Lübbecker Land

Supermärkte im Lübbecker Land setzen auf mannigfaltigen Schutz für Kunden und Mitarbeiter

Karsten Schulz

Lübbecker Land (nw). Die Situation ähnelt sich wie ein Ei dem anderen. Ob Marktkauf Lübbecke und Espelkamp, ob Real-Einkaufszentrum Espelkamp, E-Center in Levern oder Combi-Markt in der Rahdener City und weitere Einkaufszentren in Pr. Oldendorf und Hüllhorst – die Situation für die einkaufende Bevölkerung wie für das Personal im Lebensmittelhandel wird immer schwieriger.

Der Spuck-,Nies- und Hustenschutz an den Kassen wurde verstärkt. Foto: pr - © Marktkauf
Der Spuck-,Nies- und Hustenschutz an den Kassen wurde verstärkt. Foto: pr (© Marktkauf)

Es gibt immer mehr Restriktionen, um sich aus dem Weg zu gehen und auch die Zeiten, in denen man einkaufen kann, verringern sich zunehmend. Gleichzeitig nimmt die Belastung für das Personal ständig zu. Das hat zunehmend mit schlecht gelaunten und sich beschwerenden Kunden zu tun.

Wie gerade neulich am Haupteingang des Marktkaufes in Espelkamp. Dort befindet sich jetzt ein Spender mit einem Antisepktikum, das auch antiviral wirkt. Daneben ist eine Abziehbox mit Hygienetüchern befestigt. Ein freundlicher Herr vom Markkauf-Personal steht daneben und weist jeden Kunden höflich aber doch bestimmt darauf hin, dass er sich bitte vorher die Hände desinfizieren möge und anschließend auch die Griffe des Einkaufswagens.

Einige Meter hinter ihm steht ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der nur darauf zu achten hat, dass diese Hinweise auch umgesetzt werden. „Die Hände habe ich mir doch gerade noch gewaschen“ oder „Muss das denn sein?“, „Ist das nicht ein wenig übertrieben?“ - solche und ähnliche Äußerungen hört der Marktkauf-Mitarbeiter in diesen Zeiten mehrfach täglich. Doch er bleibt freundlich, lächelt alle Kunden immer wieder an und zeigt mit seiner Hand auf die kleine Hygienestation.

Trennungs-Barrieren

Mit solchen und ähnlichen „Barrieren“ muss man jetzt an vielen Orten rechnen. Das betrifft nicht nur so genannte Vollsortimenter wie die genannten Einkaufszentren. Auch andere Geschäfte wie Apotheken, Poststellen, Imbisse, Tankstellen-Shops - kurzum alles, was noch geöffnet haben darf, ist jetzt mit einem Hygienekonzept ausgestattet. Eines der ausgeklügelsten hat Espelkamps Marktkauf-Leiter Karl Kordes mit und für seine Mitarbeiter sowie für die Kunden entwickelt. „Bevor vieles über die Bundesregierung und die Länder geregelt wurde, haben wir schon im Vorfeld einen Corona-Krisentstab gebildet“, sagt er im Gespräch mit nw.de. Zum Schutz der Kollegen im Markt sowie der Kunden seien Bodenmarkierungen von zwei Meter Abstand vor allen stark frequentierten Bereichen angebracht worden.

Niesschutz an Kassen

An den Kassen wurden Spuck- und Niesbarrieren angebracht. Mitarbeiter, die regelmäßig Kundenkontakt hätten, müssen Handschuhe tragen und sich in regelmäßigen Abständen die Hände waschen und desinfizieren. Zudem seien überall Plakate angebracht, die auf den Sicherheitsabstand hinweisen. Die Einkaufskörbe für den „kleinen“ Einkauf seien „vorübergehend verbannt worden“. Hintergrund sei, dass die Kunden Einkaufswagen benutzen sollen, die zusätzlich für genügend Sicherheitsabstand sorgten. An zwei Kassen sei die Möglichkeit geschaffen worden, dass hier nur Senioren sowie Risikogruppen bezahlen können. Verzichtet wird auf den Verkauf von frischen Waren aus der offenen Antipasti- und Salatbar. Am Backshop im Markt werden alle Artikel verpackt und nicht offen angeboten. „An der Bedientheke haben wir auch auf das Befüllen von mitgebrachten Behältnissen verzichtet“, so Kordes.

