Bückeburg

Bauerngut erweitert Bückeburger Betrieb im großen Stil

Raimund Cremers

Auf dem Acker oben mittig im Bild schräg gegenüber dem Standort „Am Hasengarten“ wird Bauerngut erweitern und dort große Teile der betrieblichen Warenlogistik unterbringen, inklusive eines 30 Meter hohen Hochregallagers mit einer Grundfläche von 170 mal 91 Meter. - © Foto: Archiv/szlz
Auf dem Acker oben mittig im Bild schräg gegenüber dem Standort „Am Hasengarten“ wird Bauerngut erweitern und dort große Teile der betrieblichen Warenlogistik unterbringen, inklusive eines 30 Meter hohen Hochregallagers mit einer Grundfläche von 170 mal 91 Meter. (© Foto: Archiv/szlz)

Bückeburg (szlz). Der Erweiterung von Bauerngut am Standort Bückeburg steht so gut wie nichts mehr im Wege. Zwar ist der Kaufvertrag für die benötigte Fläche noch nicht unterschrieben und notariell beglaubigt. Aber die Einigung ist da und „mehr als in trockenen Tüchern“, wie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage bestätigte: „Eine mehr als gute Nachricht für Bückeburg“, so der Bürgermeister. Erweitert werden soll nun auf einer 5,16 Hektar großen Ackerfläche südöstlich der B 83, die in der Vergangenheit im Sommer vom Mittelalterlichen Phantasie- Spectaculum als Zeltplatz genutzt wird. Das geht aus Vorlagen hervor, die in der kommenden Woche Gegenstand von Beratungen im Bau- und Umweltausschuss sind. Auf der Fläche sollen wesentliche Teile der betrieblichen Warenlogistik vom derzeitigen Standort nördlich der Bundesstraße 83 verlagert werden. Geplant ist ein bis zu 30 Meter hohes Hochregallager mit den Außenabmessungen von 170 mal 91 Meter.

Weder von „Bauerngut noch von der Unternehmenskommunikation der Konzernmutter Edeka Minden-Hannover gab es auf Anfrage eine Bestätigung, sondern nur eine verhaltene Antwort: „Wir sehen diesbezüglich sehr positiv in die Zukunft und treffen entsprechend auch die ersten formalen Vorbereitungen.“ Derzeit wolle man jedoch wegen der bis dato noch laufenden Gespräche keine weiteren Angaben machen.

In großem Umfang werden auch die notwendigen innerbetrieblichen Verkehrsflächen wie Flächen für das Beladen und Rangieren und Aufstellen von Lkw gebaut. Das Unternehmen geht nach früheren Angaben von einer Investition von knapp einem dreistelligen Millionenbetrag aus. Die offizielle Bezeichnung des Flurstücks; „Die Schlupe“.

Ursprünglich hatte Bauerngut eine Fläche gegenüber seines Standorts jenseits der B 83 auf dem Truppenübungsplatz für die Erweiterung ins Auge gefasst. Das Bundesverteidigungsministerium hatte allerdings einen Verkauf mehrmals abgelehnt.

Erschlossen wird die Fläche über die Straße „Hasengarten“ gegenüber der Zufahrt zum Tierheim und hinter der südlichen Auffahrtsrampe auf die B 83. Alter und neuer Standort werden über die Straße „Hasengarten“ und die Brücke über die B 83 verbunden. Ein direkter Anschluss an die B 83 ist ausgeschlossen. Eine Eingrünung des Standortes wird verpflichtend, erforderliche Ausgleichsflächen werden im Stadtgebiet umgesetzt. Der Transport zwischen beiden Werken soll mit Lastwagen abgewickelt werden.

Bereits in dieser Woche wird die Politik im Bau- und Umweltausschuss erstmals und öffentlich über das Thema beraten. Denn damit gebaut werden kann, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendig – ein umfangreiches Verfahren mit der Klärung und Regelung zahlreicher Details.

Der Bürgermeister geht von einem Zeitrahmen bis zu eineinhalb Jahren aus, zeigte sich aber optimistisch, dass das Vorhaben genehmigt wird. Es habe zahlreiche Vorgespräche mit dem Landkreis und weiteren Beteiligten sowie der Bundeswehr gegeben. Alle hätten signalisiert, dass das Vorhaben genehmigungsfähig sei.

