Carina Schlüter wechselt nach Leipzig in eine Führungsrolle Sebastian Külbel München/Minden. Auf den ersten Blick ist es ein Rückschritt. Nach zwei Jahren verlässt Carina Schlüter den Bundesliga-Tabellenführer FC Bayern München im Sommer und wechselt in die 2. Liga. Der neue Verein zeigt aber, dass die gebürtige Mindenerin weiterhin höchste Ambitionen verfolgt. Denn RB Leipzig will auch im Frauenfußball eine große Nummer werden – und die 24-Jährige Torhüterin soll dabei eine zentrale Rolle einnehmen. „Ich sehe mich ganz klar als Führungsspielerin und kann den Jüngeren im Team vielleicht auch ein Vorbild sein“, skizziert Schlüter im MT-Gespräch ihre neue Aufgabe in Sachsen. Erst Bundesliga und dann schnellstmöglich Champions League heißen die nächsten Ziele für das aufstrebende Team, das als Aufsteiger zurzeit Dritter der 2. Liga Nord ist. „Wenn sie es dieses Jahr nicht mehr schaffen, steigen wir eben in der nächsten Saison zusammen auf“, sagt Schlüter selbstbewusst. Die neue Aufgabe beflügelt die 24-Jährige spürbar, denn sie hat in München keine leichte Zeit hinter sich. Der Start im Jahr 2019 war noch vielversprechend, Schlüter bekam als Nummer zwei ihre Einsätze in der Bundesliga und auch in der Champions League. Dann schlug das Verletzungspech zu: Beim Trainingslager in Doha wurde im Januar 2020 ein Patellaspitzensyndrom im rechten Knie festgestellt. Und das hat ihre Karriere seitdem lahm gelegt. Mehr als ein Jahr kämpft die ehemalige Nationaltorhüterin seitdem mit ihrer Verletzung: „Das ist nicht wie bei einem Kreuzbandriss, wo es einen klar absehbaren Genesungsverlauf gibt. Ich musste von Tag zu Tag schauen, mal war es gut und ich konnte sogar trainieren, teilweise konnte ich aber nicht einmal Treppen steigen. Für den Kopf war das sehr schwer.“ Im Oktober stand sie doch wieder einmal für zwei Spiele in der zweiten Mannschaft auf dem Platz, wenig später kam der nächste Rückschlag: Nach einem Bänderriss im linken Fuß ging Schlüter an Krücken, die zunehmende Belastung des rechten Beins ging auch auf das lädierte Knie. Als sie dann ihre Zukunft geklärt hatte, traf sie eine Entscheidung: „Ich habe den Druck rausgenommen und lasse mir Zeit, bis ich wieder topfit bin. Mein ganzer Fokus liegt jetzt auf dem neuen Verein.“ In ihrem aktuellen Klub läuft es auch ohne die Mindenerin. Nach dem 1:1 gegen den härtesten Verfolger VfL Wolfsburg haben die Bayern-Frauen ihre dritte Deutsche Meisterschaft vor Augen, in der Champions League kamen sie bis ins Halbfinale. „Der Erfolg passt also, ich muss mir keinen Druck machen“, sagt Schlüter. Bereuen tut sie den Wechsel vom beschaulichen SC Sand zum großen FC Bayern vor zwei Jahren trotz ihres Verletzungspechs nicht: „Es war eine supertolle Zeit, ich habe hier ganz viel mitgenommen.“ Dass die ehrgeizige Torhüterin aber viel lieber aktiv an den jüngsten Erfolgen beteiligt wäre, versteht sich von selbst. Umso wichtiger ist es ihr, in Leipzig topfit anzukommen und gleich voran zu gehen. Die in München erlebte Professionalität wird ihr dabei helfen. „Hier soll etwas aufgebaut werden und ich sehe die Perspektive, von Anfang an als wichtige Spielerin dabei zu sein. Ich spüre eine große Wertschätzung.“ Dass viele Fußballfans das Projekt des Getränkeherstellers Red Bull kritisch beäugen, stört Carina Schlüter nicht: „Ich kann mich total mit der Leipziger Fußballphilosophie identifizieren.“ Zudem hat sie schon jetzt den Zusammenhalt in ihrem neuen Klub gespürt: Als ihr Wechsel perfekt war, gab es zur Begrüßung eine Video-Botschaft von Männer-Torwart Peter Gulacsi. „Das zeigt, dass es in Leipzig vielleicht sogar etwas persönlicher als in München zugeht. Und mir zeigt es, wie wichtig ich für den Verein bin.“

