Bad Oeynhausen

Strecke stundenlang gesperrt: 80-Jährige sorgt mit Unfall für Verkehrschaos

Elke Niedringhaus-Haasper

Abtransport der Schranke: Die Fahrerin des Unfallwagens hatte unter anderem auch die Fußgängerschranke am Bahnübergang erwischt. Foto: Elke Niedringhaus-Haasper - © Elke Niedringhaus-Haasper
Abtransport der Schranke: Die Fahrerin des Unfallwagens hatte unter anderem auch die Fußgängerschranke am Bahnübergang erwischt. Foto: Elke Niedringhaus-Haasper (© Elke Niedringhaus-Haasper)

Bad Oeynhausen (nw). Glück im Unglück hatte Mittwochnachmittag eine 80-jährige Autofahrerin am Bahnübergang an der Detmolder Straße. Ihre Fahrt in einem grauen Golf auf der Weserstraße in Richtung Westen endete kopfüber im Schotterbett direkt neben den Bahngleisen. Zuvor hatte sie mit überhöhter Geschwindigkeit einen Lastwagen gestreift, war mit einem Polo kollidiert und hatte die Fußgängerschranke umgefahren, bevor sie sich mit Kurs auf die Bahngleise überschlug. Schwer verletzt wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert.

Der Unfall hat auf den Bahnverkehr erhebliche Auswirkungen. Mindestens zwei Tage ist die Schrankenanlage außer Betrieb, Züge dürfen nur im Schritttempo fahren.

Ein Anruf um 14.03 Uhr bei der Polizeiwache setzt die Rettungskräfte in Gang. Mitarbeiter der Hauptwache der Feuerwehr rücken mit drei Fahrzeugen, einem Rettungswagen und einem Notarzt aus, wie Einsatzleiter Dennis Theiling weiß. Die Kollegen von der Polizei machen sich gleich mit mehreren Fahrzeugen auf den Weg. Und auch ein Notfallmanager der Bahn rückt zum Unfallort aus. Der betroffene Abschnitt von der Weserstraße zur Detmolder Straße sowie die Bahnstrecke werden umgehend und für zwei Stunden gesperrt.

Funkenflug: Mit einem Schneidbrenner trennen zwei Feuerwehrmänner die Schranke von dem beschädigten Sockel ab, damit der Zugverkehr wieder laufen kann. Foto: Elke Niedringhaus-Haasper - © Elke Niedringhaus-Haasper
Funkenflug: Mit einem Schneidbrenner trennen zwei Feuerwehrmänner die Schranke von dem beschädigten Sockel ab, damit der Zugverkehr wieder laufen kann. Foto: Elke Niedringhaus-Haasper (© Elke Niedringhaus-Haasper)

Über die Unfallursache konnte Dirk Jürgens, Hauptkommissar der Polizeiwache Bad Oeynhausen, am Nachmittag keine Angaben machen. Seine Kollegen hatten sich auf den Weg ins Krankenhaus gemacht, um mit der 80-Jährigen zu sprechen und ihren Ehemann zu benachrichtigt. „Nach dem, was wir rekonstruieren können, war die Fahrerin auf der Linksabbiegespur in Richtung Bahnübergang unterwegs. Hat einen Lastwagen touchiert und ist mit dem Heck eines Polos kollidiert. Und hat dann mit Kurs auf die Bahngleise die Fußgängerschranke angefahren sowie die Sperrgitter durchbrochen, bevor sie sich überschlug und kopfüber im Schotterbett direkt neben den Gleisen zum Stehen kam", berichtet Dirk Jürgens.

Fahrerin nicht mehr vernehmbar

Glück im Unglück: Der graue Golf der 80-jährigen Unfallfahrerin kam am Bahnübergang an der Detmolder Straße kopfüber im Schotterbett an den Gleisen zum Stehen. Foto: Elke Niedringhaus-Haasper - © Elke Niedringhaus-Haasper
Glück im Unglück: Der graue Golf der 80-jährigen Unfallfahrerin kam am Bahnübergang an der Detmolder Straße kopfüber im Schotterbett an den Gleisen zum Stehen. Foto: Elke Niedringhaus-Haasper (© Elke Niedringhaus-Haasper)

Am Unfallort selbst sei die Fahrerin nicht vernehmbar gewesen, so der Polizeibeamte. Da bei dem Unfall auch Stromkabel am Gleis beschädigt wurden, musste der Bahnverkehr für über zwei Stunden eingestellt werden. Auch Nicole Heiming, die Koordinatorin des privaten Mobilitätsanbieters Trandev machte sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort. „Betroffen ist auch unsere Buslinie, die die Fahrgäste halbstündig zum Krankenhaus und zurück bringt", so die Planerin. Gegen 16.15 Uhr konnte der Verkehr zuerst nur in Schrittgeschwindigkeit wieder aufgenommen werden.

