Absagen, die ins Mark treffen: Die Silvester- und Neujahrs-Turniere der Hand- und Fußballer sind der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen Thomas Kühlmann Minden. Die Corona-Pandemie und ihre immer drastischeren Ausmaße haben in sämtlichen Sportarten des Amateursektors die Hallensaison zum Erliegen gebracht. Egal ob Individual- oder Mannschaftssport: Die Indoor-Spektakel mussten aufgrund der Hygieneregeln und immer härteren Einschränkungen komplett abgesagt werden. Bitter für viele Vereine, war doch gerade der Budenzauber unter dem Hallendach für viele Klubs ein schönes Zubrot, um Teile der Freiluftsaison oder andere Aktivitäten pekunär zu unterstützen. Im Fußball und Handball sind gleich mehrere Traditionsveranstaltungen von dem Spielverbot betroffen. „Dieses Jahr wird für jeden von uns ein unvergessliches Jahr, für viele auch ein Jahr zum Vergessen. Es hat uns allen aber eines in aller Deutlichkeit in Gedächtnis gerufen: Gesundheit ist das höchste Gut. Und wir haben gesehen, dass weder das persönliche noch das gesellschaftliche Wohl Selbstverständlichkeiten sind“, schreibt Eintracht Oberlübbes Vorsitzender Ulrich Telgheder beispielsweise in einem bewegenden Grußwort auf der Homepage an die Vereinsmitglieder. Weiter heißt es: „Jeder von uns musste sehr viel Verzicht üben. Das gilt natürlich auch für uns als Verein. Kein Sportfest, kein Beachturnier, keine Silvesterturniere, keine Schwimmgruppen – das hat uns in vielen Bereich ein Stück weit unserer Geschäftsgrundlage beraubt und auch finanziell getroffen. Aber weitaus mehr trifft uns der Mangel an persönlichem Austausch. Vor, während und nach dem Sport, auf der Tribüne, im Vereinsheim oder einfach so bei einer kurzen Begegnung im Dorf oder beim Einkaufen. Statt dessen mussten wir uns alle mit Inzidenzwert, Lockdown oder Biontech beschäftigen. Begriffe, die vor einem Jahr allenfalls Experten geläufig waren.“ Die Silvesterturniere der Blau-Weißen gehörten ebenso zum jährlichen Turnierkalender wie die Klassements beim VfB Holzhausen. Dessen Vereinschef Stefan Wiese bedauert ebenfalls die Absage der Turniere seines Klubs. „Für uns bricht das größte Ereignis des Jahres weg, auch finanziell. In der mehr als 40-jährigen Geschichte unserer Silvesterturniere ist es die erste Absage überhaupt“, erklärt Wiese, der für 2021 keine Prognose wagt, wie sich die Problemlage in Sachen Corona entwickeln wird. „Sicherlich kann man ein Jahr mal einen finanziellen Ausfall kompensieren, allerdings muss man sich im Klaren sein, dass die Turniere die Haupteinnahmequelle für den Verein waren und sind“, sagt der VfB-Chef. Gleiches Leid klagen die Fußballer. „Unser Sponsoren-Cup war stets ein bestens besuchtes Turnier. Eintritt, Verkauf, Tombola bei Qualifikation und Hauptturnier haben immer einen schönen Betrag in die Vereinskasse gespült. Doch nicht nur der finanzielle Aspekt spielt eine Rolle. Das Turnier war auch stets eine Austauschbörse für Spieler und Funktionäre, man konnte sich Talente und Spieler ansehen. Ohne diese Kontaktpflege das Vereinsleben am Laufen zu halten, wo man momentan überhaupt nichts machen kann, ist eine enorme Herausforderung“, sagt Daniel Gieseking von Ausrichter RW Maaslingen. In die gleiche Kerbe stößt Frederik Aumann vom TuS Petershagen-Ovenstädt, dem Ausrichter des traditionellen Pressepokal-Turniers. „Sportlich hat das Turnier einen immensen Stellenwert und einen festen Platz neben den Stadtmeisterschaften. Man hat alle Kicker aus der Region dabei, das macht den Reiz der Veranstaltung aus. Zudem ist am Ende immer ein schönes finanzielles Zubrot zu verzeichnen gewesen. “, erläutert der Turnier-Organisator. Auch beim SV Hausberge, dessen Neujahrsturnier in den vergangenen Jahren eine gelungene Wiederbelebung erfuhr, trauert man dem Turniergeschehen nach – in allen Facetten. „Uns sind durch die Absage locker 10.000 Euro durch die Lappen gegangen“, nimmt Dirk Rekate, der zusammen mit Tim Jüngling für den neuen Aufschwung der Veranstaltung verantwortlich zeichnet, kein Blatt vor den Mund. „Unsere Sporthalle Süd in Hausberge, die mit 400 Zuschauern immer prall gefüllt war, war eine ideale Lokalität. Ich hoffe, dass die Impfstrategie greift, unsere Sponsoren uns entgegenkommen und uns die Treue halten und wir im kommenden Jahr wieder ein tolles Spektakel bieten können. Denn über eines muss man sich auch im Klaren sein: Je länger die Pause im Sport dauert, desto schwieriger wird es, die Leute aus der Lethargie zurückzuholen, in die viele unter Umständen fallen können. Man wird schnell bequem.“

Absagen, die ins Mark treffen: Die Silvester- und Neujahrs-Turniere der Hand- und Fußballer sind der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen

Gute Kulisse: Möllbergens Arne Kämper (am Ball) im Spiel gegen die HSG Hüllhorst beim Silvesterturnier in Oberlübbe. Foto: Christian Bendig © Christian Bendig

Minden. Die Corona-Pandemie und ihre immer drastischeren Ausmaße haben in sämtlichen Sportarten des Amateursektors die Hallensaison zum Erliegen gebracht. Egal ob Individual- oder Mannschaftssport: Die Indoor-Spektakel mussten aufgrund der Hygieneregeln und immer härteren Einschränkungen komplett abgesagt werden. Bitter für viele Vereine, war doch gerade der Budenzauber unter dem Hallendach für viele Klubs ein schönes Zubrot, um Teile der Freiluftsaison oder andere Aktivitäten pekunär zu unterstützen. Im Fußball und Handball sind gleich mehrere Traditionsveranstaltungen von dem Spielverbot betroffen.