Carina Schlüter wechselt nach Leipzig in eine Führungsrolle

Abschied mit einem Lächeln: Carina Schlüter verlässt den FC Bayern München und will jetzt mit RB Leipzig nach oben. Foto: Sven Beyrich/imago © imago images/Sports Press Photo

München/Minden. Auf den ersten Blick ist es ein Rückschritt. Nach zwei Jahren verlässt Carina Schlüter den Bundesliga-Tabellenführer FC Bayern München im Sommer und wechselt in die 2. Liga. Der neue Verein zeigt aber, dass die gebürtige Mindenerin weiterhin höchste Ambitionen verfolgt. Denn RB Leipzig will auch im Frauenfußball eine große Nummer werden – und die 24-Jährige Torhüterin soll dabei eine zentrale Rolle einnehmen.

„Ich sehe mich ganz klar als Führungsspielerin und kann den Jüngeren im Team vielleicht auch ein Vorbild sein“, skizziert Schlüter im MT-Gespräch ihre neue Aufgabe in Sachsen. Erst Bundesliga und dann schnellstmöglich Champions League heißen die nächsten Ziele für das aufstrebende Team, das als Aufsteiger zurzeit Dritter der 2. Liga Nord ist. „Wenn sie es dieses Jahr nicht mehr schaffen, steigen wir eben in der nächsten Saison zusammen auf“, sagt Schlüter selbstbewusst.

Die neue Aufgabe beflügelt die 24-Jährige spürbar, denn sie hat in München keine leichte Zeit hinter sich. Der Start im Jahr 2019 war noch vielversprechend, Schlüter bekam als Nummer zwei ihre Einsätze in der Bundesliga und auch in der Champions League. Dann schlug das Verletzungspech zu: Beim Trainingslager in Doha wurde im Januar 2020 ein Patellaspitzensyndrom im rechten Knie festgestellt. Und das hat ihre Karriere seitdem lahm gelegt.

Mehr als ein Jahr kämpft die ehemalige Nationaltorhüterin seitdem mit ihrer Verletzung: „Das ist nicht wie bei einem Kreuzbandriss, wo es einen klar absehbaren Genesungsverlauf gibt. Ich musste von Tag zu Tag schauen, mal war es gut und ich konnte sogar trainieren, teilweise konnte ich aber nicht einmal Treppen steigen. Für den Kopf war das sehr schwer.“

Im Oktober stand sie doch wieder einmal für zwei Spiele in der zweiten Mannschaft auf dem Platz, wenig später kam der nächste Rückschlag: Nach einem Bänderriss im linken Fuß ging Schlüter an Krücken, die zunehmende Belastung des rechten Beins ging auch auf das lädierte Knie. Als sie dann ihre Zukunft geklärt hatte, traf sie eine Entscheidung: „Ich habe den Druck rausgenommen und lasse mir Zeit, bis ich wieder topfit bin. Mein ganzer Fokus liegt jetzt auf dem neuen Verein.“

In ihrem aktuellen Klub läuft es auch ohne die Mindenerin. Nach dem 1:1 gegen den härtesten Verfolger VfL Wolfsburg haben die Bayern-Frauen ihre dritte Deutsche Meisterschaft vor Augen, in der Champions League kamen sie bis ins Halbfinale. „Der Erfolg passt also, ich muss mir keinen Druck machen“, sagt Schlüter. Bereuen tut sie den Wechsel vom beschaulichen SC Sand zum großen FC Bayern vor zwei Jahren trotz ihres Verletzungspechs nicht: „Es war eine supertolle Zeit, ich habe hier ganz viel mitgenommen.“

Dass die ehrgeizige Torhüterin aber viel lieber aktiv an den jüngsten Erfolgen beteiligt wäre, versteht sich von selbst. Umso wichtiger ist es ihr, in Leipzig topfit anzukommen und gleich voran zu gehen. Die in München erlebte Professionalität wird ihr dabei helfen. „Hier soll etwas aufgebaut werden und ich sehe die Perspektive, von Anfang an als wichtige Spielerin dabei zu sein. Ich spüre eine große Wertschätzung.“

Dass viele Fußballfans das Projekt des Getränkeherstellers Red Bull kritisch beäugen, stört Carina Schlüter nicht: „Ich kann mich total mit der Leipziger Fußballphilosophie identifizieren.“ Zudem hat sie schon jetzt den Zusammenhalt in ihrem neuen Klub gespürt: Als ihr Wechsel perfekt war, gab es zur Begrüßung eine Video-Botschaft von Männer-Torwart Peter Gulacsi. „Das zeigt, dass es in Leipzig vielleicht sogar etwas persönlicher als in München zugeht. Und mir zeigt es, wie wichtig ich für den Verein bin.“

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