Einhellige Meinung: 18 Spiele sind zu wenig - Trainer der Kreisliga A setzen sich mit den geplanten Reformen auseinander Astrid Plaßhenrichund Daniel Branahl Minden. Die Fußball-Kreisliga A Minden wird auf 20 Mannschaften aufgestockt. Das ist Fakt. Wie die Runde ausgespielt wird, steht allerdings noch nicht fest. Es gibt die Möglichkeit, die Saison im klassischen Modell mit 38 Spieltagen auszutragen oder aber zwei Staffeln á zehn Teams zu bilden. Die Trainer haben dazu unterschiedliche Meinungen. Einige sehen die Staffelaufteilung als sinnvoll an, andere empfinden das klassische Modell als fairer. „Wir warten händeringend auf den Rahmenterminplan. Denn erst dann können wir unsere Planungen konkretisieren“, sagt Thomas Schickentanz, Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikkreises Minden. Die Szene erwartet zwar, dass es im September wieder losgeht. Ob dem aber tatsächlich so ist, weiß bislang niemand. Deshalb sind die verlässlichen Daten über Saisonstart und -ende aus Kaiserau für das weitere Prozedere entscheidend. Ungeachtet dessen machen sich die Trainer der Kreisliga A Gedanken über mögliche Veränderungen. Tim Meyer (Union Minden), Tobias Segelhorst (RW Maaslingen II), Michael Prosser (TuS Volmerdingsen), Mathias Sitko (SV Weser Leteln) und Dirk Mayer (SG Gorspen-Vahlsen/Windheim) befürworten das klassische Modell, bei dem die Saison 38 Spieltage umfasst. „Die Liga ist dann zwar extrem groß, aber eine Teilung führt immer zu Ungerechtigkeiten“, sagt Michael Prosser. Der Modus „Jeder gegen jeden“ sei fairer. Das sieht auch Tobias Segelhorst so: „Natürlich hat die Staffelgröße zur Folge, dass es Englische Wochen gibt. Aber das ist händelbar." Der Maaslinger Trainer schlägt vor, einige Spiele freitags auszutragen: „Dann könnte die Personallage besser sein als in der Woche. Studenten könnten anreisen und bei vielen geht der Arbeitstag nicht bis in den späten Abend.“ Die vom Fußballkreis vorgestellte Variante, dass die beiden Tabellenersten der Zehner-Gruppen ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg austragen, stößt dagegen auf Kritik. „Die jeweiligen Spitzenreiter haben eine Riesen-Saison gespielt, sind vielleicht ohne Niederlage geblieben. Dann ist es unfair, dass ein einziges Spiel über den Aufstieg entscheidet. Das ist oft tagesformabhängig“, sagt Tim Meyer „ich finde es überhaupt nicht tragisch, die Runde mit 20 Mannschaften zu spielen.“ Der Terminplan wird allerdings noch enger, weil auch noch der Kreispokal gespielt wird. Sechs Runden müssen zwischen den Meisterschaftspartien untergebracht werden. „Stand jetzt, werden wir den Pokal über die Saison strecken. Das Endspiel wird voraussichtlich nach der Saison stattfinden“, sagt Schickentanz in seiner Funktion als Pokalspielleiter. Auch deshalb sehen Marcel Wallbaum (SV Hausberge), Michael Fromme (TuS Porta) und Holger Sarres (SV Bölhorst-Häverstädt) die Teilung der Liga als sinnvoll an. „Erfahrungsgemäß fallen im Winter viele Spiele aus. Es ist schwierig, bei 38 regulären Spieltagen plus Pokal, Nachholtermine zu finden“, sagt Holger Sarres. Marcel Wallbaum ergänzt: „Fußball ist in unserem Bereich ein Hobby. Ich glaube nicht, dass so eine lange Saison mit einer Kaderstärke von 23 Mann zu stemmen ist.“ Grundsätzlich empfindet es Wallbaum als unnötig, die Liga auf 20 Mannschaften aufzustocken. „Wir befinden uns in besonderen Zeiten. Da müssen Statuten auch mal flexibel gehandhabt werden können“, sagt er, „vier der sechs Aufsteiger haben es sportlich nicht geschafft. Ich denke, die Stärke der Liga wird dadurch nachlassen.“ In einem Punkt sind sich aber alle Trainer einig: Sollte eine Teilung in zwei Zehnergruppen erfolgen, sind 18 Spieltage für jede Mannschaft viel zu wenig. Michael Fromme schlug Ulrich Faymann, Vorsitzender des Fußballausschusses, deshalb per E-Mail eine erweiterte Variante vor. „Die zehn Mannschaften jeder Gruppe spielen zunächst im klassischen Modell eine Findungsrunde aus. Dann gehen die fünf stärksten Mannschaften jeder Staffel in die Aufstiegs-, die zehn schwächsten Teams in die Abstiegsrunde“, erklärt der Portaner Trainer. Seiner Vorstellung nach nimmt jede Mannschaft die Punkte und Tore mit, gegen die die Teams bereits gespielt haben. „Dann kommen für jeden Verein noch jeweils zehn Spieltage hinzu, und wir landen dann bei insgesamt 28. Ich finde, das ist eine vernünftige Lösung.“ Es gehe auch darum, den Kalender ordentlich zu füllen. „Sonst verlieren wir Spieler“, ist sich Fromme sicher. Das sieht auch Mathias Sitko so: „Die Jungs haben aufgrund der Corona-Situation in den vergangenen Monaten sowieso schon so wenig Fußball gespielt. Sie würden sich sicherlich freuen, mehr als 18 Spiele absolvieren zu dürfen.“ Dirk Mayer hofft auch, dass der Fußballkreis die Anzahl der Absteiger überdenkt. Je nachdem wie viele Mannschaften aus dem Fußballkreis Minden aus der Bezirksliga absteigen, können bis zu acht Teams aus der A-Liga den Weg in die B-Liga antreten müssen. „Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Es wäre echt hart, wenn knapp die Hälfte der Liga absteigt. Die Anzahl muss minimiert und über mehrere Saisons gestreckt werden.“ Schickentanz weiß, dass er mit seinen Kollegen zwischen allen Stühlen sitzt: „Sicherlich werden wir es nicht jedem Recht machen können. Aber es muss weitergehen.“