Die Fläche liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, dem LSG „Bückeburg West/Sandfurth“ und müsste aus dem Schutz herausgenommen werden. Gefordert wird daher seitens der Genehmigungsbehörden eine entsprechende Umweltprüfung und Umweltbericht.

Auch die Bundeswehr hat ein gewichtiges Wort mitzureden, da der fast unmittelbar angrenzende Truppenübungsplatz Bückeburg-Röcke als Außenlandeplatz des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums genutzt wird und umliegende Areale Höhenbeschränkungen unterliegen. Beispiele: Die Höhe von Bauten im Gewerbegebiet Kreuzbreite in mittelbarer Nähe zum Flugplatz Achum ist wegen der Hubschrauber auf 15 Meter beschränkt. Windräder können im Bückeburger Stadtgebiet nur in einem kleinen Zipfel bei Cammer gebaut werden.

Der Bürgermeister verwies zu den möglichen Höhenbeschränkungen darauf, dass die Fläche in einer Hanglage liegt. Das Hochregal werde daher im südlichen Bereich nicht ganz so hoch und insgesamt „nicht so wuchtig in der Landschaft erscheinen“.

Mit der Erweiterung verdoppelt Bauerngut seine Betriebsfläche nahezu, die derzeit 55.000 Quadratmeter Grundstück und etwa 35.000 Quadratmeter Produktionsfläche umfasst. Nach früheren Angaben sollen bis zu 80 neue Arbeitsplätze entstehen. Derzeit beschäftigt Bauerngut rund 730 Mitarbeiter in Bückeburg. Das Werk ist damit das größte von vier Produktionsstandorten. Täglich verlassen durchschnittlich 130 Tonnen Wurst den Betrieb, wöchentlich kommen etwa 150 Tonnen SB-Fleisch hinzu. Das Unternehmen hat 2018 einen Umsatz von 612 Millionen Euro gemacht.

Das Vorhaben wird die Stadt übrigens nichts kosten: In einem noch zu schließenden städtebaulichen Vertrag wird die Kostenübernahme durch den Vorhabenträger geregelt.

Am kommenden Donnerstag, 27. Februar, wird der Bau- und Umweltausschuss über das Thema beraten. Beginn ist um 17 Uhr in der Mensa im Untergeschoss der Julianen-Kindertagesstätte an der Hinüberstraße.

