Die perfekte erste Halbzeit: RW Maaslingen wirft Oberligisten aus dem Westfalenpokal Astrid Plaßhenrich Petershagen. Die Helden ließen sich feiern – und zwar völlig zurecht. Von den etwa 400 Zuschauern holten sich die Fußballer von RW Maaslingen bei kaltem Dauerregen und starken Böen warmen Applaus ab. Denn dem Landesligisten ist im Westfalenpokal ein Überraschungscoup gelungen – mal wieder. Vor zwei Jahren schlugen die Rot-Weißen im Achtelfinale den Oberligisten TuS Ennepetal mit 5:0. Gestern Abend musste erneut ein Oberligist auf dem Maaslinger B-Platz nach der zweiten Runde die Segel streichen. RWM gewann gegen den TuS Haltern nach einer sensationellen ersten Halbzeit mit 5:1 (5:0). Mut, Disziplin und der unbedingte Wille zum Sieg: Das waren die Attribute, die die Maaslinger Pokalnacht perfekt machten. Die Rot-Weißen waren griffig in den Zweikämpfen, machten immer einen Schritt mehr als Gegner und gaben keinen Ball verloren. „Wir wussten, dass Haltern auf dem Platz mit vielen langen Bällen agieren wird und wir dadurch unsere Umschalt-Momente bekommen werden“, sagt RWM-Trainer Jan-Werner Schmitz, der nach dem Abpfiff jeden seiner Spieler kräftig in den Arm nahm. Die Maaslinger warteten nicht ab, sondern versuchten von Beginn an, die Haltener bei ihrem ersten Pass zu stören. Der Plan funktionierte. Kaum einmal fand der Ball den Weg zum Mitspieler. Stattdessen war ein roter Stutzen, ein Maaslinger Fuß oder Kopf dazwischen. Und dann ging es blitzschnell: Immer wieder kam RWM über die Außenbahnen gefährlich vor das Tor des Oberligisten. Und gleich die erste Chance nutzte Philipp Rusteberg zum 1:0 (8.). Es war nicht der Oberligist, der das Tempo vorgab, sondern die Rot-Weißen marschierten. Dazu agierte die Haltener Hintermannschaft mit zunehmender Spielzeit zerfahrener. Die Abstimmung passte überhaupt nicht, ein Fehler reihte sich an den nächsten. Maaslingens Bastian Schreiber luchste wenige Meter vor dem Sechzehner Florian Trachternach den Ball ab, umkurvte danach Halterns Torwart Ubeyd Güzel und passte auf Kilian Tschöpe – 2:0 (21.). Erneut Rusteberg (36.) und Tschöpe (40.) erhöhten auf 4:0. Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang Jesper Fuchs per direktem Freistoß aus 20 Metern der fünfte Streich. Und die Halterner? Die verzeichneten in den ersten 45 Minuten nicht eine nennenswerte Chance, waren total harmlos. „Dass wir nichts zugelassen haben, war mit das Beste“, meint Schmitz. Die Maaslinger zogen sich nach Ballverlusten schnell zurück, machten die Räume eng. „Das war unser Ziel“, sagt der RWM-Trainer, „auf diesem Rasen ist es sowieso sehr schwierig, sich durchzukombinieren. Dann fast unmöglich.“ Seinem Team gelang es aber durchaus, das Spiel gefällig aufzuziehen. Die Maaslinger spielten sich in einen Rausch. Es war die perfekte erste Halbzeit. Nach dem Wechsel wollte Haltern Druck aufbauen. Aber die Bemühungen verpufften. Dem Ehrentor ging ein Standard voraus (58.). Ansonsten ließen die Rot-Weißen nichts anbrennen und erarbeiteten sich auch weiterhin gute Chancen. Weitere Treffer sollten allerdings nicht mehr gelingen. Aber das reichte auch, schließlich waren die ersten 45 Minuten eine Demonstration der Stärke – und die Maaslinger bleiben in dieser Saison weiterhin ungeschlagen. Gleich doppelten Grund zum Feiern hatte Finn Wiese. Er freute sich nicht nur über den Einzug in die nächste Pokalrunde, sondern feierte auch seinen 22. Geburtstag. „Es war ein überragendes Spiel“, sagt Wiese, „eine geschlossene Mannschaftsleistung. Bei uns kämpft immer jeder für jeden. Deswegen überrascht mich der Sieg auch nicht sonderlich.“ Bei der anschließenden Party in der Kabine musste er sich allerdings zurückhalten. Für Wiese steht heute eine Klausur an. Aber die nächste Pokalparty kommt bestimmt. RW Maaslingen: Redecker – Agirman, Müller, Franzmeier, Waltke, Fuchs, Schröer, Thom (70. Wlotzka), Tschöpe (80. Wiese), Schreiber, Rusteberg (63. Cakici). Tore: 1:0 Rusteberg (8.), 2:0 Tschöpe (21.), 3:0 Rusteberg (36.), 4:0 Tschöpe (40.), 5:0 Fuchs (45.), 5:1 Trachternach (58.).

