Herford

Polizei löst Corona-Party in Herforder Innenstadt auf

Eike J. Horstmann

Die Polizei musste eine Corona-Party auflösen. - © Pixabay
Die Polizei musste eine Corona-Party auflösen. (© Pixabay)

Herford. Die neue – wenn auch wahrscheinlich nur vorübergehende – Gesetzeslage rund um die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein Westfalen (CoronaSchVO NRW) sorgt bei vielen Menschen für Verunsicherung. Im Kreis Herford scheinen die Bürger aber deutlich gelassener mit der neuen Situation umzugehen als in anderen Städten im Bundesgebiet.

Denn während sich die Polizei beispielsweise in München und in Berlin darüber beklagt, dass zahlreiche Hinweise auf Verstöße gegen die neue Verordnung die Notrufnummer 110 blockieren, herrscht in der Leitstelle der Kreispolizeibehörde Herford weiter Normalbetrieb. „Es hat bislang nur zwei Anrufe gegeben", sagt Polizeisprecher Uwe Maser auf Anfrage der Neuen Westfälischen. „Und die haben letztlich nichts ergeben."

Wer größere Menschansammlungen, übervolle Geschäfte oder eine illegal geöffnete Kneipe melden möchte, sei hingegen bei der 110 völlig richtig, so Maser. „Die Hinweise werden ernst genommen", verspricht der Polizeisprecher.

Wie ernst ein solcher Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung ist und welche Folgen er haben kann, musste in der Nacht zum Freitag eine Gruppe junger Erwachsener am Hinckley-Ufer in der Herforder Innenstadt erfahren.

Gegen 3.40 Uhr trafen Polizisten dort „sieben junge Heranwachsende" an, die trotz des Versammlungsverbotes eine Corona-Party feierten. Die Beamten nahmen die persönlichen Daten der Feiernden auf, damit die Ordnungsbehörde den entsprechenden Bußgeldbescheid in Höhe von 200 Euro in die Wege leiten kann. Dabei konnten die jungen Leute noch von Glück reden, dass nicht noch weitere Gäste am Hinckley-Ufer erschienen waren: Ansammlungen und Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen gelten aktuell sogar als Straftat – und werden entsprechend geahndet.

Einer der Party-Gäste muss sich ganz abgesehen von der Schutzverordnung auf eine härtere Strafe einstellen: Der 25-Jährige leistete Widerstand gegen die Polizisten und wurde in Gewahrsam genommen.

Uwe Maser betont, dass die Polizei trotz der neuen Gesetzeslage ihr Credo nicht geändert habe, gleichwohl die Beamten die Ordnungsbehörden bei der Durchsetzung der neuen Verordnung unterstützen. „Wir handeln weiter bürgernah und kommunikativ, um die Bevölkerung zu schützen", sagt Maser. Dazu gehöre auch, weiter auf die Vernunft der Bürger zu setzen.

Und um die scheint es – Stand jetzt – noch äußerst gut zu stehen. „Es hat bislang nur ganz, ganz wenige Fälle gegeben, in denen sich jemand nicht an die Vorgaben gehalten hat", sagt Maser. Der Zwischenfall am Hinckley-Ufer sei somit ein Ausreißer.

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HerfordPolizei löst Corona-Party in Herforder Innenstadt aufEike J. HorstmannHerford. Die neue – wenn auch wahrscheinlich nur vorübergehende – Gesetzeslage rund um die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein Westfalen (CoronaSchVO NRW) sorgt bei vielen Menschen für Verunsicherung. Im Kreis Herford scheinen die Bürger aber deutlich gelassener mit der neuen Situation umzugehen als in anderen Städten im Bundesgebiet. Denn während sich die Polizei beispielsweise in München und in Berlin darüber beklagt, dass zahlreiche Hinweise auf Verstöße gegen die neue Verordnung die Notrufnummer 110 blockieren, herrscht in der Leitstelle der Kreispolizeibehörde Herford weiter Normalbetrieb. „Es hat bislang nur zwei Anrufe gegeben", sagt Polizeisprecher Uwe Maser auf Anfrage der Neuen Westfälischen. „Und die haben letztlich nichts ergeben." Wer größere Menschansammlungen, übervolle Geschäfte oder eine illegal geöffnete Kneipe melden möchte, sei hingegen bei der 110 völlig richtig, so Maser. „Die Hinweise werden ernst genommen", verspricht der Polizeisprecher. Wie ernst ein solcher Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung ist und welche Folgen er haben kann, musste in der Nacht zum Freitag eine Gruppe junger Erwachsener am Hinckley-Ufer in der Herforder Innenstadt erfahren. Gegen 3.40 Uhr trafen Polizisten dort „sieben junge Heranwachsende" an, die trotz des Versammlungsverbotes eine Corona-Party feierten. Die Beamten nahmen die persönlichen Daten der Feiernden auf, damit die Ordnungsbehörde den entsprechenden Bußgeldbescheid in Höhe von 200 Euro in die Wege leiten kann. Dabei konnten die jungen Leute noch von Glück reden, dass nicht noch weitere Gäste am Hinckley-Ufer erschienen waren: Ansammlungen und Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen gelten aktuell sogar als Straftat – und werden entsprechend geahndet. Einer der Party-Gäste muss sich ganz abgesehen von der Schutzverordnung auf eine härtere Strafe einstellen: Der 25-Jährige leistete Widerstand gegen die Polizisten und wurde in Gewahrsam genommen. Uwe Maser betont, dass die Polizei trotz der neuen Gesetzeslage ihr Credo nicht geändert habe, gleichwohl die Beamten die Ordnungsbehörden bei der Durchsetzung der neuen Verordnung unterstützen. „Wir handeln weiter bürgernah und kommunikativ, um die Bevölkerung zu schützen", sagt Maser. Dazu gehöre auch, weiter auf die Vernunft der Bürger zu setzen. Und um die scheint es – Stand jetzt – noch äußerst gut zu stehen. „Es hat bislang nur ganz, ganz wenige Fälle gegeben, in denen sich jemand nicht an die Vorgaben gehalten hat", sagt Maser. Der Zwischenfall am Hinckley-Ufer sei somit ein Ausreißer.