Rinteln

Rintelner Firma fertigt Gesichtsvisiere zum Selbstkostenpreis

Jakob Gokl

Verkaufsleiter Christian Engel präsentiert einen der frisch produzierten Gesichtsvisiere. - © Foto: szlz
Verkaufsleiter Christian Engel präsentiert einen der frisch produzierten Gesichtsvisiere. (© Foto: szlz)

Rinteln (szlz). In nur drei Tagen von der Idee bis zur Serienproduktion: In der Krise zeigt sich die Innovationskraft heimischer Unternehmen. Der Industrietechnik-Hersteller Polyform im Rintelner Industriegebiet Süd stellt ab Montag 800 Gesichtsvisiere am Tag her, die er zum Selbstkostenpreis in der Region anbietet.

„Die rennen uns hier die Bude ein“, berichtet Medizintechnik-Verkaufsleiter Christian Engel. Zusammen mit seinem Team hat er das Gesichtsvisier anhand der aktuellen Bedürfnisse maßgeschneidert. „Wir machen das mit einer Schneidtechnik und Materialien, die wir bereits im Haus haben“, erklärt er die blitzschnelle Entwicklung hin zur Serienproduktion. Ab Montag werden zunächst acht der 200 Mitarbeiter des Unternehmens mit der Produktion beschäftigt sein. 10 Stück kosten je Stück 4,50 Euro. „Wir haben uns bewusst nicht an den aktuellen Marktpreisen orientiert“, erklärt Engel. „Wir wollen auch in der Krise unsere Leute beschäftigen können, und wollen den Schutz dann zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen.“ Dementsprechend groß sei auch das Interesse bei heimischen Abnehmern. Vom Sana-Klinikum und der Justizvollzugsanstalt in Hameln-Pyrmont, über Rintelner Ärzte, Seniorenheime in Bad Eilsen, Physiotherapeuten bis hin zu Fleischereien: Die Bestellungen gehen in derzeit quasi im Minutentakt ein.

Beim Design habe man nach Rücksprache mit einem Intensivpfleger darauf geachtet, dass der Gesichtsschild auch für Brillenträger geeignet ist. Die Gummizüge können gewechselt und das ganze Visier desinfiziert und daher wiederverwertet werden. Eine Kombination mit einem Mundschutz ist ebenfalls möglich. „Einerseits ist dadurch ein mechanischer Schutz da, aber auch für die Psyche ist es gut, sich auf diese Art zu schützen“, betont Engel. Ansonsten steht der Industrie- und Medizintechnikhersteller Polyform in der Corona-Krise noch halbwegs stabil da. Auf Kurzarbeit habe man bisher nicht zurückgreifen müssen, so Engel. „Das Niveau ist niedriger als wir es eigentlich gewohnt sind. Für den April können wir alle Mitarbeiter halten. Aber was übermorgen ist, kann heute niemand sagen. Darum freut man sich, dass jetzt ein zusätzliche Aufgabevorhanden ist.“

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RintelnRintelner Firma fertigt Gesichtsvisiere zum SelbstkostenpreisJakob GoklRinteln (szlz). In nur drei Tagen von der Idee bis zur Serienproduktion: In der Krise zeigt sich die Innovationskraft heimischer Unternehmen. Der Industrietechnik-Hersteller Polyform im Rintelner Industriegebiet Süd stellt ab Montag 800 Gesichtsvisiere am Tag her, die er zum Selbstkostenpreis in der Region anbietet. „Die rennen uns hier die Bude ein“, berichtet Medizintechnik-Verkaufsleiter Christian Engel. Zusammen mit seinem Team hat er das Gesichtsvisier anhand der aktuellen Bedürfnisse maßgeschneidert. „Wir machen das mit einer Schneidtechnik und Materialien, die wir bereits im Haus haben“, erklärt er die blitzschnelle Entwicklung hin zur Serienproduktion. Ab Montag werden zunächst acht der 200 Mitarbeiter des Unternehmens mit der Produktion beschäftigt sein. 10 Stück kosten je Stück 4,50 Euro. „Wir haben uns bewusst nicht an den aktuellen Marktpreisen orientiert“, erklärt Engel. „Wir wollen auch in der Krise unsere Leute beschäftigen können, und wollen den Schutz dann zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellen.“ Dementsprechend groß sei auch das Interesse bei heimischen Abnehmern. Vom Sana-Klinikum und der Justizvollzugsanstalt in Hameln-Pyrmont, über Rintelner Ärzte, Seniorenheime in Bad Eilsen, Physiotherapeuten bis hin zu Fleischereien: Die Bestellungen gehen in derzeit quasi im Minutentakt ein. Beim Design habe man nach Rücksprache mit einem Intensivpfleger darauf geachtet, dass der Gesichtsschild auch für Brillenträger geeignet ist. Die Gummizüge können gewechselt und das ganze Visier desinfiziert und daher wiederverwertet werden. Eine Kombination mit einem Mundschutz ist ebenfalls möglich. „Einerseits ist dadurch ein mechanischer Schutz da, aber auch für die Psyche ist es gut, sich auf diese Art zu schützen“, betont Engel. Ansonsten steht der Industrie- und Medizintechnikhersteller Polyform in der Corona-Krise noch halbwegs stabil da. Auf Kurzarbeit habe man bisher nicht zurückgreifen müssen, so Engel. „Das Niveau ist niedriger als wir es eigentlich gewohnt sind. Für den April können wir alle Mitarbeiter halten. Aber was übermorgen ist, kann heute niemand sagen. Darum freut man sich, dass jetzt ein zusätzliche Aufgabevorhanden ist.“