Arminia Bielefeld Arminia vor dem Kellerduell in Köln: Pokern bis zum Anpfiff Philipp Kreutzer Bielefeld. Aus zwei Punkten Vorsprung auf den 1. FC Köln kann Arminia Bielefeld am Sonntag ab 15.30 Uhr fünf machen. „Wenn wir gewinnen sollten, ist das schon eine Menge", sagt Uwe Neuhaus vor der Partie des Aufsteigers in der Domstadt. Wie der DSC-Trainer lässt auch Sportchef Samir Arabi keinen Zweifel an der Zielsetzung: „Wir fahren dahin und wollen siegen. Wenn man gegen einen direkten Konkurrenten gewinnt, kann man wieder einen Spieltag Luft dazwischen legen." Wer mehr Druck hat Der Blick auf die Tabelle verrät alles über den Stellenwert des Spiels. Arminia liegt mit 17 Zählern auf Rang 15, die Kölner mit zwei Punkten weniger auf Relegationsplatz 16. „Wer den größeren Druck hat, weiß ich gar nicht", sagt Neuhaus, „wir wollen die drei Punkte holen, das ist alles, was zählt." Kölns Sportchef Horst Heldt sagt ironisch: „Es ist ungefähr das 125. Endspiel. Wobei ich noch nicht verstanden habe, was das bedeuten soll. Nach einem Endspiel kommt nix mehr. Bei uns geht es danach weiter. Wir werden keine Garantie haben, uns auf die Matratze zu legen und uns auszuruhen." Die Kölner streben ihren ersten Heimsieg seit dem 29. Februar 2020 an. Damals gab es ein 3:0 gegen Schalke. Wie es Doan geht Arminias Rechtsaußen musste in dieser Woche aufgrund von muskulären Problemen im Training kürzertreten. Am Freitag aber machte er wieder voll mit. „Ich gehe davon aus, dass er am Sonntag dabei sein wird", sagt Neuhaus. Zurückhaltender äußert er sich bezüglich der Chancen von Andreas Voglsammer und Manuel Prietl, im Kölner Ortsteil Müngersdorf dem Aufgebot oder gar der Startelf anzugehören. Stürmer Voglsammer hatte in den vergangenen acht Ligaspielen wegen eines Muskelfaserrisses gefehlt, Mittelfeldspieler Prietl in den vergangenen vier Partien aufgrund muskulärer Probleme. „Bei Vogi sollte man nicht vergessen, dass er sehr lange verletzt war, bei Prieti ist es etwas anders", sagt der Trainer und kündigt etwas nebulös an: „Ich denke, dass einer mitfahren wird." Sicher fehlen wird nur Noel Niemann. Wie frisch der DSC ist Zuletzt, beim 1:5 gegen Frankfurt, wirkte Arminia am Ende einer Englischen Woche körperlich und mental erschöpft. Das ist inzwischen anders. „Die Frische ist nach einer normalen Trainingswoche wieder vorhanden", berichtet Neuhaus und äußert Verständnis für leise Kritik daran, gegen Frankfurt nicht rotiert zu haben: „Vielleicht war meine Entscheidung nicht 100-prozentig richtig. Das lasse ich als diskussionsfähig gelten." Er gibt aber zurecht zu bedenken, dass er im Fall einer Rotation und einer Niederlage ebenfalls einen Vorwurf zu hören bekommen hätte. Nämlich den, ein zuvor erfolgreiches Team auseinandergerissen zu haben. Was vom Hinspiel bleibt Im September besiegte Arminia den FC mit 1:0, allzu viele wertvolle Erkenntnisse für die taktische und personelle Ausrichtung am Sonntag liefert dieser Erfolg dem Trainer aber nicht. Weshalb Neuhaus von nicht mehr als einer „schönen Erinnerung" spricht, erklärt er auch mit den personellen Veränderungen seither. So hat Köln in Max Meyer und Emmanuel Dennis in dieser Woche zwei Zugänge präsentiert. Ob sie spielen werden? Das können die Bielefelder ebenso wenig einschätzen wie die Kölner etwa die Frage, ob Voglsammer und Prietl wieder dabei sein werden. „Wir wissen recht wenig, was mit den beiden Neuen ist", sagt Neuhaus, „von daher geht das Pokerspiel wahrscheinlich bis zum Anpfiff weiter."
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Arminia vor dem Kellerduell in Köln: Pokern bis zum Anpfiff

