Kinder an Bünder Schule angesprochen: Eltern wollen Sicherheitsdienst engagieren

Florian Weyand

Drei Polizisten haben am Mittwochmittag die Grunschüle Bünde-Mitte im Blick. - © Florian Weyand
Drei Polizisten haben am Mittwochmittag die Grunschüle Bünde-Mitte im Blick. (© Florian Weyand)

Bünde (nw). Nachdem in den vergangenen Tagen zwei Mädchen an der Grundschule Bünde-Mitte aus dem Auto heraus von Männern angesprochen wurden, ist der Polizei jetzt ein dritter Fall gemeldet worden. Diesmal soll ein Mädchen an der Grundschule Ennigloh angesprochen worden sein.

Die Polizei bestätigt, dass der Vater des Mädchens sich auf der Bünder Wache gemeldet habe. "Wir haben das aufgenommen. Die Hinweise sind gesammelt worden", sagt Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier. Das neun Jahre alte Mädchen befand sich am Mittwochnachmittag auf dem Nachhauseweg, als es von einem Mann aus dem Auto heraus kontaktiert wurde. Dieser soll in einem dunklen Auto gesessen haben.

Die Polizei zeigt rund um die Grundschule Bünde-Mitte derzeit verstärkt Präsenz. - © Florian Weyand
Die Polizei zeigt rund um die Grundschule Bünde-Mitte derzeit verstärkt Präsenz. (© Florian Weyand)

Das Mädchen habe aber vorbildlich reagiert und sei nicht auf die Ansprache des Mannes eingegangen. "Sie ist einfach weitergegangen", sagt Lah-Schnier.

Mittlerweile hat auch die Grundschule Ennigloh die Eltern per Brief über das Geschehene informiert. In einem Brief der Schulleiterin heißt es: "Wir nehmen die Vorfälle sehr ernst." Die Aufsicht sei sehr aufmerksam und die Kolleginnen werden die Kinder besonders im Blick haben, wenn sie draußen spielen.

Das reicht einigen Eltern offenbar nicht. Auf Facebook berichtet eine Mutter, dass sie gemeinsam mit weiteren Eltern an der Schule aufgepasst habe. Abwechselnd sei man auch die "Schleichwege abgefahren". Währenddessen sei aber auch die Polizei mehrmals in Ennigloh am Schulgelände entlanggefahren, teilt die Mutter mit.

Nach zwei Vorfällen an der Grundschule Bünde-Mitte herrscht unter einigen Eltern ebenfalls große Aufregung. Ein Vater teilt im Gespräch mit der NW-Redaktion mit, dass es Überlegungen gebe, einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren. Von der Polizei seien die Kinder nicht gut genug geschützt, klagt er. "Wir wollen auf jeden Fall prüfen, was an Kosten auf uns zukommt, wenn wir einen Sicherheitsdienst engagieren", sagt der Mann.

Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern wolle er die Elternvertreter der Grundschule Bünde-Mitte zum Gespräch bitten. "Wir wollen ein Rundschreiben initiieren", sagt er. Dann wisse man, wie viele Eltern Interesse haben. "Alles muss aber auf freiwilliger Basis laufen", sagt er.

Bei der Polizei im Kreis Herford hört man diese Überlegungen natürlich nicht gern. Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier bekräftigt im Gespräch noch einmal, dass die Beamten rund um die Schulen verstärkt im Einsatz seien. "Wir zeigen Präsenz", sagt sie. Das sei das, was die Beamten tun können, um weitere Gefährdungen zu vermeiden.

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Kinder an Bünder Schule angesprochen: Eltern wollen Sicherheitsdienst engagierenFlorian WeyandBünde (nw). Nachdem in den vergangenen Tagen zwei Mädchen an der Grundschule Bünde-Mitte aus dem Auto heraus von Männern angesprochen wurden, ist der Polizei jetzt ein dritter Fall gemeldet worden. Diesmal soll ein Mädchen an der Grundschule Ennigloh angesprochen worden sein. Die Polizei bestätigt, dass der Vater des Mädchens sich auf der Bünder Wache gemeldet habe. "Wir haben das aufgenommen. Die Hinweise sind gesammelt worden", sagt Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier. Das neun Jahre alte Mädchen befand sich am Mittwochnachmittag auf dem Nachhauseweg, als es von einem Mann aus dem Auto heraus kontaktiert wurde. Dieser soll in einem dunklen Auto gesessen haben. Das Mädchen habe aber vorbildlich reagiert und sei nicht auf die Ansprache des Mannes eingegangen. "Sie ist einfach weitergegangen", sagt Lah-Schnier. Mittlerweile hat auch die Grundschule Ennigloh die Eltern per Brief über das Geschehene informiert. In einem Brief der Schulleiterin heißt es: "Wir nehmen die Vorfälle sehr ernst." Die Aufsicht sei sehr aufmerksam und die Kolleginnen werden die Kinder besonders im Blick haben, wenn sie draußen spielen. Das reicht einigen Eltern offenbar nicht. Auf Facebook berichtet eine Mutter, dass sie gemeinsam mit weiteren Eltern an der Schule aufgepasst habe. Abwechselnd sei man auch die "Schleichwege abgefahren". Währenddessen sei aber auch die Polizei mehrmals in Ennigloh am Schulgelände entlanggefahren, teilt die Mutter mit. Nach zwei Vorfällen an der Grundschule Bünde-Mitte herrscht unter einigen Eltern ebenfalls große Aufregung. Ein Vater teilt im Gespräch mit der NW-Redaktion mit, dass es Überlegungen gebe, einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren. Von der Polizei seien die Kinder nicht gut genug geschützt, klagt er. "Wir wollen auf jeden Fall prüfen, was an Kosten auf uns zukommt, wenn wir einen Sicherheitsdienst engagieren", sagt der Mann. Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern wolle er die Elternvertreter der Grundschule Bünde-Mitte zum Gespräch bitten. "Wir wollen ein Rundschreiben initiieren", sagt er. Dann wisse man, wie viele Eltern Interesse haben. "Alles muss aber auf freiwilliger Basis laufen", sagt er. Bei der Polizei im Kreis Herford hört man diese Überlegungen natürlich nicht gern. Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier bekräftigt im Gespräch noch einmal, dass die Beamten rund um die Schulen verstärkt im Einsatz seien. "Wir zeigen Präsenz", sagt sie. Das sei das, was die Beamten tun können, um weitere Gefährdungen zu vermeiden.