Hannover

Niedersachsen kippt Besuchsverbot

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Ein ursprünglich wegen des Corona-Virus verhängtes Besuchsverbot ist von Niedersachsens Landesregierung wieder zurückgenommen worden. - © Foto: Pixabay
Ein ursprünglich wegen des Corona-Virus verhängtes Besuchsverbot ist von Niedersachsens Landesregierung wieder zurückgenommen worden. (© Foto: Pixabay)

Hannover (dpa). Übers Ziel hinausgeschossen: Niedersachsens Gesundheitsministerium hat eine gerade erst erlassene Einschränkung privater Besuche zurückgenommen. Es geht dabei um Besuche von Familienangehörigen und engen Freunden – diese sollen doch nicht verboten, aber auf ein Minimum beschränkt sein. Zur Wiedereröffnung von Bau- und Gartenmärkten nach knapp zwei Wochen Stillstand bildeten sich am Samstag lange Schlangen – die Menschen hielten aber Abstand.

Inmitten der Verwirrung um die Verordnung zu sozialen Kontakten in der Corona-Krise präzisierte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann die Regelung: Demnach solle der Kreis sich treffender Menschen auch in der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück möglichst klein und gleichbleibend sein, sagte die SPD-Politikerin mit Blick auf eine geplante Neufassung.

Denkbare Konstellationen seien extrem unterschiedlich: „Manche treffen sich mit ihren bereits ausgezogenen Kindern, andere mit ihren getrennt lebenden Lebensgefährten, wieder andere mit nur einem engen Freund oder einer Freundin. Das alles soll auch zukünftig in Niedersachsen möglich bleiben.“

Gleichzeitig bleibe es dabei: „Alle Bürgerinnen und Bürger sind dringend aufgefordert, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein nötiges Minimum zu reduzieren“, sagte Reimann.

Die am Samstag in Kraft getretene Verordnung schieße übers Ziel hinaus und müsse korrigiert werden, teilte das Ministerium zuvor mit.„Aus dem Verordnungstext kann man herauslesen, dass in Niedersachsen fortan auch Besuche zwischen engsten Familienangehörigen (Eltern und Kindern) nur in sehr wenigen Konstellationen erlaubt seien. Das gelte, so der Verordnungstext, ebenso für das gegenseitige Besuchen engster Freunde“, hieß es in der Mitteilung. „Das Besuchsverbot war ganz offensichtlich verfassungswidrig und seine Aufhebung dringend geboten“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Stefan Birkner.

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HannoverNiedersachsen kippt BesuchsverbotHannover (dpa). Übers Ziel hinausgeschossen: Niedersachsens Gesundheitsministerium hat eine gerade erst erlassene Einschränkung privater Besuche zurückgenommen. Es geht dabei um Besuche von Familienangehörigen und engen Freunden – diese sollen doch nicht verboten, aber auf ein Minimum beschränkt sein. Zur Wiedereröffnung von Bau- und Gartenmärkten nach knapp zwei Wochen Stillstand bildeten sich am Samstag lange Schlangen – die Menschen hielten aber Abstand. Inmitten der Verwirrung um die Verordnung zu sozialen Kontakten in der Corona-Krise präzisierte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann die Regelung: Demnach solle der Kreis sich treffender Menschen auch in der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück möglichst klein und gleichbleibend sein, sagte die SPD-Politikerin mit Blick auf eine geplante Neufassung. Denkbare Konstellationen seien extrem unterschiedlich: „Manche treffen sich mit ihren bereits ausgezogenen Kindern, andere mit ihren getrennt lebenden Lebensgefährten, wieder andere mit nur einem engen Freund oder einer Freundin. Das alles soll auch zukünftig in Niedersachsen möglich bleiben.“ Gleichzeitig bleibe es dabei: „Alle Bürgerinnen und Bürger sind dringend aufgefordert, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein nötiges Minimum zu reduzieren“, sagte Reimann. Die am Samstag in Kraft getretene Verordnung schieße übers Ziel hinaus und müsse korrigiert werden, teilte das Ministerium zuvor mit.„Aus dem Verordnungstext kann man herauslesen, dass in Niedersachsen fortan auch Besuche zwischen engsten Familienangehörigen (Eltern und Kindern) nur in sehr wenigen Konstellationen erlaubt seien. Das gelte, so der Verordnungstext, ebenso für das gegenseitige Besuchen engster Freunde“, hieß es in der Mitteilung. „Das Besuchsverbot war ganz offensichtlich verfassungswidrig und seine Aufhebung dringend geboten“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Stefan Birkner.