Bielefeld

Parteitag in Bielefeld: Baerbock und Habeck als Grünen-Chefs wiedergewählt

Florian Pfitzner

 Robert Habeck and Annalena Baerbock wurden in Bielefeld in ihren Ämtern besttäigt. - © Getty Images
 Robert Habeck and Annalena Baerbock wurden in Bielefeld in ihren Ämtern besttäigt. (© Getty Images)

Bielefeld (nw). Die Grünen haben bei ihrem Parteitag in Bielefeld ihre Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck mit herausragenden Ergebnissen wiedergewählt. Baerbock wurde mit einem Rekordwert von 97,1 Prozent für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Auf Robert Habeck entfielen 90,1 Prozent der abgegebenen Stimmen.

In ihrer Bewerbungsrede bereitete Baerbock die Grünen auf die größere Verantwortung vor, die vor ihnen liege. Ihre Partei solle „breitere Bündnisse" schaffen – „und und zwar nicht mit denen, die genau so ticken wie wir, sondern mit denen, die uns wirklich herausfordern". Menschen die wirklich gestalten wollten, „die muten sich Widerspruch zu", sagte die Grünen-Politikerin aus dem Kreisverband Potsdam. Das sei anstrengend, da mache man auch mal Fehler. „Das wissen Robert und ich."

Baerbock und Habeck führen die Partei die Januar 2018 gemeinsam an. In Umfragen hat sich die ursprüngliche Öko-Partei seither nach und nach auf über zwanzig Prozent gesteigert. Baerbock ging auf „eine Menge Leute da draußen" ein, die an der sozial-ökologischen Transformation mitwirken wollten, allen voran „Fridays for Future". Sie warb für eine klimaneutrale Wirtschaft, die trotzdem Wohlstand sichere. „Vor vierzig Jahren haben wir gesagt, wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt", sagte Baerbock. Nun sei es an der Zeit, sie zurückzugeben.

Habeck bescheinigte der Konkurrenz um die Wählergunst zunehmende Verzagtheit. Viele Parteien seien „hoch nervös". Die Grünen sollten sich „nicht von Ängstlichkeit leiten lassen", sagte der 50-Jährige vor seiner Wahl. Zumal sie der Bürgerbewegung entwachsen und längst eine politische Kraft seien, „mit dem Auftrag zu gestalten".

Die die 38-jährige Baerbock erhielt in Bielefeld das beste Wahlergebnis in der Parteigeschichte von Bündnis90/Die Grünen. Das bislang höchste Resultat hatte die heutige Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth erzielt. Sie holte 2001 in Stuttgart 91,5 Prozent.

Einigen gilt Habeck bereits als kommender Kanzlerkandidat. Die Grünen zeigen sich davon zunehmend genervt. Die Frage, ob die Partei für die nächste Bundestagswahl überhaupt einen Kandidaten aufstellt, hält sie zumindest nach außen offen.

Angesichts des politischen Wettbewerbs stellte Habeck die rund 800 Delegierten auf eine härtere Gangart ein. „Machen wir uns nichts vor", warnte er, „die nächsten zwei Jahre werden hart werden, die Angriffe härter werden." Die Grünen sollten sich „auf Keile gefasst machen, wie wir es selten erlebt haben".

Die Bewerbungsrede von Robert Habeck:

Die Bewerbungsrede von Annalena Baerbock:

Copyright © Mindener Tageblatt 2019
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

BielefeldParteitag in Bielefeld: Baerbock und Habeck als Grünen-Chefs wiedergewähltFlorian PfitznerBielefeld (nw). Die Grünen haben bei ihrem Parteitag in Bielefeld ihre Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck mit herausragenden Ergebnissen wiedergewählt. Baerbock wurde mit einem Rekordwert von 97,1 Prozent für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Auf Robert Habeck entfielen 90,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. In ihrer Bewerbungsrede bereitete Baerbock die Grünen auf die größere Verantwortung vor, die vor ihnen liege. Ihre Partei solle „breitere Bündnisse" schaffen – „und und zwar nicht mit denen, die genau so ticken wie wir, sondern mit denen, die uns wirklich herausfordern". Menschen die wirklich gestalten wollten, „die muten sich Widerspruch zu", sagte die Grünen-Politikerin aus dem Kreisverband Potsdam. Das sei anstrengend, da mache man auch mal Fehler. „Das wissen Robert und ich." Baerbock und Habeck führen die Partei die Januar 2018 gemeinsam an. In Umfragen hat sich die ursprüngliche Öko-Partei seither nach und nach auf über zwanzig Prozent gesteigert. Baerbock ging auf „eine Menge Leute da draußen" ein, die an der sozial-ökologischen Transformation mitwirken wollten, allen voran „Fridays for Future". Sie warb für eine klimaneutrale Wirtschaft, die trotzdem Wohlstand sichere. „Vor vierzig Jahren haben wir gesagt, wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt", sagte Baerbock. Nun sei es an der Zeit, sie zurückzugeben. Habeck bescheinigte der Konkurrenz um die Wählergunst zunehmende Verzagtheit. Viele Parteien seien „hoch nervös". Die Grünen sollten sich „nicht von Ängstlichkeit leiten lassen", sagte der 50-Jährige vor seiner Wahl. Zumal sie der Bürgerbewegung entwachsen und längst eine politische Kraft seien, „mit dem Auftrag zu gestalten". Die die 38-jährige Baerbock erhielt in Bielefeld das beste Wahlergebnis in der Parteigeschichte von Bündnis90/Die Grünen. Das bislang höchste Resultat hatte die heutige Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth erzielt. Sie holte 2001 in Stuttgart 91,5 Prozent. Einigen gilt Habeck bereits als kommender Kanzlerkandidat. Die Grünen zeigen sich davon zunehmend genervt. Die Frage, ob die Partei für die nächste Bundestagswahl überhaupt einen Kandidaten aufstellt, hält sie zumindest nach außen offen. Angesichts des politischen Wettbewerbs stellte Habeck die rund 800 Delegierten auf eine härtere Gangart ein. „Machen wir uns nichts vor", warnte er, „die nächsten zwei Jahre werden hart werden, die Angriffe härter werden." Die Grünen sollten sich „auf Keile gefasst machen, wie wir es selten erlebt haben". Die Bewerbungsrede von Robert Habeck: Die Bewerbungsrede von Annalena Baerbock: