Fußball-Box: Corona-Verwirrung und eine Fairplay-Geste Minden. Das Thema Corona bestimmte das vergangene Fußball-Wochenende. Vor allem die Auslegung der 2G- oder auch 3G-Regel sorgte vielerorts für Verwirrung und kreative Entscheidungen. Heimrecht getauscht Der kurzfristige Heimrechttausch vor der Landesliga-Partie zwischen SV Eidinghausen-Werste und Spvg Beckum sorgte für Aufsehen in der Szene. Weil in der Stadt Beckum auch für den Sport eine strikte 2G-Regelung gilt, verlegte Staffelleiter Friedhelm Spey die Partie kurzerhand nach Bad Oeynhausen-Werste, wo Sport gemäß Landesverordnung zusätzlich auch mit negativem PCR-Test möglich ist. Bei der SVEW betraf das vier Akteure, die in Beckum nicht hätten eingesetzt werden dürfen. „Ich halte es sportlich betrachtet für eine Wettbewerbsverzerrung, wenn eine Mannschaft aufgrund der Coronaschutzverordnung personell geschwächt wird“, erklärte Spey. (jk) Spielen nein, zuschauen ja Beim Westfalenligisten VfB Fichte Bielefeld durfte derweil ein Spieler nicht mitwirken, weil sein PCR-Test 13 Minuten abgelaufen war. Er hatte sich am Freitag um 12.47 Uhr testen lassen, die Bielefelder traten am Sonntag um 13 Uhr beim TuS Hiltrup an. Als die Unterlagen des VfB kontrolliert wurden, machte sich der PCR-getestete Spieler bereits warm, musste sich dann aber wieder umziehen. Fichtes Trainer Philipp Willmann fragte, ob der Akteur das Spiel gucken dürfe. Dies wurde ihm gewährt. Auf der gesamten Sportanlage des TuS Hiltrup gilt laut Willmann aber für Zuschauer die 2G-Regel. Der Fichte-Spieler hätte die Sportanlage also gar nicht betreten dürfen. (nw) Mieses Zeitmanagement Jens Meier konnte es nicht verstehen. Der Trainer des Bezirksligisten SV Kutenhausen-Todtenhausen trat am Sonntag mit seinem Team bei der SG FA Herringhausen/Eickum an. Um 14.30 Uhr sollte es losgehen. Doch als die SVKT am Sportplatz angekommen war, verschob sich der Anstoß um eine halbe Stunde. Der Grund war die eng getaktete Ansetzung der Gastgeber. Um 11 Uhr spielte die dritte Mannschaft, um 12.45 Uhr sollte es für die Reserve losgehen und um 14.30 Uhr dann die Bezirksligateams antreten. Dass dieser Plan nicht aufgehen konnte, war schon vorher klar. Meier störte aber ein ganz anderer Aspekt gewaltig: Sechs Mannschafte mussten sich in kürzester Zeit die Kabinen teilen, teilweise überschnitten sich die Zeiten sogar, so dass wildfremde Spieler in Corona-Hochzeiten in einem kleinen Raum aufeinander trafen. „Das darf nicht sein“, sagte Meier, „die Spiele müssen weiter auseinander gezogen werden. Dann spielen wir eben erst um 17 Uhr. Aber so geht es nicht.“ Der SVKT-Trainer betonte, Herringhausen keinen Vorwurf zu machen. „Der Verband ist schuld. Der muss den Vereinen in diesen Zeiten Leitplanken an die Hand geben.“ (apl) Strafe entgangen In der Bielefelder Kreisliga B kam es beim Spiel zwischen TuS Dornberg II und dem FC Delta zum Abbruch in der Halbzeitpause. Delta war nur mit acht Akteuren angereist, der Rest erfüllte die 2G-Regel nicht. Beim Stand von 6:0 für den TuS reiste Delta ab. Das Spiel wird nun 6:0 für Dornberg gewertet. Immerhin: Der FC Delta umging mit dem Antritt die monetäre Strafe von 150 Euro. (nw) Faire Korrektur Schiedsrichter Nezar Chako lag mit seinen Elfmeter-Entscheidungen im Kreisliga-A-Spiel zwischen dem SV Weser Leteln und RW Rehme (5:0) nicht immer richtig. Das Handspiel von Rehmes Julian Eickmeier im Strafraum beim Zweikampf mit Letelns Luca Harre hatte er richtig erkannt und auf Strafstoß für die Gastgeber entschieden, den Dario Stierl in der 14. Minute zum 1:0 verwandelte. Später lag er allerdings bei einem angeblichen Foul an Letelns Hannes Lehzen falsch. Der Unparteiische hatte bereits erneut auf Strafstoß entschieden, als der Spieler zu ihm ging und ihm mitteilte, dass er nicht gefoult worden, sondern über seine eigenen Füße gestolpert sei. Lehzen bat den Referee gleichzeitig, den Elfmeter zurückzunehmen. Dies tat Chaka. Für seine Ehrlichkeit erhielt Lehzen Beifall auf offener Szene von allen Spielern beider Mannschaften. Auch Letelns Trainer Mathias Sitko rechnete seinem Akteur das Fairplay hoch an: „Das war eine ganz tolle Geste, die man im Sport nur viel zu selten sieht.“ (tok) Anhörungstermin offen Die Entscheidung zum abgebrochenen Landesliga-Spiel zwischen FC Bad Oeynhausen und VfL Holsen wird sich noch hinziehen. Laut Staffelleiter Friedhelm Spey habe der zuständige Sportrichter beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen die betroffenen Parteien zunächst zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. Eine mündliche Verhandlung solle laut Spey erst nächste Woche angesetzt werden. Bei der Begegnung am 31. Oktober war Holsens Jason Spölgen in der 70. Minute beim Stand von 3:1 für den FCO von einem auf den Platz gestürmten Zuschauer attackiert worden. Seine Mannschaft erklärte sich danach nicht zum Weiterspielen bereit, so dass Schiedsrichter Tim Feldmann die Partie abbrach. (jk)

