Nicht nur beim Fußball treffsicher: Kaltofen-Brüder aus Petershagen spielen erfolgreich Radball Fabian Terwey Petershagen. Die zwei Brüder rasen auf das leere Tore zu. Dabei spielen sie sich den Ball passgenau hin und her. Ein ansatzloser Schuss aus kurzer Distanz und die Kugel schlägt im Winkel ein. Anders als sonst auf dem Fußballplatz für das aktuelle Bezirksliga-Schlusslicht TuS Petershagen-Ovenstädt praktizieren Marvin und Jannik Kaltofen genau das noch in einer anderen Sportart. Ihre zweite Leidenschaft: Radball. Zwei Zweierteams spielen dabei mit den Reifen ihrer Fahrräder zweimal sieben Minuten auf zwei Tore. Während diese ebenso wie der Platz kleiner als im Handball sind, kommt der 600 Gramm schwere Ball aus gepresstem Rosshaar härter daher. Auch deshalb birgt der Sport ein gewisses Verletzungsrisiko. Wegen der Sturzgefahr sind die Räder, die bis zu 1.500 Euro kosten, besonders robust. „Einen Strafstoß können wir mit dem Rad präziser schießen als mit dem Fuß“, lacht Marvin Kaltofen. „Fußball haben wir schon immer gespielt. Radball kam dazu“, erklärt Jannik Kaltofen. Onkel Henning Witte spielte einst in der Radball-Bundesliga. Marvin Kaltofen erinnert sich: „Die Aufstiegsrunde zur ersten Liga, die volle Halle, das ist mir als damals Sechsjähriger nachhaltig im Kopf geblieben.“ Heute spielt der 24-Jährige mit seinem 21-jährigen Bruder in der Radball-Verbandsliga für den RV Halle. Aus dem Verein ist mit Karsten Hormann sogar schon ein Weltmeister hervorgegangen. Für die Kaltofens sind es drei Aufstiege bis in die 1. Bundesliga. Eine Klasse ist noch unter ihnen. Witte trainiert seine Neffen in der Sporthalle von Raddestorf. „Wir sind beide sehr ehrgeizig und haben uns deshalb für diese Saison zwei Ziele gesetzt“, erklärt Marvin Kaltofen: „Im Radball wollen wir in die Oberliga aufsteigen, im Fußball mit dem TuSPO die Klasse halten.“ Der Vertriebler kehrte aus privaten Gründen vor der Saison aus Osnabrück zurück nach Petershagen und zu Jugendklub TuSPO. Industriekaufmann Jannik Kaltofen gehörte bereits in der Vorsaison zum Bezirksliga-Kader. Petershagens Trainer Jan Frederik Finger lobt: „Beide bringen eine gute Mentalität und Körperlichkeit mit.“ An Letzterer arbeiten die Brüder täglich. „Ob Fußball, Radball oder Fitnessstudio, wir machen alles zusammen“, sagt Marvin Kaltofen. Nur 200 Meter Luftlinie wohnen die Brüder voneinander entfernt. Sehr viel länger waren die Strecken zu Radball-Jugendzeiten. „Unser Onkel und Janniks langjähriger Trainer Wolfgang Römermann haben einige Kilometer abgerissen“, sagt Marvin Kaltofen. Sein jüngerer Bruder schaffte es mit Partner Mirko Halbe bis zur Deutschen U15-Meisterschaft. Da standen schonmal Fahrten bis nach Bayern an. Zusammen spielen die einzigen beiden Haller Senioren-Radballer erst seit ein paar Jahren. Den Oberliga-Aufstieg verpassten sie in ihrer ersten Spielzeit nur um ein Tor. „In der vergangenen Saison durften wir dann nicht aufsteigen, weil coronabedingt alles annulliert wurde“, erklärt Marvin Kaltofen. Im diesjährigen Niedersachsen-Pokal verloren die Brüder erst im Finale gegen Zweitligaabsteiger Hannover. „Unsere Clique ist bis zum Austragungsort nach Göttigen gefahren, um uns zu unterstützen. Bei Spielen zu Hause haben wir immer um die 50 Zuschauer“, sagt Marvin Kaltofen. Die Verbandsliga startet am 31. Oktober in Aschendorf, der Heimspieltag ist am 27. Februar. „Als Kind musste ich mir von anderen wegen des Radballs einiges anhören. Da war die Rede vom Pferdepolo oder sonst was“, lacht Jannik Kaltofen. Heute sind die TuSPO-Kollegen Fans. Terminkollisionen zwischen Fußball und Radball gibt es nur selten. „Und wenn, hat Radball Vorrang. Schließlich kann im Fußball immer jemand einspringen“, sagt Jannik Kaltofen. Nach Waden-Problemen hofft Marvin Kaltofen, im TuSPO-Heimspiel gegen Vlotho am Sonntag wieder dabei zu sein. „Und wenn ich dann ins Spiel gehe, dann immer, um es auch zu gewinnen“, sagt der Abwehrorganisator. Die ehrgeizigen Brüder haben sich schließlich so ihre Saisonziele gesetzt.

