Fußball-Box: Aus im DFB-Pokal, Geburtstag am Goldstrand Minden. Ein Corona-Fall, vergebene Chancen und noch viel mehr beschäftigten die Fußballer aus dem heimischen Kreis am Wochenende. Mainz-Trikot als Erinnerung Mit gemischten Gefühlen blickt Julius Langfeld auf das größte Spiel seiner Karriere zurück. Der einstige Angreifer von RW Maaslingen freute sich in der ersten Runde des DFB-Pokals mit Regionalligist TSV Havelse zwar über seine lange Einsatzzeit, doch der Mindener haderte nach der 1:5 (1:0)-Niederlage beim Erstligisten Mainz 05 mit dem Auftritt: „Ich hätte noch mutiger sein können – genauso wie das ganze Team. Die Mainzer haben uns aber mit ihrer Qualität dazu gezwungen, mehr verteidigen zu müssen, als wir wollten“ Der 25-Jährige war in der 11. Minute „etwas unvorbereitet“ ins Spiel gekommen, weil Teamkollege Deniz Cicek plötzlich mit Ziehen in der Wade raus musste. Kurz darauf brachte Noah Plume Außenseiter Havelse in Führung (17.). Noch in Halbzeit eins ergab sich gar die Chance auf das 2:0. Ein abgeprallter Ball lag schlagartig in Einschussposition. „Ich bin mit dem Fuß aber nicht mehr richtig hin gekommen“, kommentiert Langfeld. Mainz drehte die Partie und beim ausgeschiedenen TSV Havelse war an dem Freitagabend in Mainz niemandem mehr zum Feiern zu Mute: „Wir sind so viel gelaufen wie noch nie. Da waren wir nur noch froh, als wir im Bus saßen und nichts mehr machen mussten.“ Am Ende blieb Langfeld das getauschte Trikot mit Gegenspieler Daniel Brosinski als Erinnerung an das größte Spiel seiner Karriere. (fat) Bulgarien muss warten Kevin Nenneker war erneut der Matchwinner für die SG SVPC/Frille-Wietersheim. Der Stürmer führte mit seinem zweiten Doppelpack im zweiten Spiel die SG zum 2:1-Erfolg über die SV Kutenhausen-Todtenhausen III. Doch eigentlich wäre Nenneker überhaupt nicht da gewesen, sondern mit seinen Mannschaftskameraden Patrick Schäfer, Marian Meyer und Dominik Hoffmann am Goldstrand von Bulgarien. „Das Spiel sollte vorverlegt werden, damit wir alle dabei sein können. Doch daraus wurde nichts“, berichtete der Torjäger. Der 26-Jährige, der von Trainer Benjamin Hahne vor der Saison zum neuen Kapitän ernannt worden war, entschied sich kurzerhand seine Kumpels zunächst alleine fliegen zu lassen, um beim Spiel gegen SVKT doch dabei zu sein. „Wer mich kennt, weiß, dass ich fußballverrückt bin. Ich wollte nach dem guten Saisonstart unbedingt beim zweiten Spiel dabei sein“, berichtete Nenneker, der seinen Samstags-Flug aus Hannover allerdings nicht mehr stornieren konnte und so einen zusätzlichen Flug für Montag vom Flughafen Köln-Bonn buchen musste „Dass ich dann tatsächlich mit meinen zwei Toren der Mannschaft weiterhelfen konnte, ist natürlich überragend. Dafür habe ich die weitere Anreise zum Flughafen und die knapp 70 Euro zusätzlich gerne in Kauf genommen“, sagte der Kapitän, der nun als Tabellenführer am heutigen Mittwoch seinen 27. Geburtstag in Bulgarien feiert und sich mit dem Doppelpack selbst ein vorzeitiges Geschenk machen konnte. (dab) Wirkungsloses Bemühen Zu viel quer, zu viel kurz, zu