Fußball-Box: Corona-Verwirrung und eine Fairplay-Geste

In dieser Szene ist die Lage eindeutig: Rehmes Julian Eickmann (rechts) spielt den Ball beim Zweikampf mit Letelns Luca Harre im Strafraum mit der Hand und verursacht einen Elfmeter, den Dario Stierl verwandelt. © Thomas Kühlmann

Minden. Das Thema Corona bestimmte das vergangene Fußball-Wochenende. Vor allem die Auslegung der 2G- oder auch 3G-Regel sorgte vielerorts für Verwirrung und kreative Entscheidungen.

Heimrecht getauscht

Der kurzfristige Heimrechttausch vor der Landesliga-Partie zwischen SV Eidinghausen-Werste und Spvg Beckum sorgte für Aufsehen in der Szene. Weil in der Stadt Beckum auch für den Sport eine strikte 2G-Regelung gilt, verlegte Staffelleiter Friedhelm Spey die Partie kurzerhand nach Bad Oeynhausen-Werste, wo Sport gemäß Landesverordnung zusätzlich auch mit negativem PCR-Test möglich ist. Bei der SVEW betraf das vier Akteure, die in Beckum nicht hätten eingesetzt werden dürfen. „Ich halte es sportlich betrachtet für eine Wettbewerbsverzerrung, wenn eine Mannschaft aufgrund der Coronaschutzverordnung personell geschwächt wird“, erklärte Spey. (jk)

Spielen nein, zuschauen ja

Beim Westfalenligisten VfB Fichte Bielefeld durfte derweil ein Spieler nicht mitwirken, weil sein PCR-Test 13 Minuten abgelaufen war. Er hatte sich am Freitag um 12.47 Uhr testen lassen, die Bielefelder traten am Sonntag um 13 Uhr beim TuS Hiltrup an. Als die Unterlagen des VfB kontrolliert wurden, machte sich der PCR-getestete Spieler bereits warm, musste sich dann aber wieder umziehen. Fichtes Trainer Philipp Willmann fragte, ob der Akteur das Spiel gucken dürfe. Dies wurde ihm gewährt. Auf der gesamten Sportanlage des TuS Hiltrup gilt laut Willmann aber für Zuschauer die 2G-Regel. Der Fichte-Spieler hätte die Sportanlage also gar nicht betreten dürfen. (nw)