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BückeburgBauerngut erweitert Bückeburger Betrieb im großen StilRaimund CremersBückeburg (szlz). Der Erweiterung von Bauerngut am Standort Bückeburg steht so gut wie nichts mehr im Wege. Zwar ist der Kaufvertrag für die benötigte Fläche noch nicht unterschrieben und notariell beglaubigt. Aber die Einigung ist da und „mehr als in trockenen Tüchern“, wie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage bestätigte: „Eine mehr als gute Nachricht für Bückeburg“, so der Bürgermeister. Erweitert werden soll nun auf einer 5,16 Hektar großen Ackerfläche südöstlich der B 83, die in der Vergangenheit im Sommer vom Mittelalterlichen Phantasie- Spectaculum als Zeltplatz genutzt wird. Das geht aus Vorlagen hervor, die in der kommenden Woche Gegenstand von Beratungen im Bau- und Umweltausschuss sind. Auf der Fläche sollen wesentliche Teile der betrieblichen Warenlogistik vom derzeitigen Standort nördlich der Bundesstraße 83 verlagert werden. Geplant ist ein bis zu 30 Meter hohes Hochregallager mit den Außenabmessungen von 170 mal 91 Meter. Weder von „Bauerngut noch von der Unternehmenskommunikation der Konzernmutter Edeka Minden-Hannover gab es auf Anfrage eine Bestätigung, sondern nur eine verhaltene Antwort: „Wir sehen diesbezüglich sehr positiv in die Zukunft und treffen entsprechend auch die ersten formalen Vorbereitungen.“ Derzeit wolle man jedoch wegen der bis dato noch laufenden Gespräche keine weiteren Angaben machen. In großem Umfang werden auch die notwendigen innerbetrieblichen Verkehrsflächen wie Flächen für das Beladen und Rangieren und Aufstellen von Lkw gebaut. Das Unternehmen geht nach früheren Angaben von einer Investition von knapp einem dreistelligen Millionenbetrag aus. Die offizielle Bezeichnung des Flurstücks; „Die Schlupe“. Ursprünglich hatte Bauerngut eine Fläche gegenüber seines Standorts jenseits der B 83 auf dem Truppenübungsplatz für die Erweiterung ins Auge gefasst. Das Bundesverteidigungsministerium hatte allerdings einen Verkauf mehrmals abgelehnt. Erschlossen wird die Fläche über die Straße „Hasengarten“ gegenüber der Zufahrt zum Tierheim und hinter der südlichen Auffahrtsrampe auf die B 83. Alter und neuer Standort werden über die Straße „Hasengarten“ und die Brücke über die B 83 verbunden. Ein direkter Anschluss an die B 83 ist ausgeschlossen. Eine Eingrünung des Standortes wird verpflichtend, erforderliche Ausgleichsflächen werden im Stadtgebiet umgesetzt. Der Transport zwischen beiden Werken soll mit Lastwagen abgewickelt werden. Bereits in dieser Woche wird die Politik im Bau- und Umweltausschuss erstmals und öffentlich über das Thema beraten. Denn damit gebaut werden kann, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendig – ein umfangreiches Verfahren mit der Klärung und Regelung zahlreicher Details. Der Bürgermeister geht von einem Zeitrahmen bis zu eineinhalb Jahren aus, zeigte sich aber optimistisch, dass das Vorhaben genehmigt wird. Es habe zahlreiche Vorgespräche mit dem Landkreis und weiteren Beteiligten sowie der Bundeswehr gegeben. Alle hätten signalisiert, dass das Vorhaben genehmigungsfähig sei. Die Fläche liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, dem LSG „Bückeburg West/Sandfurth“ und müsste aus dem Schutz herausgenommen werden. Gefordert wird daher seitens der Genehmigungsbehörden eine entsprechende Umweltprüfung und Umweltbericht. Auch die Bundeswehr hat ein gewichtiges Wort mitzureden, da der fast unmittelbar angrenzende Truppenübungsplatz Bückeburg-Röcke als Außenlandeplatz des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums genutzt wird und umliegende Areale Höhenbeschränkungen unterliegen. Beispiele: Die Höhe von Bauten im Gewerbegebiet Kreuzbreite in mittelbarer Nähe zum Flugplatz Achum ist wegen der Hubschrauber auf 15 Meter beschränkt. Windräder können im Bückeburger Stadtgebiet nur in einem kleinen Zipfel bei Cammer gebaut werden. Der Bürgermeister verwies zu den möglichen Höhenbeschränkungen darauf, dass die Fläche in einer Hanglage liegt. Das Hochregal werde daher im südlichen Bereich nicht ganz so hoch und insgesamt „nicht so wuchtig in der Landschaft erscheinen“. Mit der Erweiterung verdoppelt Bauerngut seine Betriebsfläche nahezu, die derzeit 55.000 Quadratmeter Grundstück und etwa 35.000 Quadratmeter Produktionsfläche umfasst. Nach früheren Angaben sollen bis zu 80 neue Arbeitsplätze entstehen. Derzeit beschäftigt Bauerngut rund 730 Mitarbeiter in Bückeburg. Das Werk ist damit das größte von vier Produktionsstandorten. Täglich verlassen durchschnittlich 130 Tonnen Wurst den Betrieb, wöchentlich kommen etwa 150 Tonnen SB-Fleisch hinzu. Das Unternehmen hat 2018 einen Umsatz von 612 Millionen Euro gemacht. Das Vorhaben wird die Stadt übrigens nichts kosten: In einem noch zu schließenden städtebaulichen Vertrag wird die Kostenübernahme durch den Vorhabenträger geregelt. Am kommenden Donnerstag, 27. Februar, wird der Bau- und Umweltausschuss über das Thema beraten. Beginn ist um 17 Uhr in der Mensa im Untergeschoss der Julianen-Kindertagesstätte an der Hinüberstraße.