viel durch die Mitte: RW Maaslingens Landesliga-Kicker verhedderten sich beim 1:1 gegen Bad Westernkotten lange im eigenen spielerischen Anspruch. „Wir hatten gefühlt 70 Minuten lang den Ball, haben es aber nicht geschafft, Chancen herauszuspielen“, beschrieb Jesper Fuchs das wirkungslose Bemühen seiner Mannschaft. Denn der Gegner aus dem Kreis Soest begegnete den Gastgebern mit einer Haltung, die ihnen überhaupt nicht lag: Die Abwehr stand genauso tief wie massiv, nach vorne gab es fast ausschließlich lange Bälle. „Dabei waren viele Räume da, wenn wir einfach mal die Tiefe genutzt hätten“, meinte RWM-Trainer Jan-Werner Schmitz: „Es hätte ein einfaches Spiel sein können.“ So quälte sich seine Mannschaft bis zum Elfmeterpfiff in der letzten Minute – und noch ein wenig länger. Der Strafstoß von Jesper Fuchs wurde pariert, erst im Nachsetzen traf er zum 1:1. „Der Elfmeter war dankbar geschossen“, sagte der Schütze: „Aber gut, dass er noch einmal zurückkam“. (kül) Zum verrückt werden Das ging auf keine Kuhhaut: Die SV Kutenhausen-Todtenhausen verballerte im Bezirksliga-Derby gegen die FT Dützen eine Möglichkeit nach der nächsten. Die SVKT traf allein viermal Pfosten oder Latte. Hinzu kamen Großchancen am Fließband, die immer wieder für Raunen bei den Zuschauern sorgten. Sinnbildlich für die vergebenen Möglichkeiten stand Kevin Dickhof, unermüdlicher Antreiber in der Offensive, der von der FTD-Abwehr nie in den Griff zu bekommen war, aber immer wieder vor dem Dützer Tor scheiterte. Trotzdem gab der Angreifer nie auf und wurde belohnt: Dickhof legte das 1:0 von Hendrik Klein auf und erzielte das 3:1 selbst. „Die fehlende Effizienz vor dem Tor ist aber das einzige, was wir uns heute ankreiden lassen müssen“, sagte ein zufriedener SVKT-Trainer Jens Meier. (apl) Trio hat Pause Ein Corona-Fall sorgte am vergangenen Wochenende für die Absage der Landesliga-Partie des VfR Evesen bei der Spielvereinigung Bad Pyrmont. Bei den Kurstädtern hatte es im Vorfeld der Partie einen positiv getesteten Spieler gegeben. So hatte ein Trio, das in der Vorsaison noch im heimischen Fußball-Kreis aktiv war, spielfrei. Zuvor beim 5:0-Auftaktsieg gegen den FC Eldagsen hatte der ehemalige Dützer Torwart Patrick Wehmeyer seinen Kasten sauber gehalten. Die beiden ehemaligen Maaslinger Andre Fuchs und Qendrim Krasniqi hatten am ersten Spieltag zu Beginn auf der Bank gesessen, waren aber nach einer knappen Stunde in die Partie gekommen. (fat) Preußen spielt fair Der Landesliga-Staffelleiter Friedhelm Spey überreichte dem Westfalenligisten Preußen Espelkamp am Sonntag neben einer Aufstiegsurkunde auch eine gerahmte Bestätigung für Platz zwei in der Fairplay-Wertung der vergangenen Saison im FLVW Westfalen. „Dazu gab es 1.500 Euro als Prämie für den Verein vom Sponsor des Preises“, sagte Spey. Die Urkunde für den Westfalenliga-Aufstieg hatte der Hüllhorster diesmal selbst entworfen: „Wegen des Saisonabbruchs gab es ja keine Meister. Ich wollte aber, dass die Preußen eine Erinnerung für ihre Wand im Vereinsheim haben“, sagte der umtriebige Funktionär. (nw)

