Bückeburg

Gut aufgestellt

Malick Volkmann

Noch läuft das Geschäft: Umzug in der Bückeburger Innenstadt. - © Foto: szlz
Noch läuft das Geschäft: Umzug in der Bückeburger Innenstadt. (© Foto: szlz)

Bückeburg (szlz). Das Coronavirus hat nicht von der Hand zu weisende Auswirkungen auf die Wirtschaft, zum Teil dramatische. Etwas positiver scheint die Lage bei Umzugsunternehmen zu sein.

Henning Bruns, Inhaber der Erwin Wedmann GmbH in Bückeburg, spricht zwar von einer „ungewissen Zukunft“ für seine Branche, aktuell sei die Situation aber nicht bedrohlich. Doch auch er kann die besondere Situation nicht leugnen.

Das beginnt schon mit dem Einhalten des Mindestabstands von ein bis zwei Metern: „Wie soll man mit zwei Metern Abstand im Auto sitzen oder eine Waschmaschine in den dritten Stock schleppen? Das geht einfach nicht alleine“, weiß Bruns. Dennoch versuche er, den persönlichen Kontakt „weitestgehend zu reduzieren“, wie er sagt. Dazu teilt er seine Angestellten in feste Teams auf, die dann gemeinsam den Kleiderschrank von A nach B manövrieren. Doch auch dieses Prozedere hat Grenzen: „Bei einem Umzug brauchst du vier Leute, beim anderen sechs“, berichtet Bruns. Trotz der neuen Situation freue er sich darüber, dass die Kunden Verständnis zeigen und auf den sonst obligatorischen Händedruck bei der Arbeit verzichten. Dass die Firma arbeiten darf wurde Bruns übrigens von dem Berufsverband offiziell zugesichert. Diese Erlaubnis hielt auch einer Polizeikontrolle stand, nachdem ein besorgter Anwohner die Umzugshelfer zusammen gesehen hatte.

Von einem Einbruch der Auftragslage könne keine Rede sein, weil die Aufträge in der Regel vor Monaten bei dem Unternehmen eingingen: „Umzüge plant man ja nicht für die nächste Woche, das steht schon länger fest.“ Dazu kommt, dass private Umzüge mit vielen helfenden Händen aktuell nicht stattfinden dürfen – ein Vorteil für die Umzugsdienstleister, die die sonst kostenlose Arbeit der Freunde übernehmen. Doch eine negative Auswirkung der Corona-Krise spürt auch Henning Bruns: „Es wird leicht weniger mit den Aufträgen für die kommenden Monate.“ Daher hoffe der Unternehmer auf eine baldige Entspannung der Lage, damit „alles wieder normal läuft.“

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BückeburgGut aufgestelltMalick VolkmannBückeburg (szlz). Das Coronavirus hat nicht von der Hand zu weisende Auswirkungen auf die Wirtschaft, zum Teil dramatische. Etwas positiver scheint die Lage bei Umzugsunternehmen zu sein. Henning Bruns, Inhaber der Erwin Wedmann GmbH in Bückeburg, spricht zwar von einer „ungewissen Zukunft“ für seine Branche, aktuell sei die Situation aber nicht bedrohlich. Doch auch er kann die besondere Situation nicht leugnen. Das beginnt schon mit dem Einhalten des Mindestabstands von ein bis zwei Metern: „Wie soll man mit zwei Metern Abstand im Auto sitzen oder eine Waschmaschine in den dritten Stock schleppen? Das geht einfach nicht alleine“, weiß Bruns. Dennoch versuche er, den persönlichen Kontakt „weitestgehend zu reduzieren“, wie er sagt. Dazu teilt er seine Angestellten in feste Teams auf, die dann gemeinsam den Kleiderschrank von A nach B manövrieren. Doch auch dieses Prozedere hat Grenzen: „Bei einem Umzug brauchst du vier Leute, beim anderen sechs“, berichtet Bruns. Trotz der neuen Situation freue er sich darüber, dass die Kunden Verständnis zeigen und auf den sonst obligatorischen Händedruck bei der Arbeit verzichten. Dass die Firma arbeiten darf wurde Bruns übrigens von dem Berufsverband offiziell zugesichert. Diese Erlaubnis hielt auch einer Polizeikontrolle stand, nachdem ein besorgter Anwohner die Umzugshelfer zusammen gesehen hatte. Von einem Einbruch der Auftragslage könne keine Rede sein, weil die Aufträge in der Regel vor Monaten bei dem Unternehmen eingingen: „Umzüge plant man ja nicht für die nächste Woche, das steht schon länger fest.“ Dazu kommt, dass private Umzüge mit vielen helfenden Händen aktuell nicht stattfinden dürfen – ein Vorteil für die Umzugsdienstleister, die die sonst kostenlose Arbeit der Freunde übernehmen. Doch eine negative Auswirkung der Corona-Krise spürt auch Henning Bruns: „Es wird leicht weniger mit den Aufträgen für die kommenden Monate.“ Daher hoffe der Unternehmer auf eine baldige Entspannung der Lage, damit „alles wieder normal läuft.“