Sturmböen und Starkregen: Mehrere Karnevalsumzüge in NRW wegen Ekelwetter abgesagt - Köln plant um

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Wegen des stürmischen Wetters am Sonntag ändert der Kölner Zug seine Pläne, in Salzkotten fällt er aus. - © picture alliance / Oliver Berg/dpa
Wegen des stürmischen Wetters am Sonntag ändert der Kölner Zug seine Pläne, in Salzkotten fällt er aus. (© picture alliance / Oliver Berg/dpa)

Köln (dpa). Die schlechte Wetterprognose mit Sturmböen und Dauerregen führt in Nordrhein-Westfalen zu ersten Änderungen und Absagen bei den Karnevalsumzügen. Am prominentesten ist Köln betroffen. Die sogenannten Schull- un Veedelszöch am Sonntag, zu denen in der Regel Hunderttausende Schaulustige kommen, werden vorgezogen und die Zugstrecke um zwei Kilometer verkürzt. „Wir hoffen, dass wir dadurch in den Windkorridor kommen, dass wir den Zug ohne Einschränkungen laufen lassen können", erklärte Zugleiter Wilhelm Stoffel am Samstag.

Statt um 11.11 Uhr soll es in Köln nun schon um 10.45 Uhr losgehen. Zudem wird die Strecke um zwei Kilometer verkürzt und Aufbauten auf Fahrzeugen werden wieder abgebaut. „Es wird zwar auch regnen, was schlimm ist", sagte Stoffel. „Aber der Wind ist das Problem." Die Schul- und Viertelszüge - wie sie auf Hochdeutsch heißen - gelten als die ursprünglichsten Karnevalsumzüge in Köln.

Änderungen und Ausfälle

Auch in Münster gab es eine Planänderung: Wegen der erwarteten Sturmböen hat der Bürgerausschuss Münsterscher Karneval (BMK) das Programm für Sonntagmittag geändert, wie die Organisation auf ihrer Website bekanntgab. So entfalle der Aufmarsch der Gesellschaften, das Programm beginne um 11 Uhr auf dem Prinzipalmarkt. Die mobile Bühne vor dem Rathaus werde nicht aufgebaut.

Andernorts kam es bereits zu Absagen für Sonntag. Betroffen war unter anderem der Karnevalszug durch Essen-Kettwig. Die Wetterbedingungen seien zu schlecht, teilte der Kettwiger Karnevals-Club auf seiner Facebook-Seite mit. „Gefeiert wird aber trotzdem", sagte der erste Vorsitzende Markus Bredenfeld der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben unsere After-Zug-Party auf 13.11 Uhr vorverlegt und auch schon entsprechend Getränke nachbestellt."

Auch in Salzkotten im Kreis Paderborn entschied man sich, den Zug sicherheitshalber ausfallen zu lassen. Der Karnevalsverein Blau-Weiß im Ortsteil Scharmede teilte auf seiner Internetseite mit, den Umzug möglicherweise im Frühjahr nachholen zu wollen.

Die Stadt Emmerich am Niederrhein sagte ihren Tulpensonntagszug ebenfalls ab. „Der Jeck in mir trauert", sagte Peter Hinze laut Mitteilung. „Aber bei derartigen Windböen ist es schlicht und einfach zu gefährlich, sich draußen aufzuhalten." Die Veranstalter in Emmerich hatten rund 18.000 Menschen zu ihrem Tulpensonntagszug erwartet. Auch den Kinderkarnevalszug in Ratingen sagten die Veranstalter ab. „Wir sind sehr traurig, aber Sicherheit geht vor", sagte die Vorsitzende des Komitees, Sandra Bottke.

Starker Wind und viel Regen am Sonntag

Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Sonntag in großen Teilen von Nordrhein-Westfalen mit starkem Wind und viel Regen. „Sieht nicht so dolle aus", fasste ein Sprecher die Prognose zusammen. Einzig Teile des Münsterlands könnten einigermaßen zuversichtlich sein. „Je nördlicher, desto weniger Wind, desto weniger Windböen", sagte er. Unter anderem für die Kreise Paderborn, Gütersloh, Lippe und die Stadt Bielefeld gab der Wetterdienst am Samstag bereits Warnungen vor Sturmböen am Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr heraus. Für einige Kreise gelten außerdem Starkregen-Warnungen.

In der Karnevalshochburg Düsseldorf wurde die Entwicklung ebenfalls beobachtet. Das Festkomitee wollte sich um 8 Uhr treffen und entscheiden, ob das bei Familien beliebte Kö-Treiben auf der Königsallee stattfinden kann, wie ein Sprecher sagte.

