Es läuft rund: Mindener Fußballprofi Aias Aosman bestreitet Länderspiele Astrid Plaßhenrich Minden/Dubai. Aias Aosman war im Reisestress. Erst Dienstagnacht kehrte der in Minden aufgewachsenen Fußballprofi von seiner zehntägigen Länderspielreise mit der syrischen Nationalmannschaft zurück nach Istanbul. Dort stand für den offensiven Mittelfeldspieler gleich am Mittwochvormittag die nächste Trainingseinheit mit seinem Club Tuzlaspor an. Die Muskeln waren nach dem Flug von Dubai in die Türkei, zwei Länderspielen und der kurz darauffolgenden Trainingseinheit müde. „Aber ich bekomme gleich eine Massage“, sagte der 26-Jährige gut gelaunt, „dann geht das wieder.“ Für Aias Aosman läuft es zurzeit rund. Er gehörte zum Aufgebot der syrischen Nationalmannschaft für die Freundschaftsspiele am Donnerstag gegen Usbekistan und am Montag gegen Jordanien. Beide Partien wurden in Dubai im Sharjah Stadium ausgetragen. „Dubai ist super“, schwärmte Aosman, „aber auch sehr heiß.“ Sein Nationaltrainer Nabil Maaloul, der von 1989 bis 1991 28 Spiele für Hannover 96 bestritten hatte, bat deshalb ausnahmslos abends auf den Trainingsplatz. „Und auch dann war es noch unglaublich warm“, sagt der Offensivmann. Tagsüber knackte das Thermometer regelmäßig die 30-Grad-Grenze. Natürlich spielte auch Corona während der Reise eine große Rolle. „Wir hatten ein Hotel für uns alleine“, erzählt Aosman, „das Personal war nur mit Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen zu sehen.“ Es sei alles unter strengsten Hygieneregeln abgelaufen. Insgesamt musste sich der 26-Jährige in Dubai vier Tests unterziehen. Alle waren negativ. „Ansonsten hätte ich direkt in Quarantäne gemusst und zwei Wochen länger im Hotel bleiben müssen“, sagt er. Der nächste Test steht für ihn heute an. Der Mindener hat beide Partien von Beginn an gespielt. „Mit meinem Verein Tuzlaspor war aber abgesprochen, dass ich jeweils zur Pause ausgewechselt werde“, erklärt er. Das erste Spiel gegen Usbekistan gewannen die Syrer mit 1:0, im zweiten Spiel mussten sie sich gegen Jordanien knapp mit 0:1 geschlagen geben. „Gegen Usbekistan haben wir sehr stark gespielt und verdient gewonnen, gegen Jordanien dann unglücklich verloren“, berichtet Aosman. Seiner Meinung nach fanden die Spiele auf hohem Zweitliga-Niveau statt. Anders als im Verein setzte ihn Maaloul aber nicht zentral hinter den Spitzen ein. „Leider“, kommentierte er kurz und knapp. Gegen Usbekistan agierte Aosman auf dem linken Flügel, gegen Jordanien auf der „Acht“ im zentralen Mittelfeld, also etwas defensiver als gewohnt. Trotzdem hat der Mindener die Länderspielreise genossen und hofft auf weitere Nominierungen. Denn ab März wird es dann wieder ernst: Dann bestreiten die Syrer drei Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar an. Aktuell steht Syrien mit fünf Siegen aus fünf Partien auf Platz eins in der asiatischen Qualifikationsgruppe A. Zunächst steigt das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten China (7 Punkte). Die weiteren Gegner heißen Malediven und Guam. Jetzt konzentriert sich Aosman aber erst einmal wieder auf seinen Verein in der 2. türkischen Liga. Mit Tuzlaspor steht er nach acht Spielen zurzeit ebenfalls auf dem ersten Platz. „Es ist alles richtig gut. Nach den schwierigen Vertragsverhandlungen bin ich echt froh, hier gelandet zu sein“, sagt der Nationalspieler. Bislang hat der 26-Jährige drei Spiele für seinen neuen Verein bestritten, bei dem er erst in der ersten Oktoberhälfte unterschrieben hatte. Seine erste Bilanz fällt so auch positiv aus: „Ich habe zwei Tore geschossen, dazu eins vorbereitet.“ Von den drei Spielen hat er zwei durchgespielt. Nur im ersten bei Boluspor wechselte ihn sein Trainer Taner Taskin zur 46. Minute ein. Das Vertrauen zahlte sein neuer Offensivspieler mit dem 2:1-Siegtreffer in der 89. Minute zurück. Aosman war damit der gefeierte Mann. Eine Woche später erzielte der Syrer unmittelbar vor dem Pausenpfiff bei Adanaspor nach 0:1-Rückstand das 1:1. Tuzlaspor gewann schließlich mit 3:1. Seit vergangener Woche hat Mittelfeldspieler auch eine Wohnung in Istanbul bezogen. Zunächst war er sich nicht sicher, ob sich das für die Vertragslaufzeit von acht Monaten lohnt. Jetzt fühlt er sich aber anscheinend sehr wohl – Aias Aosman ist bei Tuzlaspor angekommen.

