Erneuter Spielabbruch in der Fußball-Kreisliga B: Wurde der Schiedsrichter als "Nazi" beleidigt? Daniel Branahl Porta Westfalica. Die Partie zwischen FC BW Holtrup und SC Rodenbeck in der Fußball-Kreisliga B Süd wurde am vergangen Sonntag in der 30. Minute abgebrochen. Schiedsrichter Olaf Biere gab an, von einem Rodenbecker Spieler als „Nazi" bezeichnet worden zu sein. Bereits vor drei Wochen mussten zwei Spiele in der Nord-Staffel wegen Drohungen und rassistischer Beleidigungen abgebrochen werden. Spieler und Zuschauer beider Teams waren zunächst irritiert, weil keiner die Situation mitbekommen hatte. Rodenbecks Kapitän Alhaj Osman, von dem die Beleidigung gekommen sein soll, war fassungslos. Er beteuerte, eine derartige Äußerung nicht getätigt zu haben. In dem bis dato fairen und unauffälligen Spiel war Holtrup gerade durch Cedrik Köhler 1:0 in Führung gegangen. Als die Blau-Weißen nach dem Torjubel auf dem Weg zurück in die eigene Hälfte waren, ertönte auf einmal ein dreifacher Pfiff. Zunächst herrschte bei allen Anwesenden Verwirrung, da es für die Halbzeitpause eindeutig zu früh war. Daraufhin sagte Schiedsrichter Olaf Biere klar und deutlich, dass er die Partie gerade abgebrochen habe und ging in Richtung Kabine. Holtrups Trainer Jens Rasche, der auf der anderen Seite des Spielfelds stand, lief ihm hinterher und wollte wissen, was vorgefallen war. „Der Schiedsrichter sagte mir dann, dass er vom Rodenbecker Kapitän als ,Nazi’ beleidigt wurde", berichtete Rasche: „Er sagte mir auch, dass sie als Schiedsrichter angehalten sind, bei solchen Vorkommnissen konsequent zu handeln und die Partie abzubrechen." Rodenbecks Kapitän Alhaj Osman dementierte seine angebliche Aussage: „Ich habe den Schiedsrichter definitiv nicht rassistisch beleidigt, sondern mich nur darüber beschwert, dass es ein Abseitstor war." Sein Trainer Ahmed Mejri meinte: „Mein Kapitän ist ein vernünftiger Mann, ich glaube ihm, dass er diese Äußerung nicht getätigt hat. Es hat ja auch wirklich niemand anderes auf dem Platz diese Äußerung gehört." Olaf Biere wollte sich auf MT-Nachfrage zu den Vorkommnissen nicht äußern: „Da es noch ein offenes Verfahren ist, bin ich mit öffentlichen Äußerungen immer vorsichtig." Er werde einen Sonderbericht anfertigen. Wie die Partie nun gewertet wird, ist offen.

Erneuter Spielabbruch in der Fußball-Kreisliga B: Wurde der Schiedsrichter als "Nazi" beleidigt?

Holtrups Trainer Jens Rasche (von links), sein Spieler Luca Johanning und Rodenbeck-Coach Ahmed Mejri besprechen den überraschenden Spielabbruch. Foto: Daniel Branahl

Porta Westfalica. Die Partie zwischen FC BW Holtrup und SC Rodenbeck in der Fußball-Kreisliga B Süd wurde am vergangen Sonntag in der 30. Minute abgebrochen. Schiedsrichter Olaf Biere gab an, von einem Rodenbecker Spieler als „Nazi" bezeichnet worden zu sein. Bereits vor drei Wochen mussten zwei Spiele in der Nord-Staffel wegen Drohungen und rassistischer Beleidigungen abgebrochen werden.

Spieler und Zuschauer beider Teams waren zunächst irritiert, weil keiner die Situation mitbekommen hatte. Rodenbecks Kapitän Alhaj Osman, von dem die Beleidigung gekommen sein soll, war fassungslos. Er beteuerte, eine derartige Äußerung nicht getätigt zu haben.

In dem bis dato fairen und unauffälligen Spiel war Holtrup gerade durch Cedrik Köhler 1:0 in Führung gegangen. Als die Blau-Weißen nach dem Torjubel auf dem Weg zurück in die eigene Hälfte waren, ertönte auf einmal ein dreifacher Pfiff. Zunächst herrschte bei allen Anwesenden Verwirrung, da es für die Halbzeitpause eindeutig zu früh war. Daraufhin sagte Schiedsrichter Olaf Biere klar und deutlich, dass er die Partie gerade abgebrochen habe und ging in Richtung Kabine.

Holtrups Trainer Jens Rasche, der auf der anderen Seite des Spielfelds stand, lief ihm hinterher und wollte wissen, was vorgefallen war. „Der Schiedsrichter sagte mir dann, dass er vom Rodenbecker Kapitän als ,Nazi’ beleidigt wurde", berichtete Rasche: „Er sagte mir auch, dass sie als Schiedsrichter angehalten sind, bei solchen Vorkommnissen konsequent zu handeln und die Partie abzubrechen."

Rodenbecks Kapitän Alhaj Osman dementierte seine angebliche Aussage: „Ich habe den Schiedsrichter definitiv nicht rassistisch beleidigt, sondern mich nur darüber beschwert, dass es ein Abseitstor war." Sein Trainer Ahmed Mejri meinte: „Mein Kapitän ist ein vernünftiger Mann, ich glaube ihm, dass er diese Äußerung nicht getätigt hat. Es hat ja auch wirklich niemand anderes auf dem Platz diese Äußerung gehört."

Olaf Biere wollte sich auf MT-Nachfrage zu den Vorkommnissen nicht äußern: „Da es noch ein offenes Verfahren ist, bin ich mit öffentlichen Äußerungen immer vorsichtig." Er werde einen Sonderbericht anfertigen. Wie die Partie nun gewertet wird, ist offen.

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