Die perfekte erste Halbzeit: RW Maaslingen wirft Oberligisten aus dem Westfalenpokal

Vorbereiter und Vollstrecker: Bastian Schreiber (Mitte) setzte gestern Abend immer wieder seine Mitspieler in Szene. Dieses Mal profitierte Kilian Tschöpe (rechts), der zum 4:0 traf. Felix Waltke feiert mit. © Astrid Plaßhenrich

Petershagen. Die Helden ließen sich feiern – und zwar völlig zurecht. Von den etwa 400 Zuschauern holten sich die Fußballer von RW Maaslingen bei kaltem Dauerregen und starken Böen warmen Applaus ab. Denn dem Landesligisten ist im Westfalenpokal ein Überraschungscoup gelungen – mal wieder. Vor zwei Jahren schlugen die Rot-Weißen im Achtelfinale den Oberligisten TuS Ennepetal mit 5:0. Gestern Abend musste erneut ein Oberligist auf dem Maaslinger B-Platz nach der zweiten Runde die Segel streichen. RWM gewann gegen den TuS Haltern nach einer sensationellen ersten Halbzeit mit 5:1 (5:0).

Mut, Disziplin und der unbedingte Wille zum Sieg: Das waren die Attribute, die die Maaslinger Pokalnacht perfekt machten. Die Rot-Weißen waren griffig in den Zweikämpfen, machten immer einen Schritt mehr als Gegner und gaben keinen Ball verloren. „Wir wussten, dass Haltern auf dem Platz mit vielen langen Bällen agieren wird und wir dadurch unsere Umschalt-Momente bekommen werden“, sagt RWM-Trainer Jan-Werner Schmitz, der nach dem Abpfiff jeden seiner Spieler kräftig in den Arm nahm.

Die Maaslinger warteten nicht ab, sondern versuchten von Beginn an, die Haltener bei ihrem ersten Pass zu stören. Der Plan funktionierte. Kaum einmal fand der Ball den Weg zum Mitspieler. Stattdessen war ein roter Stutzen, ein Maaslinger Fuß oder Kopf dazwischen. Und dann ging es blitzschnell: Immer wieder kam RWM über die Außenbahnen gefährlich vor das Tor des Oberligisten. Und gleich die erste Chance nutzte Philipp Rusteberg zum 1:0 (8.). Es war nicht der Oberligist, der das Tempo vorgab, sondern die Rot-Weißen marschierten. Dazu agierte die Haltener Hintermannschaft mit zunehmender Spielzeit zerfahrener. Die Abstimmung passte überhaupt nicht, ein Fehler reihte sich an den nächsten. Maaslingens Bastian Schreiber luchste wenige Meter vor dem Sechzehner Florian Trachternach den Ball ab, umkurvte danach Halterns Torwart Ubeyd Güzel und passte auf Kilian Tschöpe – 2:0 (21.). Erneut Rusteberg (36.) und Tschöpe (40.) erhöhten auf 4:0. Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang Jesper Fuchs per direktem Freistoß aus 20 Metern der fünfte Streich.

Und die Halterner? Die verzeichneten in den ersten 45 Minuten nicht eine nennenswerte Chance, waren total harmlos. „Dass wir nichts zugelassen haben, war mit das Beste“, meint Schmitz. Die Maaslinger zogen sich nach Ballverlusten schnell zurück, machten die Räume eng. „Das war unser Ziel“, sagt der RWM-Trainer, „auf diesem Rasen ist es sowieso sehr schwierig, sich durchzukombinieren. Dann fast unmöglich.“ Seinem Team gelang es aber durchaus, das Spiel gefällig aufzuziehen. Die Maaslinger spielten sich in einen Rausch. Es war die perfekte erste Halbzeit.

Nach dem Wechsel wollte Haltern Druck aufbauen. Aber die Bemühungen verpufften. Dem Ehrentor ging ein Standard voraus (58.). Ansonsten ließen die Rot-Weißen nichts anbrennen und erarbeiteten sich auch weiterhin gute Chancen. Weitere Treffer sollten allerdings nicht mehr gelingen. Aber das reichte auch, schließlich waren die ersten 45 Minuten eine Demonstration der Stärke – und die Maaslinger bleiben in dieser Saison weiterhin ungeschlagen.

Gleich doppelten Grund zum Feiern hatte Finn Wiese. Er freute sich nicht nur über den Einzug in die nächste Pokalrunde, sondern feierte auch seinen 22. Geburtstag. „Es war ein überragendes Spiel“, sagt Wiese, „eine geschlossene Mannschaftsleistung. Bei uns kämpft immer jeder für jeden. Deswegen überrascht mich der Sieg auch nicht sonderlich.“ Bei der anschließenden Party in der Kabine musste er sich allerdings zurückhalten. Für Wiese steht heute eine Klausur an. Aber die nächste Pokalparty kommt bestimmt.

RW Maaslingen: Redecker – Agirman, Müller, Franzmeier, Waltke, Fuchs, Schröer, Thom (70. Wlotzka), Tschöpe (80. Wiese), Schreiber, Rusteberg (63. Cakici).

Tore: 1:0 Rusteberg (8.), 2:0 Tschöpe (21.), 3:0 Rusteberg (36.), 4:0 Tschöpe (40.), 5:0 Fuchs (45.), 5:1 Trachternach (58.).

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Fußball