Bielefeld

Nächtliche Bombendrohung im Bielefelder Légère-Hotel - Gebäude geräumt

Jens Reichenbach und Barbara Franke

Die Polizei ist wegen einer Bombendrohung im Bielefelder Légère-Hotel mit verstärkten Kräften am Neumarkt eingetroffen. - © Barbara Franke
Die Polizei ist wegen einer Bombendrohung im Bielefelder Légère-Hotel mit verstärkten Kräften am Neumarkt eingetroffen. (© Barbara Franke)

Bielefeld (nw). Großeinsatz der Polizei am Bielefelder Neumarkt: Ein anonymer Anrufer hat gedroht, im Légère-Hotel am Neumarkt eine Bombe hochgehen zu lassen. Das vermeldete die Polizei gegen 3.30 Uhr in einer schriftlichen Mitteilung. Das Vier-Sterne-Hotel wurde komplett evakuiert.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Sonja Rehmert, eilte die Polizei Bielefeld in der Nacht auf Freitag, 14. Februar, gegen 0.45 Uhr mit verstärkten Kräften zum Neumarkt, nachdem im Hotel zwei anonyme Drohanrufe eingegangen waren.

Erpresser fordert Bitcoins, sonst explodiert eine Bombe

Der bisher unbekannte Mann drohte dabei mit einer Sprengstoffexplosion in dem Hotel, sollte seine Forderung nach einer Zahlung in Bitcoin-Währung nicht nachgekommen werden. Bitcoins gehören zu den Kryptowährungen, die auf digitale Konten gezahlt werden. Die Verfolgung der Zahlungen ist für die Behörden besonders schwer, die Wege zum Empfänger sind kaum nachzuvollziehen.

"Die Polizei räumte daraufhin das Hotel sofort. Kurz nach 2 Uhr befanden sich alle Gäste außerhalb des Gebäudes, es kam niemand zu Schaden", betonte Sonja Rehmert gegen 3.30 Uhr.

Voll besetztes Hotel - zahlreiche Unternehmer in der Stadt

Nicht zuletzt wegen der Start-up- und Unternehmer-Konferenz "Hinterland of Things" am Donnerstag dürften viele Unternehmer und Gründer der mehr als 1.300 Teilnehmer in dem Hotel übernachtet haben. 108 Gäste waren eingecheckt, allerdings befanden sich zwei von ihnen zu dem Zeitpunkt nicht im Hotel.

Die Polizei sperrte gleichzeitig den Bereich rund um das Hotel großräumig ab und begann gegen 2.30 Uhr mit einem Sprengstoffspürhund die Durchsuchung des Gebäudes.

Hotelgäste warten in Bussen auf Entwarnung

Update, 4.20 Uhr: Während parallel die Ermittlungen zur Feststellung der Identität des Anrufers anliefen, konnte die Polizei inzwischen Entwarnung geben. Um 3.40 Uhr beendeten die Beamten die Suche nach Sprengstoff. "Es wurden keine verdächtigen Gegenstände gefunden, und niemand kam zu Schaden", betonte Rehmert später.

Hoteldirektor Thilo Schrewe und Polizeieinsatzleiter Dirk Seidensticker ziehen nach getaner Arbeit in der Hotellobby ein positives Fazit zu dem ungewöhnlichen Einsatz. - © Barbara Franke
Hoteldirektor Thilo Schrewe und Polizeieinsatzleiter Dirk Seidensticker ziehen nach getaner Arbeit in der Hotellobby ein positives Fazit zu dem ungewöhnlichen Einsatz. (© Barbara Franke)

Bis dahin hatten sich die 106 Hotelgäste außerhalb des Gefahrenbereichs in zwei bereitgestellten Bussen der BVO auf- und warmgehalten. Dort mussten sie knapp zwei Stunden ausharren, bis die Polizei endlich Entwarnung gab. Erst nach Abschluss der Durchsuchung durften die Gäste wieder in ihre Hotelzimmer zurückkehren.

Eine Ausnahme gab es, wie Hoteldirektor Thilo Schrewe mitteilte: "Ein Gast meldete sich noch während des Einsatzes, dass er abreisen müsste. Unser Team wurde dann unter Koordination der Polizei in das Zimmer gebracht, hat das Zimmer geräumt, und der Gast konnte auschecken."

Hoteldirektor ist erbost über den Vorfall

Der Polizeieinsatz endete vor Ort gegen 4.15 Uhr.  Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Dirk Seidensticker lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Hotel: "Das Personal hat sehr professionell reagiert." Die Ermittlungen zur Identität des anonymen Anrufers und zu den Hintergründen der Bedrohung dauern an.

Hoteldirekor Schrewe, der um 1 Uhr von seinem Nachtpersonal aus dem Bett geklingelt und über die Lage informiert wurde, zeigte sich nach Abschluss des Einsatzes sehr erleichtert: "Es ist gut, dass es vorbei ist. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich auch erbost über so einen Vorfall. So etwas ist mehr als unnötig."

Gäste reagierten verständnisvoll

Laut Schrewe war es die erste Bombendrohung, die seinem Hotel am Neumarkt galt. Das Bielefelder Vier-Sterne-Haus wurde im April 2016 eröffnet. Über den Ablauf des Einsatzes zeigte sich der Hoteldirektor indes sehr zufrieden. "Es hat alles Hand in Hand gegriffen - zu 100 Prozent - die Kommunikation meines Teams, die Professionalität der Polizei und letztlich auch die Hotelgäste, die sehr verständnisvoll darauf reagiert haben."

Es ist nicht die einzige Bombendrohung in Bielefeld in jüngster Zeit. Erst in der Nacht zu Donnerstag räumte die Polizei die Moschee an der Ernst-Rein-Straße, nachdem der Schreiber einer anonymen Drohmail mit einer Sprengstoffexplosion gedroht hatte. Allerdings gab es hier keine Geldforderung. Dass es Zusammenhänge zwischen den Drohungen gibt, ist unwahrscheinlich.

+++weitere Details folgen+++

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