Einhellige Meinung: 18 Spiele sind zu wenig - Trainer der Kreisliga A setzen sich mit den geplanten Reformen auseinander

Wann werden die Mannschaften wieder auf den Platz gehen, um Meisterschaftsspiele auszutragen? Das steht bislang noch nicht fest. Fraglich bleibt auch, ob sie wie hier eng nebeneinander einlaufen und ob es das gewohnte Abklatschen mit dem Gegner gibt. © Foto: Daniel Branahl

Minden. Die Fußball-Kreisliga A Minden wird auf 20 Mannschaften aufgestockt. Das ist Fakt. Wie die Runde ausgespielt wird, steht allerdings noch nicht fest. Es gibt die Möglichkeit, die Saison im klassischen Modell mit 38 Spieltagen auszutragen oder aber zwei Staffeln á zehn Teams zu bilden. Die Trainer haben dazu unterschiedliche Meinungen. Einige sehen die Staffelaufteilung als sinnvoll an, andere empfinden das klassische Modell als fairer.

„Wir warten händeringend auf den Rahmenterminplan. Denn erst dann können wir unsere Planungen konkretisieren“, sagt Thomas Schickentanz, Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikkreises Minden. Die Szene erwartet zwar, dass es im September wieder losgeht. Ob dem aber tatsächlich so ist, weiß bislang niemand. Deshalb sind die verlässlichen Daten über Saisonstart und -ende aus Kaiserau für das weitere Prozedere entscheidend. Ungeachtet dessen machen sich die Trainer der Kreisliga A Gedanken über mögliche Veränderungen.

Tim Meyer (Union Minden), Tobias Segelhorst (RW Maaslingen II), Michael Prosser (TuS Volmerdingsen), Mathias Sitko (SV Weser Leteln) und Dirk Mayer (SG Gorspen-Vahlsen/Windheim) befürworten das klassische Modell, bei dem die Saison 38 Spieltage umfasst. „Die Liga ist dann zwar extrem groß, aber eine Teilung führt immer zu Ungerechtigkeiten“, sagt Michael Prosser. Der Modus „Jeder gegen jeden“ sei fairer. Das sieht auch Tobias Segelhorst so: „Natürlich hat die Staffelgröße zur Folge, dass es Englische Wochen gibt. Aber das ist händelbar." Der Maaslinger Trainer schlägt vor, einige Spiele freitags auszutragen: „Dann könnte die Personallage besser sein als in der Woche. Studenten könnten anreisen und bei vielen geht der Arbeitstag nicht bis in den späten Abend.“