Nicht nur beim Fußball treffsicher: Kaltofen-Brüder aus Petershagen spielen erfolgreich Radball

Jannik Kaltofen und Bruder Marvin Kaltofen spielen in der Radball-Verbandsliga für den RV Halle und in der Fußball-Bezirksliga für den TuS Petershagen-Ovenstädt. © MT-Foto: Fabian Terwey

Petershagen. Die zwei Brüder rasen auf das leere Tore zu. Dabei spielen sie sich den Ball passgenau hin und her. Ein ansatzloser Schuss aus kurzer Distanz und die Kugel schlägt im Winkel ein. Anders als sonst auf dem Fußballplatz für das aktuelle Bezirksliga-Schlusslicht TuS Petershagen-Ovenstädt praktizieren Marvin und Jannik Kaltofen genau das noch in einer anderen Sportart. Ihre zweite Leidenschaft: Radball.

Zwei Zweierteams spielen dabei mit den Reifen ihrer Fahrräder zweimal sieben Minuten auf zwei Tore. Während diese ebenso wie der Platz kleiner als im Handball sind, kommt der 600 Gramm schwere Ball aus gepresstem Rosshaar härter daher. Auch deshalb birgt der Sport ein gewisses Verletzungsrisiko. Wegen der Sturzgefahr sind die Räder, die bis zu 1.500 Euro kosten, besonders robust.

Fanclub: Die Freundesclique von Jannik Kaltofen und Bruder Marvin Kaltofen feuert die Brüder bei Spielen in der Radball-Verbandsliga an. - © Foto: privat
Fanclub: Die Freundesclique von Jannik Kaltofen und Bruder Marvin Kaltofen feuert die Brüder bei Spielen in der Radball-Verbandsliga an. - © Foto: privat

„Einen Strafstoß können wir mit dem Rad präziser schießen als mit dem Fuß“, lacht Marvin Kaltofen. „Fußball haben wir schon immer gespielt. Radball kam dazu“, erklärt Jannik Kaltofen. Onkel Henning Witte spielte einst in der Radball-Bundesliga. Marvin Kaltofen erinnert sich: „Die Aufstiegsrunde zur ersten Liga, die volle Halle, das ist mir als damals Sechsjähriger nachhaltig im Kopf geblieben.“ Heute spielt der 24-Jährige mit seinem 21-jährigen Bruder in der Radball-Verbandsliga für den RV Halle. Aus dem Verein ist mit Karsten Hormann sogar schon ein Weltmeister hervorgegangen. Für die Kaltofens sind es drei Aufstiege bis in die 1. Bundesliga. Eine Klasse ist noch unter ihnen. Witte trainiert seine Neffen in der Sporthalle von Raddestorf.

