Paderborn

Arbeiter stirbt bei Treppeneinsturz auf Baustelle in Paderborn

Ralph Meyer und Marc Schröder

Beim Einsturz einer Treppe im Erweiterungsbau der Kreisverwaltung in Paderborn ist am Dienstagvormittag ein 58-jähriger Bauarbeiter gestorben. - © Ralph Meyer
Beim Einsturz einer Treppe im Erweiterungsbau der Kreisverwaltung in Paderborn ist am Dienstagvormittag ein 58-jähriger Bauarbeiter gestorben. (© Ralph Meyer)

Paderborn (nw). Auf der Baustelle für den bislang dreistöckigen Erweiterungsbau des Paderborner Kreishauses ist es am Dienstagmorgen zu einem tödlichen Arbeitsunfall gekommen. Dabei wurde ein Bauarbeiter von tonnenschweren Trümmern verschüttet und lebensgefährlich verletzt. Drei weitere Arbeiter wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Sie waren traumatisiert, einer von ihnen hatte sich schwere Prellungen zugezogen.

Die Baustelle des Kreishauses liegt direkt an der Riemekestraße. - © Birger Berbüsse
Die Baustelle des Kreishauses liegt direkt an der Riemekestraße. (© Birger Berbüsse)

Das Unglück ereignete sich gegen 9.25 Uhr in einem der beiden Treppenhäuser des Erweiterungsbaus der Kreisverwaltung. Die Arbeiter waren mit der Montage vorgefertigter Betontreppen beschäftigt. Aus bislang unbekannter Ursache stürzte das oberste Treppenelement aus der vierten Etage ab. Ein 57-jähriger Arbeiter, der auf dem Element stand, konnte sich noch an einer Betonkante festhalten und von Kollegen auf die oberste Betondecke gezogen werden. Sein 59-jähriger Arbeitskollege stürzte mit den Elementen ab.

Durch die abstürzende Betontreppe wurden die Treppenelemente der Etagen darunter sowie Teile der Baustützen und -streben bis ins Kellergeschoss mitgerissen. Der Arbeiter wurde eingeklemmt. Aufgrund akuter Absturzgefahr von Betonteilen sowie Montagestürzen und -Trägern war es den Rettungskräften nicht möglich, zu dem schwerst verletzten Mann im Treppenhauskeller vorzudringen. Das THW Paderborn rückte an, um die Einsturzstelle zu sichern. Die Arbeiten dauerten mehrere Stunden. Gegen 14 Uhr konnte der Arbeiter nur noch tot aus den Betontrümmern geborgen werden.

Zwei Notfallseelsorger im Einsatz

Die Paderborner Feuerwehr war mit rund 45 Einsatzkräften an der Unfallstelle, darunter auch die Höhenretter. Beim Abtragen der Trümmerteile unterstützten rund 25 Helfer des Technischen Hilfswerks aus Paderborn die Kräfte der Paderborner Feuerwehr.

Treppeneinsturz Baustelle Kreishaus

Zwei Notfallseelsorger betreuten im Gebäude der Kreispolizei elf weitere betroffene Bauarbeiter, die sich unverletzt in Sicherheit bringen konnten. Sie stehen allerdings unter Schock. Auch die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort.

Die Polizei schaltete zu ihren Ermittlungen hinsichtlich der Unglücksursache das Amt für Arbeitsschutz ein. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Auf der Baustelle sind die Arbeiten derzeit eingestellt.

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PaderbornArbeiter stirbt bei Treppeneinsturz auf Baustelle in PaderbornMarc Schröder,Ralph MeyerPaderborn (nw). Auf der Baustelle für den bislang dreistöckigen Erweiterungsbau des Paderborner Kreishauses ist es am Dienstagmorgen zu einem tödlichen Arbeitsunfall gekommen. Dabei wurde ein Bauarbeiter von tonnenschweren Trümmern verschüttet und lebensgefährlich verletzt. Drei weitere Arbeiter wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Sie waren traumatisiert, einer von ihnen hatte sich schwere Prellungen zugezogen. Das Unglück ereignete sich gegen 9.25 Uhr in einem der beiden Treppenhäuser des Erweiterungsbaus der Kreisverwaltung. Die Arbeiter waren mit der Montage vorgefertigter Betontreppen beschäftigt. Aus bislang unbekannter Ursache stürzte das oberste Treppenelement aus der vierten Etage ab. Ein 57-jähriger Arbeiter, der auf dem Element stand, konnte sich noch an einer Betonkante festhalten und von Kollegen auf die oberste Betondecke gezogen werden. Sein 59-jähriger Arbeitskollege stürzte mit den Elementen ab. Durch die abstürzende Betontreppe wurden die Treppenelemente der Etagen darunter sowie Teile der Baustützen und -streben bis ins Kellergeschoss mitgerissen. Der Arbeiter wurde eingeklemmt. Aufgrund akuter Absturzgefahr von Betonteilen sowie Montagestürzen und -Trägern war es den Rettungskräften nicht möglich, zu dem schwerst verletzten Mann im Treppenhauskeller vorzudringen. Das THW Paderborn rückte an, um die Einsturzstelle zu sichern. Die Arbeiten dauerten mehrere Stunden. Gegen 14 Uhr konnte der Arbeiter nur noch tot aus den Betontrümmern geborgen werden. Zwei Notfallseelsorger im Einsatz Die Paderborner Feuerwehr war mit rund 45 Einsatzkräften an der Unfallstelle, darunter auch die Höhenretter. Beim Abtragen der Trümmerteile unterstützten rund 25 Helfer des Technischen Hilfswerks aus Paderborn die Kräfte der Paderborner Feuerwehr. Zwei Notfallseelsorger betreuten im Gebäude der Kreispolizei elf weitere betroffene Bauarbeiter, die sich unverletzt in Sicherheit bringen konnten. Sie stehen allerdings unter Schock. Auch die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort. Die Polizei schaltete zu ihren Ermittlungen hinsichtlich der Unglücksursache das Amt für Arbeitsschutz ein. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Auf der Baustelle sind die Arbeiten derzeit eingestellt.