Bielefeld

Bielefeld rüstet sich für Demos: 14 Veranstaltungen gegen Neonazi-Aufzug

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Proppevoll war die Stadt im Vorjahr, als Neonazis sowie die Tausenden Gegendemonstranten (Foto) in die City kamen. - © Foto: Sarah Jonek/NW (Archivbild)
Proppevoll war die Stadt im Vorjahr, als Neonazis sowie die Tausenden Gegendemonstranten (Foto) in die City kamen. (© Foto: Sarah Jonek/NW (Archivbild))

Bielefeld (epd). Mehr als 5.000 Menschen wollen nach Polizeiangaben am Samstag in Bielefeld gegen Rechtsextremismus auf die Straße gehen. Anlass ist eine Neonazi-Kundgebung am Jahrestag der Reichspogromnacht, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Die Partei „Die Rechte" hat eine Solidaritätsdemonstration für die mehrfach verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (91) angemeldet, die seit anderthalb Jahren in der JVA in Bielefeld-Brackwede inhaftiert ist. Zu der Versammlung mit Aufzug durch die Innenstadt würden 300 Neonazis erwartet, hieß es. Das Verwaltungsgericht Minden hatte Ende September die Kundgebung erlaubt.

Zeitgleich finden 14 Gegenveranstaltungen im Stadtgebiet statt. Zu den Protesten gegen Rechts werden den Angaben nach je zwischen 100 und 2.000 Teilnehmer erwartet. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot in der Stadt im Einsatz. Staatsanwaltschaft und Beamte des Staatsschutzes wollen vor Ort die rechte Szene beobachten, hieß es.

Angemeldet sind ab 12 Uhr mehrere Kundgebungen und Demonstrationszüge gegen Rechts, eine Menschenkette, ein Fahrrad-Korso oder ein „Auskehren gegen Rechts" vor dem Bielefelder Landgericht. Die beiden großen christlichen Kirchen und die jüdische Gemeinde halten ab 15.30 Uhr eine „stille Mahnwache" vor der Bielefelder Synagoge. Auch wird es eine Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Synagoge geben, die am 9. November 1938 zerstört worden war.

Organisator ist das „Bielefelder Bündnis gegen Rechts". Dessen Aufruf mit dem Titel „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" wurde bislang von mehreren hundert Menschen unterschrieben, darunter Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD), die Grünen-Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann und Uni-Rektor Gerhard Sagerer. Auch der Fußball-Club DSC Arminia unterstützt den Protest.

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