„Dieses Jahr wird für jeden von uns ein unvergessliches Jahr, für viele auch ein Jahr zum Vergessen. Es hat uns allen aber eines in aller Deutlichkeit in Gedächtnis gerufen: Gesundheit ist das höchste Gut. Und wir haben gesehen, dass weder das persönliche noch das gesellschaftliche Wohl Selbstverständlichkeiten sind“, schreibt Eintracht Oberlübbes Vorsitzender Ulrich Telgheder beispielsweise in einem bewegenden Grußwort auf der Homepage an die Vereinsmitglieder. Weiter heißt es: „Jeder von uns musste sehr viel Verzicht üben. Das gilt natürlich auch für uns als Verein. Kein Sportfest, kein Beachturnier, keine Silvesterturniere, keine Schwimmgruppen – das hat uns in vielen Bereich ein Stück weit unserer Geschäftsgrundlage beraubt und auch finanziell getroffen. Aber weitaus mehr trifft uns der Mangel an persönlichem Austausch. Vor, während und nach dem Sport, auf der Tribüne, im Vereinsheim oder einfach so bei einer kurzen Begegnung im Dorf oder beim Einkaufen. Statt dessen mussten wir uns alle mit Inzidenzwert, Lockdown oder Biontech beschäftigen. Begriffe, die vor einem Jahr allenfalls Experten geläufig waren.“

Beim Sponsorencup der Fußballer, ausgerichtet von RW Maaslingen, drängten sich die Zuschauer in mehreren Reihen auf den Tribünen und bekamen hochkarätigen Hallenfußball- geboten. MT-Foto: Sebastian Külbel - © Sebastian Külbel
Beim Sponsorencup der Fußballer, ausgerichtet von RW Maaslingen, drängten sich die Zuschauer in mehreren Reihen auf den Tribünen und bekamen hochkarätigen Hallenfußball- geboten. MT-Foto: Sebastian Külbel - © Sebastian Külbel

Die Silvesterturniere der Blau-Weißen gehörten ebenso zum jährlichen Turnierkalender wie die Klassements beim VfB Holzhausen. Dessen Vereinschef Stefan Wiese bedauert ebenfalls die Absage der Turniere seines Klubs. „Für uns bricht das größte Ereignis des Jahres weg, auch finanziell. In der mehr als 40-jährigen Geschichte unserer Silvesterturniere ist es die erste Absage überhaupt“, erklärt Wiese, der für 2021 keine Prognose wagt, wie sich die Problemlage in Sachen Corona entwickeln wird. „Sicherlich kann man ein Jahr mal einen finanziellen Ausfall kompensieren, allerdings muss man sich im Klaren sein, dass die Turniere die Haupteinnahmequelle für den Verein waren und sind“, sagt der VfB-Chef.

Gleiches Leid klagen die Fußballer. „Unser Sponsoren-Cup war stets ein bestens besuchtes Turnier. Eintritt, Verkauf, Tombola bei Qualifikation und Hauptturnier haben immer einen schönen Betrag in die Vereinskasse gespült. Doch nicht nur der finanzielle Aspekt spielt eine Rolle. Das Turnier war auch stets eine Austauschbörse für Spieler und Funktionäre, man konnte sich Talente und Spieler ansehen. Ohne diese Kontaktpflege das Vereinsleben am Laufen zu halten, wo man momentan überhaupt nichts machen kann, ist eine enorme Herausforderung“, sagt Daniel Gieseking von Ausrichter RW Maaslingen.

In die gleiche Kerbe stößt Frederik Aumann vom TuS Petershagen-Ovenstädt, dem Ausrichter des traditionellen Pressepokal-Turniers. „Sportlich hat das Turnier einen immensen Stellenwert und einen festen Platz neben den Stadtmeisterschaften. Man hat alle Kicker aus der Region dabei, das macht den Reiz der Veranstaltung aus. Zudem ist am Ende immer ein schönes finanzielles Zubrot zu verzeichnen gewesen. “, erläutert der Turnier-Organisator.

Auch beim SV Hausberge, dessen Neujahrsturnier in den vergangenen Jahren eine gelungene Wiederbelebung erfuhr, trauert man dem Turniergeschehen nach – in allen Facetten. „Uns sind durch die Absage locker 10.000 Euro durch die Lappen gegangen“, nimmt Dirk Rekate, der zusammen mit Tim Jüngling für den neuen Aufschwung der Veranstaltung verantwortlich zeichnet, kein Blatt vor den Mund. „Unsere Sporthalle Süd in Hausberge, die mit 400 Zuschauern immer prall gefüllt war, war eine ideale Lokalität. Ich hoffe, dass die Impfstrategie greift, unsere Sponsoren uns entgegenkommen und uns die Treue halten und wir im kommenden Jahr wieder ein tolles Spektakel bieten können. Denn über eines muss man sich auch im Klaren sein: Je länger die Pause im Sport dauert, desto schwieriger wird es, die Leute aus der Lethargie zurückzuholen, in die viele unter Umständen fallen können. Man wird schnell bequem.“

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