Bad Oeynhausen

100 kranke Ahornbäume müssen in Dehme gefällt werden

Nicole Bliesener

Die mit der Rußrindenkrankheit infizierten Ahornbäume sind mit einem blauen Punkt markiert. - © Foto: Bliesener
Die mit der Rußrindenkrankheit infizierten Ahornbäume sind mit einem blauen Punkt markiert. (© Foto: Bliesener)

Bad Oeynhausen (nw). Im etwa 1,6 Hektar großen Wäldchen zwischen der Werre und der Alten Reichsstraße in Dehme wurden bei etwa 100 Ahornbäumen eine Infektion mit der Rußrindenkrankheit festgestellt. Die betroffenen Bäume sind bereits mit einem blauen Punkt versehen, sie sollen möglichst zeitnah gefällt werden, heißt es in einer Vorlage für den städtischen Umweltausschuss, der am Donnerstag, 25. Februar, tagt.

„Die Bäume sollen nach Möglichkeit bereits im März/April von einem Fachunternehmen gefällt werden“, teilt Stadtsprecher Volker Müller-Ullrich auf Nachfrage mit.

Derzeit gebe es einen intensiven Austausch mit dem Forstamt, den Nachbarkommunen und den Forstbetrieben, auch um eine fachgerechte Entsorgung vorzunehmen. Denn die Entsorgung des infizierten Materials bereitet derzeit die größten Probleme, heißt es in der Ausschuss-Vorlage weiter. Einen rechtsverbindlichen Entsorgungsweg für von der Rußrindenkrankheit befallener Ahornbäume gebe es derzeit noch nicht.

Bei der großen Menge der zum Teil schon recht stattlichen Bäume könne nicht alles vor Ort am Boden verteilt werden, um dann möglichst schnell zu verrotten. Bei wenigen Bäumen werde nach Aussagen des Försters heute so verfahren. Für Fällung, Verteilung und Entsorgung der Baumstämme werden derzeit die Kosten ermittelt.

Aufgefallen sind die kranken Bäume bei einer turnusmäßigen Begutachtung Josef Brinker, der bei der Stadt für die Grünflächen verantwortlich ist. Brinker überprüft regelmäßig, ob die Bäume auf städtischen Grund noch der Verkehrssicherungspflicht genügen.

Die Rußrindenkrankheit wird durch Pilzsporen ausgelöst. Das Absterben der befallene Bäume kann mehrere Jahre dauern. Begünstigt wird diese Pilzinfektion durch trockenes und heißes Klima. Symptome der Krankheit sind Blattverlust und aufgerissene Rinden, das Holz verfärbt sich schwarz und sieht aus wie verrußt.

„Das Problem ist, dass diese Baumkrankheit bei Menschen allergische Reaktionen auslösen kann“, erklärt Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich. Für einen sonst gesunden Waldspaziergänger oder Pilzsammler bestehe keine Gesundheitsgefährdung. Das Einatmen von Sporen könne aber auch bei gesunden Menschen zu Niesreiz führen. Bei der derzeitigen kühlen und feuchten Witterung sei diese Gefahr relativ gering. Da durch das kleine Wäldchen ein Fußweg führt, der von Spaziergängern ganzjährig stark frequentiert wird, schlägt die Verwaltung dem Umweltausschuss das Fällen der kranken Bäume vor.

Unbekannte haben zusätzlich vier große, gesunde Bäume in diesem Wäldchen großflächig eingeschnitzt, so dass diese ebenfalls gefällt werden müssen. Die Stadt hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Um auf die Baumkrankheit in dem Wäldchen hinzuweisen, will die Stadt Schilder aufstellen, die auf Situation hinweisen. Die Fläche auf der Nordseite der Werre soll im Herbst oder im Frühjahr 2021 mit Stieleichen, Hainbuchen und Kirschen wieder neu aufgeforstet werden.

Private Waldbesitzer sind übrigens nicht verpflichtet, sofern die Verkehrssicherheit gegeben ist, weitere Maßnahmen einzuleiten.

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Bad Oeynhausen100 kranke Ahornbäume müssen in Dehme gefällt werdenNicole BliesenerBad Oeynhausen (nw). Im etwa 1,6 Hektar großen Wäldchen zwischen der Werre und der Alten Reichsstraße in Dehme wurden bei etwa 100 Ahornbäumen eine Infektion mit der Rußrindenkrankheit festgestellt. Die betroffenen Bäume sind bereits mit einem blauen Punkt versehen, sie sollen möglichst zeitnah gefällt werden, heißt es in einer Vorlage für den städtischen Umweltausschuss, der am Donnerstag, 25. Februar, tagt. „Die Bäume sollen nach Möglichkeit bereits im März/April von einem Fachunternehmen gefällt werden“, teilt Stadtsprecher Volker Müller-Ullrich auf Nachfrage mit. Derzeit gebe es einen intensiven Austausch mit dem Forstamt, den Nachbarkommunen und den Forstbetrieben, auch um eine fachgerechte Entsorgung vorzunehmen. Denn die Entsorgung des infizierten Materials bereitet derzeit die größten Probleme, heißt es in der Ausschuss-Vorlage weiter. Einen rechtsverbindlichen Entsorgungsweg für von der Rußrindenkrankheit befallener Ahornbäume gebe es derzeit noch nicht. Bei der großen Menge der zum Teil schon recht stattlichen Bäume könne nicht alles vor Ort am Boden verteilt werden, um dann möglichst schnell zu verrotten. Bei wenigen Bäumen werde nach Aussagen des Försters heute so verfahren. Für Fällung, Verteilung und Entsorgung der Baumstämme werden derzeit die Kosten ermittelt. Aufgefallen sind die kranken Bäume bei einer turnusmäßigen Begutachtung Josef Brinker, der bei der Stadt für die Grünflächen verantwortlich ist. Brinker überprüft regelmäßig, ob die Bäume auf städtischen Grund noch der Verkehrssicherungspflicht genügen. Die Rußrindenkrankheit wird durch Pilzsporen ausgelöst. Das Absterben der befallene Bäume kann mehrere Jahre dauern. Begünstigt wird diese Pilzinfektion durch trockenes und heißes Klima. Symptome der Krankheit sind Blattverlust und aufgerissene Rinden, das Holz verfärbt sich schwarz und sieht aus wie verrußt. „Das Problem ist, dass diese Baumkrankheit bei Menschen allergische Reaktionen auslösen kann“, erklärt Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich. Für einen sonst gesunden Waldspaziergänger oder Pilzsammler bestehe keine Gesundheitsgefährdung. Das Einatmen von Sporen könne aber auch bei gesunden Menschen zu Niesreiz führen. Bei der derzeitigen kühlen und feuchten Witterung sei diese Gefahr relativ gering. Da durch das kleine Wäldchen ein Fußweg führt, der von Spaziergängern ganzjährig stark frequentiert wird, schlägt die Verwaltung dem Umweltausschuss das Fällen der kranken Bäume vor. Unbekannte haben zusätzlich vier große, gesunde Bäume in diesem Wäldchen großflächig eingeschnitzt, so dass diese ebenfalls gefällt werden müssen. Die Stadt hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Um auf die Baumkrankheit in dem Wäldchen hinzuweisen, will die Stadt Schilder aufstellen, die auf Situation hinweisen. Die Fläche auf der Nordseite der Werre soll im Herbst oder im Frühjahr 2021 mit Stieleichen, Hainbuchen und Kirschen wieder neu aufgeforstet werden. Private Waldbesitzer sind übrigens nicht verpflichtet, sofern die Verkehrssicherheit gegeben ist, weitere Maßnahmen einzuleiten.