Herforder Vermieter vergeht sich an fünfjährigem Kind

Jobst Lüdeking

Ein heute 74-jähriger Herforder musste sich vor dem Jugendschöffengericht verantworten. - © Patrick Pleul/picture alliance
Ein heute 74-jähriger Herforder musste sich vor dem Jugendschöffengericht verantworten. (© Patrick Pleul/picture alliance)

Herford (nw). Das Kind hatte Vertrauen zu ihm und er nutzte das aus, um sein Opfer zu missbrauchen: Ein heute 74-jähriger Herforder musste sich deshalb vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Bei drei Gelegenheiten zwischen Oktober 2017 und Mai 2018, so die Anklage der Staatsanwaltschaft Bielefeld, hatte er das zur Tatzeit fünf Jahre alte Opfer im Intimbereich berührt.

Das Kind, das mit seinen Geschwistern und der Mutter in einer Wohnung im Haus des angeklagten Rentners lebte und zu dem Mann eine großvater-ähnliche Beziehung hatte, vertraute sich dann seiner Mutter an. Die Familie zog kurz darauf aus. Vor Gericht räumte der Herforder alle Anklagevorwürfe ein – ganz offensichtlich war das sein Glück. Andernfalls, so machte es die Vorsitzende des Jugendschöffengerichts, Tanja Schöppe-Funk, deutlich, hätte das Strafmaß über zwei Jahren Haft und damit über der Möglichkeit einer Bewährungsstrafe liegen müssen.

"Wir wollen einen Schlussstrich ziehen", sagt Strafverteidiger Mario Prigge

So aber schrammte der bislang nicht vorbestrafte Mann nur haarscharf an einer regulären Gefängnisstrafe vorbei. Es blieb bei einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig, der 74-Jährige hat es über seinen Anwalt angenommen. „Wir wollen einen Schlussstrich ziehen", erklärte Strafverteidiger Mario Prigge aus Bad Oeynhausen.

Sein Mandant wird überdies 4.000 Euro an die Herforder Opferschutz-Organisation Femina Vitazahlen. Darüber hinaus wird dem Rentner ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. So soll auch sichergestellt werden, dass es etwa bei zukünftigen Mietern nicht zu erneuten Übergriffen kommt.

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Herforder Vermieter vergeht sich an fünfjährigem KindJobst LüdekingHerford (nw). Das Kind hatte Vertrauen zu ihm und er nutzte das aus, um sein Opfer zu missbrauchen: Ein heute 74-jähriger Herforder musste sich deshalb vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Bei drei Gelegenheiten zwischen Oktober 2017 und Mai 2018, so die Anklage der Staatsanwaltschaft Bielefeld, hatte er das zur Tatzeit fünf Jahre alte Opfer im Intimbereich berührt. Das Kind, das mit seinen Geschwistern und der Mutter in einer Wohnung im Haus des angeklagten Rentners lebte und zu dem Mann eine großvater-ähnliche Beziehung hatte, vertraute sich dann seiner Mutter an. Die Familie zog kurz darauf aus. Vor Gericht räumte der Herforder alle Anklagevorwürfe ein – ganz offensichtlich war das sein Glück. Andernfalls, so machte es die Vorsitzende des Jugendschöffengerichts, Tanja Schöppe-Funk, deutlich, hätte das Strafmaß über zwei Jahren Haft und damit über der Möglichkeit einer Bewährungsstrafe liegen müssen. "Wir wollen einen Schlussstrich ziehen", sagt Strafverteidiger Mario Prigge So aber schrammte der bislang nicht vorbestrafte Mann nur haarscharf an einer regulären Gefängnisstrafe vorbei. Es blieb bei einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig, der 74-Jährige hat es über seinen Anwalt angenommen. „Wir wollen einen Schlussstrich ziehen", erklärte Strafverteidiger Mario Prigge aus Bad Oeynhausen. Sein Mandant wird überdies 4.000 Euro an die Herforder Opferschutz-Organisation Femina Vitazahlen. Darüber hinaus wird dem Rentner ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. So soll auch sichergestellt werden, dass es etwa bei zukünftigen Mietern nicht zu erneuten Übergriffen kommt.