Die vom Fußballkreis vorgestellte Variante, dass die beiden Tabellenersten der Zehner-Gruppen ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg austragen, stößt dagegen auf Kritik. „Die jeweiligen Spitzenreiter haben eine Riesen-Saison gespielt, sind vielleicht ohne Niederlage geblieben. Dann ist es unfair, dass ein einziges Spiel über den Aufstieg entscheidet. Das ist oft tagesformabhängig“, sagt Tim Meyer „ich finde es überhaupt nicht tragisch, die Runde mit 20 Mannschaften zu spielen.“

Der Terminplan wird allerdings noch enger, weil auch noch der Kreispokal gespielt wird. Sechs Runden müssen zwischen den Meisterschaftspartien untergebracht werden. „Stand jetzt, werden wir den Pokal über die Saison strecken. Das Endspiel wird voraussichtlich nach der Saison stattfinden“, sagt Schickentanz in seiner Funktion als Pokalspielleiter.

Auch deshalb sehen Marcel Wallbaum (SV Hausberge), Michael Fromme (TuS Porta) und Holger Sarres (SV Bölhorst-Häverstädt) die Teilung der Liga als sinnvoll an. „Erfahrungsgemäß fallen im Winter viele Spiele aus. Es ist schwierig, bei 38 regulären Spieltagen plus Pokal, Nachholtermine zu finden“, sagt Holger Sarres. Marcel Wallbaum ergänzt: „Fußball ist in unserem Bereich ein Hobby. Ich glaube nicht, dass so eine lange Saison mit einer Kaderstärke von 23 Mann zu stemmen ist.“ Grundsätzlich empfindet es Wallbaum als unnötig, die Liga auf 20 Mannschaften aufzustocken. „Wir befinden uns in besonderen Zeiten. Da müssen Statuten auch mal flexibel gehandhabt werden können“, sagt er, „vier der sechs Aufsteiger haben es sportlich nicht geschafft. Ich denke, die Stärke der Liga wird dadurch nachlassen.“

In einem Punkt sind sich aber alle Trainer einig: Sollte eine Teilung in zwei Zehnergruppen erfolgen, sind 18 Spieltage für jede Mannschaft viel zu wenig. Michael Fromme schlug Ulrich Faymann, Vorsitzender des Fußballausschusses, deshalb per E-Mail eine erweiterte Variante vor. „Die zehn Mannschaften jeder Gruppe spielen zunächst im klassischen Modell eine Findungsrunde aus. Dann gehen die fünf stärksten Mannschaften jeder Staffel in die Aufstiegs-, die zehn schwächsten Teams in die Abstiegsrunde“, erklärt der Portaner Trainer. Seiner Vorstellung nach nimmt jede Mannschaft die Punkte und Tore mit, gegen die die Teams bereits gespielt haben. „Dann kommen für jeden Verein noch jeweils zehn Spieltage hinzu, und wir landen dann bei insgesamt 28. Ich finde, das ist eine vernünftige Lösung.“ Es gehe auch darum, den Kalender ordentlich zu füllen. „Sonst verlieren wir Spieler“, ist sich Fromme sicher. Das sieht auch Mathias Sitko so: „Die Jungs haben aufgrund der Corona-Situation in den vergangenen Monaten sowieso schon so wenig Fußball gespielt. Sie würden sich sicherlich freuen, mehr als 18 Spiele absolvieren zu dürfen.“

Dirk Mayer hofft auch, dass der Fußballkreis die Anzahl der Absteiger überdenkt. Je nachdem wie viele Mannschaften aus dem Fußballkreis Minden aus der Bezirksliga absteigen, können bis zu acht Teams aus der A-Liga den Weg in die B-Liga antreten müssen. „Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Es wäre echt hart, wenn knapp die Hälfte der Liga absteigt. Die Anzahl muss minimiert und über mehrere Saisons gestreckt werden.“ Schickentanz weiß, dass er mit seinen Kollegen zwischen allen Stühlen sitzt: „Sicherlich werden wir es nicht jedem Recht machen können. Aber es muss weitergehen.“

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