Spieltag: Jannik Kaltofen und sein Bruder Marvin Kaltofen bei einer Partie in der Radball-Verbandsliga. - © Foto: privat
Spieltag: Jannik Kaltofen und sein Bruder Marvin Kaltofen bei einer Partie in der Radball-Verbandsliga. - © Foto: privat

„Wir sind beide sehr ehrgeizig und haben uns deshalb für diese Saison zwei Ziele gesetzt“, erklärt Marvin Kaltofen: „Im Radball wollen wir in die Oberliga aufsteigen, im Fußball mit dem TuSPO die Klasse halten.“ Der Vertriebler kehrte aus privaten Gründen vor der Saison aus Osnabrück zurück nach Petershagen und zu Jugendklub TuSPO. Industriekaufmann Jannik Kaltofen gehörte bereits in der Vorsaison zum Bezirksliga-Kader.

Balanceakt: Die Brüder Marvin Kaltofen (links) und Jannik Kaltofen trainieren in der Sporthalle von Raddestorf für die anstehende Saison in der Radball-Verbandsliga. - © MT-Foto: Fabian Terwey
Balanceakt: Die Brüder Marvin Kaltofen (links) und Jannik Kaltofen trainieren in der Sporthalle von Raddestorf für die anstehende Saison in der Radball-Verbandsliga. - © MT-Foto: Fabian Terwey

Petershagens Trainer Jan Frederik Finger lobt: „Beide bringen eine gute Mentalität und Körperlichkeit mit.“ An Letzterer arbeiten die Brüder täglich. „Ob Fußball, Radball oder Fitnessstudio, wir machen alles zusammen“, sagt Marvin Kaltofen.

Nur 200 Meter Luftlinie wohnen die Brüder voneinander entfernt. Sehr viel länger waren die Strecken zu Radball-Jugendzeiten. „Unser Onkel und Janniks langjähriger Trainer Wolfgang Römermann haben einige Kilometer abgerissen“, sagt Marvin Kaltofen. Sein jüngerer Bruder schaffte es mit Partner Mirko Halbe bis zur Deutschen U15-Meisterschaft. Da standen schonmal Fahrten bis nach Bayern an. Zusammen spielen die einzigen beiden Haller Senioren-Radballer erst seit ein paar Jahren. Den Oberliga-Aufstieg verpassten sie in ihrer ersten Spielzeit nur um ein Tor. „In der vergangenen Saison durften wir dann nicht aufsteigen, weil coronabedingt alles annulliert wurde“, erklärt Marvin Kaltofen. Im diesjährigen Niedersachsen-Pokal verloren die Brüder erst im Finale gegen Zweitligaabsteiger Hannover. „Unsere Clique ist bis zum Austragungsort nach Göttigen gefahren, um uns zu unterstützen. Bei Spielen zu Hause haben wir immer um die 50 Zuschauer“, sagt Marvin Kaltofen. Die Verbandsliga startet am 31. Oktober in Aschendorf, der Heimspieltag ist am 27. Februar.

„Als Kind musste ich mir von anderen wegen des Radballs einiges anhören. Da war die Rede vom Pferdepolo oder sonst was“, lacht Jannik Kaltofen. Heute sind die TuSPO-Kollegen Fans. Terminkollisionen zwischen Fußball und Radball gibt es nur selten. „Und wenn, hat Radball Vorrang. Schließlich kann im Fußball immer jemand einspringen“, sagt Jannik Kaltofen.

Nach Waden-Problemen hofft Marvin Kaltofen, im TuSPO-Heimspiel gegen Vlotho am Sonntag wieder dabei zu sein. „Und wenn ich dann ins Spiel gehe, dann immer, um es auch zu gewinnen“, sagt der Abwehrorganisator. Die ehrgeizigen Brüder haben sich schließlich so ihre Saisonziele gesetzt.

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