Supermärkte in OWL legen beim Ansteckungsschutz noch eins drauf

Anneke Quasdorf

Nur noch mit Einkaufswagen: Viele Supermärkte nutzen die Gefährte zur Abstandswahrung und zur Regulierung der Kundenzahl in der Filiale. - © dpa
Nur noch mit Einkaufswagen: Viele Supermärkte nutzen die Gefährte zur Abstandswahrung und zur Regulierung der Kundenzahl in der Filiale. (© dpa)

Bielefeld. Markierungen im Kassenbereich und Plexiglasscheiben als Spuckschutz, das sind in OWLs Supermärkten bislang die augenfälligsten Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung mit Covid-19 gewesen. Nun legen viele Ketten noch eins drauf.

Unter anderem im Netto, Combi, Rewe, Aldi und Marktkauf dürfen Kunden die Märkte mittlerweile nur noch betreten, wenn sie einen Einkaufswagen vor sich herschieben. Zum einen soll so der geforderte Sicherheitsabstand erzwungen werden. Zum anderen lässt sich so auch steuern, wie viele Kunden gleichzeitig einkaufen können. "Durch das Bereitstellen einer begrenzten Anzahl an Einkaufswagen pro Markt lässt sich der Kundenfluss im Markt zum Schutze aller sicher regulieren", teilt zum Beispiel eine Sprecherin der Bünting-Gruppe mit, zu der auch die Tochtergesellschaft der Combi-Supermärkte gehört.

Nach wie vor bevorraten sich viele Kunden mit Hamstervorräten und die Regale sind leer, wo sonst Klopapier, Konserven, Nudeln, Mehl oder Desinfektionsmittel lagern. Allerdings geben einige Unternehmen an, dass sich die Lage derzeit etwas beruhige. "Es ist davon auszugehen,
dass sich viele Kunden in der vergangenen Woche bereits bevorratet haben", erklärt eine Sprecherin von Aldi-Nord, "und daher die Einkäufe etwas zurückgehen."

Allerdings geben einige Märkte an, dass nun auch neue Sortimente in den Fokus von Hamsterern geraten. So ist es in OWL derzeit in vielen Filialen zu Engpässen bei Babynahrung und Hygieneartikel für Frauen gekommen. Sebastian Bayer, Geschäftsführer der Drogerie DM: „Wir verzeichnen in den letzten Wochen eine stark erhöhte Nachfrage in unseren mehr als 2.000 dm-Märkten nach Windeln, Milchnahrung für Babys sowie Damenhygieneprodukten."

Auch eine Sprecherin der Bünting-AG mit der Supermarktkette Combi als Tochtergesellschaft bestätigt: "Engpässe lassen sich nicht ausschließen, insbesondere dann nicht, wenn Kunden Hygieneartikel vorsorglich in großen Mengen kaufen, sobald die Regale aufgefüllt werden. Auch Säuglingsnahrung wird derzeit vermehrt nachgefragt."

Bislang setzen die meisten Supermärkte noch auf die verständnisvolle und diplomatische Kommunikation mit ihren Kunden. Einige setzen jedoch bereits schon jetzt auch Sicherheitspersonal ein, um bestimmte Auflagen und Maßnahmen durchzusetzen. So etwa die Drogerie dm: "Wir stellen fest, dass viele unserer Kunden Verständnis und Anerkennung gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen zeigen. So können Konflikte oftmals in einem ruhigen Gespräch geklärt werden. An manchen Standorten wird Sicherheitspersonal eingesetzt, auch um beispielsweise die Auflage der zuständigen Behörden – nicht zu viele Kunden gleichzeitig einkaufen zu lassen, sondern ein geordnetes Betreten in unsere dm-Märkte zu ermöglichen – gewährleisten zu können."

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

Supermärkte in OWL legen beim Ansteckungsschutz noch eins draufAnneke QuasdorfBielefeld. Markierungen im Kassenbereich und Plexiglasscheiben als Spuckschutz, das sind in OWLs Supermärkten bislang die augenfälligsten Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung mit Covid-19 gewesen. Nun legen viele Ketten noch eins drauf. Unter anderem im Netto, Combi, Rewe, Aldi und Marktkauf dürfen Kunden die Märkte mittlerweile nur noch betreten, wenn sie einen Einkaufswagen vor sich herschieben. Zum einen soll so der geforderte Sicherheitsabstand erzwungen werden. Zum anderen lässt sich so auch steuern, wie viele Kunden gleichzeitig einkaufen können. "Durch das Bereitstellen einer begrenzten Anzahl an Einkaufswagen pro Markt lässt sich der Kundenfluss im Markt zum Schutze aller sicher regulieren", teilt zum Beispiel eine Sprecherin der Bünting-Gruppe mit, zu der auch die Tochtergesellschaft der Combi-Supermärkte gehört. Nach wie vor bevorraten sich viele Kunden mit Hamstervorräten und die Regale sind leer, wo sonst Klopapier, Konserven, Nudeln, Mehl oder Desinfektionsmittel lagern. Allerdings geben einige Unternehmen an, dass sich die Lage derzeit etwas beruhige. "Es ist davon auszugehen,dass sich viele Kunden in der vergangenen Woche bereits bevorratet haben", erklärt eine Sprecherin von Aldi-Nord, "und daher die Einkäufe etwas zurückgehen." Allerdings geben einige Märkte an, dass nun auch neue Sortimente in den Fokus von Hamsterern geraten. So ist es in OWL derzeit in vielen Filialen zu Engpässen bei Babynahrung und Hygieneartikel für Frauen gekommen. Sebastian Bayer, Geschäftsführer der Drogerie DM: „Wir verzeichnen in den letzten Wochen eine stark erhöhte Nachfrage in unseren mehr als 2.000 dm-Märkten nach Windeln, Milchnahrung für Babys sowie Damenhygieneprodukten." Auch eine Sprecherin der Bünting-AG mit der Supermarktkette Combi als Tochtergesellschaft bestätigt: "Engpässe lassen sich nicht ausschließen, insbesondere dann nicht, wenn Kunden Hygieneartikel vorsorglich in großen Mengen kaufen, sobald die Regale aufgefüllt werden. Auch Säuglingsnahrung wird derzeit vermehrt nachgefragt." Bislang setzen die meisten Supermärkte noch auf die verständnisvolle und diplomatische Kommunikation mit ihren Kunden. Einige setzen jedoch bereits schon jetzt auch Sicherheitspersonal ein, um bestimmte Auflagen und Maßnahmen durchzusetzen. So etwa die Drogerie dm: "Wir stellen fest, dass viele unserer Kunden Verständnis und Anerkennung gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen zeigen. So können Konflikte oftmals in einem ruhigen Gespräch geklärt werden. An manchen Standorten wird Sicherheitspersonal eingesetzt, auch um beispielsweise die Auflage der zuständigen Behörden – nicht zu viele Kunden gleichzeitig einkaufen zu lassen, sondern ein geordnetes Betreten in unsere dm-Märkte zu ermöglichen – gewährleisten zu können."