Babis Makridis kämpft sich ins Regensburger Team, muss gegen Werder aber früh raus Sebastian Külbel Regensburg/Minden.Die letzten Minuten seines bislang größten Spiels als Fußballprofi erlebte Charalambos Makridis zitternd auf der Tribüne. Das lag nicht nur am eisigen Wind im Jahnstadion, sondern auch daran, dass Gastgeber Jahn Regensburg das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen bis zum Ende offen hielt. Am Ende ärgerte sich der Zweitligist zurecht, bei der 0:1-Niederlage ein erneutes Elfmeterschießen verpasst zu haben. Und auch der aus Minden stammende Makridis war nicht ganz zufrieden mit dem denkwürdigen Abend. „Das war nicht die Leistung, die ich von mir erwarte“, sagt der 24-Jährige. Zwar stand der Außenangreifer zum dritten Mal in Folge in der Startformation, musste seinen Platz aber bereits in der Halbzeitpause wieder räumen. „Das war schon etwas enttäuschend für mich, aber ich habe keine gute Halbzeit geliefert. Der Trainer hat umgestellt, um der Mannschaft zu helfen“, sagt Makridis selbstkritisch. Die Maßnahme von Mersad Selimbegovic hatte Erfolg. Zwar kassierten die Gastgeber nach der Pause früh das 0:1 von Yuya Osako, wurden aber zum Ende hin immer stärker und verpassten den Ausgleich und die mögliche Verlängerung nur knapp. „Es war mehr drin für uns“, findet auch der Angreifer aus Minden, „vielleicht hätten wir schon etwas früher so mutig spielen sollen“. So verpasste der Außenseiter die Überraschung gegen den Bundesligisten, behält aber immerhin ein gutes Gefühl: „Wir sind bei aller Enttäuschung natürlich auch stolz, dass wir so weit gekommen sind“, sagt Charalambos Makridis, den alle nur Babis nennen. Das gilt auch für ihn persönlich. Denn der Mindener musste sich in diesem Jahr zurück in die Mannschaft kämpfen. In der Rückrunde der Vorsaison gehörte der flinke Angreifer zum Stamm, spielte in den letzten neun Spielen sechs Mal von Anfang an. So ging es in den ersten beiden Partien der neuen Runde weiter – bis Makridis im Herbst ins Hintertreffen geriet. Von November bis Ende Februar gehörte er in 15 Partien nur ein Mal zum Kader. Auch, weil er im Dezember wegen einer Überdehnung und einer Prellung im rechten Knie drei Wochen ausfiel. Danach blieb dem 24-Jährigen zunächst weiterhin nur die Zuschauerrolle. Erst seit der zweiwöchigen Quarantäne wegen einiger Corona-Fälle im Team ging es wieder bergauf. „Ich habe mich über die Trainingsleistung empfohlen, das ist mein Weg“, sagt Makridis. Überhaupt hat er sich von der wochenlangen Nichtberücksichtigung nicht aus der Ruhe bringen lassen: „Natürlich ist es kein schönes Gefühl, außen vor zu sein. Aber ich habe zu keinem Zeitpunkt die Hoffnung oder die Motivation verloren.“ Das gilt auch jetzt, da er mit seinem Auftritt im Pokal nicht zufrieden war. „Es war ein kleiner Rückschlag, in den Spielen davor gegen Würzburg und Aue (beide 1:1, Anm. d. Red.) lief es deutlich besser für mich.“ Einen Makridis in Top-Form können die Regensburger im Saison-Endspurt gut gebrauchen. Acht Spiele inklusive einer Nachholpartie hat der Tabellenvierzehnte (31 Punkte) noch, um die angepeilte 40-Punkte-Marke und damit den sicheren Klassenerhalt zu erreichen. „Das wollen wir so schnell wie möglich schaffen“, sagt Makridis vor der Reise zum Auswärtsspiel am heutigen Samstag bei Holstein Kiel. Ein Gegner übrigens, der ebenso wie der Jahn kürzlich eine zweiwöchige Quarantäne hinter sich gebracht hat. Für den Mindener Profi war das keine große Sache: „Wir haben das in der Mannschaft nicht als Problem gesehen und sind da ganz gut durchgekommen.“ Dank Krafttraining über Zoom und Ausdauereinheiten auf dem Spinning-Rad haben die Regensburger ihre Form behalten. Die hat Babis Makridis genutzt, um sich zurück in die Mannschaft zu kämpfen und mit einem Karriere-Höhepunkt zu belohnen: „Es ist einfach toll, wenn man in so einem Spiel wie gegen Werder Bremen von Anfang an dabei ist.“ Dafür arbeitet der Mindener weiter, denn sein Weg in Regensburg ist mit einem Vertrag bis 2023 noch lange nicht vorbei. Viel Zeit für noch mehr große Spiele.