Die Schrankenanlage bleibt nach Auskunft von Pressesprecher Thomas Bensch für mindestens ein bis zwei Tage außer Betrieb. Bis zur Installation einer neuen Anlage dürfen sich die Züge dem Südbahnhof nur im Schritttempo und unter lautem Hupen nähern. Streckenposten der Bahn werden mit Flatterband für den Schutz von Fußgängern und Autofahrern sorgen.

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Bad OeynhausenStrecke stundenlang gesperrt: 80-Jährige sorgt mit Unfall für VerkehrschaosElke Niedringhaus-HaasperBad Oeynhausen (nw). Glück im Unglück hatte Mittwochnachmittag eine 80-jährige Autofahrerin am Bahnübergang an der Detmolder Straße. Ihre Fahrt in einem grauen Golf auf der Weserstraße in Richtung Westen endete kopfüber im Schotterbett direkt neben den Bahngleisen. Zuvor hatte sie mit überhöhter Geschwindigkeit einen Lastwagen gestreift, war mit einem Polo kollidiert und hatte die Fußgängerschranke umgefahren, bevor sie sich mit Kurs auf die Bahngleise überschlug. Schwer verletzt wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert. Der Unfall hat auf den Bahnverkehr erhebliche Auswirkungen. Mindestens zwei Tage ist die Schrankenanlage außer Betrieb, Züge dürfen nur im Schritttempo fahren. Ein Anruf um 14.03 Uhr bei der Polizeiwache setzt die Rettungskräfte in Gang. Mitarbeiter der Hauptwache der Feuerwehr rücken mit drei Fahrzeugen, einem Rettungswagen und einem Notarzt aus, wie Einsatzleiter Dennis Theiling weiß. Die Kollegen von der Polizei machen sich gleich mit mehreren Fahrzeugen auf den Weg. Und auch ein Notfallmanager der Bahn rückt zum Unfallort aus. Der betroffene Abschnitt von der Weserstraße zur Detmolder Straße sowie die Bahnstrecke werden umgehend und für zwei Stunden gesperrt. Über die Unfallursache konnte Dirk Jürgens, Hauptkommissar der Polizeiwache Bad Oeynhausen, am Nachmittag keine Angaben machen. Seine Kollegen hatten sich auf den Weg ins Krankenhaus gemacht, um mit der 80-Jährigen zu sprechen und ihren Ehemann zu benachrichtigt. „Nach dem, was wir rekonstruieren können, war die Fahrerin auf der Linksabbiegespur in Richtung Bahnübergang unterwegs. Hat einen Lastwagen touchiert und ist mit dem Heck eines Polos kollidiert. Und hat dann mit Kurs auf die Bahngleise die Fußgängerschranke angefahren sowie die Sperrgitter durchbrochen, bevor sie sich überschlug und kopfüber im Schotterbett direkt neben den Gleisen zum Stehen kam", berichtet Dirk Jürgens. Fahrerin nicht mehr vernehmbar Am Unfallort selbst sei die Fahrerin nicht vernehmbar gewesen, so der Polizeibeamte. Da bei dem Unfall auch Stromkabel am Gleis beschädigt wurden, musste der Bahnverkehr für über zwei Stunden eingestellt werden. Auch Nicole Heiming, die Koordinatorin des privaten Mobilitätsanbieters Trandev machte sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort. „Betroffen ist auch unsere Buslinie, die die Fahrgäste halbstündig zum Krankenhaus und zurück bringt", so die Planerin. Gegen 16.15 Uhr konnte der Verkehr zuerst nur in Schrittgeschwindigkeit wieder aufgenommen werden. Die Schrankenanlage bleibt nach Auskunft von Pressesprecher Thomas Bensch für mindestens ein bis zwei Tage außer Betrieb. Bis zur Installation einer neuen Anlage dürfen sich die Züge dem Südbahnhof nur im Schritttempo und unter lautem Hupen nähern. Streckenposten der Bahn werden mit Flatterband für den Schutz von Fußgängern und Autofahrern sorgen.