Bünde

Baby im Bünder Stadtrat: Beigeordneter sorgt sich um Vertraulichkeit

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Im Bünder Ratssaal hat der Technische Beigeordnete Andreas Siepenkothen für Irritationen gesorgt. NW- - © Foto: Gerald Dunkel
Im Bünder Ratssaal hat der Technische Beigeordnete Andreas Siepenkothen für Irritationen gesorgt. NW- (© Foto: Gerald Dunkel)

Bünde (nw). Skurriler Vorfall im Bünder Stadtrat: Im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung am 9. Oktober bezweifelt der Technische Beigeordnete der Stadt Bünde, Andreas Siepenkothen, die Nichtöffentlichkeit der Sitzung, weil neben den Ratsmitgliedern auch ein Säugling anwesend ist. Gemeint ist die drei Monate alte Tochter von CDU-Ratsfrau Jana Nagel, die mit dabei ist. Zunächst lachen die Ratsmitglieder über die Anmerkung, merken aber wenig später, dass keine Pointe folgt: Siepenkothen sorgt sich wegen der Anwesenheit eines Babys um die vertraulichen Informationen der nichtöffentlichen Sitzung.

Bürgermeister Wolfgang Koch (CDU) stellt an dem Abend klar, dass die Tochter von Jana Nagel bleiben darf und der nichtöffentliche Teil der Sitzung beginnt. Doch die Äußerungen des Technischen Beigeordneten sorgen parteiübergreifend für Irritationen. Öffentlich äußern möchten sich die Ratsmitglieder jedoch nicht, weil sie zur Verschwiegenheit über alle Äußerungen im nichtöffentlichen Teil einer Sitzung verpflichtet sind.

Doch der Ärger ist groß, wie mehrere Stadträte auf Anfrage bestätigen. „Wir alle sollten froh sein, dass sich mit Jana Nagel eine junge Frau und Mutter als Ratsfrau in der Politik unserer Stadt engagiert. Stattdessen prangert der Beigeordnete die Tatsache an, dass sie ihre Tochter mit zur Ratssitzung bringt und problematisiert das mit dem fadenscheinigen Argument der Vertraulichkeit", erklärt ein Ratsherr. „Das war eine lächerliche Vorstellung, die viele von uns schockiert hat. Wir leben im 21. Jahrhundert", ergänzt eine Ratsfrau.

Die 32-jährige Ratsfrau Jana Nagel (CDU) hatte bei der Ratssitzung am 9. Oktober ihre Tochter dabei. NW- - © Foto: Annika Falk
Die 32-jährige Ratsfrau Jana Nagel (CDU) hatte bei der Ratssitzung am 9. Oktober ihre Tochter dabei. NW- (© Foto: Annika Falk)

Jana Nagel äußert sich ebenfalls nicht zum nichtöffentlichen Teil der Sitzung, erklärt jedoch, dass sie sich der Unterstützung ihrer Ratskollegen sicher ist. „Fraktionsübergreifend haben mir meine Kollegen nach der Sitzung gesagt, dass sie froh darüber sind, dass ich meine Tochter dabei habe." Die 32-Jährige kündigt zudem an, dass sie ihre Tochter weiterhin mit zu Ratssitzungen nehmen wird. „Das habe ich mit meinem ersten Kind auch schon so gemacht. Mein Sohn war häufiger mit dabei und es gab nie Probleme."

Der Technische Beigeordnete der Stadt Bünde: Andreas Siepenkothen. - © Foto: Privat
Der Technische Beigeordnete der Stadt Bünde: Andreas Siepenkothen. (© Foto: Privat)

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärt das Büro des Technischen Beigeordneten Siepenkothen, dass er nicht erreichbar sei.

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BündeBaby im Bünder Stadtrat: Beigeordneter sorgt sich um VertraulichkeitBünde (nw). Skurriler Vorfall im Bünder Stadtrat: Im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung am 9. Oktober bezweifelt der Technische Beigeordnete der Stadt Bünde, Andreas Siepenkothen, die Nichtöffentlichkeit der Sitzung, weil neben den Ratsmitgliedern auch ein Säugling anwesend ist. Gemeint ist die drei Monate alte Tochter von CDU-Ratsfrau Jana Nagel, die mit dabei ist. Zunächst lachen die Ratsmitglieder über die Anmerkung, merken aber wenig später, dass keine Pointe folgt: Siepenkothen sorgt sich wegen der Anwesenheit eines Babys um die vertraulichen Informationen der nichtöffentlichen Sitzung. Bürgermeister Wolfgang Koch (CDU) stellt an dem Abend klar, dass die Tochter von Jana Nagel bleiben darf und der nichtöffentliche Teil der Sitzung beginnt. Doch die Äußerungen des Technischen Beigeordneten sorgen parteiübergreifend für Irritationen. Öffentlich äußern möchten sich die Ratsmitglieder jedoch nicht, weil sie zur Verschwiegenheit über alle Äußerungen im nichtöffentlichen Teil einer Sitzung verpflichtet sind. Doch der Ärger ist groß, wie mehrere Stadträte auf Anfrage bestätigen. „Wir alle sollten froh sein, dass sich mit Jana Nagel eine junge Frau und Mutter als Ratsfrau in der Politik unserer Stadt engagiert. Stattdessen prangert der Beigeordnete die Tatsache an, dass sie ihre Tochter mit zur Ratssitzung bringt und problematisiert das mit dem fadenscheinigen Argument der Vertraulichkeit", erklärt ein Ratsherr. „Das war eine lächerliche Vorstellung, die viele von uns schockiert hat. Wir leben im 21. Jahrhundert", ergänzt eine Ratsfrau. Jana Nagel äußert sich ebenfalls nicht zum nichtöffentlichen Teil der Sitzung, erklärt jedoch, dass sie sich der Unterstützung ihrer Ratskollegen sicher ist. „Fraktionsübergreifend haben mir meine Kollegen nach der Sitzung gesagt, dass sie froh darüber sind, dass ich meine Tochter dabei habe." Die 32-Jährige kündigt zudem an, dass sie ihre Tochter weiterhin mit zu Ratssitzungen nehmen wird. „Das habe ich mit meinem ersten Kind auch schon so gemacht. Mein Sohn war häufiger mit dabei und es gab nie Probleme." Auf Anfrage dieser Zeitung erklärt das Büro des Technischen Beigeordneten Siepenkothen, dass er nicht erreichbar sei.