Babis Makridis kämpft sich ins Regensburger Team, muss gegen Werder aber früh raus

Pokal-Höhepunkt: Der Mindener Fußballprofi Charalambos Makridis (rechts) zieht im Trikot von Jahn Regensburg an Werder Bremens Theodor Gebre Selassie vorbei. Foto: Imago © imago images/Eibner

Regensburg/Minden.Die letzten Minuten seines bislang größten Spiels als Fußballprofi erlebte Charalambos Makridis zitternd auf der Tribüne. Das lag nicht nur am eisigen Wind im Jahnstadion, sondern auch daran, dass Gastgeber Jahn Regensburg das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen bis zum Ende offen hielt. Am Ende ärgerte sich der Zweitligist zurecht, bei der 0:1-Niederlage ein erneutes Elfmeterschießen verpasst zu haben. Und auch der aus Minden stammende Makridis war nicht ganz zufrieden mit dem denkwürdigen Abend.

„Das war nicht die Leistung, die ich von mir erwarte“, sagt der 24-Jährige. Zwar stand der Außenangreifer zum dritten Mal in Folge in der Startformation, musste seinen Platz aber bereits in der Halbzeitpause wieder räumen. „Das war schon etwas enttäuschend für mich, aber ich habe keine gute Halbzeit geliefert. Der Trainer hat umgestellt, um der Mannschaft zu helfen“, sagt Makridis selbstkritisch.

Die Maßnahme von Mersad Selimbegovic hatte Erfolg. Zwar kassierten die Gastgeber nach der Pause früh das 0:1 von Yuya Osako, wurden aber zum Ende hin immer stärker und verpassten den Ausgleich und die mögliche Verlängerung nur knapp. „Es war mehr drin für uns“, findet auch der Angreifer aus Minden, „vielleicht hätten wir schon etwas früher so mutig spielen sollen“. So verpasste der Außenseiter die Überraschung gegen den Bundesligisten, behält aber immerhin ein gutes Gefühl: „Wir sind bei aller Enttäuschung natürlich auch stolz, dass wir so weit gekommen sind“, sagt Charalambos Makridis, den alle nur Babis nennen.

Das gilt auch für ihn persönlich. Denn der Mindener musste sich in diesem Jahr zurück in die Mannschaft kämpfen. In der Rückrunde der Vorsaison gehörte der flinke Angreifer zum Stamm, spielte in den letzten neun Spielen sechs Mal von Anfang an. So ging es in den ersten beiden Partien der neuen Runde weiter – bis Makridis im Herbst ins Hintertreffen geriet. Von November bis Ende Februar gehörte er in 15 Partien nur ein Mal zum Kader. Auch, weil er im Dezember wegen einer Überdehnung und einer Prellung im rechten Knie drei Wochen ausfiel.

Danach blieb dem 24-Jährigen zunächst weiterhin nur die Zuschauerrolle. Erst seit der zweiwöchigen Quarantäne wegen einiger Corona-Fälle im Team ging es wieder bergauf. „Ich habe mich über die Trainingsleistung empfohlen, das ist mein Weg“, sagt Makridis. Überhaupt hat er sich von der wochenlangen Nichtberücksichtigung nicht aus der Ruhe bringen lassen: „Natürlich ist es kein schönes Gefühl, außen vor zu sein. Aber ich habe zu keinem Zeitpunkt die Hoffnung oder die Motivation verloren.“

Das gilt auch jetzt, da er mit seinem Auftritt im Pokal nicht zufrieden war. „Es war ein kleiner Rückschlag, in den Spielen davor gegen Würzburg und Aue (beide 1:1, Anm. d. Red.) lief es deutlich besser für mich.“ Einen Makridis in Top-Form können die Regensburger im Saison-Endspurt gut gebrauchen. Acht Spiele inklusive einer Nachholpartie hat der Tabellenvierzehnte (31 Punkte) noch, um die angepeilte 40-Punkte-Marke und damit den sicheren Klassenerhalt zu erreichen. „Das wollen wir so schnell wie möglich schaffen“, sagt Makridis vor der Reise zum Auswärtsspiel am heutigen Samstag bei Holstein Kiel.

Ein Gegner übrigens, der ebenso wie der Jahn kürzlich eine zweiwöchige Quarantäne hinter sich gebracht hat. Für den Mindener Profi war das keine große Sache: „Wir haben das in der Mannschaft nicht als Problem gesehen und sind da ganz gut durchgekommen.“ Dank Krafttraining über Zoom und Ausdauereinheiten auf dem Spinning-Rad haben die Regensburger ihre Form behalten.

Die hat Babis Makridis genutzt, um sich zurück in die Mannschaft zu kämpfen und mit einem Karriere-Höhepunkt zu belohnen: „Es ist einfach toll, wenn man in so einem Spiel wie gegen Werder Bremen von Anfang an dabei ist.“ Dafür arbeitet der Mindener weiter, denn sein Weg in Regensburg ist mit einem Vertrag bis 2023 noch lange nicht vorbei. Viel Zeit für noch mehr große Spiele.

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