Für die Rosenmontagzüge sieht die Prognose besser aus. Das Festkomitee Kölner Karneval teilte mit, man gehe davon aus, „wie geplant" durch die Stadt ziehen zu können.

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Sturmböen und Starkregen: Mehrere Karnevalsumzüge in NRW wegen Ekelwetter abgesagt - Köln plant umKöln (dpa). Die schlechte Wetterprognose mit Sturmböen und Dauerregen führt in Nordrhein-Westfalen zu ersten Änderungen und Absagen bei den Karnevalsumzügen. Am prominentesten ist Köln betroffen. Die sogenannten Schull- un Veedelszöch am Sonntag, zu denen in der Regel Hunderttausende Schaulustige kommen, werden vorgezogen und die Zugstrecke um zwei Kilometer verkürzt. „Wir hoffen, dass wir dadurch in den Windkorridor kommen, dass wir den Zug ohne Einschränkungen laufen lassen können", erklärte Zugleiter Wilhelm Stoffel am Samstag. Statt um 11.11 Uhr soll es in Köln nun schon um 10.45 Uhr losgehen. Zudem wird die Strecke um zwei Kilometer verkürzt und Aufbauten auf Fahrzeugen werden wieder abgebaut. „Es wird zwar auch regnen, was schlimm ist", sagte Stoffel. „Aber der Wind ist das Problem." Die Schul- und Viertelszüge - wie sie auf Hochdeutsch heißen - gelten als die ursprünglichsten Karnevalsumzüge in Köln. Änderungen und Ausfälle Auch in Münster gab es eine Planänderung: Wegen der erwarteten Sturmböen hat der Bürgerausschuss Münsterscher Karneval (BMK) das Programm für Sonntagmittag geändert, wie die Organisation auf ihrer Website bekanntgab. So entfalle der Aufmarsch der Gesellschaften, das Programm beginne um 11 Uhr auf dem Prinzipalmarkt. Die mobile Bühne vor dem Rathaus werde nicht aufgebaut. Andernorts kam es bereits zu Absagen für Sonntag. Betroffen war unter anderem der Karnevalszug durch Essen-Kettwig. Die Wetterbedingungen seien zu schlecht, teilte der Kettwiger Karnevals-Club auf seiner Facebook-Seite mit. „Gefeiert wird aber trotzdem", sagte der erste Vorsitzende Markus Bredenfeld der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben unsere After-Zug-Party auf 13.11 Uhr vorverlegt und auch schon entsprechend Getränke nachbestellt." Auch in Salzkotten im Kreis Paderborn entschied man sich, den Zug sicherheitshalber ausfallen zu lassen. Der Karnevalsverein Blau-Weiß im Ortsteil Scharmede teilte auf seiner Internetseite mit, den Umzug möglicherweise im Frühjahr nachholen zu wollen. Die Stadt Emmerich am Niederrhein sagte ihren Tulpensonntagszug ebenfalls ab. „Der Jeck in mir trauert", sagte Peter Hinze laut Mitteilung. „Aber bei derartigen Windböen ist es schlicht und einfach zu gefährlich, sich draußen aufzuhalten." Die Veranstalter in Emmerich hatten rund 18.000 Menschen zu ihrem Tulpensonntagszug erwartet. Auch den Kinderkarnevalszug in Ratingen sagten die Veranstalter ab. „Wir sind sehr traurig, aber Sicherheit geht vor", sagte die Vorsitzende des Komitees, Sandra Bottke. Starker Wind und viel Regen am Sonntag Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Sonntag in großen Teilen von Nordrhein-Westfalen mit starkem Wind und viel Regen. „Sieht nicht so dolle aus", fasste ein Sprecher die Prognose zusammen. Einzig Teile des Münsterlands könnten einigermaßen zuversichtlich sein. „Je nördlicher, desto weniger Wind, desto weniger Windböen", sagte er. Unter anderem für die Kreise Paderborn, Gütersloh, Lippe und die Stadt Bielefeld gab der Wetterdienst am Samstag bereits Warnungen vor Sturmböen am Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr heraus. Für einige Kreise gelten außerdem Starkregen-Warnungen. In der Karnevalshochburg Düsseldorf wurde die Entwicklung ebenfalls beobachtet. Das Festkomitee wollte sich um 8 Uhr treffen und entscheiden, ob das bei Familien beliebte Kö-Treiben auf der Königsallee stattfinden kann, wie ein Sprecher sagte. Für die Rosenmontagzüge sieht die Prognose besser aus. Das Festkomitee Kölner Karneval teilte mit, man gehe davon aus, „wie geplant" durch die Stadt ziehen zu können.