Ritsu Doan (Mitte), hier gegen Stuttgarts Marc Oliver Kempf (links) und Wataro Endo, steht Arminia in Köln zur Verfügung. © Witters

Bielefeld. Aus zwei Punkten Vorsprung auf den 1. FC Köln kann Arminia Bielefeld am Sonntag ab 15.30 Uhr fünf machen. „Wenn wir gewinnen sollten, ist das schon eine Menge", sagt Uwe Neuhaus vor der Partie des Aufsteigers in der Domstadt. Wie der DSC-Trainer lässt auch Sportchef Samir Arabi keinen Zweifel an der Zielsetzung: „Wir fahren dahin und wollen siegen. Wenn man gegen einen direkten Konkurrenten gewinnt, kann man wieder einen Spieltag Luft dazwischen legen."

Wer mehr Druck hat

Der Blick auf die Tabelle verrät alles über den Stellenwert des Spiels. Arminia liegt mit 17 Zählern auf Rang 15, die Kölner mit zwei Punkten weniger auf Relegationsplatz 16. „Wer den größeren Druck hat, weiß ich gar nicht", sagt Neuhaus, „wir wollen die drei Punkte holen, das ist alles, was zählt." Kölns Sportchef Horst Heldt sagt ironisch: „Es ist ungefähr das 125. Endspiel. Wobei ich noch nicht verstanden habe, was das bedeuten soll. Nach einem Endspiel kommt nix mehr. Bei uns geht es danach weiter. Wir werden keine Garantie haben, uns auf die Matratze zu legen und uns auszuruhen." Die Kölner streben ihren ersten Heimsieg seit dem 29. Februar 2020 an. Damals gab es ein 3:0 gegen Schalke.

Wie es Doan geht

Arminias Rechtsaußen musste in dieser Woche aufgrund von muskulären Problemen im Training kürzertreten. Am Freitag aber machte er wieder voll mit. „Ich gehe davon aus, dass er am Sonntag dabei sein wird", sagt Neuhaus. Zurückhaltender äußert er sich bezüglich der Chancen von Andreas Voglsammer und Manuel Prietl, im Kölner Ortsteil Müngersdorf dem Aufgebot oder gar der Startelf anzugehören. Stürmer Voglsammer hatte in den vergangenen acht Ligaspielen wegen eines Muskelfaserrisses gefehlt, Mittelfeldspieler Prietl in den vergangenen vier Partien aufgrund muskulärer Probleme. „Bei Vogi sollte man nicht vergessen, dass er sehr lange verletzt war, bei Prieti ist es etwas anders", sagt der Trainer und kündigt etwas nebulös an: „Ich denke, dass einer mitfahren wird." Sicher fehlen wird nur Noel Niemann.

Wie frisch der DSC ist

Zuletzt, beim 1:5 gegen Frankfurt, wirkte Arminia am Ende einer Englischen Woche körperlich und mental erschöpft. Das ist inzwischen anders. „Die Frische ist nach einer normalen Trainingswoche wieder vorhanden", berichtet Neuhaus und äußert Verständnis für leise Kritik daran, gegen Frankfurt nicht rotiert zu haben: „Vielleicht war meine Entscheidung nicht 100-prozentig richtig. Das lasse ich als diskussionsfähig gelten." Er gibt aber zurecht zu bedenken, dass er im Fall einer Rotation und einer Niederlage ebenfalls einen Vorwurf zu hören bekommen hätte. Nämlich den, ein zuvor erfolgreiches Team auseinandergerissen zu haben.

Was vom Hinspiel bleibt

Im September besiegte Arminia den FC mit 1:0, allzu viele wertvolle Erkenntnisse für die taktische und personelle Ausrichtung am Sonntag liefert dieser Erfolg dem Trainer aber nicht. Weshalb Neuhaus von nicht mehr als einer „schönen Erinnerung" spricht, erklärt er auch mit den personellen Veränderungen seither. So hat Köln in Max Meyer und Emmanuel Dennis in dieser Woche zwei Zugänge präsentiert. Ob sie spielen werden? Das können die Bielefelder ebenso wenig einschätzen wie die Kölner etwa die Frage, ob Voglsammer und Prietl wieder dabei sein werden. „Wir wissen recht wenig, was mit den beiden Neuen ist", sagt Neuhaus, „von daher geht das Pokerspiel wahrscheinlich bis zum Anpfiff weiter."

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