Fußball-Box: Aus im DFB-Pokal, Geburtstag am Goldstrand

Wieder hängen geblieben: Das Bad Westernkottener Abwehrbollwerk hält auch gegen Maaslingens Connor Wlotzka (links) dicht. © MT-Foto: Sebastian Külbel

Minden. Ein Corona-Fall, vergebene Chancen und noch viel mehr beschäftigten die Fußballer aus dem heimischen Kreis am Wochenende.

Mainz-Trikot als Erinnerung

Mit gemischten Gefühlen blickt Julius Langfeld auf das größte Spiel seiner Karriere zurück. Der einstige Angreifer von RW Maaslingen freute sich in der ersten Runde des DFB-Pokals mit Regionalligist TSV Havelse zwar über seine lange Einsatzzeit, doch der Mindener haderte nach der 1:5 (1:0)-Niederlage beim Erstligisten Mainz 05 mit dem Auftritt: „Ich hätte noch mutiger sein können – genauso wie das ganze Team. Die Mainzer haben uns aber mit ihrer Qualität dazu gezwungen, mehr verteidigen zu müssen, als wir wollten“ Der 25-Jährige war in der 11. Minute „etwas unvorbereitet“ ins Spiel gekommen, weil Teamkollege Deniz Cicek plötzlich mit Ziehen in der Wade raus musste. Kurz darauf brachte Noah Plume Außenseiter Havelse in Führung (17.). Noch in Halbzeit eins ergab sich gar die Chance auf das 2:0. Ein abgeprallter Ball lag schlagartig in Einschussposition. „Ich bin mit dem Fuß aber nicht mehr richtig hin gekommen“, kommentiert Langfeld. Mainz drehte die Partie und beim ausgeschiedenen TSV Havelse war an dem Freitagabend in Mainz niemandem mehr zum Feiern zu Mute: „Wir sind so viel gelaufen wie noch nie. Da waren wir nur noch froh, als wir im Bus saßen und nichts mehr machen mussten.“ Am Ende blieb Langfeld das getauschte Trikot mit Gegenspieler Daniel Brosinski als Erinnerung an das größte Spiel seiner Karriere. (fat)

Bulgarien muss warten

Gibt's doch gar nicht: SVKT-Stürmer Kevin Dickhoff trifft in der 87. Minute erneut das Aluminium. - © MT-Foto: Astrid Plaßhenrich
Gibt's doch gar nicht: SVKT-Stürmer Kevin Dickhoff trifft in der 87. Minute erneut das Aluminium. - © MT-Foto: Astrid Plaßhenrich

Kevin Nenneker war erneut der Matchwinner für die SG SVPC/Frille-Wietersheim. Der Stürmer führte mit seinem zweiten Doppelpack im zweiten Spiel die SG zum 2:1-Erfolg über die SV Kutenhausen-Todtenhausen III. Doch eigentlich wäre Nenneker überhaupt nicht da gewesen, sondern mit seinen Mannschaftskameraden Patrick Schäfer, Marian Meyer und Dominik Hoffmann am Goldstrand von Bulgarien. „Das Spiel sollte vorverlegt werden, damit wir alle dabei sein können. Doch daraus wurde nichts“, berichtete der Torjäger. Der 26-Jährige, der von Trainer Benjamin Hahne vor der Saison zum neuen Kapitän ernannt worden war, entschied sich kurzerhand seine Kumpels zunächst alleine fliegen zu lassen, um beim Spiel gegen SVKT doch dabei zu sein. „Wer mich kennt, weiß, dass ich fußballverrückt bin. Ich wollte nach dem guten Saisonstart unbedingt beim zweiten Spiel dabei sein“, berichtete Nenneker, der seinen Samstags-Flug aus Hannover allerdings nicht mehr stornieren konnte und so einen zusätzlichen Flug für Montag vom Flughafen Köln-Bonn buchen musste „Dass ich dann tatsächlich mit meinen zwei Toren der Mannschaft weiterhelfen konnte, ist natürlich überragend. Dafür habe ich die weitere Anreise zum Flughafen und die knapp 70 Euro zusätzlich gerne in Kauf genommen“, sagte der Kapitän, der nun als Tabellenführer am heutigen Mittwoch seinen 27. Geburtstag in Bulgarien feiert und sich mit dem Doppelpack selbst ein vorzeitiges Geschenk machen konnte. (dab)

Wirkungsloses Bemühen

Einsatz im DFB-Pokal: Der Mindener Julius Langfeld (links) vom TSV Havelse im Zweikampf gegen den Mainzer Jean-Paul Boetius. Foto: Imago - © imago images/Thomas Frey
Einsatz im DFB-Pokal: Der Mindener Julius Langfeld (links) vom TSV Havelse im Zweikampf gegen den Mainzer Jean-Paul Boetius. Foto: Imago - © imago images/Thomas Frey