Mieses Zeitmanagement

Jens Meier konnte es nicht verstehen. Der Trainer des Bezirksligisten SV Kutenhausen-Todtenhausen trat am Sonntag mit seinem Team bei der SG FA Herringhausen/Eickum an. Um 14.30 Uhr sollte es losgehen. Doch als die SVKT am Sportplatz angekommen war, verschob sich der Anstoß um eine halbe Stunde. Der Grund war die eng getaktete Ansetzung der Gastgeber. Um 11 Uhr spielte die dritte Mannschaft, um 12.45 Uhr sollte es für die Reserve losgehen und um 14.30 Uhr dann die Bezirksligateams antreten. Dass dieser Plan nicht aufgehen konnte, war schon vorher klar. Meier störte aber ein ganz anderer Aspekt gewaltig: Sechs Mannschafte mussten sich in kürzester Zeit die Kabinen teilen, teilweise überschnitten sich die Zeiten sogar, so dass wildfremde Spieler in Corona-Hochzeiten in einem kleinen Raum aufeinander trafen. „Das darf nicht sein“, sagte Meier, „die Spiele müssen weiter auseinander gezogen werden. Dann spielen wir eben erst um 17 Uhr. Aber so geht es nicht.“ Der SVKT-Trainer betonte, Herringhausen keinen Vorwurf zu machen. „Der Verband ist schuld. Der muss den Vereinen in diesen Zeiten Leitplanken an die Hand geben.“ (apl)

Strafe entgangen

In der Bielefelder Kreisliga B kam es beim Spiel zwischen TuS Dornberg II und dem FC Delta zum Abbruch in der Halbzeitpause. Delta war nur mit acht Akteuren angereist, der Rest erfüllte die 2G-Regel nicht. Beim Stand von 6:0 für den TuS reiste Delta ab. Das Spiel wird nun 6:0 für Dornberg gewertet. Immerhin: Der FC Delta umging mit dem Antritt die monetäre Strafe von 150 Euro. (nw)

Faire Korrektur

Schiedsrichter Nezar Chako lag mit seinen Elfmeter-Entscheidungen im Kreisliga-A-Spiel zwischen dem SV Weser Leteln und RW Rehme (5:0) nicht immer richtig. Das Handspiel von Rehmes Julian Eickmeier im Strafraum beim Zweikampf mit Letelns Luca Harre hatte er richtig erkannt und auf Strafstoß für die Gastgeber entschieden, den Dario Stierl in der 14. Minute zum 1:0 verwandelte. Später lag er allerdings bei einem angeblichen Foul an Letelns Hannes Lehzen falsch. Der Unparteiische hatte bereits erneut auf Strafstoß entschieden, als der Spieler zu ihm ging und ihm mitteilte, dass er nicht gefoult worden, sondern über seine eigenen Füße gestolpert sei. Lehzen bat den Referee gleichzeitig, den Elfmeter zurückzunehmen. Dies tat Chaka. Für seine Ehrlichkeit erhielt Lehzen Beifall auf offener Szene von allen Spielern beider Mannschaften. Auch Letelns Trainer Mathias Sitko rechnete seinem Akteur das Fairplay hoch an: „Das war eine ganz tolle Geste, die man im Sport nur viel zu selten sieht.“ (tok)

Anhörungstermin offen

Die Entscheidung zum abgebrochenen Landesliga-Spiel zwischen FC Bad Oeynhausen und VfL Holsen wird sich noch hinziehen. Laut Staffelleiter Friedhelm Spey habe der zuständige Sportrichter beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen die betroffenen Parteien zunächst zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. Eine mündliche Verhandlung solle laut Spey erst nächste Woche angesetzt werden. Bei der Begegnung am 31. Oktober war Holsens Jason Spölgen in der 70. Minute beim Stand von 3:1 für den FCO von einem auf den Platz gestürmten Zuschauer attackiert worden. Seine Mannschaft erklärte sich danach nicht zum Weiterspielen bereit, so dass Schiedsrichter Tim Feldmann die Partie abbrach. (jk)

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Fußball