Diese zweifarbige Schale mit geätzter Oberfläche (links) ist vom Italiener Carlo Scarpa. MT- - © Foto: Alex Lehn
Diese zweifarbige Schale mit geätzter Oberfläche (links) ist vom Italiener Carlo Scarpa. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Italienische Glaskunst - Thementage zur Ausstellung „Le forme del vetro“

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Petershagen (mt). Regelmäßige Wabenmuster oder schmale Riefen überziehen das Glas, als wäre es gehämmert. Die Wahrnehmung täuscht, das Glas wird nicht mit Schlägen bearbeitet, wie die Übersetzung von „Battuto“ vermuten lässt, sondern kunstvoll geschliffen. Wie diese mehrdimensionalen Effekte entstehen, zeigt das LWL-Industriemuseum in der Glashütte Gernheim in Petershagen: Am Sonntag, 15. Juli, von 11 bis 17 Uhr, blasen die Glasmacher am Ofen Gläser in verschiedenen Überfängen, auf denen der Schliff besonders gut zur Geltung kommt. Zwei Monate danach, am Montag, 16. September, erfolgt die Bearbeitung durch das „Battuto“.

Die italienische Schlifftechnik des „Battuto“ erzeugt Strukturen auf der Glasoberfläche, die wie gehämmert erscheinen und an Metall erinnern. Besonders intensiv setzte der italienische Architekt und Designer Carlo Scarpa diese Technik ein. Er wandte sie vor allem auf überfangenem Glas an.

Beide Thementage finden als Begleitveranstaltungen der Ausstellung „Le forme del vetro - Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano“ statt. Carlo Scarpa ist mit drei Stücken vertreten, deren eines ebenfalls eine durch Abtragung (vetro corrorso, Ätzung) strukturierte Oberfläche aufweist und als Vorstufe der Battuto-Technik verstanden werden kann. Beide Techniken demonstrieren die ästhetische Vorstellung Scarpas, die Oberfläche aufzurauen und dadurch optische Effekte der Lichtbrechung in der Glashaut zu erzeugen.

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Italienische Glaskunst - Thementage zur Ausstellung „Le forme del vetro“Petershagen (mt). Regelmäßige Wabenmuster oder schmale Riefen überziehen das Glas, als wäre es gehämmert. Die Wahrnehmung täuscht, das Glas wird nicht mit Schlägen bearbeitet, wie die Übersetzung von „Battuto“ vermuten lässt, sondern kunstvoll geschliffen. Wie diese mehrdimensionalen Effekte entstehen, zeigt das LWL-Industriemuseum in der Glashütte Gernheim in Petershagen: Am Sonntag, 15. Juli, von 11 bis 17 Uhr, blasen die Glasmacher am Ofen Gläser in verschiedenen Überfängen, auf denen der Schliff besonders gut zur Geltung kommt. Zwei Monate danach, am Montag, 16. September, erfolgt die Bearbeitung durch das „Battuto“. Die italienische Schlifftechnik des „Battuto“ erzeugt Strukturen auf der Glasoberfläche, die wie gehämmert erscheinen und an Metall erinnern. Besonders intensiv setzte der italienische Architekt und Designer Carlo Scarpa diese Technik ein. Er wandte sie vor allem auf überfangenem Glas an. Beide Thementage finden als Begleitveranstaltungen der Ausstellung „Le forme del vetro - Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano“ statt. Carlo Scarpa ist mit drei Stücken vertreten, deren eines ebenfalls eine durch Abtragung (vetro corrorso, Ätzung) strukturierte Oberfläche aufweist und als Vorstufe der Battuto-Technik verstanden werden kann. Beide Techniken demonstrieren die ästhetische Vorstellung Scarpas, die Oberfläche aufzurauen und dadurch optische Effekte der Lichtbrechung in der Glashaut zu erzeugen.