Zu viel quer, zu viel kurz, zu viel durch die Mitte: RW Maaslingens Landesliga-Kicker verhedderten sich beim 1:1 gegen Bad Westernkotten lange im eigenen spielerischen Anspruch. „Wir hatten gefühlt 70 Minuten lang den Ball, haben es aber nicht geschafft, Chancen herauszuspielen“, beschrieb Jesper Fuchs das wirkungslose Bemühen seiner Mannschaft. Denn der Gegner aus dem Kreis Soest begegnete den Gastgebern mit einer Haltung, die ihnen überhaupt nicht lag: Die Abwehr stand genauso tief wie massiv, nach vorne gab es fast ausschließlich lange Bälle. „Dabei waren viele Räume da, wenn wir einfach mal die Tiefe genutzt hätten“, meinte RWM-Trainer Jan-Werner Schmitz: „Es hätte ein einfaches Spiel sein können.“ So quälte sich seine Mannschaft bis zum Elfmeterpfiff in der letzten Minute – und noch ein wenig länger. Der Strafstoß von Jesper Fuchs wurde pariert, erst im Nachsetzen traf er zum 1:1. „Der Elfmeter war dankbar geschossen“, sagte der Schütze: „Aber gut, dass er noch einmal zurückkam“. (kül)

Zum verrückt werden

Das ging auf keine Kuhhaut: Die SV Kutenhausen-Todtenhausen verballerte im Bezirksliga-Derby gegen die FT Dützen eine Möglichkeit nach der nächsten. Die SVKT traf allein viermal Pfosten oder Latte. Hinzu kamen Großchancen am Fließband, die immer wieder für Raunen bei den Zuschauern sorgten. Sinnbildlich für die vergebenen Möglichkeiten stand Kevin Dickhof, unermüdlicher Antreiber in der Offensive, der von der FTD-Abwehr nie in den Griff zu bekommen war, aber immer wieder vor dem Dützer Tor scheiterte. Trotzdem gab der Angreifer nie auf und wurde belohnt: Dickhof legte das 1:0 von Hendrik Klein auf und erzielte das 3:1 selbst. „Die fehlende Effizienz vor dem Tor ist aber das einzige, was wir uns heute ankreiden lassen müssen“, sagte ein zufriedener SVKT-Trainer Jens Meier. (apl)

Trio hat Pause

Ein Corona-Fall sorgte am vergangenen Wochenende für die Absage der Landesliga-Partie des VfR Evesen bei der Spielvereinigung Bad Pyrmont. Bei den Kurstädtern hatte es im Vorfeld der Partie einen positiv getesteten Spieler gegeben. So hatte ein Trio, das in der Vorsaison noch im heimischen Fußball-Kreis aktiv war, spielfrei. Zuvor beim 5:0-Auftaktsieg gegen den FC Eldagsen hatte der ehemalige Dützer Torwart Patrick Wehmeyer seinen Kasten sauber gehalten. Die beiden ehemaligen Maaslinger Andre Fuchs und Qendrim Krasniqi hatten am ersten Spieltag zu Beginn auf der Bank gesessen, waren aber nach einer knappen Stunde in die Partie gekommen. (fat)

Preußen spielt fair

Der Landesliga-Staffelleiter Friedhelm Spey überreichte dem Westfalenligisten Preußen Espelkamp am Sonntag neben einer Aufstiegsurkunde auch eine gerahmte Bestätigung für Platz zwei in der Fairplay-Wertung der vergangenen Saison im FLVW Westfalen. „Dazu gab es 1.500 Euro als Prämie für den Verein vom Sponsor des Preises“, sagte Spey. Die Urkunde für den Westfalenliga-Aufstieg hatte der Hüllhorster diesmal selbst entworfen: „Wegen des Saisonabbruchs gab es ja keine Meister. Ich wollte aber, dass die Preußen eine Erinnerung für ihre Wand im Vereinsheim haben“, sagte der umtriebige Funktionär. (nw)

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