Es läuft rund: Mindener Fußballprofi Aias Aosman bestreitet Länderspiele

In Minden aufgewachsen, für die syrische Nationalmannschaft am Ball: Aias Aosman war auf Länderspielreise in Dubai und spielte gegen Usbekistan und Jordanien. Foto: privat © privat

Minden/Dubai. Aias Aosman war im Reisestress. Erst Dienstagnacht kehrte der in Minden aufgewachsenen Fußballprofi von seiner zehntägigen Länderspielreise mit der syrischen Nationalmannschaft zurück nach Istanbul. Dort stand für den offensiven Mittelfeldspieler gleich am Mittwochvormittag die nächste Trainingseinheit mit seinem Club Tuzlaspor an. Die Muskeln waren nach dem Flug von Dubai in die Türkei, zwei Länderspielen und der kurz darauffolgenden Trainingseinheit müde. „Aber ich bekomme gleich eine Massage“, sagte der 26-Jährige gut gelaunt, „dann geht das wieder.“

Für Aias Aosman läuft es zurzeit rund. Er gehörte zum Aufgebot der syrischen Nationalmannschaft für die Freundschaftsspiele am Donnerstag gegen Usbekistan und am Montag gegen Jordanien. Beide Partien wurden in Dubai im Sharjah Stadium ausgetragen. „Dubai ist super“, schwärmte Aosman, „aber auch sehr heiß.“ Sein Nationaltrainer Nabil Maaloul, der von 1989 bis 1991 28 Spiele für Hannover 96 bestritten hatte, bat deshalb ausnahmslos abends auf den Trainingsplatz. „Und auch dann war es noch unglaublich warm“, sagt der Offensivmann. Tagsüber knackte das Thermometer regelmäßig die 30-Grad-Grenze.

Natürlich spielte auch Corona während der Reise eine große Rolle. „Wir hatten ein Hotel für uns alleine“, erzählt Aosman, „das Personal war nur mit Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen zu sehen.“ Es sei alles unter strengsten Hygieneregeln abgelaufen. Insgesamt musste sich der 26-Jährige in Dubai vier Tests unterziehen. Alle waren negativ. „Ansonsten hätte ich direkt in Quarantäne gemusst und zwei Wochen länger im Hotel bleiben müssen“, sagt er. Der nächste Test steht für ihn heute an.

Der Mindener hat beide Partien von Beginn an gespielt. „Mit meinem Verein Tuzlaspor war aber abgesprochen, dass ich jeweils zur Pause ausgewechselt werde“, erklärt er. Das erste Spiel gegen Usbekistan gewannen die Syrer mit 1:0, im zweiten Spiel mussten sie sich gegen Jordanien knapp mit 0:1 geschlagen geben. „Gegen Usbekistan haben wir sehr stark gespielt und verdient gewonnen, gegen Jordanien dann unglücklich verloren“, berichtet Aosman. Seiner Meinung nach fanden die Spiele auf hohem Zweitliga-Niveau statt.

Anders als im Verein setzte ihn Maaloul aber nicht zentral hinter den Spitzen ein. „Leider“, kommentierte er kurz und knapp. Gegen Usbekistan agierte Aosman auf dem linken Flügel, gegen Jordanien auf der „Acht“ im zentralen Mittelfeld, also etwas defensiver als gewohnt. Trotzdem hat der Mindener die Länderspielreise genossen und hofft auf weitere Nominierungen. Denn ab März wird es dann wieder ernst: Dann bestreiten die Syrer drei Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar an. Aktuell steht Syrien mit fünf Siegen aus fünf Partien auf Platz eins in der asiatischen Qualifikationsgruppe A. Zunächst steigt das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten China (7 Punkte). Die weiteren Gegner heißen Malediven und Guam.

Jetzt konzentriert sich Aosman aber erst einmal wieder auf seinen Verein in der 2. türkischen Liga. Mit Tuzlaspor steht er nach acht Spielen zurzeit ebenfalls auf dem ersten Platz. „Es ist alles richtig gut. Nach den schwierigen Vertragsverhandlungen bin ich echt froh, hier gelandet zu sein“, sagt der Nationalspieler. Bislang hat der 26-Jährige drei Spiele für seinen neuen Verein bestritten, bei dem er erst in der ersten Oktoberhälfte unterschrieben hatte. Seine erste Bilanz fällt so auch positiv aus: „Ich habe zwei Tore geschossen, dazu eins vorbereitet.“ Von den drei Spielen hat er zwei durchgespielt. Nur im ersten bei Boluspor wechselte ihn sein Trainer Taner Taskin zur 46. Minute ein. Das Vertrauen zahlte sein neuer Offensivspieler mit dem 2:1-Siegtreffer in der 89. Minute zurück. Aosman war damit der gefeierte Mann. Eine Woche später erzielte der Syrer unmittelbar vor dem Pausenpfiff bei Adanaspor nach 0:1-Rückstand das 1:1. Tuzlaspor gewann schließlich mit 3:1.

Seit vergangener Woche hat Mittelfeldspieler auch eine Wohnung in Istanbul bezogen. Zunächst war er sich nicht sicher, ob sich das für die Vertragslaufzeit von acht Monaten lohnt. Jetzt fühlt er sich aber anscheinend sehr wohl – Aias Aosman ist bei Tuzlaspor angekommen.

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