Online-Stellenbörse

Julia Katharina Simon vom Presse-und Öffentlichkeitsreferat der Edeka Minden-Hannover hat sich mit ihren Kollegen grundsätzlich Gedanken über die Situation gemacht und stellt fest: „Unsere Mitarbeiter in den Märkten leisten in den vergangenen Wochen Großartiges. Wir hoffen auf das Verständnis unserer Kunden und bitten um Solidarität und Respekt.“ Man freue sich auf Unterstützung im Einzelhandel und über zusätzliches Personal, das dringend benötigt werde. Deshalb hat die Edeka eine Online-Stellenbörse unter www\.jobwelt\.online eingerichtet. Dort sind die Märkte zu finden, die Unterstützung benötigen. Die beiden Marktkauf-Filialen in Lübbecke und in Espelkamp sind jetzt nur noch bis 20 Uhr geöffnet.

Mitarbeiter-Schulung

Die Mitarbeiter würden in regelmäßigen Abständen in Hygiene geschult und unter anderem dazu angehalten, das festgelegte Händehygienekonzept einzuhalten. In den Eingängen der Märkte gebe es Desinfektionsspender sowie vor den Kassen. Die Brotschneidemaschine oder die Saftpresse seien vorübergehend außer Betrieb gestellt worden. „Um die Ansteckungsgefahr über offene Lebensmittel zu verhindern, finden zudem keine Verkostungen mehr statt“, so Markus Jablonski. Beim Lebensmittel-Lieferdienst habe man auf eine „kontaktlose Übergabe“ umgestellt. Die bestellte Lieferung werde abgestellt und der Kunde nehme Ware vom Boden wieder hoch, so das Fahrer und Kunden nicht in Kontakt kommen müssen.

