Pfleger soll Patientin in Bielefelder Klinik vergewaltigt haben

Jens Reichenbach

Ein Krankenpfleger soll im Oktober 2018 den schwachen Zustand einer Patientin im Krankenhaus ausgenutzt haben, um sie zu vergewaltigen. - © Symbolfoto: picture alliance/dpa
Ein Krankenpfleger soll im Oktober 2018 den schwachen Zustand einer Patientin im Krankenhaus ausgenutzt haben, um sie zu vergewaltigen. (© Symbolfoto: picture alliance/dpa)

Bielefeld-Bethel. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft einem 58-jährigen Krankenpfleger sexuellen Übergriff und Vergewaltigung einer Patientin des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) vor. Wie Moritz Kutkuhn, Sprecher der Anklagebehörde, mitteilte, soll sich der Pfleger von Gilead I im Oktober 2018 vor einer gerade eingelieferten Frau (66) entblößt und die Patientin kurz darauf auch vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann nun Anklage vor dem Bielefelder Schöffengericht erhoben.

Der Fall sorgte im EvKB für große Bestürzung, wie Sprecherin Sandra Gruß mitteilte. Die Frau war gerade im Krankenhaus angekommen, weil sie dringend ärztliche Hilfe benötigte. Doch diese Situation nutzte der mutmaßliche Täter schamlos aus. „Das Opfer war zu diesem Zeitpunkt sehr schwach und konnte sich gegen den Pfleger nicht zur Wehr setzen“, sagte Kutkuhn.

Der Leiharbeiter war nur wenige Tage im Klinikum tätig

Der Angeklagte war als Leiharbeiter in Gilead I eingesetzt. Nach Angaben von Sprecherin Gruß war er im Oktober 2018 „insgesamt an 10 Tagen im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung tätig“. Das passiere regelmäßig, um kurzfristige Personalengpässe auszugleichen. „Zwei weitere mehrtägige Einsätze folgten im November und Dezember 2018“. Gruß betonte, dass der Leih-Pfleger seitdem nicht mehr für das EvKB tätig war und auch nicht mehr sein wird.

Erst im Februar 2019 informierte die Kripo die Klinikleitung über die Anzeige der Patientin. „Wir haben die Ermittlungen der Polizei uneingeschränkt unterstützt und sind bis heute zutiefst erschüttert über diesen Vorfall“, sagt Gruß. Gerne hätten die Verantwortlichen der Klinik selbst mit der Patientin Kontakt aufgenommen, betont Gruß.

Kripo rät von Kontaktaufnahme zu Opfer ab

„Davon hat die Kriminalpolizei jedoch eindringlich abgeraten, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.“ Aus denselben Gründen sei auch kein Austausch mehr mit der Personalagentur zustande gekommen, die den Leiharbeiter vermittelt hat. Der Angeklagte lebt inzwischen nicht mehr in Bielefeld. In Kürze muss er zurückkehren, um sich vor Gericht zu verantworten.

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Pfleger soll Patientin in Bielefelder Klinik vergewaltigt habenJens ReichenbachBielefeld-Bethel. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft einem 58-jährigen Krankenpfleger sexuellen Übergriff und Vergewaltigung einer Patientin des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) vor. Wie Moritz Kutkuhn, Sprecher der Anklagebehörde, mitteilte, soll sich der Pfleger von Gilead I im Oktober 2018 vor einer gerade eingelieferten Frau (66) entblößt und die Patientin kurz darauf auch vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Mann nun Anklage vor dem Bielefelder Schöffengericht erhoben. Der Fall sorgte im EvKB für große Bestürzung, wie Sprecherin Sandra Gruß mitteilte. Die Frau war gerade im Krankenhaus angekommen, weil sie dringend ärztliche Hilfe benötigte. Doch diese Situation nutzte der mutmaßliche Täter schamlos aus. „Das Opfer war zu diesem Zeitpunkt sehr schwach und konnte sich gegen den Pfleger nicht zur Wehr setzen“, sagte Kutkuhn. Der Leiharbeiter war nur wenige Tage im Klinikum tätig Der Angeklagte war als Leiharbeiter in Gilead I eingesetzt. Nach Angaben von Sprecherin Gruß war er im Oktober 2018 „insgesamt an 10 Tagen im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung tätig“. Das passiere regelmäßig, um kurzfristige Personalengpässe auszugleichen. „Zwei weitere mehrtägige Einsätze folgten im November und Dezember 2018“. Gruß betonte, dass der Leih-Pfleger seitdem nicht mehr für das EvKB tätig war und auch nicht mehr sein wird. Erst im Februar 2019 informierte die Kripo die Klinikleitung über die Anzeige der Patientin. „Wir haben die Ermittlungen der Polizei uneingeschränkt unterstützt und sind bis heute zutiefst erschüttert über diesen Vorfall“, sagt Gruß. Gerne hätten die Verantwortlichen der Klinik selbst mit der Patientin Kontakt aufgenommen, betont Gruß. Kripo rät von Kontaktaufnahme zu Opfer ab „Davon hat die Kriminalpolizei jedoch eindringlich abgeraten, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.“ Aus denselben Gründen sei auch kein Austausch mehr mit der Personalagentur zustande gekommen, die den Leiharbeiter vermittelt hat. Der Angeklagte lebt inzwischen nicht mehr in Bielefeld. In Kürze muss er zurückkehren, um sich vor Gericht zu verantworten.