontreffern bester Torjäger im Kader, fällt mit einer Bänderverletzung im Fuß vorerst aus. Er war im Stadtderby gegen den TuS Lahde/Quetzen (1:1) nach einem Zweikampf gegen eine Holzbank gerauscht. Im Auswärtsspiel bei Preußen Espelkamp II (1:3) mussten zwei weitere Stürmer vorzeitig raus: Julian Danowsky humpelte nach einem Tritt gegen seinen erst kürzlich geprellten Fuß noch vor der Pause vom Platz. Bei Meik Möhlenbrock knackte es in der zweiten Hälfte im Knie. In Lucas Reinhold fehlt auch ein vierter Offensivmann wegen einer Knieverletzung. „Wir laufen auf der letzten Rille, jetzt müssen wir basteln“, meint Finger. (kül)

Ungläubiger Matchwinner

So etwas hat sogar ein erfahrener Spieler wie Andreas Vetter noch nicht erlebt. Mit zwei Toren in der Nachspielzeit hatte er A-Kreisligist SG Gorspen-Vahlsen/Windheim noch zum 4:3-Triumph gegen den TuS Volmerdingsen geschossen. Der Matchwinner nahm sein Husarenstück ungläubig zur Kenntnis: „Sicher hat man beim 2:3 noch die Hoffnung, dass man den Ausgleich macht. Doch nach dem 3:3 hatten bei uns plötzlich alle das Gefühl, dass sogar noch mehr geht. Volmerdingsen war auf einmal völlig von der Rolle.“ Die Gäste verloren beim Anstoß gleich wieder den Ball, Vetter stand frei, war nicht im Abseits und erhielt einen perfekten Pass: „Ich stand auf einmal völlig blank mit Ball vor dem Torhüter und habe mich nicht zweimal bitten lassen. Da war die Kugel plötzlich schon wieder drin und alle um mich rasteten aus“, schilderte Vetter. (tok)

Stichelei mit Retourkutsche

Eine kleine Stichelei in den sozialen Netzwerken gab Bezirksligist FSC Eisbergen offenbar den richtigen Ansporn für das Spiel bei TuRa Löhne. In einem kurzen Video hatte eine maskierte Person aus dem TuRa-Umfeld den Gegner „hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen“ verortet und zum Abschluss angekündigt: „Kommt nach Löhne, wir rasieren euch.“ Die Eisberger gewannen die Partie mit einer perfekt umgesetzten Kontertaktik 3:0 und holten im Spielbericht auf ihrer Facebookseite zur Retourkutsche aus: „So spielten die ,sieben Zwerge’ die Partie souverän runter und fuhren einen verdienten Auswärtssieg ein.“ (kül)

Mannschaft geht vom Platz

Einen kurioses Ende hatte das Spiel in der Lübbecker Kreisliga B zwischen FC Oppenwehe und SC BW Vehlage II. Beim Stand von 4:1 gingen die Gäste geschlossen vom Platz, weil sie sich vom Schiedsrichter benachteiligt fühlten. „Der Schiri hatte Bock, Karten zu verteilen. Das sind Entscheidungen, unter denen wir als Verein leiden und Punkte verlieren. Die Schiedsrichter erlauben sich zu viel“, schimpfte SC-Kapitän Metin Akar. Bei den Toren monierte er dreimal Abseits und sah sein Team zudem um einen Elfmeter gebracht. Auch die Gelb-Rote-Karte gegen Torwart Torsten Korejtek empfand er als nicht gerechtfertigt. Oppenwehes Trainer Sandro Nagel kritisierte Vehlages Verhalten: „Wenn man den Platz verlässt, sollte man sich schon fragen, ob man als Mannschaft intakt ist und Fußball spielen will.“ (nw)

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