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Lübbecker LandSupermärkte im Lübbecker Land setzen auf mannigfaltigen Schutz für Kunden und MitarbeiterKarsten SchulzLübbecker Land (nw). Die Situation ähnelt sich wie ein Ei dem anderen. Ob Marktkauf Lübbecke und Espelkamp, ob Real-Einkaufszentrum Espelkamp, E-Center in Levern oder Combi-Markt in der Rahdener City und weitere Einkaufszentren in Pr. Oldendorf und Hüllhorst – die Situation für die einkaufende Bevölkerung wie für das Personal im Lebensmittelhandel wird immer schwieriger. Es gibt immer mehr Restriktionen, um sich aus dem Weg zu gehen und auch die Zeiten, in denen man einkaufen kann, verringern sich zunehmend. Gleichzeitig nimmt die Belastung für das Personal ständig zu. Das hat zunehmend mit schlecht gelaunten und sich beschwerenden Kunden zu tun. Wie gerade neulich am Haupteingang des Marktkaufes in Espelkamp. Dort befindet sich jetzt ein Spender mit einem Antisepktikum, das auch antiviral wirkt. Daneben ist eine Abziehbox mit Hygienetüchern befestigt. Ein freundlicher Herr vom Markkauf-Personal steht daneben und weist jeden Kunden höflich aber doch bestimmt darauf hin, dass er sich bitte vorher die Hände desinfizieren möge und anschließend auch die Griffe des Einkaufswagens. Einige Meter hinter ihm steht ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der nur darauf zu achten hat, dass diese Hinweise auch umgesetzt werden. „Die Hände habe ich mir doch gerade noch gewaschen“ oder „Muss das denn sein?“, „Ist das nicht ein wenig übertrieben?“ - solche und ähnliche Äußerungen hört der Marktkauf-Mitarbeiter in diesen Zeiten mehrfach täglich. Doch er bleibt freundlich, lächelt alle Kunden immer wieder an und zeigt mit seiner Hand auf die kleine Hygienestation. Trennungs-Barrieren Mit solchen und ähnlichen „Barrieren“ muss man jetzt an vielen Orten rechnen. Das betrifft nicht nur so genannte Vollsortimenter wie die genannten Einkaufszentren. Auch andere Geschäfte wie Apotheken, Poststellen, Imbisse, Tankstellen-Shops - kurzum alles, was noch geöffnet haben darf, ist jetzt mit einem Hygienekonzept ausgestattet. Eines der ausgeklügelsten hat Espelkamps Marktkauf-Leiter Karl Kordes mit und für seine Mitarbeiter sowie für die Kunden entwickelt. „Bevor vieles über die Bundesregierung und die Länder geregelt wurde, haben wir schon im Vorfeld einen Corona-Krisentstab gebildet“, sagt er im Gespräch mit nw.de. Zum Schutz der Kollegen im Markt sowie der Kunden seien Bodenmarkierungen von zwei Meter Abstand vor allen stark frequentierten Bereichen angebracht worden. Niesschutz an Kassen An den Kassen wurden Spuck- und Niesbarrieren angebracht. Mitarbeiter, die regelmäßig Kundenkontakt hätten, müssen Handschuhe tragen und sich in regelmäßigen Abständen die Hände waschen und desinfizieren. Zudem seien überall Plakate angebracht, die auf den Sicherheitsabstand hinweisen. Die Einkaufskörbe für den „kleinen“ Einkauf seien „vorübergehend verbannt worden“. Hintergrund sei, dass die Kunden Einkaufswagen benutzen sollen, die zusätzlich für genügend Sicherheitsabstand sorgten. An zwei Kassen sei die Möglichkeit geschaffen worden, dass hier nur Senioren sowie Risikogruppen bezahlen können. Verzichtet wird auf den Verkauf von frischen Waren aus der offenen Antipasti- und Salatbar. Am Backshop im Markt werden alle Artikel verpackt und nicht offen angeboten. „An der Bedientheke haben wir auch auf das Befüllen von mitgebrachten Behältnissen verzichtet“, so Kordes. Online-Stellenbörse Julia Katharina Simon vom Presse-und Öffentlichkeitsreferat der Edeka Minden-Hannover hat sich mit ihren Kollegen grundsätzlich Gedanken über die Situation gemacht und stellt fest: „Unsere Mitarbeiter in den Märkten leisten in den vergangenen Wochen Großartiges. Wir hoffen auf das Verständnis unserer Kunden und bitten um Solidarität und Respekt.“ Man freue sich auf Unterstützung im Einzelhandel und über zusätzliches Personal, das dringend benötigt werde. Deshalb hat die Edeka eine Online-Stellenbörse unter www\.jobwelt\.online eingerichtet. Dort sind die Märkte zu finden, die Unterstützung benötigen. Die beiden Marktkauf-Filialen in Lübbecke und in Espelkamp sind jetzt nur noch bis 20 Uhr geöffnet. Mitarbeiter-Schulung Die Mitarbeiter würden in regelmäßigen Abständen in Hygiene geschult und unter anderem dazu angehalten, das festgelegte Händehygienekonzept einzuhalten. In den Eingängen der Märkte gebe es Desinfektionsspender sowie vor den Kassen. Die Brotschneidemaschine oder die Saftpresse seien vorübergehend außer Betrieb gestellt worden. „Um die Ansteckungsgefahr über offene Lebensmittel zu verhindern, finden zudem keine Verkostungen mehr statt“, so Markus Jablonski. Beim Lebensmittel-Lieferdienst habe man auf eine „kontaktlose Übergabe“ umgestellt. Die bestellte Lieferung werde abgestellt und der Kunde nehme Ware vom Boden wieder hoch, so das Fahrer und Kunden nicht in Kontakt kommen müssen.